Visitenkarte

Lebenslang genieße ich das Glück und Privileg, mein Leben mit Haustieren zu teilen. Selbstverständlich war und bin ich stets bemüht, meinen Tieren ein gutes Leben zu bieten. Jedoch wurde ich mir erst im Laufe meines Lebens meiner besonderen Verantwortung hinsichtlich der Entwicklung meiner tierischen Freunde über den emotionalen Bereich hinaus bewusst. Umgekehrt erwiesen sich meine vierbeinigen Lebenskameraden gleichfalls immer als wunderbare Lehrmeister und Entwicklungshelfer für mich.

Da die Lebenserwartung von Hunden – leider! – weitaus geringer ist als normalerweise die eines Menschen, bleibt es nicht aus, dass ein Hundefreund es im laufe seines Lebens zu mehreren  Begleitern auf vier Pfoten bringt. Seit Kindertagen von Goethes  „Stirb und Werde“ fasziniert, bekam ich wie wohl jeder Mensch ausreichend Gelegenheit, dieses Prinzip immer und immer wieder zu vollziehen. Blicke ich auf meine jeweiligen Hunde zurück, so fällt mir auf, dass meine vierbeinigen Kameraden jeweils ein getreues Abbild meiner wechselnden Lebens- und Entwicklungsphasen waren. Durch unser enges Zusammenleben waren sie quasi jeweils zu einer Erweiterung meiner eigenen Charakter- und Verhaltensstrukturen über meine Person hinaus, zu einer Art persönlichen Visitenkarte  geworden.

Aufgrund  des zugrunde liegenden Prinzips zeigen sich bei tierischen Lebenskameraden neben Verhaltensmustern nicht selten auch Krankheitssymptome, die eigentlich zu ihrem Menschen gehören, also quasi „delegiert“ wurden. Die höher schwingenden Körper der menschlichen Aura üben eine ständige Stimulation auf das tierische Energiefeld aus. Unsere menschlichen Gedanken und Gefühle  prägen somit nicht nur uns selbst und unser Umfeld, sondern beeinflussen  auch unsere Haustiere.* Bei dieser Symbiose  zwischen Mensch und Tier stellt das Tier das schwächere Glied dar. Sind wir ehrlich mit uns selbst, so liefern uns solche ausgelagerten Symptome einen Anschauungsunterricht der ganz besonderen Art!  Eine Besserung beim Tier wäre demzufolge vor allem auch dadurch zu erreichen, dass sein Mensch seine eigenen Charakterstrukturen und Verhaltensmuster überprüft und bestenfalls korrigiert, so dass solche Symptome weder bei ihm selbst noch bei seinem Tier länger nötig sind.

Über die Tatsache hinaus, dass grundsätzlich kein Hund je einem anderen gleicht, ist mein derzeitiger vierbeiniger Lebenspartner charakterlich wiederum völlig anders angelegt, als es seine nicht minder geschätzten Vorgänger waren. Da es grundsätzlich keinen Zufall gibt, es sei denn in dem Sinne, dass jedem genau das zufällt, was ihm gemäß des selbst inszenierten Schicksals zufallen muss, ist es auch kein Zufall, welches Tier zu welchem Menschen gelangt.  Meine Hunde wähle ich nach astrologischen Kriterien aus und gehe insofern sicher, dass wir „füreinander bestimmt“ sind. 

Wandlungsbereit bin ich immer geblieben. Seitdem mir jedoch bewusst ist, dass der Hund an meiner Seite meine Visitenkarte ist, schaue ich genauer hin und fühle mich hin und wieder veranlasst, gewisse Verhaltensmuster, die ich an den Tag lege, neu zu überdenken. Schließlich möchte ich, dass auch meines Hundes Visitenkarte – ich! – zu den vorzeigbaren Exemplaren gehört.

 

"Lass dich nicht gehen, geh selbst!"

Magda Bentrup

 

* Dasselbe Prinzip der Symptomauslagerung

lässt sich auch bei Säuglingen und Kleinkindern beobachten.

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