Erneuerung                                                                                                                                                                              

Themen:   Erneuerung - Advent - Kulturen und Herrscher kommen und gehen, Feste werden gefeiert, wie sie fallen  - Winterzeit - Sonnenwende  - Räuchern - Zwischen den Jahren: Rauhnächte,  die "Zwölf heiligen Nächte" -  Epiphanias - Eso-Quiz - "Hast Du schon gehört, dass......." - Il mio Dante - "Es war einmal......."


 

Wandlung

ist notwendig wie die Erneuerung

der Blätter im Frühling.

Vincent van Gogh

Erneuerung

Wie alle anderen Lebensformen auch, ist der Mensch lediglich Stufe auf einem langen Entwicklungsweg, dem kein Ende gesetzt zu sein scheint. In welche Daseinszustände dieser Weg letztendlich mündet, ist auf unserem Entwicklungsstand nicht auszumachen.

Die Naturgesetze sind vom Architekten unseres Universum vorgegeben. Jedes Lebewesen hat in der Hierarchie der Lebensformen etwas weniger Entwickeltes unter sich und etwas Weiterentwickeltes über sich. Das zugrundeliegende Prinzip besagt, dass jede Lebensform von oben empfängt und nach unten weiterzugeben hat.

Für esoterische Schüler geht es darum, Anschluss an die geistige Welt und ihre Vertreter, die uns als Vollkommene Menschen oder Adepten bekannt sind, zu gewinnen. Die Qualifizierung hierfür besteht nun aber keinesfalls z.B. in der Anzahl gelesener Bücher oder Teilnahme an besonders vielen Veranstaltungen. Die bestmögliche Empfehlung ist ein eigenverantwortliches, ethisches Leben, das sich an den Naturgesetzen orientiert sowie Arbeit am eigenen Charakter. Der ehemalige Rohdiamant in Gestalt eines unreifen Charakters wird dabei allmählich zum Brillanten geschliffen, der das göttliche Licht in allen Facetten widerspiegelt.

Eine einzige Konstante gibt es im Universum: nichts bleibt so, wie es ist; alles wandelt und erneuert sich, stirbt und gewinnt in höherer Ausdrucksform neues Leben. In Goethes Gedicht „Selige Sehnsucht“ heißt es: „Und solang du dies nicht hast, dieses Stirb und Werde! Bist du nur ein  trüber Gast auf der dunklen Erde!“

Entwicklung bedeutet vor allem Erneuerung. Nach den Lehren der Hermetik gleicht das „Oben“ dem „Unten“, das „Innen“ dem „Außen“. Das große zyklische Geschehen von Geburt, Tod und Wiedergeburt etc. wiederholt sich  im Kleinen in den Zuständen des Wachseins und Schlafens. Seneca schrieb: „Nimm jeden Tag als ein Leben für sich.“  Jeder neue Tag bietet uns Gelegenheit zur Erneuerung, indem wir unsere jeweiligen Erkenntnisse von der Theorie in die Praxis verlagern. Dadurch schaffen wir Raum für neue Erkenntnisse, die es wiederum umzusetzen gilt. So entwachsen wir allmählich überholten Lebenspraktiken, bearbeiten Lebenssituationen, für die wir in der Vergangenheit selbst die Ursache gelegt haben, legen bessere neue Ursachen für die Zukunft und reifen zu fähigen Mitarbeitern der geistigen Welt heran.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Advent

 

Da tiefer nun der Saum der Nacht

in deine Stunden fällt,

was hektisch dich, was laut gemacht,

verwundert schweigt und innehält -

 

Das Grobe, Harte unterliegt,                  

wie's sich auch widersetzt;                            

das Weiche, Leise, Zarte siegt,                

erobert Raum in dir zuletzt.  

 

Was deine Schwelle übertritt,

ist ein besondrer Gast:

Licht bringt er, reichen Segen  mit,

weil du die Tür geöffnet hast!

hh

                

 

 

 

Kulturen und Herrscher kommen und gehen,

Feste werden gefeiert, wie sie fallen!

 

Morgen, Kinder, wird’s was geben,

morgen werden wir uns freun!

Welch ein Jubel, welch ein Leben

wird in unserm Hause sein!

Einmal werden wir noch wach,

heißa, dann ist Weihnachtstag!

(K.G. Hering)

 

Bereits im Oktober finden wir die ersten weihnachtlichen Vorboten in den Regalen der Kaufhäuser und Supermärkte, die bei uns keinen Zweifel darüber aufkommen lassen, dass die alljährliche Weihnachtszeit naht. Worauf geht diese unreligiös anmutende Konsumhaltung zurück?

Der Ursprung dieses beliebten Aspektes unseres Weihnachtsfestes ist geschichtlich nachweisbar. Diese Tradition beruht auf einem alten römischen Fest, den Saturnalien. Saturnalien wurden, wie der Name bereits besagt, zu Ehren des Gottes Saturn  zelebriert. Über den ursprünglichen Charakter dieses Festes ist wenig bekannt. Der Saturn wurde als Gott der Aussaat verehrt und war eng verknüpft mit der Wintersonnenwende. Es wird vermutet, dass der ursprüngliche Zeitpunkt der 19. Dezember war, der später ausgeweitet wurde  auf den Zeitraum vom 19. – 26. Dezember. Das Fest der Saturnalien war sehr lebendig; politisches und geschäftliches Gebaren wurde neben Kriegen für diese Zeit eingestellt und man tauschte kleine Geschenke aus - z.B. Wachskerzen oder Tonfiguren.

In der heutigen Zeit wird Weihnachten weltweit am 25. Dezember gefeiert. Das war nicht immer so. Um das Jahr 200 n.u.Z. schrieb  der Kirchenvater Clemens von Alexandrien über die herrschende Ungewissheit bezüglich des Zeitpunktes der Geburt Christi. Es existierten damals verschiedene Angaben über seine Geburt, woraus unterschiedliche Tage abgeleitet werden konnten, u.a. der 20. Mai (25 Tage nach dem ägyptischen Monat Pachtum) und der 20. April (25 Tage nach Pharmuthi). Hinzu kommt, dass es immer wieder zu Veränderungen in der Zeitrechnung kam. Die religiösen Oberhäupter zu J. Cäsars Zeiten, die Hüter der Zeit, vernachlässigten ihre Pflichten oder manipulierten den Kalender zwecks Ausdehnung ihrer Macht. Aus diesem Grund beschloss Cäsar im Jahre 46 v.u.Z. eine gravierende Kalenderreform unter Hinzufügung von zwei Monaten. Eigentlich sollte das Jahr mit der Wintersonnenwende beginnen, wurde jedoch durch diverse Korrekturen immer wieder verschoben und beginnt letzendlich mit dem Neumond am 31. Dezember.

Im Jahre 354 n.u.Z. wurde die Geburt Christi vom 6. Januar, dem heutigen Epiphanias, auf den 25. Dezember verschoben, so dass das Datum mit dem „natalis invicti solis“ übereinstimmte, dem Fest der „Geburt der unbesiegten Sonne“ der Mithraisten. Heutzutage führt man das zurück auf die von Ananias von Shira im Jahre 160 n.u.Z. festgehaltene Behauptung Polycarps, dass Jesus auf einem Sonntag geboren sei, dem Tag, an dem Gott nach dem damaligen Glauben die Welt erschuf.  Die Armenier und Syrer dieser Zeit beharrten jedoch auf den 6. Januar. Aus Ambrosius Schrift geht hervor, dass zu Zeiten des Papstes Liberius (352 - 356 n.u.Z.) drei Feste am 6. Januar zelebriert wurden – die Geburt Christi, die Hochzeit zu Kana und die Speisung der 4.000 (Taufe Christi)).  Der Begriff "Weihnachten" wurde erst viel später dem Mittelhochdeutschen entnommen:  „zuo den withen nahten“ – „zu den geweihten Nächten“.

Festzuhalten bleibt, dass die Christen es von je her verstanden, alte vorchristliche Feste und Riten zu übernehmen und in die eigenen religiösen Auffassungen zu integrieren.

Quelle: G. Barborka „Weihnachten“

 

Winterzeit

Müsset im Naturbetrachten

immer eins wie alles achten.

Nichts ist drinnen, nichts ist draußen;

denn was innen, das ist außen.

Goethe

Winterzeit, eine Zeit der äußerlichen Starre, die den Menschen auf das Wesentliche, das Geistliche zurückwirft. Sie zwingt uns zur Heimkehr, zur Beendigung des Jahreszyklus und zum Streben nach Erneuerung. Die im Herbst eingefahrene Ernte des Jahres, die das physische Überleben sichert, schafft Raum für den geistigen Hunger nach Reife und Vervollkommnung. Die dominierende Abwesenheit des Tageslichts wird durch innere Wärme und Lichtfülle kompensiert. Die äußerliche Welt wirkt kristallklar wie der Mensch – erstarrt und doch erhellend, der verkörperte Tod, die Saat des neuen Lebens bergend - die Samenkraft, die die geistige Auferstehung einschließt.

Nachdem das Todeszeichen des Skorpions durchschritten und die vier Elemente Feuer, Erde, Luft und Wasser zur Durchquerung ihres dritten und letzten Abschnitts  des Jahreszyklus schreiten, geht der Übergang von der physischen in die geistige Welt von statten. Die letzte Vierheit der Tierkreiszeichen – Schütze, Steinbock, Wassermann, Fische - führen über das physische Leben hinaus in die Welt des Geistes. Wenngleich diese vier Tierkreiszeichen im kosmologischen Sinne als Todesschlaf bezeichnet werden können, so entsteht unter der sterblichen Hülle  die neue geistige Werde-Sehnsucht (Schütze), der unterirdische Lebensbeginn (Steinbock), das Steigen der Kräfte des Lebenswassers (Wassermann) und die Schneeschmelze mit dem Schwellen der Knospen (Fische), bis dann im neuen Zyklus (Widder) der innere Aufbruch in die physische Welt durch den Wiedereintritt in das immer währende Rad des Lebens hinausgetragen wird.

Die Adventszeit fällt in den Monat des Schützen. Unsere Sehnsucht gilt der Ankunft („Advent“ = „Ankunft“) des Lichts, der Erneuerung des Lebens, die wir physisch in der Wintersonnenwende erfahren – dem Übergang von Schütze zu Steinbock. Äußerlich betrachtet ist Advent die Zeit der kurzen Tage, der kahlen Natur, feuchtschweren Nebelschwaden, Baumgerippe, hin und wieder überzogen von jungfräulichem Schnee. Lange dunkle Abende offerieren uns Raum zur Besinnung und  geistiger Verinnerlichung. Inmitten der Dunkelheit erwächst die Sehnsucht nach dem Licht, dem Göttlichen. Im Verborgenen, von keinem Auge geschaut, regt sich  die geistige Offenbarung, die mit der Wintersonnenwende oder für Christen mit der Geburt Jesu in die Welt zieht.

Die Nacht scheint tiefer tief hereinzudringen,

allein im Innern leuchtet helles Licht.

Goethe

Quelle: Arthur Schult, "Astrosophie"

Wintersonnenwende

Kennst du den Boten nicht, der dir allein Bericht von höher`n Welten bringt?
Der Bote heisset: Licht. Das Licht nur steiget dir aus höchsten Sphären nieder
und steigt mit deinem Blick zu höchsten Welten wieder. Folge nur seiner Spur!
Verstündest du es nur, und unverstanden wäre dir nichts in der Natur!


Wie von der Sonne gehn viel Strahlen erdenwärts, so geht von Gott ein Strahl in jedes Dinges Herz.
In diesem Strahle hängt das Ding mit Gott zusammen und jedes fühlet sich dadurch von Gott entstammen.

Friedrich Rückert aus „Die Weisheit des Brahmanen“

Als Zentralgestirn unseres Universums ist die Sonne die Ernährerin aller Wesen. Ihr Atem, im Indischen Prana genannt, tränkt die Welt, ihr Zyklus bestimmt die Abläufe der Natur und gliedert das Jahr durch ein mystisches Kreuz in vier Zyklen. Die Zahl 4, das mystische Wesen der Sonne, prägt das Jahr – beginnend und endend mit der Wintersonnenwende, flankiert von den Frühjahrs- und Herbstäquinoktien, gekrönt von der Sommersonnenwende, jeweils angeführt von einem der vier astrologischen Elemente*.

Der Herrscher des Winters ist mit seinen zusammenziehenden, verdichtenden Kräften der Saturn. Seine Schwingung verbreitet Melancholie durch in den Weg gelegte Hindernisse, aus denen es Positives zu schöpfen gilt. Er konfrontiert uns mit unseren Schwächen und den noch zu bearbeitenden Schauplätzen – bestenfalls offeriert er uns einen Neuanfang, eine Chance, aber auch eine Herausforderung zur persönlichen Entwicklung. Saturn gilt als der Lehrer der Menschen, und der Weg führt hier von der Dunkelheit zum Licht.

Der tiefste Stand der Sonne während der Wintersonnenwende gibt der Sehnsucht nach Erleuchtung neue Nahrung, der Hoffnung auf Erneuerung, Entwicklung, auf Wiedergeburt.

Die in diesen langen Nächten von den Gestirnen des Sternenhimmels gesegnete Aura der Erde empfängt ein geistig kräftigendes Bad, das die Bildung der Strahlenkeime des neuen Lebens durch Gestirnseinfluss im ätherischen Mantel der Erde voranschreiten lässt. Die aurischen Strahlenkräfte der Gestirne verdichten sich zu irdischen Lebenskräften. Im Erdreich drängen mit steigendem Sonnenlicht die Geistesfunken der Pflanzenwelt nach Neubeginn. Das natürliche Zusammenspiel von Kristallen, Steinen und Sternen nimmt seinen Lauf. Mit der Wintersonnenwende nehmen die Bakterien des Wurzelwerks ihre Arbeit wieder auf, während die Strahlenkräfte der Kristalle und Metalle zu ihrer Höchstform auflaufen.

  • Wintersonnenwende: 21.-22.Dezember/Steinbock = Erde
  • Frühjahrstagundnachgleiche: 20.-23. März/Widder = Feuer
  • Sommersonnenwende: 21. Juni/Krebs = Wasser
  • Herbsttagnundnachtgleiche: 21.-23. September/Waage = Luft

Quelle: Arthur Schult „Astrosophie“

 

Räuchern ......durch Zerstörung der Erneuerung den Weg bereiten

 

Pflanzen sind Lebewesen, denen wir im Alltag nur sehr wenig Beachtung schenken, dabei sichern sie unseren Fortbestand. Sie bilden die Grundlage unserer Ernährung, unserer Heizstoffe in Form von Erdöl, Kohle und Brennholz, als Baustoff. Wir finden sie wieder in unserer Kleidung als Baumwolle, Leinen oder Seide, wir bereiten aus ihnen Medizin und nutzen sie  für viele Produkte des täglichen Lebens als Rohstoffe.

Beim Verräuchern von Pflanzenteilen treten wir in den Kontakt mit den aromatischen Essenzen der Pflanze.

Der feine, durchdringende Rauch wirkt auf alles ein. Grobe sowie feinstoffliche Materie erhält durch ihn eine andere Schwingung. Fast könnte man meinen, die Seele der Pflanze lege sich wie Balsam auf unsere Körper und unser Umfeld.

Diese Erfahrungen machten schon unsere Urahnen. Der Gebrauch von Räucherwerk lässt sich archäologisch bis in die Steinzeit zurückverfolgen. Wahrscheinlich führte die Kultivierung des Feuers, verbunden mit den durch Zufall entstandenen Räucher-Erfahrungen mit Harzen und anderen Pflanzenteilen, zu rituellen Handlungen.

Während zunächst das Räucherwerk aus der jeweiligen Region Verwendung fand, entstand mit der Zunahme von Handelsbeziehungen eine schwunghafte Verbreitung über Kontinente hinweg.

Feuer ist das Element der Zerstörung und Erneuerung. Es hat eine dynamische Kraft, die auf uns Menschen eine geradezu magische Anziehung ausübt. Noch heute werden für Zeitenwenden und Erneuerungen in unseren Kulturen rituelle Feuer entzündet, z.B. Sonnenwendfeuer, Osterfeuer, Johannifeuer.

Durch das Räuchern wird die physische Form der Pflanze zerstört und ihre Essenz dem Luftelement anvertraut.

Noch heute feiert man in den Regionen Nordeuropas die 12 heiligen Raunächte. Es sind die Tage zwischen Weihnachten  und dem 6. Januar – Epiphanias. In dieser Zeit werden traditionell Haus und Stall ausgeräuchert. Als Brennstoff dienten früher getrocknete Zunderpilze, eine Baumpilzart, die vorwiegend an Rotbuchen und Birken wächst. Der Spruch: “das brennt wie Zunder“ entstammt diesem Brauchtum. Dieser Pilz kann im getrockneten Zustand lange glühen, ohne Funken zu schlagen. Er wurde in einer Eisenpfanne verbrannt und mit einem durchsiebten Deckel abgedeckt. Als Räucherwerk diente überwiegend Wacholder oder Weihrauch.

Die Kelten nahmen die Wintersonnenwende von je her zum Anlass reinigender Räucherungen, um das neue Jahr zu beginnen.  Ihnen war der aus dem vorderen Orient stammende Weihrauch schon sehr früh bekannt. Im Gefolge Alexander des Großen gelangten sie nach Persien und trieben mit den dort Ansässigen Handel.

In den ländlichen Gebieten Bayerns und dem Allgäu stellen die Menschen noch heute nach alter Tradition zum Verräuchern Kräuterbüschel her. Diese Büschel bestehen aus 9, 15 oder 77 verschiedenen Kräutern, welche am 15. August - Maria Himmelfahrt -gesammelt werden. Aufgebunden und mit Schnüren verziert werden sie in der Kirche geweiht. Die Trocknung und Aufbewahrung erfolgt im heimischen Herrgottswinkel. Diese Mischungen sollen große Heilkraft besitzen. Sie werden im Falle von Krankheiten eingesetzt und während der Raunächte in Haus und Stallungen vermischt mit Weihrauch verräuchert. Einige dieser Kräuter sind sogenannte Wetterkräuter, welche bereits bei den Druiden zur Einwirkung auf das Wetter eingesetzt wurden. Medizinisch wirken diese Kräuterbüschel besonders intensiv als Aufheller gegen durch die kalte und dunkle Jahreszeit hervorgerufene depressive Verstimmungen.

Quelle: Susanne Fischer-Rizzi  „Botschaft an den Himmel“    

      

Zwischen den Jahren:  Rauhnächte - die "Zwölf heiligen Nächte"

Für die Zeit der „Rauhnächte“ – dieses Wort geht auf das mittelhochdeutsche „ruach“ zurück, was sowohl „haarig“ als auch „wild“ bedeutet  – haben sich vielfältige Vorstellungen und Bräuche entwickelt. In ganz Europa gelten diese „Zwölf heiligen Nächte“ als Spukzeit. Die Tore zu anderen Dimensionen stehen offen, und es ist mit dem Erscheinen von „Geistern“ zu rechnen, die Toten suchen die Lebenden auf und dunkle Mächte haben Herrschaft über die Erde. Nach dem Volksglauben machen sich in diesen Tagen vor allem auch Hausgeister bemerkbar. Deshalb brachte man ihnen im Garten oder auf den Dachboden Dankesgaben dar. Aufräumen, sowohl im Hause als auch im persönlichen Leben, war zu dieser Zeit besonders angesagt, da Unordnung schlechte Energien anzieht.

Aus dem germanischen Heidentum stammt der Begriff „Wilde Jagd“ oder „Odins Jagd“, einem „Geisterzug“, der mit Höllenlärm durch die Lüfte braust und in den Rauhnächten als Himmelserscheinung wahrzunehmen sein soll, was jeweils als Ankündigung schlechter Zeiten gedeutet wurde. Die „Wilde Jagd“ und ihr Anführer Odin haben auch einen Bezug zur Fruchtbarkeit. Der einfache Bauer in Schweden glaubte, dass seine Heuernte schlecht ausfiele, sofern er Sleipnir, dem achtbeinigen Ross Odins, keine Grasbüschel opfere, In manchen germanischen Regionen wurden als Opfergaben auch Brot, Milch, Met und andere Speisen dargeboten. Grundsätzlich galt die „Wilde Jagd“ als den Menschen nicht feindlich gesinnt, nach dem Volksglauben war es jedoch ratsam, Demut zu zeigen oder sich im Hause einzuschließen und zu beten.

Grundsätzlich galt als empfehlenswert, sich im eigenen Interesse in den Rauhnächten still und unauffhällig zu verhalten und keine wesentlichen Arbeiten zu verrichten, um Gefahren abzuwenden. Die „Zwölf heiligen Nächte“ waren Schweigenächte, in manchen Gegenden war sogar das Husten verboten. Das Waschen insbesondere weißer Wäsche war ebenfalls verpönt, da ansonsten die Gefahr bestand, dass sich die „Wilde Jagd“ darin verfing oder Odin ein Wäschestück mitnahm als zukünftiges Leichentuch für dessen Besitzer.

Da in „Zwischenzeiten“ – dazu gehören auch Sonnenwenden oder Morgen- und Abenddämmerung – besondere Kräfteverhältnisse herrschen, galten die Rauhnächte als Orakel- oder Loszeit, auch was das Wetter der künftigen zwölf Monate betraf. Dieser Parallelsetzung liegt der hermetische Grundsatz zugrunde: „wie oben, so unten, wie innen, so außen“. Wer in diesen Nächten zu einer Wegkreuzung geht, die Atmosphäre auf sich wirken lässt und auf die Zeichen der Natur achtet, kann Ereignisse deuten, hieß es. Dem Volksglauben zufolge können Tiere in diesen Nächten sprechen; sie unterhalten sich über die Toten des kommenden Jahres.

Ihren Ursprung nahmen die Rauhnächte vermutlich im germanischen Mondkalender, demzufolge das Jahr 354 Tage hat. Am heutigen Sonnenkalender fehlten demnach 12 Tage. Ursprünglich begannen die Rauhnächte in der sogenannten Thomasnacht (21. auf 22. Dezember) und endeten am 6. Januar oder Epiphanias. Ausgenommen waren Sonn- und Festtage. Inzwischen beschränken sich die Rauhnächte durchgängig auf den Zeitraum zweichen 25. Dezember und 6. Januar. Man benutzt die 12, weil sie eine besondere Zahl ist. Eigentlich sollte man Epiphanias am 4. Januar feiern, dem 14. Tag nach der Sonnenwende. Durch die Einführung des gregorianischen Kalenders seitens Papst Gregor XIII. kam es zur Verschiebung vom 6.  auf den 4. Januar. Von der Kirche wurde dies jedoch nie korrigiert, so dass die 12 Heiligen Nächte jetzt ab dem 25. Dezember gezählt werden.

Die ehemals 14 Tage galten als eine Initiationsperiode. Die kleine Initiationsperiode dauerte vom 21. bis 25. Dezember. Diese Tage symbolisierten die Zeitspanne zwischen dem Tod der Materie und der geistigen Auferstehung. Bei den großen Mysterien dauerte diese Periode 14 Tage und symbolisierte die komplette Wiedergeburt (siehe Artikel  „Epiphanie“).

Durch eine Erhöhung des Kräfteeinflusses um die Sonnenwende herum treten bei manchen Menschen Verspannungen auf. Die Rauhnächte gelten als eine Zeit der Anpassung an den Neubeginn, die Wiedergeburt. Im Alpenraum sagt man, dass der Traum in der 12.  Nacht die Weissagung für das kommende Jahr beinhaltet.

 

Epiphanias – die Erscheinung

Im Christentum wird Epiphanias am 6. Tag nach Neujahr zelebriert.  Bei den meisten Christen gilt dieser Tag als Tauftag ihres Erlösers Jesus Christus. „Epiphanias“ stammt aus dem Griechischen (epiphaneia) und bedeutet die „Erscheinung“ oder Offenbarung einer Gottheit vor dem Menschen.

Die Wintersonnenwende symbolisiert die mystische Geburt und vollzieht sich am 21. Dezember eines jeden Jahres. Dieser innere Aspekt, der oftmals durch Überbetonung der exoterischen Bräuche überschattet wird, steht in unmittelbarer Beziehung zu den Erfahrungen Epiphanias. Bei der mystischen Geburt handelt es sich um eine Art mystische „Wiedergeburt“, die ein Initiant nach vorangegangenen Einweihungsriten durchläuft. Nach vollzogener Initiation erlebt der „Wiedergeborene“ Epiphanias, die Offenbarung des Göttlichen. Bei bestimmten Einweihungen wurde der Initiationszyklus mit dem dritten Tag abgeschlossen – die Wiedergeburt erfolgte also am 25. Dezember.

Nach Vollendung der mystischen Geburt wird dem Initianten das „Tau“ bzw. „Ankh“ auf die Brust gelegt. Hierbei handelt es sich um die ägyptische Form des Kreuzes, ein Symbol des ewigen Lebens, das den Abschluss der Regenerationsphase nach der Initiation anzeigt: Seele und Geist sind bereit zum geistigen Aufstieg in höhere, lichtere Gefilde.

Bei einer relativ selten vorkommenden höheren Initiation spielt die Stellung der Planeten in Konjunktion mit dem Neumond eine entscheidende Rolle. Die mystische Geburt findet dann in Konjunktion mit dem Vollmond 14 Tage später statt.  Bei diesem Ereignis wird Epiphanias/die Offenbarung in ihrer Vollständigkeit erlebt. Das bedeutet, dass das höhere Selbst (Ego) durch das niedere Selbst (Person) hindurchklingt.  Während bei den Einweihungen 1 - 4 der Sanat Kumara oder Herr der Welt nur in Form eines Sternes an der Initiation teilnimmt, tritt er bei der 5. Einweihung persönlich in Erscheinung. Wer dieses Ereignis durchlebt hat, gilt wahrlich als getauft! – eingetaucht in den göttlichen Geist des Christos. In der Theosophie bezeichnet man diese Initiation als die 5. Einweihung – zum vollkommenen Menschen oder Adepten.

Quelle: G.A. Barborka „Die Weihnachtsgeschichte“

Sach- und Lachgeschichten für Eingeweihte, Eingebildete und solche, die es gerne werden wollen.......

 

 

 

Eso-Quiz

Was ist ein guter Grund, Räucherwerk zu entzünden?

a) Schutz gegen negative Schwingungen    b) Anrufung von Geister     c)  Interesse an Feuerwehrpersonal und hübschen roten Autos                              

Was sendet uns die Sonne?

a) Sonnenbrand     b) Prana      c) Karma

Was ist das Gegenteil von Evokation (Ausschüttung)?

Evolution    b) Kontemplation    c) Invokation

Was befindet sich auf dem „absteigenden Ast“ (Involution)?

a) Menschheit    b) Tierreich    c) Elementel

Wie lautet der Sanskrit-Fachbegriff für einen „Musikengel“?

a) Koilon   b) Gandharva    c) Tattwa

Was ist der „wahre Mensch“?

 a) Ego    b) Person    c) Deva

Wer oder was herrscht über das Karma?

a) Akasha-Chronik    b) Lipikas   c) Lipizzaner

Was war zuerst da?

a) Henne   b) Ei   c) Etwas ganz anderes......

Welches Buch schrieb H.P. Blavatsky u.a.?

a) „Der entschleierte Tod“?    b) Bibel       c) „Isis entschleiert“

Die Anfangsbuchstaben der richtigen Antworten ergeben zusammengesetzt das Lösungswort! Viel Spaß!

 

Hast Du schon gehört, dass.......

  • jeder Tag ein guter Tag für Meditation ist?
  • der Sanat Kumara in enger Verbindung zur Zahl 4 steht?
  • Engel nicht unter dem Burnout-Syndrom leiden, da sie sich ihres göttlichen Auftrags bewusst sind?
  • Dein Ätherkörper  als Dein physischer „Schutzengel“ fungiert?
  • New Grange in Irland eine steinzeitliche Stätte für die Wintersonnwendfeier war?
  • Schneekristalle grundsätzlich hexagonal (sechszackig) sind?
  • der Stern in der Weihnachtsgeschichte den Beginn einer neuen  Ära andeutet,  das „Fischezeitalter“ ? Alle 2.160 Jahre wandert der Frühlingspunkt im Tierkreis rückwärts in das davorliegende Zeichen. Das ist jeweils der Beginn einer neuen Ära.

 

 

 

 

„Es war einmal.......“

Es war vor langer, langer Zeit, und kaum einer erinnert sich noch daran, da tat sich weit über Wald und Flur versprengt im fernen Nahen Osten ein Klüngel von Gleichgesinnten auf - total multikulti und der griechischen Mundart mächtig. Zwar hatten die ein bisschen beim Nachbarn Ägypten gespickt, aber dennoch jedem Fremden Tür und Tor geöffnet. So manche Weisheit wurde gesammelt und dort mit der Suppenkelle (großer Löffel) verteilt. Da die Suppe gut gewürzt und pikant war, verbreitete sich die Kunde wie ein Flächenbrand übers Land. Apropos Suppenkelle: tote Tiere blieben den Kesseln dieser Gemeinschaft fern, und ihre Haluzis hatten weder hochprozentige noch drogige Ursachen. Ihr Job war es, Kranke zu heilen, vorzugsweise durch Handauflegen, und die Präventionslehre gab’s für umsonst oben drauf. Ihr Name war Programm: „Essäer“ von „Asai“ = syrisch „Heilen“.

In der Wüste besaßen sie derzeit ein Wellnesszentrum, auch Kloster genannt, mit angegliedertem Multimediaraum, der damals allerdings nur aus einer Bibliothek bestand.

Ihr geistiges Zentrum befand sich in Nazareth, von wo aus die Lehre ihren Lauf nahm. Irgendein Pädagoge entwickelte in unendlichen therapeutischen Sitzungen  die geniale Idee, die Lehre geschickt in Stories zu verpacken - heutzutage würde man glatt ’ne Doku-Soap darüber drehen. Diese Stories gab’s entweder als Lifeact - auch Mysterienspiel genannt - oder als Loseblattsammlung. Hätten die damals schon das Smartphone gekannt, wäre bestimmt auch ’ne App dafür verfügbar gewesen.

Schon mal was von Bhakti-Yoga gehört? - inzwischen mega-out, aber damals total in. Statt den Körper ordentlich zu verknoten, ging es darum, den Emotionalkörper zu entknoten und an die Kandare zu nehmen. Hierzu wurde ein vollkommener Romanheld, ein Romeo der Ethik und der Liebe, erfunden, dessen Biographie Ähnlichkeiten mit wahren Personen aufweist.

Eine dieser Personen war Jeshua Ben Pandira, der Boss vom Nazarener-Tempel. Um auf der Leiter noch ein bisschen höher zu klettern, verleaste er dem Boddhisattva Maitreya für ca. drei Jahre seinen physischen Körper. Andere lassen sich dafür mit einem Orden schmücken, er jedoch erhielt die 4. Einweihung. Nachdem er im Körper von Apollonius  von Tyana ein letztes Mal zwangsweise auf unseren Planeten herabgeschwebt war, verabschiedete er sich in die Himmelswelten und hielt als Meister Jesus Einzug in die Annalen. In der Bibel finden wir ihn wieder als den von Gott überschatteten Jesus.

Vier Literaten hinterließen uns ihre Ergüsse, welche die Zeit - wenngleich nicht unbeschadet - überstanden. Markus Hinterlassenschaften finden in der Esoterik keine Erwähnung.

Matthäus (ohne den Vornamen Loddar), hatte auf einer Stippvisite in Nazareth die Lehren der Essäer und deren Verbreitung kennengelernt. Als promovierter Journalist füllte er die Loseblattsammlung mit der Lehre. Da die Meinungsfreiheit zur damaligen Zeit nicht sonderlich hoch im Kurs stand, sah sich Matti gezwungen, hier und da etwas von seinem Geschreibsel kryptisch zu verschleiern. Ein guter Kumpel von ihm war der Ober-Abt von Alexandrien. Dieser fand die Geschichten von Matti total geil und sorgte für deren Verbreitung. Da sich unter den Übersetzern auch ein paar Legastheniker befanden, variierten die Übersetzungen von Fall zu Fall. Manche fügten sogar hier und dort eine Kleinigkeit ein, und es entstand eine Bewegung, die dem heutigen  Poetry Slam ähnelt.

Johannes hat sich viel rumgetrieben und auch mal bei den Buddhisten vorbeigeschaut. Gleich Petrus war er jüdischer Kabbalist und hatte im Astrologischen echt was drauf. Bei seinen Offenbarungen hatte er den Juden tief in die Suppe geschaut und dadurch bei seinen Weissagungen über „die Alten der Tage“ glatt  Gautama übersehen. Das Knowhow der Juden war ziemlich angestaubt und kannte erst 24 Buddhas. Mann, dieses Volk der  Juden ist wirklich verdammt alt! By the way, der Anfang von Hannes Evangelium war ein Plagiat und stammte u.a. aus einer Stanze des Dzyan, welche weit älter als das Christentum ist.

Paulus von Tarsus aus Kleinasien wiederum stand total auf die Essäer, war selbst jedoch ein Eso-Freak mit Einweihung in Samothrake/Griechenland und machte das Christentum in seiner Umgebung erst einmal so richtig fit. Er war Analphabet, und sein menschlicher Laptop hieß Lukas.

Sein Gegenspieler war Simon Petrus, der sich gerne magischer Tricks bediente, dessen Lehre aber jegliche Ethik fehlte. Die ist jedoch dringend nötig, um über die Schwelle zu hopsen und zum Christos (vollkommenem Menschen) zu werden. Das Jüngelchen war clever genug, nie in Rom aufzuschlagen und starb von daher nicht den viel besagten Märtyrertod.

Paulus Fans wollten sich „Pauliner“ nennen, hatten sich dann aber doch für „Christen“ entschieden.

Die Römer waren damals so etwas wie eine „lost culture“ und absolute Lauchs. Trotzdem hackten sie dem guten Paul im Jahre 67 n.u.Z. noch schnell die Rübe ab. Die Christen wurden zu Guerilleros im Untergrund und hielten sich mit Bestechungen und Erpressungen über Wasser. Das nahm für ca. 200 Jahre seinen Lauf.

Richtig fett war ihre Verschwörung mit der Ehefrau und einem Sohn von Kaiser Constantinus (272-373 n.u.Z.). Sie bequatschten ihn, das Christentum als Staatsreligion einzuführen. Nachdem der Kaiser die Verschwörung erkannt hatte, rollten ihre Köpfe; zur Rückname des Christentums war es jedoch zu spät.

Im 4. Jahrhundert n.u.Z. ging es bei einem Konzil um die Wurst mit der Fragestellung: War Jesus gottgleich oder nicht? Die Fans vom Papst Fabius waren dafür, Eutichus und die Arianer (benannt nach Arius, einem Presbyterianer aus Alexandrien) hielten dagegen, dass er nur für eine Weile überschattet worden war. Das Ganze ging aus, wie das Hornberger Schießen – Papst tot, Eutichus Kopf gerettet, Thema wurde totgeschwiegen.

Kaum offiziell als Religion anerkannt, bliesen die Christen ins Horn zur Jagd auf die Essäer, welche sich als Gnostiker tarnten. Die andere Crew auf der Eso-Seite nannte sich Neuplatoniker. Im Jahr 530 n.u.Z. wurde der letzte von ihnen platt gemacht........

Das  ursprüngliche Christentum war als mystische Lehre angelegt und wurde durch Transformation in die Historie missverstanden, missbraucht und verfälscht........

........und wen es leicht verwirrt hat, der schlage nach bei C.W. Leadbeater "Das innere Leben"/ Bd. I.

 

 

 

Ach,

du

heiliges

Ei!

 

 

Texte:

Die Sumpfdistel & Gelbe Rübe

Fotos:

Andrea Eggers

 

Copyright:

siehe Impressum Nach innen geht der Weg

 

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