Wandlungen

Themen: Wandlungen - Der Fluss - Die Faszination des Wandelns - Der Weg in die Mitte: das Labyrinth als Symbol für die Selbstfindung des Menschen - Ein Steinkreis im Wandel der Geschichte - Die Ordnung der Schöpfung: die drei Gunas - Das Prinzip der Evolution  - Pluto in Steinbock: Zeit des Umbruchs - Eso-Quiz - Hast du schon gehört, dass....... - Il Mio Dante - Diese Erdlinge!


 

„Nichts auf der Welt ist so mächtig wie eine Idee,

deren Zeit gekommen ist.“

Honoré de Balzac

 

Wandlungen

Geprägt vom jeweils herrschenden Kräftegefüge im Universum - abzulesen am Stand der Planeten und ihren Winkelbeziehungen zueinander - sucht sich  jede Zeit ihre speziellen Ausdrucksformen. Für größere Zeiträume oder Zeitalter und kollektives Geschehen sind insbesondere die sogenannten „Langsamläufer“ Uranus, Neptun und Pluto* relevant.

Allen Zeiten gemeinsam ist jedoch das Prinzip, „dass nichts so bleiben wird, wie es ist“, d.h. die einzige Konstante im Universum ist, dass alles in ständigem Wandel begriffen ist. Weil sich alles andere weiterbewegt, würde Stillstand Rückschritt bedeuten. Das Universum ist seiner Essenz nach geistiger Natur, sämtliche Lebensformen und –pläne sind Emanationen dieser einen geistigen Quelle. „Alles fließt“ nannte Heraklit das dem Wandel zugrundeliegende Prinzip. Alles schwingt, alles unterliegt Rhythmen und Zyklen. Nichts vollzieht Kreisbewegungen, sondern bewegt sich auf Spiralbahnen. Eine Kreisbahn würde bedeuten, dass ein sich bewegendes Objekt - z.B. ein Planet oder auch das Universum selbst bzw. eine Lebensform hinsichtlich ihrer inneren Entwicklung - irgendwann wieder an seinen Ausgangspunkt zurückkehren würde. Echte Entwicklung wäre somit nicht gegeben, die gemachten Erfahrungen könnten nicht Ausdruck in Form von Neuerschließung welcher Art auch immer finden. Evolution erfordert jedoch das Neue, stets zu Wandlungen Bereite. Im Gegensatz zur Kreisbahn schaffen Spiralbahnen Raum für einen neuen Weg, so dass völlig neue Erfahrungen möglich werden und Wachstum und Wandlung nach sich ziehen können.

Wassermannzeitalter

Zur Zeit befinden wir uns auf der Schwelle zu einer „Wassermannzeitalter“ genannten Weltperiode, die das Fischezeitalter ablöst. In einem Zeitraum von plus/minus zweitausend Jahren (die Tierkreissternbilder sind unterschiedlich groß) durchwandert der Frühlingspunkt rückläufig jeweils einen mit dem Namen eines Tierkreissternbilds bezeichneten Himmelssektor. Das ist gleichzusetzen mit einem Monat des Weltenjahrs (Platonisches Weltenjahr = 25.920 Jahre). Solchen Perioden oder Sternbildzeitaltern werden nach esoterischer Tradition Grundeigenschaften zugeordnet, die jenen der betreffenden Tierkreiszeichen entsprechen.

Grundlegend für das auslaufende Fischezeitalter war ein Hang zu Mystik und zur Trennung von Geist und Materie. Religionsgemeinschaften entstanden, verbreiteten sich über weite Teile der Welt und prägten deren Zivilisationen. Als Gegenbewegung dazu entstand der moderne Materialismus.


Jetzt verlagert sich der Frühlingspunkt allmählich immer mehr in den Himmelssektor Wassermann. Während es sich beim Tierkreiszeichen Fische um ein Wasserzeichen handelt (Element Wasser = innere Orientierung, Tiefe der Gefühle, Einfühlungsvermögen), haben wir es bei Wassermann mit einem Luftzeichen zu tun (Element Luft = äußere Beziehung, gedanklicher Eindruck, gedankliche Wahrnehmung und Ausdruck), so dass sich damit die vorherrschende Grundschwingung oder Zeitqualität entscheidend ändern und sämtliche Aspekte des Lebens immer mehr durchtränken und prägen wird. Dem Zeitgeist entsprechend verlagert sich für uns als esoterische Schüler unser Lern- und Übungssfeld vom Ashram, aus dem Dunstkreis eines Gurus, aus der persönlichen Studierstube oder einem „weltfernen Winkel“ mitten hinein in unseren häufig schnöden, modernen Alltag mit all seinen Herausforderungen. Grundlegende esoterische Lehren sind seit beinahe 150 Jahren nicht mehr elitär oder gar mit Schweigegelübde belegt, sondern jedem Interessierten zugänglich.

Aktuell wachsen wir in eine völlig neue Zeit hinein, und  Wandlung vollzieht sich auf allen Daseinsebenen bzw. hinsichtlich aller Lebenskomponenten. Während das Alte noch auf seine Herrschaft beharrt, formt sich daneben bereits seit einiger Zeit - und nicht selten völlig unscheinbar - das Neue und hält sich bereit, das Überholte abzulösen. In solchen Übergangszeiten lehnt sich das Alte gewöhnlich noch einmal kräftig gegen seine Auflösung auf, muss jedoch schließlich unterliegen, weil das in der Natur der Dinge liegt. Zeiten des Übergangs sind trotz Aufruhr und Unsicherheit absolut spannend. Entgegenzusetzen haben wir solchen globalen Veränderungen der Denk- und Verhaltensmuster rein gar nichts, da sie gemäß dem göttlichen Plan erfolgen. Insofern ist es klug, mit den Kräften zu fließen.

Neue Ideen

Gehen wir mit offenen Augen durch die Welt, so werden schon einige Ideen, deren Zeit gekommen ist, deutlich sichtbar. Themen die kürzlich noch kaum Aufmerksamkeit fanden, krähen plötzlich sämtliche Hähne von den Dächern. Als einer der besonders erfreulichen aktuellen Trends sei jener erwähnt, dass immer mehr Menschen das Unrecht der lebensfeindlichen, quälerischen Massentierhaltung oder generell Versklavung und gnadenlosen Ausbeutung von Tieren erkennen. Plötzlich ist nicht nur vegetarisches Leben (Verzicht auf sämtliche Produkte vom toten Tier) angesagt, sondern der Sprung vom Fleischkonsum vollzieht sich gleich hin zum Veganismus (Verzicht auf sämtliche tierischen Produkte). Internetseiten oder Bewegungen, die diese neue ethische Lebensform propagieren, schießen wie Pilze aus dem Boden. Printmedien und Kochshows im Fernsehen liefern Rezepte. Kinder erleben Tiere als schützenswerte Mitgeschöpfe, anstatt in ihnen zu Objekten degradierte Nahrungsmittel aus dem Supermarkt zu sehen. Vegetarisch oder sogar vegan zu leben, ist plötzlich in aller Munde und gilt als modern.  Zeit und Bewusstseinsentwicklung sind eben so weit fortgeschritten, dass sich eine neue Idee Bahn brechen kann. Unser Mitgeschöpf Tier - von der Evolution her betrachtet sind Tiere unsere jüngeren Geschwister - hat dasselbe Recht auf artgerechtes Leben, seine natürliche Lebenszeit und Entfaltung wie alle anderen Lebensformen auch.  Ein nicht geringer Anteil der Karmalast der Erde resultiert aus unserem Fehlverhalten Tieren gegenüber.

Das Prinzip des Wandels

Grundsätzlich gilt: Was sowohl dem einzelnen Menschen als auch der Menschheit noch vor Jahren, Monaten oder sogar Tagen an Denk- und Verhaltensmustern gemäß war, ist es nun plötzlich nicht mehr. Alles ist im Wandel begriffen, und wir selbst haben uns innerlich auch weiterbewegt. Einher damit geht die Relativierung der  Begriffe „gut“ und „böse“.  Verhalten, das unserem inneren Reifegrad entspricht, ist für uns zunächst einmal als „gut“ zu bezeichnen. Entwickeln wir uns jedoch weiter, so sollten wir auch unser Verhalten dem neuen Entwicklungsstand anpassen und nicht wider besseres Wissen leben. Als „Hüter der (persönlichen) Schwelle“ gilt jeweils unsere schwächste Eigenschaft. Die Schwelle zu überschreiten und neue innere Räume zu erschließen, gelingt uns erst dann, wenn wir unseren jeweiligen „Hüter der Schwelle“ überwunden, uns gewandelt haben.

 

„Bleib so, wie du bist?“ Nein! Denn das ist höchst kontraproduktiv! Der bessere Weg heißt: Erkenne die Zeichen und Möglichkeiten deiner Zeit, erfahre, lerne und sei bereit, dich ständig zu wandeln. Damit schaffst du  Raum für Neues in dir und erweiterst grundsätzlich deine geistige Kapazität und damit deine Möglichkeiten, deinen persönlicher Beitrag zur Evolution bestmöglich zu leisten.

 

* Umlauf durch den gesamten Tierkeis: Uranus =  84 Jahre, Neptun =  ca. 156 Jahre, Pluto = ca. 248 Jahre

(aufgrund seiner exzentrischen Bahn verweilt Pluto zwischen 11 und 30 Jahren in einem Tierkreiszeichen)

 

 

 

Der Fluss

 

Was heute meine Strände netzt,

ist nicht, was gestern sie umspült.

Was mir sich sperrt, sich widersetzt,

wird bald erfasst, wird unterwühlt.

So eile ich dem Meere zu -

genau wie du!

 

Tauchst du ins Wasser deine Hand,

spürst du mein Strömen, meine Kraft.

Fegt sie dich gar vom Uferrand,

erwirb im Schwimmen Meisterschaft!

Verharre nicht, bewege dich -

genau wie ich!

 

Du fragst, ob mir zu trauen ist?

Ich bin die Welle, die dich trägt!

Versteh, dass du unsterblich bist,

auch wenn die Flut zusammenschlägt.

Erscheint sie unbezwingbar schier ?

So wachsen wir!

hh

 

 

 

"Wandlung ist so notwendig

wie die Erneuerung der Blätter im Frühling."

Vincent van Gogh

Die Faszination des Wandelns

Alles Leben, alle Lebensformen sind Ausdruck der einen göttlichen Quelle und gleich IHR ihrer Essenz nach geistiger, unsterblicher Natur. Alles Große ist einfach, und so regeln auf höchster wie auf niedrigster Basis immer dieselben Gesetze und Gesetzmäßigkeiten alles Geschehen, alles Werden, alles Wachsen.

Werden und Wachsen geschieht durch Wandlung. Was uns Menschen und unsere zurückgelegte Teilstrecke hin zur Göttlichkeit anbelangt, so erfolgt unsere Weiterentwicklung nicht aufgrund unseres etwaigen Widerstandes gegen Überholtes. Etwas, das wir als überholt erkannt oder erfahren haben, sollten wir niemals zu bekämpfen versuchen, weil wir es dadurch stärken und festhalten würden. Unser Verhalten in der Vergangenheit war nicht falsch, sondern eben Ausdruck unserer damaligen Reifestufe. Uns deswegen schuldig zu fühlen, bringt uns keinen Schritt voran. Würden wir, anstatt innerlich weiterzugehen, uns noch immer oder immer wieder auf abgelegte Verhaltensmuster konzentrieren, so würden wir Hindernisse für unseren weiteren Weg konstruieren. Gedanken sind immense Kräfte, und die Energie folgt unserer Aufmerksamkeit!  Klüger ist, alles, was uns nicht mehr gemäß ist, von uns abfallen zu lassen, weil wir es schlicht und einfach nicht mehr brauchen.

Wandlung bedeutet nicht, dass wir etwas nicht mehr tun, fühlen oder denken. Es geht darum etwas anderes, Neues für uns zu erobern und innerlich wie äußerlich neue Wege zu beschreiten, die sich uns mit dem Loslassen des Überholten natürlicherweise eröffnen. Die Grundlage des schöpferischen Wandlungsprozesses ist eine entsprechende Geisteshaltung. Zu ihr gehört die nötige Gelassenheit genauso wie Offenheit und Bereitschaft zur Neuorientierung auf neue Lebens- und Verhaltensmuster hin. Bestenfalls bleiben wir dabei mit beiden Beinen auf der Erde verwurzelt, während „unser Kopf rund ist, damit das Denken seine Richtung ändern kann“ (Ödön von Horváth).

Gott ist nicht irgendwo „da draußen“, fern von uns, sondern alles ist Gott; wir sind in Gott und Gott ist in uns. Und es ist ein Naturgesetz, dass wir auf jede Frage, die für unseren nächsten Entwicklungsschritt wichtig ist, Antwort bekommen. Alles fließt uns zum genau richtigen Zeitpunkt zu – entweder in Form einer Intuition (aus dem eigenen Höheren Selbst) oder Inspiration (von einer Quelle außerhalb unserer selbst) oder auch auf sehr „irdische“ (karmische) Art, indem wir z.B. „zufällig“ auf ein Buch aufmerksam werden und es aufschlagen oder beim Umschalten des Fernsehers genau auf unser Thema treffen usw.

Um immer genügend inneren Raum für stetiges Wachstum zu haben, sollten wir uns nicht mit dem Unrat dieser Welt zumüllen, und sei es in Gestalt von Fehlinformationen oder Ablenkungsmanövern gewisser Kreise, die verhindern möchten, dass Schafe aus der Herde, die sie beherrschen wollen, ausscheren. Von allem, was uns im Leben nicht gefällt, sollten wir grundsätzlich unsere Gedanken völlig abziehen und uns auf das positive Gegenteil konzentrieren. Klug handeln wir, indem wir nicht dasjenige bekämpfen, das uns missfällt, sondern unser eigenes positives Werk, und sei es als Gedankenform, daneben stellen. Befindet es sich im Einklang mit den schöpferischen Prozessen der Evolution, so wird es sich letztendlich durchsetzen.

Lassen wir uns nicht beeinflussen von negativen Bewertungen über uns, unser Tun oder unsere Vorhaben, sondern machen wir uns im übertragenen Sinne den Fototropismus der Pflanzen zueigen: Pflanzen besitzen die faszinierende Eigenschaft, jedes einzelne Blatt so ausrichten zu können, dass es bestmöglich dem Sonnenlicht ausgesetzt ist.  Und sonst? Ist doch klar wie (vegane) Kloßbrühe:

"Gestern war ich klug, da wollte ich die Welt verändern.
Heute bin ich weise, deshalb verändere ich mich selbst!"

Rumi

 

 

 

 „Umwege erweitern die Ortskenntnis.“

Kurt Tucholsky

 

Der Weg in die Mitte –

das Labyrinth als Symbol für die Selbstfindung des Menschen

Gleich dem Kreis oder Kreuz ist das Labyrinth eines der ältesten Symbole der Welt. Aus vielen Kulturkreisen ist es seit frühesten Zeiten überliefert. Neben in Fels geritzten Labyrinth-Darstellungen finden wir dieses Symbol z.B. auf etruskischen Vasen, griechischen Silbermünzen oder in Gestalt römischer Mosaikböden.

Manche Labyrinthe waren oder sind einfach mit Sand auf den Boden gestreut worden. Andere bestehen aus aufgeschichteten Steinen; es gibt sie sowohl in Form von Rasenlabyrinthen mit unterschiedlicher Vegetationslänge als auch im Granitboden von Kathedralen. Woraus die Begrenzungen des Weges auch immer bestehen mögen,  deren Beschaffenheit hat keinerlei Bedeutung an sich. Was zählt, ist einzig und allein der eine Weg in die Mitte.

Notre Dame de Chartres

Eines der bekanntesten Labyrinthe aus dem Mittelalter ist in der Kathedrale von Chartres* zu finden. Der heutige gotische Neubau der Kathedrale Notre Dame de Chartres - Nachfolgerin einer Kirche am selben Ort, die Karl der Kahle im Jahre 867 geweiht hatte - begann kurz nach 1194 und dauerte bis 1260  Der Überlieferung nach soll sich auf dem dortigen Kraftplatz zuvor bereits ein keltisches Mondheiligtum befunden haben.

Das Labyrinth der Kathedrale von Chartres wurde um 1200 in den Boden eingelassen und hat einen Durchmesser von 12,5 Metern.  Folgen wir jedoch seinem Pfad in die Mitte, so legen wir einen Weg von 261,5 Metern zurück!  Bei diesem Labyrinth handelt es sich nicht nur um das größte in einer französischen Kirche anzutreffende, sondern auch um das einzige noch im Original erhaltene. Die einst in der Mitte angebrachte Metallplatte, Theseus und den Minotaurus darstellend, ist allerdings verschollen. Das Begehen dieses Labyrinthes ist Besuchern der Kathedrale nur einmal in der Woche möglich, da die Bodenfläche an allen anderen Wochentagen mit Gestühl zugepflastert ist.

Das Labyrinth des Minotaurus als Gleichnis

Das wohl bekannteste Labyrinth-Gleichnis ist uns aus dem antiken Griechenland überliefert. Dem Mythos zufolge hatte der Stadtstaat Athen alljährlich sieben junge Männer und sieben Jungfrauen dem König Minos von Kreta zu überstellen, damit sie in das dortige Labyrinth hineingeschickt und dem Minotaurus geopfert würden. Der Minotaurus ist als ein mythologisches Wesen mit dem Körper eines Menschen und dem Kopf eines Stiers zu verstehen. Hervorgegangen war Minotaurus aus einer Liebesnacht zwischen der kretischen Königin Pasiphae, Gemahlin des Königs Minos, und einem Stier. Der Stier wiederum entstammte keiner Rinderzucht, sondern war vom Meeresgott Poseideon höchstpersönlich zum Zwecke der Zeugung gesandt worden. Bevor Minotaurus im kretischen Labyrinth sein Unwesen treiben konnte, hatte ihn, nachdem er bereits viel Schaden angerichtet hatte, Herakles im Zuge seiner „achten Arbeit“ (die Ausmistung des Augias-Stalls - im Horoskop entspricht das dem 8. Haus/Skorpion) gebändigt und anschließend auf die Peloponnes-Halbinsel verbracht.

Die Hauptrolle in dem Mythos um das Labyrinth des Minotaurus fällt Theseus, dem Sohn des Königs von Athen, zu, der sich als Freiwilliger gemeldet hatte, um sich in das Labyrinth hineinzuwagen, dem Minotaurus zu begegnen und ihn zu bezwingen. Unmittelbar nach Theseus Eintreffen am Hofe Königs Minos verliebte sich Königstochter Ariadne unsterblich in ihn und seine imposante heldenhafte Erscheinung. Folglich hatte Ariadne großes Interesse daran, dass Theseus nicht dem Minotaurus zum Opfer fiele, sondern im Gegensatz zu seinen Vorgängern lebend und wohlbehalten aus dem Labyrinth zu ihr zurückkehre. Um ihm das zu ermöglichen, händigte sie ihm ein Garnknäuel aus, damit er es auf seinem Wege immer tiefer ins Labyrinth hinein abrollen und mit Hilfe des Fadens anschließend wieder hinausfinden möge. Nachdem er den Minotaurus besiegt hatte, gelang Theseus die Rückkehr aufgrund des Ariadne-Fadens tatsächlich.

Der in der Tiefe des Labyrinths seiner Opfer harrende Minotaurus wird bei diesem Mythos keineswegs als Ungeheuer gedeutet, sondern ist als Ebenbild des noch unentwickelten Menschen zu verstehen. Seiner Herkunft nach ist Minotaurus ein göttliches Wesen. Es ist der Sprache mächtig, es verfolgt Absichten und Ziele, es hat Träume, die das ganze Universum umspannen. In seinem gegenwärtigen Entwicklungsstadium ist es jedoch trotzdem nur ein gefangenes Tier, das sein ihm innewohnendes göttliches Potential weder erkannt noch erschlossen hat. Ausschließlich für niedere Absichten und Zwecke nützt es bisher seine Kräfte. Weder ist der Minotaurus eindeutig ein Tier noch ein Gott, sondern als Sinnbild für den seitens des Menschen zu beschreitenden Evolutionsweg eine Zwischenstufe bzw. Tier und Gott gleichzeitig.

Die diesem Gleichnis zugrunde liegende tiefe Weisheit versinnbildlicht den Brückenschlag oder den Übergang von einem Stadium oder einer Entwicklungsstufe zur nächst höheren. Im Erreichen der menschlichen Vollkommenheit bestehen schließlich Aufgabe und Herausforderung jeder zyklisch inkarnierenden menschlichen Seele.

Sind wir hinsichtlich der unsererseits zu leistenden Entwicklungsschritte nicht gut vorbereitet, bzw. sind uns diese nicht einmal bekannt, d.h. wir verfügen im übertragenen Sinne  über kein „Garnknäuel“, besitzen keinerlei Orientierung, so irren wir zunächst umher und sind dabei allerlei Gefahren ausgesetzt. Einerseits trauen wir uns an das „Ungeheuer“ nicht heran, andererseits erkennen wir in uns noch nicht den „Gott im Keim“, der wir sind. So bleibt es nicht aus, dass wir vorerst versagen. Nur ein Held – im Falle des Labyrinths des Minotaurus Königssohn Theseus – kann die Aufgabe lösen, das Ungeheuer bezwingen und verwandeln. Ariadne, die Theseus aus Liebe das Garnknäuel schenkte, ist das Geheimnis des Labyrinths bekannt – so wie jede unsterbliche Seele sich ihrer Herkunft, ihres Auftrages und des Geheimnisses von Leben und Tod als zwei Seiten derselben Münze bewusst ist.

In anderen Mythen der Welt wartet in der Mitte des Labyrinthes kein Ungeheuer, sondern eine Jungfrau als Symbol für die makellose Reinheit der Seele. Solche Überlieferungen gibt es z.B. aus dem skandinavischen Raum in Gestalt der dort häufig in Küstenregionen anzutreffenden „Trojaburgen“ (schwed. „Trojeborg/Trojeborgar“), die auch als Tanz- oder Spielplätze beschrieben werden. Hierbei handelt es sich um Setzungen aus faust- bis kopfgroßen Steinen mit einem Durchmesser zwischen 5 und 20 Metern. Meistens liegen die Steine lose dicht beieinander und bilden ein begehbares Wegesystem in pseudolabyrinthischer Form. In Grundriss und Größe ähneln solche Systeme den manchmal ebenfalls als Trojaburgen bezeichneten Rasenlabyrinthen.

Eine seit der Renaissance bekannte Nebenlinie von Labyrinthen sind Irrgärten. Im Gegensatz zu Labyrinthen zeichnen sich Irrgärten durch Sackgassen und Wegkreuzungen aus, die ein Zurück und/oder Überlegungen hinsichtlich der einzuschlagenden Richtung erfordern.

Der eine mögliche Weg beim Labyrinth kann allerdings durch seine Eigenarten gleichfalls verwirrend sein. Unmittelbar nachdem wir den Eingang betreten haben, müssen wir uns mit dem Prinzip „Umweg“ auseinandersetzen. Umwege kosten Zeit, bringen jedoch Erfahrungen (siehe obiges Tucholsky-Zitat). Beim Beschreiten des Pfades hat es häufig den Anschein, als seien wir der Mitte bereits sehr nahe gekommen. Anstatt kurz darauf ins Zentrum zu gelangen, müssen wir jedoch abrupt einen Richtungswechsel vollziehen, der uns zunächst wiederum weit von der Mitte wegführt. Abrupte pendelartige Richtungswechsel mit der Illusion, der Mitte oft ganz nah zu sein, sind eine der wichtigsten Erfahrungen beim Begehen eines Labyrinthes. Lassen wir uns auf diesen Prozess ein, so werden wir sehr bald feststellen, dass wir aufgrund unseres eingeschränkten Überblicks über das gesamte zu begehende Feld und die ständigen Richtungswechsel nicht selten die Vorstellung verlieren, in welche Richtung wir uns überhaupt fortbewegen.

Beim Betreten eines Labyrinths werden wir auf uns selbst zurückgeworfen. Wir begegnen uns selbst beim Beschreiten unseres Weges, auf den wir fixiert und angewiesen sind. Das erfordert Mut und Vertrauen. Der einzige Weg, der uns bleibt, ist der nach vorne, ins Ungewisse, Unbekannte hinein. Unser Entschluss, diesen Weg zu beschreiten, erfordert Willenskraft und Beharrlichkeit.

Das Labyrinth (lat. „labor internus“ = innere Arbeit) ist ein uraltes Gleichnis für den menschlichen Lebens- und Entwicklungsweg, der sich bis zum Erreichen der menschlichen Vollkommenheit in Etappen oder Inkarnationen vollzieht. Aufgrund der Größe und Komplexität der vor uns liegenden Aufgabe ist während einer Inkarnation jeweils nur eine Teilstrecke zu bewältigen, da Entwicklung Zeit braucht.

Das Labyrinth ist ein Symbol der Selbstfindung, Wie im „wahren Leben“, d.h. unserem alltäglichen Leben mit allen seinen Höhen und Tiefen, sind wir dabei ganz auf uns selbst angewiesen. Einzig und allein von uns hängt es ab, ob und wann wir die Mitte – unsere Mitte - erreichen. Da es im Labyrinth keinerlei Hindernisse oder irreführende Kreuzwege gibt, stehen unserem Erfolg allein in uns selbst angelegte Hindernisse, Hemmnisse und Zweifel im Wege. Bei diesem Werdeprozess geht es vor  allem  um das Hinschauen, um Selbstreflektion. Durch blindes Gehen oder Grübeln über unseren Pfad entschlüsseln wir sein Geheimnis nicht. Nur wenn wir zuversichtlich dem einzigen Wege folgen, alle Richtungswechsel als inneres Wachstumspotential und alle Erfahrungen und Erkenntnisse als Anlass zu Wandlungen nützen und zuversichtlich davon ausgehen, dass wir die Mitte letztendlich gar nicht verfehlen können, kommen wir unserer eigenen Mitte oder Bestimmung immer näher, bis wir sie schließlich erreicht haben. Damit endet der Zwang zur Reinkarnation.

Die Botschaft dieses Gleichnisses für die menschliche Entwicklung lautet: Beschreite deinen ureigenen, einzigen Weg, den niemand sonst für dich gehen kann. Sieh dir dabei selbst zu. Mache deine Erfahrungen, sammle Erkenntnisse, lerne und wandle dich mit jedem Schritt. Bejahe auch abrupteste Richtungswechsel, weil nur sie dich deiner Mitte näher bringen. Leiste die zu vollbringende innere Arbeit - „Labor internus“ – und vertraue auf dich und den Weg in deine Mitte. Sie zu verfehlen, ist dir unmöglich, denn aufgrund des dir innewohnenden göttlichen Funkens ist der „Zug“ zur Mitte gewährleistet. Wann du nach vielen Inkarnationen deine Mitte erreichst, liegt an dir, deiner Lebenseinstellung und deinen Handlungen in sämtlichen Bereichen menschlichen Bemühens (physisch, emotional und mental) und den sich daraus ergebenden karmischen Resultaten, aus denen sich dein persönliches Schicksal formt. Spiritualität bedeutet vor allem ethisches Leben und  innere Arbeit, Arbeit am eigenen Charakter, und du selbst bist dir dabei sowohl Weg als auch Ziel.

* (siehe auch „Das geheimnisvolle Licht von Chartres“/Das Gelbe vom Ei Nr. 2 „Aussaat“).

 

 

 

Ein Steinkreis

im Wandel der Geschichte

Nordengland im Jahre 2008. Unterwegs im nordöstlichen Lake District (Cumbria), statten wir einem Steinkreis nahe Keswick einen Besuch ab. Dieser auf einer Anhöhe gelegene Steinkreis bietet einen weiten Rundblick in die Umgebung. Auf einer ehemaligen Schafweide bilden heute gut 30 Steine einen Kreis, deren Höhe zwischen 30 cm und ca. 1,60 m variiert. Gut ausgeschildert und mit improvisiertem Parkplatz versehen, stiefeln ganze Horden von Neugierigen über das Gelände. Nur den tiefhängenden Wolken mit zeitweise Regen sowie der späten Jahreszeit verdanken wir die Aufnahmen mit Blick auf den gesamten Steinkreis.

Geoffrey Hodson besuchte eben diesen Steinkreis im Jahre 1922 auf seiner Reise durch den Lake District, um die dortige Naturgeisterwelt zu studieren. Von seinen Visionen bezüglich dieses Ortes war er so beeindruckt, dass er sich entschloss diese niederzuschreiben.

Bei diesem Steinkreis handelte es sich um einen kompletten Druiden-Kreis, welcher aus einzelnen Steinen bestand, die an Höhe variierten. Mit Ausnahme der östlichen Seite ist dieser Kreis von Bergen umrundet.

Vor Geoffrey Hodsons innerem Auge liefen diverse fremdartige Visionen ab, wobei die eindruckvollsten einen sehr kraftvollen Mann betreffen, einen Priester, Lehrer  und Heiler seines Volkes. Dessen Statur ist überdurchschnittlich groß, würdevoll und beeindruckend, mit langen dunklen Haaren und Bart, der später weiß wurde. Eingehüllt bis zu den Füßen ist der Priester in weißes Tuch, in etwa vergleichbar mit heutigen Chorhemden. Dieser Mann steht im inneren  Steinkreis, welcher heute nicht mehr existent ist, hinter ihm eine Gruppe von Priestern, ähnlich gekleidet wie ihr Führer. Über hohen Felsen, die ebenfalls nicht mehr vorhanden sind, ist ein weißes Banner mit einer eingearbeiteten goldenen Schlange drapiert. Eine große Menschenansammlung verharrt in einiger Entfernung außerhalb des äußeren Steinkreises, so als ob sie auf ein Signal warten würden.

Der Hohepriester, allem Anschein nach ein Meister der Magie, hebt beide Hände über seinen Kopf und richtet den Blick gen Himmel, wobei er einen lauten Ruf von sich gibt. Derweil schweben in der Luft diverse Devas (Sanskr. "die Glänzenden") unterschiedlicher Entwicklungsgrade. Nach erfolgter Anrufung bilden 6 oder 7 der größten Devas in ca. 24 - 30 m Höhe einen Kreis über dem  Kopf des Hohepriesters. Die "Hände" dieser Devas, in denen physisch materialisiertes Feuer lodert,  treffen sich in der Mitte. Jedes dieser Wesen trägt eine aus Goldband gewebte filigrane Krone, besetzt mit strahlend schönen Juwelen. Das auf den Altarstein vor dem Hohepriester niedergebrachte Feuer brennt ohne erkennbare Substanz fort. Die anderen Priester schreiten in zwei Reihen zum Altar, wobei sie leise kehlig klingende Hymnen singen. Während des Herabbringens des Feuers teilen sich die  Teilnehmer der Zeremonie außerhalb des Kreises in drei Kolonnen, die sich jeweils einem der Eingänge im Norden, Süden und Westen zuwenden. Nach Eintritt in den Steinkreis bewegen sie sich ins Zentrum und gesellen sich zu den Priestern, wobei sie in ihrer Mitte ein Quadrat offen lassen. Gemeinsam huldigen sie dem Feuer, indem sie ihre Arme ausstrecken und ihre Köpfe neigen, während der Hohepriester eine lange Predigt hält.

Der Steinkreis wirkt  wie eine starke magnetische Isolierung, welche aus okkulter Sicht den Kreis wie einen soliden Tempel abschirmt. Diese Isolierung wirkt in Teilen bis in die heutige Zeit fort. Während die Menschen ihre Köpfe gesenkt halten, schweben die hohen Devas herab und formen ein leuchtendes Kreuz über den Rücken der Teilnehmer, wobei niedere Devas die Kräfte von außen unterstützen und die Lücken zwischen den Armen des Kreuzes füllen. Der Hohepriester befindet sich in bewusstem Kontakt mit einem sehr hohen Wesen, welches er anbetet (Invokation). Prompt erfolgt daraufhin die Kräfteausschüttung (Evokation). Das Reservoir dieser enormen Kraft liegt  hoch über dem Steinkreis. Bei dem Wesen handelt es sich entweder um einen Adepten oder um einen sehr hohen Deva. Die Anrufung hat einen bemerkenswerten Effekt. Der Himmel scheint sich zu öffnen und ein enormer Kraftstoß fließt in das von den Menschen offen gelassene Quadrat. Die Menschen richten sich auf, während die Devas aktiv werden und sicherzustellen versuchen, dass möglichst wenig von der Kraft verloren geht.

Während die Kraft sich ergießt, bildet sich eine unbeschreibliche Kraftsäule. Am ehesten könnte man sie noch als lebende Flüssigkeit von opaliger, rosiger Farbe beschreiben. Tief dringt die Kraft in den Boden ein und endet irgendwo im Himmel. Der Hohepriester und einige der anderen Priester können  die Säule sehen; die meisten anderen Anwesenden sind sich lediglich der waltenden Kräfte bewusst.

Auf ein Zeichen des Hohepriesters hin, werden einige kranke und alte Menschen in das quadratische Zentrum nahe der Säule gebracht. Einige von ihnen wirken aufgrund der Wetterlage unterkühlt. Die Nähe zur Säule scheint ihre Gesundheit stetig zu verbessern. Währenddessen leiten die Priester die Kräfte an weitere Anwesende weiter. Die verteilten Kräfte erscheinen wie eine helle gelbe Flüssigkeit. Im Falle von Wunden heilt der Hohepriester diese durch Handauflegen. Offensichtlich hat er Kenntnisse über den inneren Kraftfluss des Menschen, und seine Berührung hat einen magischen Effekt auf seine Patienten. Bis dahin dauert die Zeremonie 20 bis 30 Minuten, danach erteilt der Hohepriester auf einem flachen Stein stehend eine Belehrung. Hauptsächlich geht es um einen Appell an die Menschlichkeit  und Anstrengungen, um Menschen zu unterstützen sowie darum, zu realisieren, dass die Menschen eine Einheit darstellen und in gegenseitiger Abhängigkeit stehen.  Das Volk bedankt sich und der Hohepriester verbeugt sich dreimal. Während das Volk noch in gebeugter Haltung verharrt, schaut der Hohepriester gen Himmel und spricht.  Der Kraftschub lässt nach, und die Säule verschwindet. Ein gemeinsamer Choral wird  mit den Priestern angestimmt, und das Volk verlässt den Steinkreis durch das jeweilige Tor, durch welches es den Kreis betreten hatte. Der Hohepriester wendet sich nun dem Banner mit der goldenen Schlage zu und segnet die beteiligten Priester. Daraufhin verlässt er den Steinkreis Richtung Osten und sucht seine Unterkunft in einem angrenzenden Kloster auf.

Damals war die Gegend erheblich rauer und wilder als sie jetzt wirkt. Mit herumziehenden Stämmen gab es nach wie vor kriegerische Auseinandersetzungen. Es scheint so, dass einige der während der Zeremonie geheilten Wunden und Verletzungen durch diese Kriege zustande kamen.

Offensichtlich fanden an diesem Ort auch Zeremonien ohne Beteiligung des Volkes statt. So sah Geoffrey Hodson eine Gruppe von Priestern im inneren Steinkreis, die den Aufgang der Sonne begrüßten. Zu einer anderen Zeit fand ein Ritual unterm Nachthimmel statt, wobei das Hauptaugenmerk auf einen strahlenden Stern am nordwestlichen niederen Horizont gerichtet war. Es bestehen Kontakte zu anderen nächstliegenden Regionen. Ein weiterer Steinkreis dieser religiösen Ausrichtung befindet sich weit entfernt im Südwesten. In späteren Generationen wird der Hohepriester als Gründer des Heiligtums fast wie eine Gottheit verehrt.

Eine weitere Vision eröffnet einen weit weniger heiligen  Blick auf diesen Ort. Dunkle, wilde Priester stehen im inneren Steinkreis. Einer von ihnen trägt einen Helm, der jenen der Wikinger ähnelt, auf jeder Seite ein in Richtung Augenbraue weisendes Horn. In der Hand hält er ein blutiges Messer. Furcht und Hass sind jetzt die dominierenden Emotionen der Teilnehmer. Die angerufenen Kräfte kommen  aus dem Erdinneren, und hässliche Elementel versammeln sich um den blutgetränkten Platz. Zusammen mit den Männern leben Frauen in dem ehemaligen Kloster des Hohepriester, und Disziplin sowie Beherrschung gehören der Vergangenheit an.

Zu einem späteren Zeitpunkt wird der Herrschaft der „Herren des dunklen Antlitzes“ durch ein Blutbad, verursacht durch einen Aufstand der Stämme der Umgebung, ein jähes Ende bereitet. Die dunklen Priester und Priesterinnen werden erschlagen, die Opfer befreit, und in einem Akt der Wut zerstören die Sieger deren Wohnunterkünfte und stoßen diverse Steine des Steinkreises um.

Nachdem Tausende von Jahren ins Land gegangen sind, ist der ursprünglich noble Einfluss  dieses Ortes immer noch präsent und zeugt von dieser großartigen alten hier ansässigen Religion.

Das Gute wirkt ewig fort, nur dem Dunklen schlägt die Stunde.

Quelle: Geoffrey Hodson „Fairies at Work and Play“

 

 

 

 

Das Namenlose rief Himmel und Erde ins Leben
Das Nennbare ist die Mutter aller Dinge
Demnach enthüllt sich dem erwartungslosen Blick
Stets der Beweggrund

Dem erwartungsvollen Blick aber enthüllt sich
Stets die Begrenzung

Laotse: Tao te king

Die Ordnung der Schöpfung

- die drei Gunas

Gemäß der indischen Samkhya-Philosophie ward das „GÖTTLICHE BEWUSSTSEIN“ (Sanskr. „Purusha“ = „Urseele“ - aber auch „Mensch, Menschheit“ - männliches Prinzip)  SICH SEINER SELBST bewusst und schuf Myriaden von Formen als Abbild und Metapher SEINER immateriellen Existenz. Purusha steht hier im Gegensatz zu Prakriti (Sanskr. „Natur, Urstoff“ - weibliches Prinzip). Prakriti ist der Urstoff oder die Natur selbst mit all ihren Attributen und Reflektion des EINEN UNNENNBAREN UND UNERGRÜNDLICHEN.

Ursprung der drei Gunas (Sanskr. ursprünglich „Schnur, Faden“, später „Eigenschaft, Qualität“) ist Prakriti. Bezeichnet werden diese der gesamten Natur innewohnenden drei Grundqualitäten  als TAMAS, RAJAS und SATTVA. Purusha selbst besitzt keinerlei Attribute oder Eigenschaften. Die Schöpfung oder Natur ist die physische Ausdrucksform des Göttlichen auf Erden. Bezieht man die schwingungsmäßig höheren Welten mit ein (ätherisch, astral, mental), so könnte man von „Geist in unterschiedlichen Gerinnungsstadien“ sprechen.

Bei all dem, was es für unsere Sinne und unseren Geist zu erfassen gibt, repräsentieren die drei Gunas deren jeweilige Eigenschaften. Ferner beschreiben sie die Art und Weise, wie wir die Welt wahrnehmen und erfahren. Wie viele verschiedene Ausdrucksformen es von Prakriti auch geben mag, alle sind nur Spiegelbild von Purusha, das sie erschuf. So betrachtet ist nicht nur der Mensch, sondern die gesamte Schöpfung Abbild Gottes, denn das göttliche Bewusstsein beseelt alles, und die äußere Form eines jeden Schöpfungsbestandteils spiegelt ihr Inneres oder Innenleben wider.

Die drei Gunas im Alltag

Für jede Handlung gibt es einen oder auch mehrere Beweggründe. Geprägt wird sie von ihrem Motiv; das Motiv, aus dem heraus sie geschieht,  verleiht jeder Handlung sozusagen einen „Stempel“.  Handlungen können aus Unwissenheit, Begierde oder auch aus einer guten Absicht heraus geschehen – oder auch aus mehreren  Gründen gleichzeitig. Da das jeweilige Motiv jedoch den Ausschlag gibt, können Handlungen, die uns von außen betrachtet als gleich erscheinen, von innen her gesehen höchst unterschiedlicher Art sein.

TAMAS - ist das Prinzip der Trägheit, Unwissenheit, Dunkelheit, das Zusammenziehende, das materielle Prinzip in der ganzen Natur, das sich uns als „Stoff“ darstellt.

RAJAS - ist die Begierde und Leidenschaft, das Strebende, das Feuer, die Energie oder Kraft

SATTVA - ist das Gute, das Ruhende, das Lichtvolle, Freudige, Genießende.

In der Bhagavad-Gita lesen wir: „Sattva, Rajas und Tamas sind die drei Gunas, welche aus Prakriti (Natur) entspringen und durch welche Purusha (Geist) an die Körper gebunden wird. Von diesen bindet Sattva durch den Genuss, Rajas durch die Begierde und Tamas durch die Torheit, welche die Erkenntnis des Wahren verhüllt.“ (XIV, 5 u.f.).

Anhand dieser Lehre kann jeder für sich selbst ermitteln, welcher Motivation seine Handlungen entspringen und – aus höherer Warte – welchen Wert sie haben. Den Dummen treibt seine Dummheit zur Handlung, den Gierigen seine Begierde und den Genusssüchtigen seine Vorliebe für Genuss. Der eine Mensch gehorcht aus Furcht vor Strafe (Tamas), der andere aus Gier nach Belohnung (Rajas), der Dritte, weil es ihm Freude bereitet (Sattva).

Zur Verdeutlichung des Prinzips folgendes Beispiel:

Würden wir dem Fleischgenuss frönen, bis wir schließlich Gicht bekommen, so wäre das Motiv Tamas.  Reagierten wir darauf mit: „Na, gut, dann bekämpfe ich eben meine Gicht“, so wäre das Rajas. Würden wir unsere Gicht widerstandslos akzeptieren, so wäre das Sattva.

Der Weise ist erhaben über diese drei Eigenschaften, fürchtet weder Strafe noch erhofft er sich einen Lohn und sucht auch keine Belustigung. Er erfüllt seine Pflicht. Sich selbst beachtet er dabei nicht. Handelt ein Mensch völlig selbstlos, so trifft ihn keinerlei Schuld, weil sein Selbst an der jeweiligen Handlung keinerlei Anteil hat.

Steht bei der Handlung eines Menschen Sattva im Vordergrund, so ist sie vollkommener als wären Tamas oder Rajas ihr Antrieb. Pflichterfüllung bewirkt Freude und Ruhe im Menschen. Zur wahren Erkenntnis ist es von hier nur noch ein Schritt. Der Dummheit jedoch entspringt der Irrtum, der Habsucht das Leiden, dem Genuss die Erfahrung. Der Mensch, der Hochwertiges oder Edles genießt, wird davon angehoben. Begierde hingegen hält den Menschen gefangen, und Verharren in Unwissenheit zieht ihn hinab.

Der zur Erkenntnis gelangte Weise weiß, dass diese drei Gunas oder Natureigenschaften nicht ihm (seinem Höheren Selbst oder Ego), sondern seiner niederen Natur (sterbliche Persönlichkeit) angehören. Er steht über ihnen und ist deshalb nicht in sie verwickelt.

Quelle: Dr. Franz Hartmann "Mysterien, Symbole und magisch wirkende Kräfte"

 

 

 

"Der Heilige kann die Zeit nicht machen,

aber er kann in seinen Handlungen der Zeit entsprechen.

Und wenn die Handlungen der Zeit entsprechen,

dann ist der Erfolg groß."

Lü Bu We: „Frühling und Herbst“

 

Das Prinzip der Evolution

Das einzig Beständige und Verlässliche hinsichtlich Erde und Erdgeschichte ist der Wandel, denn nur er vermag den gewünschten Evolutionsfortschritt hervorzubringen.  Da sich alles weiterbewegt, würde Stagnation hinsichtlich des Fortschritts bereits Rückschritt bedeuten. Signifikant für den Fortschritt ist das Prinzip der Zerstörung. Allein durch Zerstörung des Alten kann Raum für Neues entstehen.

Veranschaulichen wir uns das zugrunde liegende Prinzip anhand des Gezeitenwechsels der Ozeane und seiner Dynamik. Stellen wir uns vor, wie befinden uns am Meer mit seinen unendlichen Weiten. Es ist Flut, und wir richten unsere Aufmerksamkeit auf die tosenden Wellen, die in rhythmischen Abständen an den Strand rollen.  Hierbei werden wir gewahr, dass keineswegs die höchsten Wellen am weitesten den Strand hinauf laufen. Die tosende, aufschwellende und brechende Welle verliert schnell an Kraft und flutet zurück ins Meer. Sie ebnet den Weg für eine ihr folgende, fast unbemerkt kleine, unscheinbare Welle, die den Strand einnimmt und ihn überflutet.

Dieses Bild spiegelt im Kleinen die Wogen der großen Evolutionsfluten wider. Dabei entspricht das Meer der Menschheit und die Wellen den Menschheitstypen (in der Theosophie auch „Rassen“ genannt). Den theosophischen Begriff „Rassen“ benutzen wir bewusst nicht, da er in unserem heutigen Sprachgebrauch anders besetzt ist. Das Wort „Rasse“ bezeichnet die exoterische Beschaffenheit einer Menschengruppe – z.B. ähnliche Gesichtszüge, Hautfarbe, Körperformen etc. Für die Esoterik sind solche Kennzeichen weitestgehend irrelevant. Für die Esoterik ist wichtig, in welchem Umfange sich der unsterbliche Teil des Menschen - das Ego - im physischen Körper zum Ausdruck bringen kann. Unterschiedliche Reifegrade eines Egos erfordern unterschiedliche physische Körper, um sich in der Erdeninkarnation optimal ausdrücken und den jeweiligen Lebensauftrag - auch Dharma genannt -  erfüllen zu können.

Kehren wir zurück zu unserem Bild vom Meeresstrand. Die tosenden großen Wogen können wir mit einem Menschheitstypus vergleichen. Die ihnen folgenden kleineren Wellen hingegen bilden die von ihnen getragenen Untertypen, auch „Unterrassen“ genannt. Sobald eine Welle bricht, erhebt sich hinter ihr bereits die nächste Welle, um die Herrschaft zu übernehmen, während die Kräfte der vorausgehenden Welle allmählich schwinden.

Von Zeit zu Zeit erscheint denjenigen, die die Wahrheit zu schauen imstande sind, auf der Gischt der sich brechenden Welle ein herrliches Wesen mit folgender Botschaft: „Sehet, ich bereite einen neuen Himmel und eine neue Erde, in welcher die Rechtschaffenheit wohnen wird.“ Eine solche Welle rollt derzeit auf unseren Strand zu und kündet uns von kommenden Veränderungen. Ihr folgt die Welle eines neuen Menschheitstypus.

Nach vielen Jahrhunderten oder sogar Jahrtausenden von Wellen tritt plötzlich die Veränderung ein, die das Absterben der einen und die Geburt der anderen nach sich zieht. Bedingt durch den Wechsel kommt es zu einem Übergangszeitalter, in dem die Entwicklung aller beschleunigt wird. Daraus resultiert das Gefühl, dass alles sich kontinuierlich in Bewegung befindet und damit in Veränderung begriffen ist. Als Begleiterscheinung dieses Prozesses häufen sich ungewöhnlich stark auftretende Katastrophen.  Wer die Menschheit sehr genau beobachtet, wird feststellen, dass sie auf einen Punkt zusteuert, der sich als Sackgasse erweist. Selbst befreien kann sie sich  nicht daraus, so dass es einer unverhofften Wendung bedarf. Annie Besant bezeichnet dieses Stadium als „toten Punkt“.

Selbstverständlich steht die Menschheit nicht das erste Mal an einem solchen Punkt. Die Theosophie lehrt uns, dass auf jeden Menschheitstypus 7 Untertypen folgen, wobei 7 Menschheitstypen eine Runde bilden und 7 Runden eine Planetenkette. Derzeit befindet sich die Erde in der 4. Planetenkette, 4. Runde, 5. Menscheitstypus und 5. Untertypus. Nun ist doch alles klar, oder?

Quelle: Annie Besant: Englische Vorträge von Mai – Juli 1909


 

„Alles Menschliche will Dauer –

Gott will Verwandlung.“

Ricarda Huch

Pluto in Steinbock – Zeit des Umbruchs

Bei der Mundanastrologie (von lat. „mundus“ = Welt) handelt es sich um jene astrologische Disziplin, die sich nicht mit dem menschlichen Individum, sondern mit kollektivem Geschehen, Nationen, Politik und Wirtschaft beschäftigt.

Pluto – entdeckt im Jahre 1930 und treffenderweise nach dem Gott der Unterwelt der römischen Mythologie benannt – ist der zur Zeit äußerste uns bekannte die Sonne umkreisende Planet. Plutos Bahn ist so weit von unserem Zentralgestirn entfernt, dass er quasi nie ans Licht gelangt und ständig in Dunkelheit liegt. Eine weitere Besonderheit in bezug auf alle anderen bekannten Planeten ist insofern gegeben, als seine Bahn um die Sonne extrem exzentrisch verläuft. Sein Aufenthalt in einem Tierkreiszeichen kann demzufolge zwischen 12 bis 30 Jahren dauern (Umlaufbahn um die Sonne = ca. 248 Jahre – durchschnittlicher Aufenthalt in einem Tierkreiszeichen = 21 Jahre). Plutos bisher bekannten fünf Monde heißen Sharon, Nix, Hydra, Kerberos und Styx.

Auf das Individuum bezogen sind im Tierkreiszeichen Steinbock die wahren „Macher“ zu Hause, jene Menschen, die mit Geduld und elastischer Beharrlichkeit übernommene Aufgaben pflichttreu zu Ende bringen. Dabei treten sie gewöhnlich hinter ihr Werk zurück.

In der Mundanastrologie steht Steinbock (entspricht im neutralen Horoskop Haus 10/Herrscher Saturn) für die „Idee“ eines Staates, seine Strukturen und seinen allgemeinen Ausdruck von Herrschaft, Macht, Recht, Gesetz, Ordnung, Norm und für die „eisernen Reserven“. Das ist grundsätzlich zunächst einmal positiv. Jedoch haben sich im Laufe der vergangenen Jahrhunderte und insbesondere in den letzten Jahrzehnten in vielen Staaten der Welt Strukturen herausgebildet, die von extremem Materialismus und Egoismus geprägt sind. Hinsichtlich des gleitenden Übergangs ins sozial und spirituell geprägte Wassermannzeitalter handelt es sich hierbei aus kosmischer Warte um für die neue Zeit kontraproduktive, kranke und überholte Strukturen.

Als Herrscher des Skorpions (entspricht dem 8. Haus im neutralen Tierkreis) ist Pluto der höchste Repräsentant und Vollzieher des Prinzips „Stirb und Werde“. Sein gegenwärtiger Transit durch das Zeichen Steinbock ließe sich auf einen Nenner gebracht demzufolge vor allem als „Revolution gegen den überbordenden Materialismus“ beschreiben.

In Steinbock befindet sich Pluto seit 2008, und sein Thema dürfte vor allem lauten: wo immer  noch auf politischem, wirtschaftlichem und sozialem  Gebiet die Öffentlichkeit über den wahren Zustand der Systeme getäuscht wird, ist mit Einsturz der errichteten potemkinschen Dörfer zu rechnen. Die täuschenden  Fassaden müssen fallen, damit Raum für den anstehenden Wandel geschaffen werden kann. Inwieweit es sich dabei um destruktive Vorgänge handeln wird, liegt daran, in welchem Ausmaß Staaten ihren „saturnischen Pflichten“ im Sinne einer verantwortungsvollen Ordnung und sparsamen Haushaltsführung nachgekommen sind. Pluto in Steinbock prüft die „Substanz“. Zogen Erkenntnisse und Einsichten keine Wandlung nach sich, so werden Staaten und Strukturen durch von außen kommende Katastrophen quasi zu Veränderungen gezwungen werden. Da der Materialismus in allen möglichen Bereichen staatlichen, gesellschaftlichen und menschlichen Lebens überbordend geworden ist, dürften Plutos „Aufräumarbeiten“ auch überall dort sichtbar werden. Sich widersetzende ungesunde, weil kosmisch gesehen überholte Strukturen haben der Auflösungskraft eines Plutos und dessen Wandlungspotential rein gar nichts entgegenzusetzen. Die Tatsache, dass diesem „Kraftprotz“ unter den Planeten im Jahre 2006 seitens der Internationalen Astronomischen Union der Planetenstatus aberkannt wurde, weil er von seiner physischen Substanz her als "zu klein" (Pluto ist kleiner als unser Erdtrabant) gilt, ist aus astrologischer Sichtweise geradezu lächerlich.

Unter Pluto in Steinbock ist damit zu rechnen, dass sich alles, was im Zusammenhang mit Recht, Ordnung, Gesetz,  Institutionen und deren Strukturen steht, wandeln wird. Da sich etablierte Strukturen gewöhnlich ihrer Auflösung heftigst widersetzen, dürften mit diesem Reinigungsprozess Leiden einhergehen.

Überall dort, wo Staaten und wirtschaftliche Strukturen in den vorausgegangenen Jahren ihre sozialen Pflichten nicht erfüllt haben - z.B. Großunternehmen hinsichtlich ihrer Pflicht, Arbeitsplätze zu schaffen und ihre Mitarbeiter gerecht zu entlohnen - ist mit Einbußen zu rechnen.

Das Hauptanliegen Plutos ließe sich als „Generalangriff auf den Materialismus“ bezeichnen. Da die Zeit der Bewährung verstrichen ist, in vielen Bereichen nur noch purer, gnadenloser Materialismus und Egoismus herrschen, ist damit zu rechnen, dass Pluto die Menschheit bis zur bitteren Neige prüfen wird. Dabei haben Staaten bzw. Strukturen zwei Möglichkeiten: entweder sie versuchen, durch Minderung ihrer Ansprüche den sozialen Ausgleich noch irgendwie zu schaffen, oder sie machen weiter wie bisher und werden dann dem über sie hereinbrechenden Chaos hilflos ausgeliefert sein. Der Sprengkraft eines Pluto kann sich weder eine Struktur noch ein Individuum widersetzen; alle Bemühungen, nach den bisher funktionierenden Rezepten weiterzuwurschteln, verschlimmert nur die Zeit des Leidens und des Umbruchs.

Seit Mai 2010 befindet sich Planet Uranus in Widder und bildet zu Pluto ein Quadrat (90° Winkel). Hierbei handelt es sich um einen globalen Krisenaspekt.  Uranus, das sogenannte „göttliche Feuer“, das Urplötzliche, unvorhersehbar Hereinbrechende aspektiert Pluto damit auf eine Weise, die dessen Reinigungs- und Wandlungskraft sozusagen durch plötzlich eintretende Ereignisse befeuert.  Wenn Pluto im übertragenen Sinne der tickenden Zeitbombe entspricht, so käme Uranus die Aufgabe der Lunte zu. Als Zündholz könnte dann z.B. Planet Mars jeweils Explosionen und/oder Kettenreaktionen auslösen. Seit April 2011 befindet sich zusätzlich Neptun im Zeichen Fische, dessen Herrscher er ist. Neben „Irrungen und Wirrungen“ ist somit auch mit verstärkten spirituellen Impulsen zu rechnen, es könnten geistige Führer in Erscheinung treten. In Gestalt Neptuns ist der „Hohepriester“ nach ca. 156 Jahren sozusagen in seinen Tempel zurückgekehrt und wird diesen sowohl reinigen als dort auch neuen Weihrauch entzünden. Neptun verkörpert nicht die brachiale, sondern die sanfte soziale Revolution.

Die Weltkorrekturaufgabe Plutos, die sich noch bis zum Jahre 2024 hinzieht,  wird auf allen Gebieten Umbrüche nach sich ziehen, damit die "neue Zeit" Raum zur Entfaltung findet. Nach seinem Durchgang durch Steinbock dürften die wirtschaftlichen und sozialen Strukturen der Welt anders aussehen. Solche kosmischen „eisernen Besen“ wirken nur dann aus niederer Warte betrachtet destruktiv, wenn die Zeichen der Zeit  global unbeachtet blieben und anstehende Wandlungen im Denken, Fühlen und Handeln verweigert wurden. Positiv betrachtet – und die Wirkung jedes Planeten ist letztlich immer positiv – ist Pluto der Machtvolle, der Wandler, der starke Heiler, die ungeheuer schöpferische Potenz, die intensivste Kraft und der unbezwingbare Wille. Pluto scheut nicht vor tiefsten Abgründen zurück; seine Stärke ist die Überwindung des Überholten.

In spannenden Zeiten wie unseren gilt für jeden einzelnen von uns:  „Wolle die Wandlung!“  (Rainer Maria Rilke)

 

 

 

Sach- und Lachgeschichten für Eingeweihte, Eingebildete und solche, die es gerne werden wollen......

 

         Eso-Quiz

 

 


Was ist der Sammelbegriff für die drei Grundqualitäten, die Pakriti entspringen?

a)  Purusha   b)  Mahamanvantara    c)  Gunas

Ein anderes Wort für Entwicklung?

a)  Invokation    b)  Evolution    c)   Konklusion

In welcher Religion im persischen Raum spielte Feuer eine tragende Rolle?

a)  Hinduismus      b)  Zoroastrismus       c)  Shintoismus

Ein anderer Begriff für "göttliche Ausgießung"?

a)  Emanation      b)  Divination     c)  Vegetation

Als was bezeichnet  man eine Eingebung, die aus dem eigenen Höheren Selbst stammt?

a)  Inspiration     b)   Revolution     c)  Intuition

Wie lautet der lateinische Begriff für das Sternzeichen "Stier"?

a)  Aquarius    b)  Capricornus    c)  Taurus

Was bedeutet der Begriff "Gnosis"

a)  Gnostik   b)   Erkenntnis   c)  Renaissance

Ein Pluto-Mond mit drei Buchstaben?

a)  Dax   b)  SMS   c)  Nix

Die Anfangsbuchstaben der richtigen Antworten ergeben zusammengesetzt das Lösungswort. Viel Spaß!

 

Hast Du schon gehört, dass.......

 

  • nicht nur der als "Ringplanet" bekannte Saturn Ringe besitzt, sondern drei weitere "Gasplaneten" - Jupiter, Uranus und Neptun - ebenfalls?
  • Steinkreise üblicherweise geomantie- und wasserangeregt sind? Innerhalb des Schutzkreises sind diese Zonen nicht nachweisbar, sofern die Steinsetzungen noch intakt sind. Alle radiästetischen Erfassungen in der Peripherie zwischen den Steinen  ergeben gegen den Uhrzeigersinn  geschaut linkszirkulare Schwingungen und mit dem Uhrzeigersinn geschaut rechtsdrehende Schwingungen. Intakte Einfriedungen von Kirchbauten  wirken mit ähnlichem Schutzverhalten.

  • der Begriff "Mahamanvantara" (Sanskrit) "Der große Tag" bedeutet? Für den Logos ist das "Mahamanvantara" SEINE Inkarnation.  Das Gegenteil davon wird als "Mahapralaya" bezeichnet.
  • ein Horoskop zunächst einmal nichts anderes als eine Momentaufnahme des Kosmos zur betreffenden Minute ist?
  • geomantische Zonen, die durch prähistorische Steinkreise verlaufen, zusätzliche Zonen erzeugen, die vom Steinkreis aus in andere Richtungen abstrahlen? Stonehenge zum Beispiel durchläuft eine geomantische Zone von Süd nach Ost und endet im südwestlichen Turmpfeiler der Kathedrale von Salisbury, gekennzeichnet von den Steinmetzen durch eine Rose.
  • vor 100.000 Jahren die 6. Untergruppe der Atlanter – die Akkadier - Stonehenge als esoterische Kolonie errichteten?

  • innerhalb der Merkurbahn ein weiterer Planet namens Vulkan die Sonne umrundet? Der britische Astronom und Musiker Herschel (1738 - 1822) hatte ihn zu seiner Zeit entdeckt. In kommenden Zeiten wird Vulkan in der Astrologie den Platz der Sonne einnehmen.

 

 

 

 

 

Diese Erdlinge!

Kuipergürtel im August 2006

Das Smartphone klingelte, und Charon meldete sich prompt.

„Was gibt es, Styx?“

„Bin vorhin am Kiosk im Kuipergürtel vorbeigekommen. Hast du schon die Schlagzeile der neuen BALD gesehen? Das wird dem Boss überhaupt nicht gefallen!“

„Du liest die BALD? Das hätte ich nun aber wirklich nicht von dir gedacht“, spottete Charon. Neugierig war er aber trotzdem: „Was schreiben sie denn…….?“

„Die Erdlinge wieder!“, berichtete Styx. „Rotten sich zu einem astronomischen Kongress zusammen und beschließen, dem Boss seinen Status abzuerkennen! Weil er angeblich zu klein ist!“

„Nun, ja, der Erdtrabant zum Beispiel ist größer als unser Chef", überlegte Charon.  "Von der physischen Statur her fand ich ihn, ehrlich gesagt, auch manchmal recht mickrig. Von seiner  Wesensart her allerdings............ auweia.........! Es gibt eben viel größere Planeten.  Stell dir vor, du wärest ein Jupiter-Mond! Dann hättest du eine weite Flugbahn. Bei Jupiter könntest du dich entfalten und würdest nicht andauernd an denselben Gegenden vorbeikommen, weil das Gestirn, das du umkreist, so winzig ist! Welches Haus Jupiter in den Horoskopen der Erdlinge auch immer transitiert, alle freuen sich und sind begeistert über seinen Einfluss. Aber unser Boss? Machen wir uns doch nichts vor; dem gehen lieber alle aus dem Wege oder versuchen das zumindest.  Oder denke an Gustav Holst und seine Komposition „Die Planeten“. Dem Jupiter als Bringer des Glücks hat Holst ein geradezu himmlisches musikalisches Motiv zugeordnet. Unser Boss kommt in seiner Komposition nicht einmal vor!“

„Das", nahm Styx den gemeinsamen Chef in Schutz, „dürfte daran liegen, dass Holst ihn noch gar nicht kannte. Bis zum Jahre 1930 arbeitete unser Unternehmen für die Erdlinge schließlich inkognito.“

„Ob der Boss die neue BALD wohl auch schon bemerkt hat?“ warf Charon ein.

„Der?“, mokierte sich Styx, „Ganz bestimmt nicht! Wenn der überhaupt liest, dann allenfalls die Mails und SMSs vom Logos – Chefetage unter sich, sozusagen.“

„Vielleicht sollten wir ihn doch lieber warnen?“, grübelte Charon, „Sollte er schlechte Laune bekommen, so betrifft es schließlich uns alle…….“

„Vielleicht hast du recht“, stimmte Styx zu, „wozu haben wir schließlich kosmisches WI-FI? Fragen wir doch die Kollegen nach ihrer Meinung. Machen wir eine Konferenzschaltung.“

Bei Kerberos, Hydra und Nix summten und vibrierten die Smartphones.

„Was gibt’s?“, fragten sie beinahe gleichzeitig.

„Es geht um den Boss“, erläuterte Charon sein Anliegen, „und wenn es um den Boss geht, dann geht es letztendlich auch um uns und unser gesamtes Unternehmen…. Styx hat vorhin am Kiosk die Schlagzeile der neuen BALD gelesen.......“ 

"Rein zufällig, sonst lese ich solche Blätter nicht", fiel ihm Styx ins Wort.

„Egal! Hört zu: Der Boss wurde degradiert", fuhr Charon fort; "die Erdlinge kamen überein, dass er viel zu klein sei für einen richtigen Planeten……… ab sofort gilt er als Kleinplanet mit der Ordnungsnummer 134340! Unser Boss ein Zwerg! Unser Boss eine Nummer!"

"Ist das seine neue Handynummer? Bisher hatte er uns noch nie auch nur eine einzige seiner Nummern verraten.........", platzte Nix heraus.

"Dummkopf!", schnauzte Charon, "Verstehtst du nicht? Den Erdlingen ist unser Boss zu klein, sie nehmen ihn nicht ernst. sie respektieren ihn nicht, sie haben ihn gefeuert!"

„Na, und wenn schon“, meldete sich Kerberos zu Wort, „denkt doch nur an Napoleon. Der war von der Statur her auch winzig, und was hat er nicht alles bewegt und auf die Beine gestellt!“

Hydra kicherte, weil sie sich ihren Boss mit einer Hand im Längsschlitz einer Weste vorstellte.

Nix, aufgrund einschlägiger Mobbing-Erfahrungen ein wenig schüchtern, gab zu bedenken: „Dem Boss etwas davon erzählen? Das bringt doch nix!“

„Bringt Nix? Du..................?“ polterte Kerberos, „Du hast noch nie irgend etwas gebracht, Kumpel! Du saust immer nur um den Boss herum und produzierst nutzlosen Fahrtwind. Das ist alles, was du zuwege bringst!“

„So meine ich das doch gar nicht,“ rechtfertigte sich Nix, „ich wollte doch nur zu bedenken geben, dass es keinen Sinn macht, dem Boss von der Schlagzeile zu berichten. Der Boss hört nicht auf uns, und die BALD liest er sicher auch nicht, er liest überhaupt keine Zeitungen, allenfalls……“

„....die Mails und SMSs vom Logos“, setzten die anderen vier im Chor hinzu.

„Genau! Die Erdlinge haben jedenfalls einmal mehr bewiesen, dass sie rein gar nix verstanden haben“, ergänzte Charon die gemeinsamen Überlegungen. "Wäre das nicht so traurig an sich, könnte man über sie lachen. Unglaublich!“

Plötzlich blinkte auf allen fünf Smartphones die rote, kosmische Spezialtaste. „Schluss mit Privatgesprächen“, donnerte eine gewaltige Stimme, „ich habe euch etwas Wichtiges mitzuteilen………..“

 

Kuipergürtel im Januar 2014

„Konferenzschaltungen sind nach wie vor eine schöne Sache!“ schwärmte Charon. „Erinnert ihr noch, als uns der Boss vor ein paar Jahren Privatgespräche verbot? Wir dachten, vielleicht habe er die BALD doch gelesen und die Schlagzeile mit seiner Degradierung gesehen, schließlich befindet sich der Kiosk auf seinem Betriebsgelände, und nun sei er am Boden zerstört und wir müssten ihn vielleicht zum ersten Mal im Leben trösten…….“

„Wir dachten sogar“, schaltete Styx sich ein, „er könne uns vielleicht aus Frust entlassen, weil sein Unternehmen gescheitert ist und er nun keinen großen Posten mehr bekleidet und keine Aufgabe mehr hat…….“

Alle fünf Monde kicherten.

„Tja“, und dann......“ begann Charon genüsslich........

„.......eröffnete der Boss uns......“, bemerkte Hydra gleichfalls amüsiert......

„......dass er Weisung vom Logos habe…“ fügte Kerberos nachdrücklich hinzu und ließ sich seine eigenen Worte auf der Zunge zergehen.

„Und dass es nun bald Zeit werde, sagte er auch noch...….“ freute sich Styx.

Nix meldete sich vorlaut zu Wort: „Es seien nur noch zwei Jahre bis zum Jahre 2008, und was sind schon zwei Jahre in einem Mahamanvantara von 4,32 Milliarden Jahren?“

„Wie recht du hast", lobten die vier Kollegen den inzwischen längst nicht mehr so schüchternen Nix, denn jeder wächst mit seinen Aufgaben.

„Es sei nun also fast so weit, erklärte der Boss……..“ fuhr Charon fort.  "Unser gesamtes Unternehmen werde im Jahre 2008 in den Himmelssektor Steinbock verlegt! Neues Arbeitsfeld, neue Arbeitsbedingungen und völlig neue Aufgaben! Sehr spezielle Aufgaben....................! Und wir sind ja auch schon dabei, uns so richtig einzuarbeiten..........“

„Dieser Boss!“ schwärmte Kerberos begeistert. „Immer für eine Überraschung gut! Aber sagt mal, hat ihm einer von euch eigentlich jemals von der damaligen Schlagzeile in der BALD erzählt?“

„Durchaus!“, gestand Hydra, "Und er hat sich......."

„......köstlich amüsiert“, vervollständigte Styx den Satz. „Wenn er auch nicht sehr gesprächig ist, Humor hat er trotzdem, der gute Pluto!“

„Hat er denn gar nichts weiter dazu gesagt?“ fragte Charon

„Nicht viel. Nachdem unser Unternehmen nach Steinbock verlegt worden sei, würde das sicher auch in der BALD zu lesen sein, aber nicht nur dort. Er hoffe, dass die irdischen Printmedien bis zum Jahre 2024 durchgehend genügend Druckapier zur Verfügung haben werden, um vom Erfolg eines Global Players wie ihm detailgetreu berichten zu können. Aber viele Erdlinge hätten ja ohnehin längst Smartphones und Tablet-PCs mit genügend Gigabite Ram. Sofern die Zeichen der Zeit seitens der Erdlinge nicht vielleicht doch gerade noch so eben erkannt würden, könnte ein anderes Problem evtl. zwischendurch fehlender Strom zum Aufladen der Akkus darstellen.............“

„Mehr hat er dazu nicht gesagt?“, fragte Charon.

„Doch!“, ergänzten Styx, Hydra, Kerberos und Nix im Chor.

„Und das wäre................?“

„Diese Erdlinge!“

 

 

Der nach dem römischen Gott der Unterwelt benannte Planet Pluto wurde erst am 18.02.1930 vom Lowell-Observatorium in Arizona/USA entdeckt. Pluto ist kleiner als unser Erdtrabant. Am 24.08.2006 wurde ihm seitens der Internationalen Astronomischen Union der Planetenstatus aberkannt. Seitdem gilt er als „Zwergplanet“ mit der Kleinplanetennummer 134340.

Der Kuipergürtel  ist eine ringförmige, relativ flache Region, die sich in unserem Sonnensystem außerhalb der Neptunbahn in einer Entfernung von ungefähr 30 bis 50 Astronomischen Einheiten (AE) nahe der Ekliptik erstreckt und tausende Objekte, darunter schätzungsweise mehr als 70.000 Objekte mit mehr als 100 km Durchmesser, enthält.

Die fünf bisher bekannten Pluto-Monde tragen die Namen: Sharon, Nix, Hydra, Kerberos und Styx.

 

Auw EI a!

 

 

Texte:

Die Sumpfdistel & Gelbe Rübe

Copyright: siehe Impressum

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