Ströme

Themen:  Mainstream? - Strom der Zeit - Die Gedanken sind frei? - Kraftstrom Schlangenfeuer - Stäbe der strömenden Feuer - Lebensströme, das Prinzip der Evolution - Die heiligen drei Ströme - Das Rosenkreuz, ein ewig Werden - Transformationen durch die Jahrhunderte, ein Meister begleitet die Geschicke Europas -  Eso-Quiz - Hast du schon gehört, dass....... - Il Mio Dante - Guru


 

„Ihre Zeit ist begrenzt, also verschwenden Sie sie nicht damit,das Leben eines anderen zu leben.

Lassen Sie sich nicht von Dogmen in die Falle locken.

Lassen Sie nicht zu, dass die Meinungen anderer Ihre innere Stimme ersticken.

Am wichtigsten ist es, dass Sie den Mut haben, Ihrem Herzen und Ihrer Intuition zu folgen.

Alles andere ist nebensächlich.“

Steve Jobs

 

Mainstream?

Stellen wir uns den Verlauf eines großen Stromes vor: weit oben in den Bergen nah seiner Quelle ist er nur ein Rinnsal, das glasklar über Felsbrocken springt. Je weiter sich jedoch das strömende Wasser von seiner Quelle entfernt hat, desto mehr Dörfer und Städte hat es durcheilt und auf seinem Wege zum Meer andere kleine Wasserläufe aufgenommen, die wiederum ihre speziellen „Erfahrungen“ gemacht haben. Vom verlorenen goldenen Ring über absichtlich ins Wasser geworfene Münzen bis hin zu unerwünschtem Müll transportiert der Fluss  alles Mögliche in Richtung Mündung.

Bei einem Flussdelta handelt es sich um einen Schwemmkegel, der zu großen Teilen oder vollständig unter dem Wasserspiegel liegt. Im stehenden Wasser wird die Fließgeschwindigkeit des Stromes abgebremst, so dass der Fluss das meiste Material ablagert und zwar das Gröbere in Ufernähe, das Feinere weiter draußen. Auf diese Art und Weise entstehen Schlick und Sandbänke, und der Strom selbst schiebt seinen Lauf immer weiter ins Meer hinaus. Schließlich muss er seine eigenen Ablagerungen sogar umfließen oder es kommt zur Gabelung.

Der „Massengeschmack“ oder die „dominierenden Gedanken“ der großen Mehrheit einer Volksgemeinschaft wird als „Mainstream“ (engl. = „Hauptstrom“) bezeichnet. Dabei fließen  die von einer Vielzahl von Individuen gehegten Gedanken zusammen und bilden einen Strom mit intensivem Strömungspotential. Im übertragenen Sinne gleicht jeder Mensch einem Flussdelta, und es ist eine Frage der persönlichen Beeinflussbarkeit, was sich bei ihm an Erwünschtem oder Unerwünschtem als “Schlick“ abzulagern vermag.

Bestenfalls bestünde jeder Mainstream natürlich aus ethischem Gedankengut; heutzutage allerdings wird er nicht selten von rein kommerziellen und/oder manipulativen Interessen gespeist. Glücklicherweise gibt es jedoch auch die positive Variante, die wir zur Zeit z.B. in Gestalt der veganen Welle erleben, die um den Erdball schwappt und  Menschen hinsichtlich ihrer Verantwortung dem Tierreich gegenüber zum Umdenken bringt.

Gedankenströme unterliegen denselben Gesetzmäßigkeiten wie fließendes Wasser; sie können glasklar und rein dahineilen und alles, was sie berühren, mit Lebenskraft durchtränken,  oder aber zu reißenden bis mitreißenden, gefährlichen Gewässern werden. Denn Gedanken und ihre Strömungen sind hochgradig infektiös. Der Durchschnittsbürger denkt zu einem Großteil überhaupt nicht selbst, sondern  "wird gedacht", d.h. sein Mentalkörper ist ausgelastet mit dem Wiederholen fremder Gedanken; solcher Manipulation ist er sich jedoch selten bewusst.

Als esoterischen Schülern kommt uns zugute, dass wir gewöhnlich sowieso nicht dem Mainstream folgen, sondern aufgrund unserer Lebenseinstellung zu einer Art „Subkultur“ gehören, die aufgrund lebensnaher Denkmuster analog den Naturgesetzen nicht so leicht beeinflussbar ist.

Grundsätzlich gilt: Gedanken sind nicht nur ansteckend, sondern das größte schöpferische Potential, über das wir als Menschen verfügen. Kennen wir die dahinterstehenden Gesetzmäßigkeiten, so können wir die Bildung unerwünschter Ablagerungen in uns verhindern, indem wir selbst kreativ und im Einklang mit den Naturgesetzen denken und handeln. Regelmäßige Meditation begünstigt die positive Entwicklung unseres Astral- und Mentalkörpers, indem grobe Partikel ausgeschieden und feinere angezogen werden.

 

 

 

Strom der Zeit

 

Ich spiegle mich im Strom der Zeit;

er formt mich, so wie ich ihn präge

als Teil derselben Wirklichkeit.

Zwingt Schicksalslast mich in die Schräge,

treibt sicher doch mein Boot dahin:

ich weiß, dass ich unsterblich bin.

 

Diesseits und Jenseits? Alles eins,

und jedes Mal ein neues Segel!

Der Fluss Teil SEINES Widerscheins,

ob niedrig oder hoch der Pegel.

Ich spiegle mich im Strom der Zeit:

umarme mich, Unendlichkeit!

hh


 

 

 

"Jede Revolution war zuerst ein Gedanke im Kopf eines Menschen."

Ralph Waldo Emerson

Die Gedanken sind frei?

Bevor wir uns dem Thema „Gedanken“ und ihrem Wirkungsbereich zuwenden, sollten wir uns folgendes ins Gedächtnis rufen: Der Mensch ist eine unsterbliche Seele (auch „Ego“ oder „Höheres Selbst“ genannt), die zyklisch auf Erden inkarniert. Um in den verschiedenen Welten menschlichen Bemühens tätig  werden zu können, bedarf es entsprechender Bewusstseinsträger, die wir zusammengenommen als (sterbliche) „Person“ bezeichnen. Die Auswahl der Partikel, die beim Wiederaufbau einer Person herangezogen wird – d.h. entweder gröbere oder feinere – wird jedoch nicht willkürlich getroffen, sondern richtet sich nach aus Vorinkarnationen gespeicherten Informationen. Die Speicherung solcher Informationen erfolgt in den sogenannten „permanenten Atomen“, von denen je eines sozusagen als eine Art „Chef“ seiner betreffenden Ebene fungiert. Vorstellen können wir uns die Funktion solcher permanenten Atome wie USB-Sticks oder SSD-Speicher der modernen Computertechnik. Schickt sich bei diesem Beispiel die Hardware (der Computer selbst) an, seinen „Geist“ aufzugeben, so bleibt die Software davon unberührt. Die auf einem USB-Stick oder einem anderem Speichermedium festgehaltenen Daten oder Software bleibt erhalten und kann in einem neuen Computer reaktiviert werden. Im Falle des Menschen entspräche dieser Vorgang der Reinkarnation, wobei unsere in den permanenten gespeicherte „Software“ samt Begleitinformationen auch den Aufbau der benötigten Bewusstseinsträger oder „Hardware“ steuert.

Die Wechselwirkung von Astral- und Mentalkörper

Der Astral- und Mentalkörper eines Menschen, d.h. also jene Bewusstseinsträger, die unser Gefühls- und Gedankenleben repräsentieren, stehen in enger Beziehung zueinander und bedingen einander in vielerlei Hinsicht. Auf mittlerer menschlicher Entwicklungsstufe ist es durchaus üblich, dass eine Person anlässlich ihrer Wünsche denkt. Andererseits ist  der Mentalkörper jedoch jene Instanz, die unser Wunsch- und Emotionsleben zu ordnen und zu korrigieren hat. Evolutionsmäßig ist die Astralmaterie jedoch insofern etwas im Vorteil, als sie älter, also erfahrener ist als mentale Materie. Der Verstand mit seinem Sitz im Mentalkörper ist das höchste menschliche Werkzeug und hat letztendlich auch die Aufgabe, den Gefühlsbereich zu harmonisieren und zu kontrollieren, indem die Eigendynamik der Astralpartikel gebändigt wird bzw. allmählich auch gröbere Partikel durch feinere ersetzt werden. Besonders vorteilhaft für solchen Austausch  ist die Meditation.

In der esoterischen Literatur herrscht Uneinigkeit darüber, ob das Denken nun tatsächlich seinen Anstoß durch die Empfindung erhalte oder im Gegensatz dazu durch den „Erkenner“ (das unsterbliche Ego). Wie dem auch sei – häufig ist die Empfindung der anregende Teil, die wir als solche jedoch erst dann wahrnehmen, wenn in uns eine Beziehung zu ihr hergestellt wird, und der entsprechende Gedanke entsteht. Die Herstellung dieser Beziehung ist jedoch nur dem „Erkenner“ (Ego) in uns möglich. Mabel Collins betonte: „Beachte die Empfindungen“, denn nur bei genauer Beobachtung der Empfindungen können auch genaue Beziehungen hergestellt werden, so dass ein geordnetes und logisches Denken zustande kommt.

Was bewirkt ein Gedanke?

Jeder ausgeprägte Gedanke erzeugt eine Doppelwirkung: einmal ruft er eine leuchtende Schwingung ins Leben und zum andern eine schwebende Form. Die leuchtende Schwingung ist nicht farblos, sondern entspricht in ihrer Färbung und Formgebung dem Inhalt, für den sie steht.

Der menschliche Mentalkörper besteht aus mentaler Materie unterschiedlicher Frequenzen oder Dichtigkeitsgrade. In der esoterischen Literatur werden diese verschiedenen Frequenzen üblicherweise in sieben Ebenen verschiedener Schwingungsgrade eingeteilt. Jede dieser sieben Unterebenen einer Hauptebene differenziert sich jedoch gleichermaßen in viele Unterebenen.

Gedanken in Aktion

Würden wir einen Gedanken mit dem inneren Auge betrachten, so würde er uns zunächst wie eine schwingende Bewegung im Mentalkörper eines Menschen erscheinen – entweder sehr einfacher oder aber auch zusammengesetzter Art. Handelt es sich um einen sehr einfachen Gedanken, so wird nur eine Art der Mentalmaterie stark in Mitleidenschaft gezogen, d.h. nur ein Schwingungszustand befindet sich in Tätigkeit.

Innerhalb des Mentalbereiches gibt es viele Verschiedenheiten, d.h. jede Art unterliegt ihrem besonderen Schwingungsrhythmus, auf den sie speziell eingestimmt zu sein scheint. Bringt ein starker Gedanke oder ein Gefühl sie aus dem Lot, so versucht sie, ihren ursprünglichen Schwingungsrhythmus wiederzuerlangen.

Ergießt sich in einem Menschen plötzlich eine Gefühlswelle, so gerät sein Astralkörper in heftigste Bewegung, wobei es zu einer zeitweisen Verdunklung von dessen ursprünglichen Farben kommt, je nach Art der betreffenden Gemütsbewegung. Jedoch ist diese Veränderung nur vorübergehend, d.h. nach wenigen Sekunden legt sie sich wieder, und der Astralkörper fällt in seinen ursprünglichen Zustand zurück. Trotzdem hinterlässt jede erlebte Gefühlswelle eine bleibende Wirkung insofern, als sie der normalen Farbe des Astralkörpers jeweils eine Nuance ihrer Färbung hinzufügt. Die Folge davon ist, dass der betreffende Mensch künftig um so leichter jener gewissen Art von Gemütsbewegung sich hinzugeben geneigt ist, weil sich sein Astralkörper daran gewöhnt hat, in diesem speziellen Rhythmus zu schwingen.

Was nun das menschliche Gedankenleben anbelangt, so sind die meisten Gedanken keineswegs einfacher Art. Natürlich existieren reine Gedanken mit von ihrer Struktur her einfachen Gedankenformen. Häufig sind Gedanken jedoch  von leidenschaftlichen Gefühlen wie z.B. Stolz, Eifersucht, Egoismus etc. gefärbt. Demzufolge haben wir es im Mental- und Astralkörper mit wenigstens zwei oder sogar mehr Strömungen zu tun. Daraus resultiert die Tatsache, dass die jeweilige leuchtende Schwingungsform eine zusammengesetzte ist, d.h. die betreffende Gedankenform weist anstatt einer nun mehrere Schwingungsarten auf.

Infektionsgefahr

Je weiter sich die leuchtenden Schwingungen einer Gedankenform von ihrem Urheber entfernen, desto mehr verlieren sie an Stärke. Das liegt in der Natur der Sache. Gleich Viren haben solche von Menschen veräußerten Gedankenwellen und –formen jedoch die Tendenz, die Mentalkörper anderer Menschen zu beeinflussen und bei ihnen ähnliche Gedanken wie jene des Erzeugers hervorzurufen. Wie groß der Einflussbereich solcher ausgesandten Gedankenwellen ist, liegt an Stärke und Klarheit des ursprünglichen Gedankenabsenders. Infizieren sich nun andere Menschen an diesen Gebilden, so  sondern sie ähnlich aussehende Gedankenformen ab. Auf diese Art und Weise bündeln sich Gedankenströme und es kommt sowohl zu einer Verstärkung der entsprechenden Ideen, für die sie stehen, als auch der Tendenz, weitere Menschen zu beeinflussen. Auswirkungen des dahinterstehenden Prinzips können wir bei solchen Phänomenen wie z.B. Massenpsychosen erkennen. Denken und empfinden viele Menschen ähnlich, so entsteht ein sogenanntes „affektives Feld“, das hochgradig infektiös ist. Negativbeispiele hierfür liefert uns auch der Alltag: die zunächst friedliche Stimmung bei einer Veranstaltung schaukelt sich allmählich zu Unmut hoch und droht schließlich zu eskalieren.

Von der Bündelung von Gedankenwellen und –strömen und ihren Auswirkungen können wir uns leicht überzeugen: plötzlich ist ein spezielles Thema an der Tagesordnung, und von allen Seiten werden wir mit neuen Aspekten derselben Idee überflutet. Veränderungen gehen gewöhnlich von Einzelpersonen aus; so ähnlich wie ein ins Wasser geworfener Kiesel ringförmige Wellen erzeugt, kann aus einem Minimalanlass eine große Idee oder Bewegung werden, sofern deren Zeit nach kosmischen Gesichtspunkten gekommen ist.

Mainstream

Auf denselben Gesetzmäßigkeiten beruht der sogenannte Mainstream. Bevor wir uns ihm evtl. anschließen, sollten wir jedoch genau hinsehen, ob wir ihm wirklich folgen wollen oder nicht. Häufig stehen gezielte manipulative Absichten hinter ihm, die für uns als esoterische Schüler kontraproduktiv sind. Jeder Mensch bleibt eben eigenverantwortlich und kann sich nicht darauf berufen, von unerwünschten Gedanken infiziert worden zu sein. Der Urheber solcher Gedanken ist jedoch voll für sie verantwortlich.

Kreative Gedankengestaltung

Gedanken und ihre schöpferische Kraft sind das größte kreative Potential, über das wir als Menschen verfügen. Überall sind wir von  der sogenannten „Elementaressenz“, jener halb intelligenten die Mental- und Astralebene belebenden Essenz umgeben. Diese so belebte Materie reagiert sehr leicht auf den Einfluss menschlicher Gedanken. Jeder entweder vom Mental- oder Astralkörper ausgesandte Impuls schafft sich sofort eine vorübergehende Hülle aus diesem Vitalstoff. Für eine gewisse Zeit wird also ein solcher Gedanke oder Impuls zu einem lebendigen Wesen, dessen Seele die Gedankenkraft, dessen Körper die belebte Materie ist. Dieser „Vitalstoff“, der von der monadischen Essenz auf Elementarreichebene belebt wird, wird gewöhnlich als „Elementaressenz“ bezeichnet.

Auf diese Art und Weise entstandene „Elementarwesen“ oder Gedankenformen sind in Form und Farbe in unendlich vielen Varianten möglich oder vorhanden, denn jeder Gedanken hüllt sich entsprechend seiner Natur in korrespondierende Materie. Der Charakter eines jeden Gedankens verleiht ihm also Farbe und Form.

Die Wirkung von Gedanken

Richtet sich ein menschlicher Gedanke auf eine bestimmte Person, so strömt die betreffende Gedankenform zu ihrem Empfänger hin und entlädt sich in dessen Astral- bzw. Mentalkörper. Richtet sich ein Gedanke jedoch auf seinen Urheber selbst, wie es überwiegend der Fall ist, so umschweben den Absender die seinerseits erzeugten Gedankenformen wie Satelliten und haben die Tendenz, auf ihn einzuwirken. Der Durchschnittsbürger ist von einer riesigen Wolke solcher von ihm selbst ins Leben gerufenen Gedankenformen umgeben, deren Schwingungen auf ihn einstürmen. Auf diese Art und Weise schafft sich jeder Mensch evtl. seinen eigenen Käfig, durch dessen „Gitter“ er in die Welt blickt. Die Wahrnehmungen eines Menschen sind also jeweils von der wogenden Flut eigener Gedanken gefärbt und getrübt. Solange ein Mensch hinsichtlich seines Gefühls- und Gedankenlebens zu keiner „Hygiene“ fähig ist, sondern alles durch das Milchglas seiner ihn umschwirrenden Gedankenwolken wahrnimmt, kann er die Wirklichkeit um sich herum nicht richtig erkennen.

Gedankenform und Gedankenstrom

Gedankenformen ohne persönliche Nuance, also solche, die nicht speziell an einen anderen Menschen gerichtet sind, bewegen sich frei im Raume und erzeugen fortwährend ähnliche Schwingungen wie sie ihr Schöpfer veräußerte. Kommen sie in Kontakt mit dem Mentalkörper eines anderen Menschen, so erschöpft sich ihr Kraftvorrat allmählich. Erzeugen sie jedoch in einem in der Nähe befindlichen Mentalkörper sympathische Schwingungen, so werden sie von diesem angezogen und gewöhnlich absorbiert. Der Einfluss einer Gedankenform ist also keineswegs so weitreichend wie die ursprüngliche Gedankenschwingung; was jedoch ihre Wirkung anbelangt, so ist sie viel bestimmter. Was in dem sie beeinflussenden Mentalkörper hervorgerufen wird, ist nicht nur ein ähnlicher Gedanke wie der seines Erzeugers, sondern es ist genau derselbe Gedanke. Solche Ausstrahlung kann Tausende von Menschen treffen und betreffen und in ihnen Gedanken hervorrufen, die sich auf derselben geistigen Höhe befinden wie der ursprüngliche Gedanke, wobei jedoch keiner davon dem Original gleichen muss. Die Gedankenform hingegen kann nur ganz wenige Menschen treffen und betreffen, jedoch werden die Empfänger in den wenigsten Fällen den betreffenden Gedanken wiederholen.

Quelle: C.W. Leadbeater/Annie Besant: Gedankenformen

 

 

"Lass nicht zu, dass dein "Himmelssohn" (niederer Verstand)",

der in das Meer von Maya getaucht ist, sich von der universalen Elternseele löst,

sondern lass die feurige Kraft sich in die innere Kammer zurückziehen, die Kammer des Herzens der Mutter der Welt.

Dann wird diese sich Kraft vom Herzen in die sechste, die mittlere Region erheben,

die Stelle zwischen deinen Augen, wenn sie zum Atem der einen Seele wird,

der Stimme, die alles erfüllt, deines Meisters Stimme."

H.P. Blavatsky - Stimme der Stille

 

Kraftstom Schlangenfeuer

Drei verschiedene Energien

Der Sonnenlogos strömt verschiedenste Arten von Energie aus, von denen uns die wenigsten bekannt sind. Drei von ihnen offenbaren sich in der physischen Welt:

  • Fohat manifestiert sich in der Physis als Elektrizität, als die das Leben nutzende und formende Kraft
  • Prana ist die Vitalität der physischen Welt, die ordnende Kraft des Lebens
  • Kundalini, auch „Schlangenfeuer“ genannt, ist die lebenspendende und übertragende Kraft.

Der Begriff Kundalini

Der Begriff „Kundalini“ entstammt dem altindischen Sanskrit. Das Verb „kund“ bedeutet „brennen“, eine der Eigenarten des Schlangenfeuers. Das Substantiv „kundala“ kann als „Spirale“, „Windung“ oder „Ring“ übersetzt werden und bezieht sich auf ihre Aufstiegsart, während das Substantiv „kunda“ ein Loch oder eine Schüssel bezeichnet. Bezug genommen wird hiermit auf das Gefäß, in dem das Feuer brennt.

Die weibliche und männliche Seite von Kundalini

Das Schlangenfeuer bringt die schöpferische Weiblichkeit des Feuers zum Ausdruck, weshalb in alten indischen Schriften diese Kraft als „das Heim der Weltenmutter“ bezeichnet wird. Von daher gehört sie zum 3. Aspekt des Sonnenlogos, Fohat zu seinem 1. Aspekt und Prana zum 2. Aspekt. Die Sonne als Repräsentant des Logos ist für uns „Kundalini in excelsis“ („Kundalini in der Höhe“).

Obgleich in der Kundalinikraft die Weiblichkeit dominiert, besitzt sie auch männliche Anteile. Sie ist das Feuer des ewigen Lebens, das Nervenfluid, das das Universum durchströmende und verbindende Element.

Zwei Kundalini-Ketten gibt es: die eine verbindet die wesentlichen Bestandteile unseres Sonnensystems miteinander, die andere übergeordnete Kette die Sonnensysteme als solche.

Letztendlich entstammen also sämtliche Wesen dem Kundalini-Feuer. Laut Beatrice Flemming stellt Kundalini das permanente feurige Herz in allen Körpern dar.

Kundalini und Planet Erde

Die Kundaliniströme auf jedem Planeten sind individueller Art wie Kundalini auch in jedem Wesen eine individuelle Wirkung hervorbringt. Die Kraft des 3. Logos muss sich vor Äonen von Jahren tief in die Erde ergossen haben, wo sie heute noch fortwirkt. Im Erdinnern befindet sich das sogenannte Laboratorium des 3. Aspektes des Logos, in dem darauf spezialisierte Wesen die Kundalini herstellen. Wie bei allen grundlegenden Naturkräften, handelt es sich auch bei Kundalini um die Manifestation eines Erzengels, dessen Wesen jedoch jenseits der Fassungskraft des menschlichen Verstandes liegt.

An spezifischen Zentren (wirbelnde Räder aus Feuerenergie) tritt die dreifältige Kundalinikraft an die Erdoberfläche. Von dort aus wird sie, durch Feuerdevas aufbereitet, allen Wesen zugänglich gemacht, so dass alle Lebensformen immer und überall von Kundalini um- und durchströmt werden. Ihre Kraft unterliegt einem ständigen Rhythmus, der sie steigen und fallen lässt.

Sowohl die kosmische Sonnen-Kundalini als auch die Erd-Kundalini besitzen einen einzigartigen, sie dominierenden Klang. Das durch den Schöpfungsakt des Logos hervorgerufene Klang- und Farbenspektrum ruft seitens des Planeten Erde eine Huldigung gegenüber dem Logos in Form eines schwachen Echos hervor. Diese Reaktion auf das Wirken des Logos ertönt zwischen zwei Polen – dem positiven Pol = Sonne und dem negativen Pol = Erde. Im menschlichen Körper finden wir das zugrundeliegende Prinzip wieder im Hals-Chakra als Erd- und im Herz-Chakra als  Sonnenzentrum.

Kundalini im Menschen

Gemäß der transhimalayischen Schule befindet sich das individuelle spezifische Potential des Schlangenfeuers an der Basis der menschlichen Wirbelsäule in Gestalt einer zusammengerollten Schlange. Laut C.W. Leadbeater hüllt sich Kundalini im physischen Körper in sieben ineinander geschachtelte konzentrische Hohlkugeln aus astraler und ätherischer Materie ein. Emporgehoben und „in den Himmel getragen“ wird das Kundalini-Feuer jedoch erst dann, wenn alle Zentren erweckt und die Kanäle entlang der Wirbelsäule nicht mehr verstopft sind.

Beim Aufstieg der Kundalini entlang des Rückgrats wird sie von der Persönlichkeit des betreffenden Menschen aufs intensivste durchdrungen. Anscheinend tritt sie als neutrale Kraft ein und strömt dann am Scheitelpunkt als das besondere Nervenfluid des betreffenden Menschen wieder aus. In der einschlägigen Literatur wird die Wirbelsäule auch als „Merudanda“ oder „Stab des Meru“ bezeichnet.

Die Kundalini steigt im Menschen in drei sogenannten „Nadis“ auf. Obgleich die Dominante dieser Kraft weiblich ist, unterteilt sich Kundalini wie folgt:

  • in einen weiblichen Nadi – Ida genannt – welcher vom betreffenden Menschen aus betrachtet beim Mann links und bei der Frau rechts der Wirbelsäule seinen Aufstieg beginnt und
  • einen männlichen Nadi – namens Pingala – der beim Mann rechts und bei der Frau links aufsteigt.
  • Der mittlere Strang – als Shushumna bezeichnet – beinhaltet einen Kanal namens Vajrini, der den eigentlichen Kundalini-Kanal Chitrini, auf dem die Chakras aufgereiht sind, umhüllt.

Der Klang des Shushumna-Nadis entspricht dem Ton fa oder f der Tonleiter. Pingala und Ida liegen vom Klang her jeweils um einen halben Ton höher oder tiefer. Alle drei Nadis enden in der Medulla Oblangata (lat. „verlängertes Mark").

Bei ihrem Aufstieg überkreuzen sich die drei Nadis viermal: im Sakral-, Nabel-, Herz- und Kehl-Chakra. Bei diesem Aufstiegsprozess werden die Chakras hypersensibilisiert und wirken als Verstärker, wodurch das Gehirn befähigt wird, bewusst feinstoffliche Kräfte und Phänomene zu erfassen.

Während die einer Blüte gleichende Oberfläche der Chakras auf dem Ätherkörper aufliegt, reichen ihre zumeist leicht nach unten geneigten Stengel ins Zentrum des Rückenmarks. Durch diese Stengel strömt die Kundalinikraft an die Oberfläche der Chakras und trifft dort auf eine weitere, jedoch männliche göttliche Kraft, die sogenannte „primäre „Kraft“.  Genauso wie die Vitalität, entstammt diese Kraft ursprünglich dem zweiten Aspekt des Logos. Sie gehört zu Seiner ersten Ausgießung des Schöpfungsaktes, während die Vitalität der zweiten Ausgießung entspringt.  Da sich die beiden Ströme – Kundalini und Primärkraft – in verschiedene Richtungen drehen, entsteht ein starker Reibungsdruck. Das Zusammentreffen dieser beiden Kraftströme wird symbolisch als „die Vermählung“ bezeichnet. Die vereinigten Ströme fließen entlang der Nerven und werden in der einschlägigen Literatur als der persönliche Magnetismus bezeichnet. Dabei reißen sie die von der Milz aufbereitete  Vitalität mit sich. Diesen beiden Strömen verdankt der Mensch u.a. die Aufrechterhaltung seiner Körpertemperatur.

Symbolisch dargestellt werden die drei Nadis und ihr Aufstieg durch das Caduceus-Kreuz, auch „Hermesstab“ genannt: um einen Stab winden sich zwei Schlangen, die von einer Kugel mit zwei Schwingen gekrönt ist. Während der mittlere Stab Shushumna darstellt, bilden Ida und Pingala die sich kreuzenden Schlangen. Die geflügelte Kugel symbolisiert die von den niederen Kräften befreite Seele, die sich in den höheren Welten frei bewegt und ihr Wissen und ihre Weisheit weitervermittelt.

Alchemie

Die Transmutation der Schöpfungskraft, die Umwandlung des Niederen in etwas Höheres, wurde im Mittelalter im europäischen Raum als „Alchemie“ bezeichnet und ist das seitens des entwickelten Menschen anzustrebende Ziel. Dabei zieht der Mensch die Quintessenz aus den niederen Sphären; mit anderen Worten: er befreit die göttliche Natur des Menschen von den niederen irdischen Begierden und Verstrickungen. Dies dient der Reinigung der Nadis (Kanäle), um für die Kundalini einen möglichst reibungsfreien Aufstieg zu gewährleisten. Etwaige „Reste“ und Hindernisse werden bei ihrem Aufstieg von der Kundalini verbrannt, was zu sehr schmerzhaften Hitzeempfindungen führen kann.

Auf der niedersten Ebene offenbart sich die Schöpfungskraft als Sexualkraft; auf höhere Ebenen transponiert inspiriert sie Künstler, befähigt Menschen zu edlerem Handeln und wird letztendlich in den ewigen Welten schöpferisch tätig. Bei diesem Entwicklungsprozess ist darauf zu achten, dass nicht versucht wird, die Begierden zu verdrängen oder sich ihnen vollends hinzugeben, um hierdurch eine Immunität zu erreichen,  sondern die Lösung wäre, es den Alchemisten gleich zu tun und die Quintessenz daraus zu ziehen.

In jedem Menschen steckt eine göttliche Veranlagung; diese gilt es freizulegen und von jeglichem persönlichen Dünkel zu befreien. Die Umwandlung, das „Magnum Opus“ (lat. „großes Werk“) der Alchemisten und Rosenkreuzer bedarf der inneren Überzeugung, dass spirituelle Dinge als primär und stoffliche als sekundär zu betrachten sind, und dass das Niedere stets eine sterbliche, begrenzte Erscheinungsform darstellt.

Durch edle Handlungen und eine positive Lebenseinstellung kommt es indirekt zu einer allgemeinen Belebung der Kundalini und der Chakras. Das bedeutet keine direkte Aktivierung der schlafenden Schlange an der Basis der Wirbelsäule, sondern eine universelle Intensivierung der Feuerkraft der Kundalini, was zu einem höheren Spannungsaufkommen hinsichtlich der Nerven führen kann. Störungen in einzelnen Organen können eine Folge davon sein.  Auf jeder seiner Entwicklungsstufen  bildet der Mensch neue Kanäle oder Nadis; die meisten davon entstehen durch die Auseinandersetzung mit der Außenwelt und sind von daher nicht sehr tiefgreifend. Ein plötzlicher Kraftschub kann zur Explosion der Kanäle oder sogar ganzer Organe führen. Die Kundalinikraft sucht sich grundsätzlich den Weg des geringsten Widerstandes, was die Gefahr des Abstiegs in den Genitalbereich erhöht.

Genussgifte und ihre Wirkung

Nikotinaufnahme führt zu einer Abblockung der universellen Kundalinikraft, während Alkoholgenuss stimulierend auf die schädigende feurige Seite der Kundalini wirkt und sie nach unten zieht. Grundsätzlich bringt der Missbrauch der Schlangenkraft die Gefahr sexueller Überreizung oder auch Besessenheit mit sich, womit ein Verlust der Vitalität und mentaler Errungenschaften einhergeht. Die Stimulation durch jegliche Art von Drogen, sowie Kaffee und Fleischverzehr, errichtet eine Barriere zwischen der Person (niederes Selbst) und dem Ego (höheres Selbst). Solche „Drogen“ wirken wie ein lähmender Gifthauch hinsichtlich der menschlichen Entwicklung.

Die Erweckung der Schlange

Für die gesunde natürliche Erweckung der schlafenden Schlange gibt es zwei Methoden: entweder  erfolgt die Erweckung gemächlich über diverse Leben hinweg, in denen sich der betreffende Mensch psychische Fähigkeiten aneignet, oder er bemüht sich,  durch ethhische und spirituell ausgerichtete Lebensführung diesen Vorgang zu beschleunigen. Dabei vollzieht sich die Erweckung der Kundalini in einer Art Sturzwelle. Einher geht dieser Prozess mit dem Ziel, die so gewonnenen Kräfte nicht egoistisch, sondern im Sinne der Menschheitsentwicklung einzusetzen. Das Signal für die innere Erweckung der Kundalini erhält das Individuum durch intuitives Wissen und durch Unterstützung seitens gewisser Wesenheiten.

Bei der allgemeinen Kundalini-Stimulierung können entlang der Wirbelsäule Wärmegefühle entstehen. Insbesondere dann, wenn das Herz, die Kehle und die Verbindung zwischen der Schädelmitte und dem sogenannten „dritten Auge“, das sich zwischen den Augenbrauen an der Nasenwurzel befindet, aktiviert wird, kann es zu Übelkeit kommen, da im Anfangsstadium die Kundalini-Belebung durch den Solar Plexus erfolgt.

Magnetisierte Örtlichkeiten wie z.B. Tempel, Kirchen, Moscheen etc. können die Stimulierung der Kundalini ebenfalls fördern. Ferner kann die Teilnahme an Zeremonien oder musikalischen Events in Gestalt erbaulicher Musik belebend wirken. Zu diesem Zwecke führte der „Herr der Zeremonien“ (der Meister des 7. Strahls) die Freimaurerei mit ihren Zeremonien für die westliche Hemisphäre ein. Solcher Einfluss äußert sich meistens durch spürbare körperliche Regungen.

Nicht außer acht gelassen werden darf, dass die Anpassungsfähigkeit des physischen Körpers geringer ist als die der höheren Körper und dass der Mensch die Neigung besitzt, Kräfte in bestimmten Regionen zu konzentrieren, anstatt sie im gesamten Körper gleichmäßig zu verteilen. Die Kundalini hat die Tendenz, bereits bestehende Konzentrationen unter Hochdruck zu setzen. Deshalb ist es um so wichtiger, den Umgang mit Anspannungen zu trainieren, um solchen Situationen gewachsen zu sein. Gesunde, jüngere physische Körper können hierbei von Vorteil sein. Ganz besonders in Anspruch genommen wird bei diesem Prozess das Gehirn.  Das betreffende Individuum bedarf auf jeden Fall der Herrschaft über seine niederen Körper, um die entstehenden Anspannungen zu meistern.

Mit zunehmender Reinigung der niederen Körper kommt es zu einer Widerspiegelung der höheren Bewusstseinsträger. Die Vorbereitung des Wirbelsäulenkanals erfolgt meistens zur nächtlichen Zeit im Schlafzustand, indem das sich außerhalb seines physischen Körpers befindliche Individuum die Kräfte der Wirbelsäule entlang zur Schädelbasis leitet.

Weiterführende Lektionen

Weiterführende Lektionen zur Kundalini-Erweckung erhält der Schüler durch höher entwickelte Wesen. Grundsätzlich gilt, dass nur  die „Meister der Weisheit“ die Komplexität der Gefahren, die von der Kundalinikraft ausgehen können, während diese an die Bewusstseinsoberfläche ihrer Schüler tritt, vollends erfassen können. Sie allein sind in der Lage, die Fortschritte ihrer Schüler zu überwachen und zu entscheiden, wann dem Schüler welche Phase der Umwandlung zuzumuten ist. Ab einem gewissen Entwicklungsgrad fördert der Lehrer seinen Schüler durch ein „Kundalini-Bad“. Hierbei hüllt er den Schüler in seine Aura ein. Das führt zu einer wirkungsvollen Belebung; immer vorausgesetzt, dass der Schüler keine ungeeigneten Charaktereigenschaften besitzt, die sich durch die Stimulierung unerwünschterweise verstärken würden. Das „Kundalini-Bad“ ist jedoch nicht mit der Kundalini-Erweckung zu verwechseln.

Im Stadium der anerkannten Jüngerschaft, in der ein Kontakt zum Bewusstsein des Meisters besteht, ist der Schüler in der Lage, die Kundalini für spezielle Zwecke einzusetzen. Die Verbindung mit einem Meister steigert definitiv die Potenz des Kundaliniflusses im Körper. Durch den Eintritt in die „Weiße Bruderschaft“ verbindet sich die Kundalini der Bruderschaft mit der des Schülers, wodurch eine weitere Stimulation erfolgt.

Im alten Indien, in Griechenland und Ägypten wurde die Kundalini durch einen Thyrsusstab künstlich stimuliert. Arundale beschreibt diesen „Thyrsus“ als einen Stab von zylindrischer Form, ca. 61 cm lang und mit einem Durchmesser von 2,5 cm – ähnlich einem Lineal und aus glänzendem weißen Metall bestehend. Dieser Stab durfte nur von jemandem geführt werden, der mit der Kundalinikraft vertraut ist. Angesetzt wird dieser Stab an der Basis des Rückgrats. Von dort wird  er entlang dem natürlichen Verlauf der Kundalini hochgezogen, wobei die Kundalinbi dem Stab folgt wie Eisen einem Magneten. In der heutigen Zeit wird der „Thyrsus“ nur für spezielle Kundalini-Erweckungen eingesetzt.

Quellen: Beatrice Flemming „Das Theosophische Weltbild“ Bd. 1 – 3. C.W. Leadbeater „Die Chakras“,

George S. Arundale „Kundalini“, Geoffrey Hodson „Die Engel und die Entwicklung des Lebens“

 

 

 

"In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst."

Augustinus

Stäbe der strömenden Feuer

Von Diamanten bilderalters her gelten Stäbe als Symbol der Macht, kennzeichnen Ämter und gehören zu den Krönungsinsignien von Herrschern. Ihr Ursprung liegt in Wesen und Eigenart der Elektrizität. Die auf der physischen Ebene wohl bekanntesten Stäbe sind die Zepter der Kaiser und Könige, deren verborgener Sinn darin liegt, die untergebenen Regierungsmitglieder dynamisch zu stimulieren, damit sie motiviert sind, ihrem jeweiligen Volk entsprechend zu dienen.

Grundsätzlich dienen die Stäbe der Feuerströme der Beschleunigung der Menschheitsentwicklung. Geladen sind sie mit Fohat, das aus dem elektrischen Feuer und jenem der Materie besteht.

Vier verschiedene Arten von Stäben gibt es, die meistens bei den individuellen Einweihungen eingesetzt werden:

  1. Die sogenannten kosmischen Stäbe werden von einem kosmischen Logos bei der Einweihung eines solaren Logos oder eines der drei höchsten Planetenlogoi verwendet. Da ihre Wirkung weit jenseits menschlicher Fassungskraft liegt, ist ihre Anwendung weitestgehend unbekannt.
  2. Die Stäbe der Systeme finden bei der Einweihung der planetarischen Logoi durch den solaren Logos ihre Anwendung. Genau wie die Einweihungen eines Sonnenlogos übersteigt auch die Einweihung eines planetarischen Logos unser menschliches Fassungsvermögen. Lediglich durch die Wirkung im System ist der Mensch in der Lage, eine Veränderung zu erkennen - wobei der Mensch nur einer winzigen Zelle in diesem Organismus entspricht.
  3. Die planetarischen Stäbe werden von den Planetenlogoi geführt. Ihren Einsatz finden sie ab der dritten Einweihung. Bei dieser Einweihungsform führt der Sanat Kumara den Stab der Kraft, der mit der elektrischen Kraft des Sirius geladen ist. Unser Logoi erhielt seinen Stab der Kraft während des zweiten Schöpfungsabschnitts aus der Hand jenes Wesens, das das Oberhaupt der Herren des Karmas ist. Dieses Wesen ist der Siegelbewahrer des Gesetzes der Manifestation. Ferner vertritt es im solaren System die Bruderschaft des Sirius, deren okkulte Hierarchie auf allen Planeten präsent ist. Der Sonnenlogos dient als Vermittler zwischen jenem Wesen und den Planetenlogoi, welches ihnen mittels eines geheimen Wortes die Kraft verleiht, die elektrische Kraft heranzuziehen, die für die Aufladung bei der Einweihung vonnöten ist. Ferner macht es ihn vertraut mit den spezifischen Geheimnissen des jeweiligen Planetensystems.
  4. Die hierarchischen Stäbe kommen bei den niederen Einweihungen sowie bei den ersten zwei manasischen Einweihungen durch den Bodhisattva zum Einsatz. Gemeint ist hiermit die Erhebung der Menschen vom Tierreich in das Menschenreich während des lemurischen Zeitalters. Durch den elektrischen Stab wurde deren mentales Bewusstsein geweckt.

Alle Stäbe rufen folgende Effekte hervor:

       - das Entzünden des latenten Feuers bis zum Lodern

       - die Zusammenziehung der Feuer durch okkultes Wirken, das die unterschiedlichen Feuer in jeden Bereich bringt

       - die Verstärkung der Vibration bestimmter Zentren im Menschen, Adepten und Sonnenlogos

- die Ausdehnung aller Körper, insbesondere des Kausalkörpers

- die Entfachung des Kundalini-Feuers mit seinen aufsteigenden Tendenzen im menschlichen Körper.

Die Kraft der Stäbe ist dual und von ungeheuerlicher Macht. Aufgrund des Gesetzes der Elektrizität wird bei den Einweihungen jeweils ein Dreieck gebildet, bestehend aus dem Initiator und zwei Meistern, um die Wucht der Stromspannung zu mildern und das Verletzungsrisiko zu minimieren. Die beiden Meister vertreten dabei die zwei elektrischen Pole des Alls.

Die erste und zweite Einweihung auf Erden werden durchgeführt durch den Bodhisattva, derzeit Lord Maitreya, dessen Stab durch einen flammenden Diamanten magnetisiert ist. Er ist der einzige größere Stab unseres Planeten. Individuell aufgeladen wird der „Stab der Macht“ für jeden neuen Weltenlehrer durch eine Berührung mit dem Stab des Sanat Kumara, den dieser von der Venus mitbrachte. Der „Stab der Macht“ existiert seit Anbeginn unserer planetarischen Hierarchie. Aufbewahrt wird er im jeweiligen Weltenzentrum, dem Aufenthaltsort des Sanat Kumara, ehemals als Shangri-La oder Shamballa bekannt.

Während dieser zwei Einweihungen ist der Sanat Kumara nur als aufblitzender Stern präsent. Diese Einweihungen finden im Kausalkörper des Einzuweihenden statt. Der „Stab der Macht“ besteht aus einer geraden und zwei  weiteren sich windenden Schlangen. Die Dreifaltigkeit dieses Stabes symbolisiert u.a. die drei göttlichen Ausgießungen bzw. die Wirbelsäule mit ihren drei Nadis. Wenn während der Einweihungen die elektrischen Kräfte angezogen werden, rotiert der flammende Diamant um seine eigene Achse.

Ab der dritten Einweihung amtiert der Sanat Kumara selbst und tritt in unmittelbare Berührung mit dem Initiaten. Der von ihm hierfür geführte Stab wird in der Literatur als „Der Feurige Diamant“ bezeichnet. Dieser Diamant ist deutlich größer als jener im obengenannten Stab des Bodhisattva.

Während der sechsten und siebten Einweihung werden durch Vermittlung des Logos sogar Kräfte von außerhalb des Sonnensystems über den „Feurigen Diamant“ übertragen. Dieser Stab wird an einem geheimen Ort im Osten aufbewahrt, der nur dem Sanat Kumara selbst und den 7 Chohans (leitenden Meistern) der 7 Strahlen bekannt ist und das latente Feuer der Weisheitsreligionen enthält.

Neben den höheren irdischen Einweihungen wird "Der Feurige Diamant" auch bei der Durchführung von Festivitäten auf dem inneren Plan eingesetzt sowie zur Magnetisierung bestimmter Örtlichkeiten auf der Erde. Diese Magnetisierungen nimmt der Sanat Kumara aus folgenden Gründen vor:

  • zur Unterstützung des Manus (zuständig für die Entwicklung der Menschentypen)  um z.B. einen Anziehungspunkt für eine Nation zu kreieren
  • für den Bodhisattva (Weltenlehrer), um z.B. den Grundton einer Religion hervorzubringen
  • für den Mahachohan (zuständig für strahlenspezifische Tendenzen), um z.B. zwei Zentren für die Organisation der Freimaurer zu gründen, wovon eines in Zentraleuropa liegt.

Die Aufladung dieses Stabes erfolgt einmal pro Weltenperiode durch den Stab des Sonnenlogos. Ähnlich dem Stab des Bodhisattva besteht er aus drei Schlangen, deren spiralförmige Verquickung jedoch erheblich komplizierter ist. An seiner Spitze befindet sich "Der Feurige Diamant" mit seiner unbeschreiblichen Aura.

Je nach Einweihung entsteht ein Widerschein zwischen den verschlungenen Schlangen und bewirkt die Illusion, als vollzöge der Diamant eine Auf- und Abwärtsbewegung. Zur selben Zeit dreht sich die Schlange um sich selbst sowie um die beiden anderen Schlangen und bietet dadurch ein Schauspiel außerordentlicher Schönheit.

Der vom Sonnenlogos geführte Stab wird auch als das „Siebenfache Flammende Feuer“ bezeichnet. Erhalten hat ER ihn durch den Herrn des Sirius. Anwendung auf unserem Planeten findet er nur in Fällen absoluter Not. In unserer Vergangenheit wäre der Stab bereits zweimal fast zum Einsatz gekommen: einmal in Atlantis und das zweite Mal im dritten Jahr des 2. Weltkrieges.

Seine Anwendungen sind für uns Menschen nur schwer nachvollziehbar. So wird dieser Stab u.a. bei Gruppeneinweihungen sowie kosmischen Einweihungen eingesetzt. Aufbewahrt wird er in der Sonne und nur zu Beginn der einhundert Brahmanenjahre aufgefrischt. Die Stromspannung dieses Stabes besteht aus reiner Fohatkraft, während die niederen Stäbe gesonderte Fohatkräfte vermitteln.

Quelle: Alice A. Bailey „Eine Abhandlung über kosmisches Feuer“ - Alice A. Bailey „Initiation“

 

 

 

"Die Seele ist das Prinzip, das lebende Wesen organisiert.

Die Seele ist ein grundlegendes organisierendes Prinzip der Natur, unsichtbar,

vergleichbar mit einem magnetischen Feld.

Und genau das ist die Ursache für die Entstehung und den Wandel der Dinge."

Rupert Sheldrake

Lebensströme - das Prinzip der Evolution

Ursache der Schöpfung

Die gesamte Schöpfung - Leben, Energien, Materien, egal, auf welcher speziellen Schwingungsfrequenz jeweils -  sind Ausdruck oder Emanation des solaren LOGOS (griech. "Logos" = "Wort") und gleich IHM ihrer Essenz nach geistiger Natur. Unser Sonnenlogos oder Gott, den wirklich zu erfassen jenseits unserer menschlichen Entwicklungsstufe liegt, können wir uns als einen universellen, unendlichen, lebendigen, schöpferischen Geist vorstellen.

Wie alle anderen Lebensformen auch, ist der Mensch Ausdruck desselben Prinzips und damit unsterblich. Zu Gott oder dem LOGOS verhält er sich wie z.B. ein Wassertropfen zum Meer. Wie jedoch z.B. in einem Apfelkern bereits der ganze künftige Baum mit seinen sämtlichen Reife- und Entwicklungsprozessen angelegt ist, so wohnt jeder Lebensform ein Evolutionsplan inne, d.h. jedes Lebensquantum ist dazu berufen und so angelegt, dass es im Laufe seiner Evolution geistige Höhen erreicht, die wir uns auf unserer derzeitigen menschlichen Entwicklungsstufe überhaupt nicht vorzustellen vermögen.

Lebensquantum und Lebensform

Der britische Naturforscher Charles R. Darwin (1809 – 1882) entwickelte seine Evolutionstheorie hinsichtlich der Entstehung der verschiedenen Arten und ihrer Auslese. Seine Forschungsergebnisse sind durchaus noch immer aktuell, insofern man sie auf die Evolution der jeweiligen Lebensformen bezieht. Nicht zutreffend sind sie allerdings hinsichtlich der die Formen beseelenden Lebensquanten, denn

-     ein Lebensquantum, egal auf welcher Entwicklungsstufe es sich befinden mag, ist geistiger und damit unsterblicher Natur, während

-     die Lebensform, die ein Lebensquantum vorübergehend bewohnt, den Gesetzen der Sterblichkeit unterliegt.

Die Grundsubstanz der Lebensformen in Gestalt von (von unten nach oben) zur Involution gehörenden grobphysischen, ätherischen, astralen und mentalen Partikeln ist jedoch ebenfalls unsterblich und wie alles andere auch in Entwicklung begriffen. Das heißt: die jeweilige Form ist sterblich, deren Bestandteile hingegen nicht, sondern diese qualifizieren sich beim Aufbau von Bewusstseinsträgern durch die sie bewohnenden Lebensquanten. Sterblich ist also jeweils nur der jeweilige Körperverbund, nicht jedoch dessen Bestandteile.

Der dreifältige LOGOS streut zu allen Zeiten „Lebenssaat“ aus, die sich immer tiefer in die materiellen Welten hinein differenziert, dabei qualifiziert und sich immer mehr in Materien verschiedenster Frequenzen „einwickelt“. Dieses Geschehen bezeichnet man treffenderweise als „Involution“ (von lat. „involvere“ = „einwickeln“). Auf das Involutionsgeschehen soll an dieser Stelle nicht näher eingegngen werden, sondern wir wollen uns hier mit dem Aufstieg des Lebens und seinen Stufen beschäftigen.  Der Wendepunkt bzw. Übergang von der Involution zur Evolution, dem Aufstieg der Lebensquanten, befindet sich im Mineralreich. („Evolution“ von lat. „evolvere“ = „entwickeln“).

7 Lebensströme

Wieso sich unser LOGOS hinsichtlich SEINER Schöpfung u.a. für die Sieben (7) als Ordnungszahl entschieden hat, liegt jenseits unseres Beurteilungsvermögens. Die Zahl 7 gilt bekanntlich in vielen Kulturen als heilig. In esoterischen Überlieferungen, die „so alt wie die Welt“ sind, heißt es, dass alles Leben in sieben unterschiedlichen Entwicklungslinien oder –strömen zur göttlichen Quelle zurückkehrt. Während seines Evolutionsprozesses qualifiziert es sich zu immer höheren geistigen Entwicklungsstufen und kehrt also unendlich erweitert zurück zu seinem eigentlichen Ursprung, von dem es Teil ist, und dessen Potential es gleichfalls mit seiner Entwicklung weiter „anreichert“.

Von den sieben möglichen Lebensströmen sind uns als esoterischen Schülern allerdings lediglich  zwei bekannt; wie die anderen fünf verlaufen mögen und um welche Lebensquanten und -formen es sich dabei überhaupt handelt, bleibt uns auf unserer menschlichen Entwicklungsstufe schlicht und einfach verborgen.

Der eine uns bekannte Evolutionsweg bezieht sich natürlich auf uns selbst. Bevor wir die menschliche Stufe erreichten und zu einem Individuum wurden, indem sich unser Lebensquantum von einer tierischen Kollektiv- oder Gruppenseele durch die Ausbildung eines Kausalkörpers abspaltete, durchliefen wir die darunterliegenden Naturreiche (von unten nach oben) Mineral, Pflanze, Tier (Säugetier; Fische und Vögel mit Ausnahme der sogenannten „Sprechvögel wie Papageien etc. gehen den Parallelweg).

Das dahinterstehende regelnde Prinzip besagt, dass, sobald ein Lebensquantum in einer Lebensform ausgelernt hat, es in die nächst höhere versetzt wird, um weitere Erfahrungen zu sammeln.

Bei dem uns bekannten Entwicklungsweg parallel zu unserem eigenen handelt es sich um die Deva-Evolution. Die verschiedenen Stufen sind der Grafik „Die Entwicklung des Lebens“ weiter unten zu entnehmen.

Unser menschlicher Evolutionsweg ist in der Grafik rechts abgebildet und bezieht sich ausschließlich auf das Element „Erde“, während die vielfältige Parallel-Evolution den linken Teil der Grafik einnimmt. Wie dort zu sehen ist, gehen Vertreter dieser Evolutionslinie sowohl aus dem Element „Erde“ als auch „Wasser“ hervor. Die weiteren Elemente „Luft“ sowie „Feuer“ kommen erst auf höherer Entwicklungsstufe ins Spiel.

Von der Alge zum Solaren Engel

Als ein Beispiel von unzähligen Möglichkeiten sei hier zur Verdeutlichung des zugrundeliegenden Evolutionsprinzips der Entwicklungsweg einer Sylphe geschildert:

Als ein Lebensquantum, das die Lebensform „Alge“ bewohnte, in dieser Behausung nichts Neues hinzulernen konnte, wurde es in die nächsthöhere Lebensform versetzt, d.h. nunmehr bewohnte und beseelte es z.B. die Lebensform „Koralle“. Dort reicherte es seinen Erfahrungsschatz entsprechend an, und als es nichts weiter zu lernen gab, erfolgte die nächste Versetzung: nunmehr wurde das betreffende Lebensquantum z.B. zur beseelenden Essenz der Lebensform „Octopus“. Als es auch in dieser Behausung ausgelernt hatte, setzte es seinen Evolutionsweg in der Lebensform „Fisch“ fort. Als auch dort wiederum alles zu Lernende gelernt worden war, wurde es zum belebenden Prinzip eines Wassergeistes – z.B. einer Undine und hatte damit überhaupt keinen grobphysischen Körper mehr, sondern sein unterster Bewusstseinsträger war ätherisch. Und der Evolutionsprozess setzte sich fort, indem die nächste Lebensform „Wolkengeist“ bezogen wurde. Der unterste Bewusstseinsträger eines Wolkengeistes ist noch feiner als ein ätherischer und wird als „überätherisch“ bezeichnet. Die nächste Entwicklungsstufe wurde erklommen, indem die Versetzung in die Lebensform „Sylphe“ anstand mit einem untersten Bewusstseinsträger aus Astralmaterie. Bis hierhin gehörte das Lebensquantum jeweils zu einer Kollektiv- oder Gruppenseele. Vor der Versetzung in die nächst höhere Lebensform „Deva“ (= Engel) erfolgte nun jedoch etwas Erstaunliches: das beseelende Lebensquantum der Lebensform „Sylphe“ hatte sich dermaßen qualifiziert, dass es sich von seiner Gruppenseele abspaltete und zu einer Individualseele wurde. Ab dieser Stufe vollzog sich die Entwicklung in immer höhere Daseinsformen als Deva, wobei auf der nächst höheren Stufe jeweils der vorherige niedrigste Bewusstseinsträger aufgegeben wurde. Schließlich hatte das Lebensquantum, das als Alge seine Evolution begonnen hatte, die Stufe Solarer Engel erreicht.

 

Glänzender Aufstieg

Der parallel zu unserer eigenen Evolution verlaufende Entwicklungsweg der Devas oder Engel ist also nicht weniger lang oder „aufwendig“ als unser eigener, nur hinsichtlich "Art und Weise" und Betätigungsfeld völlig anders geartet.  Es heißt, dass uns die Devas dafür bewundern, dass wir uns als Menschen so tief in die Materie verstricken (müssen). Sofern es die Aufgaben erfordern, ist auf hoher Stufe ein Wechsel vom Deva- ins Übermenschenreich oder umgekehrt möglich.

Das Buch "The Hidden Side of Things" von C.W. Leadbeater liegt auch in deutscher Übersetzung vor: " Der Alltag aus spiritueller Sicht", Aquamarin-Verlag, Grafing

 

 

„Nun sollt ihr von den heiligen Strömen erfahren und von dem alten Weg, sie zu durchqueren; so werdet ihr im Licht des Himmels baden, und alle Dinge werden euch entdeckt werden von denen vorher nur geträumt wurde."

Evangelium der Essener

Die heiligen drei Ströme

Im Kosmos regeln dieselben Gesetze das größte wie das kleinste Geschehen. Als unsterbliche Seele inkarnieren wir Menschen bis zum Übergang in höhere Daseinsformen zyklisch auf der Erde. Der menschliche Bewusstseinsbrennpunkt pendelt dabei also zwischen Diesseits und Jenseits. Dieses Geschehen vollzieht sich  im Kleinen analog zu  den großen kosmischen Gesetzmäßigkeiten: Die Zeitspanne, zu denen ein Universum manifestiert ist, wird als Mahamanvantara (sanskr. „großes Weltenjahr“ = 4,32 Milliarden Jahre), die darauf folgende Ruhephase als „Pralaya“ (sanskr. „Weltennacht“) bezeichnet. Während eines „Pralayas“ hat sich das Weltensystem völlig aus der äußeren räumlichen Offenbarung zurückgezogen.

Vom Logos heißt es, dass ER, wenn es IHN nach Beendigung eines Pralayas wiederum zur Verkörperung in Gestalt eines neuen Universums drängt, mittels seines Willens das Nichts verdrängt, indem er seinen „Atemblasen“ (siehe: Das Gelbe vom Ei Nr. 4 - "Der Atem des Sonnenlogos" -  oder wie entsteht Materie?) gewisse Bahnen aufzwingt. Diese göttliche Gedankenschwingung ruft einen Strom ins Leben, der sich sowohl als Licht als auch als Klang manifestiert. Aus diesem Strom geht letztendlich die gesamte Schöpfung hervor. Der von der göttlichen Quelle ausgehende Licht- und Klangstrom begibt sich immer weiter in den Raum hinein und dabei modifizieren sich seine Frequenzen. Auf diese Art und Weise entstehen verschiedene Ebenen unterschiedlicher Schwingung.

Schließlich bringt der Licht- und Klangstrom auch das physische Universum hervor. Die grobphysische Materie weist die niedrigste Schwingungsfrequenz auf; sie ist so dicht, dass sie uns Menschen als feste Materie erscheint. Allmählich jedoch erkennt auch die Physik, dass das, was wir für feste Materie halten, in Wirklichkeit tanzende Energiepartikel sind. Das Innerste selbst der dichtesten Materie ist aus Licht und Klang bestehende Energie. Vom Vorgang der Atomspaltung her ist bekannt, dass es dabei zu einer Explosion von Licht und Klang kommt.

Dieser sämtliche Welten erschaffende vom Logos ausgehende Licht- und Klangstrom fließt letztendlich wieder zu IHM zurück, indem alles, was aus IHM hervorgegangen ist, in erweiterter Form zu IHM zurückkehrt.

Die Essener-Schriften

Während seines Studiums im Vatikan im Jahre 1923 übersetzte Dr. Edmond Bordeaux Székely mehrere aramäische und hebräische Texte. Eine aramäische Übersetzung des „Essener Evangeliums des Friedens“ und des „Essener Buchs der Offenbarung“ fand er in der Vatikan-Bibliothek, während er im Skriptorium des Benediktinerklosters von Monte Cassino den hebräischen Urtext des „Essener Evangelium des Friedens“ ausgrub. In diesen Texten sprechen Jesus und andere Meister über die Geheimnisse der Engel, des Lichts, der Klänge und das ganze Leben.

In keiner überkonfessionellen Schrift wird so klar und präzise auf das Licht- und Tonprinzip hingewiesen wie in diesen Essener-Schriften. Die Essener oder Essäer (von aram. „asai“ = „heilen“) waren eine spirituelle Gemeinschaft im antiken Judentum vor der Zerstörung des Tempels von Jerusalem im Jahre 70 nach der Zeitenwende. Von Plinius dem Älteren ist uns ein geografischer Bericht überliefert, wonach die Essener am Westufer des Toten Meeres siedelten. Sie gelten als die Bewohner von Qumran, denen auch die berühmten „Schriftrollen vom Toten Meer“ zugeschrieben werden.

In den von Dr. E. Bordeaux-Székely übersetzten Essener-Schriften erfahren wir von drei heiligen Strömen:

  1. dem heiligen Strom des Lebens
  2. dem heiligen Strom der Töne
  3. dem heiligen Strom des Lichts

und für die drei Tageszeiten Morgen, Mittag, Abend werden in geradezu poetischen Worten folgende Ritual- bzw. Meditationsanweisungen gegeben, die für esoterische Schüler durchaus eine Betrachtung wert sind:

Morgens

Der Zeitpunkt des Sonnenaufgangs gilt als heiliger Moment in der Schöpfung, der sich jeden Morgen neu vollzieht. Kurz zuvor beginnen die Vögel ihren Gesang, preisen die Schöpfung und begrüßen die aufgehende Sonne als Spenderin allen Lebens. Nun sei es auch Zeit für den Menschen, so heißt es in den besagten Schriften, bewusst den heiligen Strom des Lebens zu betreten: „Während der Stunde der aufgehenden Sonne, kurz bevor die Engel der Erdenmutter Leben in die noch schlafende Erde einhauchen, jetzt betretet ihr den heiligen Strom des Lebens…..“

„Bruder Baum“, den der Mensch, der sich bei diesem Ritual unter freiem Himmel aufhält, in Gedanken  zu umarmen geraten wird, wird dabei als Träger des Geheimnisses dieses heiligen Stroms bezeichnet. Bei diesem Akt der Zuwendung zu "Bruder Baum" durchströmt die Kraft des heiligen Stroms des Lebens den ganzen menschlichen Körper. Dann sei es, so heißt es weiter, Zeit, tief einzuatmen und beim Ausatmen das Wort „Leben“ zu denken oder auszusprechen. Auf diese Weise werde der Mensch selbst zum Baum des Lebens, der seine Wurzeln tief in den heiligen Strom des Lebens senkt. Gleich der von der Sonne erwärmten Erde und allem Leben, das sich am neuen Tag erfreut, werde der menschliche Körper durch diesen heiligen Strom des Lebens erfrischt und zu neuen Taten stimuliert.

Mittags

Sobald die Sonne hoch am Himmel steht, empfiehlt es sich, so lautet die Anweisung, den heiligen Strom der Töne zu suchen. Zur Mittagszeit und – in südlichen Breiten evtl. Mittagshitze - verhalten sich alle Lebewesen ruhig und suchen ggf. den Schatten. Auch die „Engel der Erdenmutter“ verhalten sich zu diesem Zeitpunkt für einen Moment still. Das sei der richtige Zeitpunkt, um den heiligen Strom der Töne in die Ohren einzulassen, denn er könne nur in der Stille vernommen werden: „Denkt an die Ströme, die nach einem plötzlichen Sturm in der Wüste entstehen und an das dröhnende Geräusch der Wasser, wenn sie vorbeifließen. Wahrlich, dies ist die Stimme Gottes, wenn ihr es noch nicht wusstet. Denn so, wie es geschrieben steht: Am Anfang war der Klang, und der Klang war bei Gott, und der Klang war Gott……….. Wenn wir geboren werden, betreten wir die Welt mit dem Klang Gottes in den Ohren……… Es ist der heilige Strom des Klanges, der die Gewölbe der Sterne durchquert und das endlose Reich des Himmelsvaters durchläuft. Er ist immer in unseren Ohren, obwohl wir ihn nicht hören…… Lauscht nach ihm in der Stille des Mittags, badet in ihm und lasst den Rhythmus der Musik Gottes in euren Ohren trommeln, bis ihr mit dem heiligen Strom des Klanges eins geworden seid. Es war dieser Ton, der die Erde und die Welt formte…… Ihr werdet im Strom der Klänge baden. Dann atmet tief ein und werdet selbst zum Klang, auf dass der heilige Strom des Klanges euch zum endlosen Reich des Himmelsvaters trage, dort, wo der Rhythmus der Welt sich erhebt und fällt.“

Abends:

Sobald es dunkel wird, lautet die Empfehlung, sollte auch der Mensch sich zur Ruhe begeben, damit sich das menschliche Bewusstsein in höhere Ebenen verlagern kann. Während des Schlafzustandes vitalisiert der Ätherkörper den ruhenden physischen Bewusstseinsträger.  Das Bewusstsein hingegen ist ausgezogen und kennt auf der anderen Seite des Daseins keinerlei Müdigkeit. Kurz vor dem Einschlafen empfiehlt sich, der hellen und prächtigen Sterne zu gedenken, weil die menschlichen Gedanken dem Bogen eines geübten Schützen gleichen, der seinen Pfeil überall hin schießen kann. Der Grund für diese Empfehlung ist, dass sowohl die Sterne als auch der himmlische Vater Licht sind, Licht, heller als tausend Sonnen: „Betretet den heiligen Strom des Lichts, auf dass die Fesseln des Todes auf immer ihren Griff verlieren und von der Bürde der Erde befreit, den heiligen Strom des Lichtes durch die blendende Herrlichkeit der Sterne in das endlose Reich des Himmelsvaters erheben….. Entfaltet eure Flügel des Lichts und das Auge eurer Gedanken… Denn am Anfang aller Zeiten, so sagt das heilige Gesetz, lasst Licht sein, und da war Licht. Und ihr werdet eins damit sein, und die Macht des heiligen Lichtstromes wird euren ganzen Körper erfüllen….“

Beim Einatmen, so wird uns geraten, das Wort „Licht“ zu denken: „….. und ihr werdet selbst Licht, und der heilige Strom wird den Menschen zum endlosen Reich des Himmelsvaters tragen und sich dort auflösen im ewigen Meer des Lichts, das alle Schöpfung hervorbrachte. Denn der menschliche Körper wurde nicht nur zum Atmen, Essen und Denken geschaffen oder dazu, menschliche Worte zu hören oder Vogelgesang oder die Musik des fallenden Regens, sondern auch für das Hören des heiligen Klangstromes.“

Die menschlichen Augen wiederum wurden nicht nur geschaffen, um den Auf- und Untergang der Sonne und andere Dinge der Schöpfung zu bewundern, sondern auch, um den heiligen Strom des Lichtes wahrzunehmen. Eines Tages werde der menschliche Körper samt Ohren und Augen zur Erdenmutter zurückkehren. Die heiligen Ströme des Lebens, des Klanges und des Lichts hingegen wurden niemals geboren und können deshalb niemals sterben: „Betretet die heiligen Ströme, jenen des Lebens, des Tones und des Lichts, das euch erschuf, auf dass ihr im Reich des Himmelsvaters ankommt und eins mit ihm werdet, so wie sich ein Fluss in das entfernte Meer ergießt.“

Quelle: Székely:  „Essener-Schriften“

 

 

“Auf die Absicht aller Dinge, nicht auf den Erfolg blickt der Weise.“

Seneca

„Das Rosenkreuz, ein ewig Werden“

Die Symbolik

Die Rose steht als Symbol für das Weibliche schlechthin. Sie symbolisiert die Natur, die nährende Mutter Erde, die Göttin Isis, die Mutter der Welt. Sie steht für Feminismus genauso wie für Fruchtbarkeit. Ihre Dornen wiederum sind das Symbol für das geheime Wissen. Bei der Darstellung einer sich von unten nach oben windenden Rose handelt es sich um das Symbol für die Kundalini, die erdeigene Kraft.

Das Kreuz steht für das Leben. Sein vertikaler Arm deutet den absteigenden Geist, den positiven Pol an, der horizontale Arm dagegen die rezeptive Materie, den negativen Pol. In der Mitte des Kreuzes treffen die vier Arme zusammen und versinnbildlichen den aktiven schöpferischen Prozess, den Grund für die Emanation und Ausformung des Universums.

Die Vereinigung der Rose als feminines Prinzip mit dem Kreuz als maskulines Prinzip bringt die Dualität hervor – die schöpferische Lebenskraft, die Zusammenführung der Liebe und des Willens.

Mittelalter und Renaissance

Das europäische Mittelalter war eine Periode, in der die menschliche Imaginationskraft aktiver als zur heutigen Zeit war. Das Übersinnliche, die metaphysische Seite der Dinge war den Menschen näher. Das führte zu vermehrtem Glauben, jedoch auch zu mit Ängsten verbundenem Aberglauben. Auf der Astralebene spiegelten sich diese verstärkten Aktivitäten wider.

Menschen mit geistigen Erkenntnissen und den daraus resultierenden Fähigkeiten bezeichnete man damals u.a. als Rosenkreuzer, Alchemisten oder Adepten. Die wahren „Brüder vom Goldenen und Rosenkreuz“ stellen jedoch eine rein geistige Gesellschaft karmafreier Menschen dar. Hierbei handelt es sich um sogenannte Eingeweihte, die mindesten die 4. Einweihung erreicht haben. Diese unterliegen nicht mehr dem Verkörperungszwang, können jedoch, sofern es ihre Aufgaben erfordern, einen physischen Körper annehmen. Die Geschichte dieser wahren Rosenkreuzer darf nicht veröffentlicht werden und ist nur Initiierten durch die Akasha-Chronik zugänglich.

Bekannt wurde dieser Orden erst durch zwei im Jahre 1614 erschienene Schriften, die aller Wahrscheinlichkeit nach derselben Feder entstammen:

„Allgemeine und General Reformation der ganzen weiten Welt“

„Fama und Fraternitas des Löblichen Ordens des Rosenkreutzes an alle Gelehrte und Häupter Europas geschrieben“. 

Diese Werke erschienen zur Zeit der Renaissance. Deutschland wurde überrollt von einer Schwemme von Menschen auf  religiöser Suche, von Fanatikern, Mönchen, Nonnen, Wahrsagern, Alchimisten, und selbsternannte Heilsbringer haben Hochkonjunktur. Die Menschen jener Zeit waren geradezu süchtig nach den Geheimnissen der Natur.

Ziel der Schrift „Allgemeine und General Reformation der ganzen Welt“ war, die Weltreformer zu verspotten, die daran glaubten, mit einem Schlag die Welt verbessern zu können. Diese Schrift, bei der es sich um die Übersetzung eines Buches von „Boccalini Ragguali di Parmoso“, dem Lieblingsautor des Verfassers, handelt, macht immerhin klar, dass jeder Mensch hinsichtlich angestrebter Veränderungen bei sich selbst beginnen müsse.

Die „Fama Fraternitas“ weist die Unzulänglichkeiten der Forschung im Bereich der Naturwissenschaften und theologischen Ansichten  der Zeit auf. Sie macht sich lustig über die Idee, dass die Umwandlung von niederen Metallen in Gold ein chemischer Vorgang sei. Dennoch beinhaltet sie wahre rosenkreuzerische Grundsätze und Regeln. Ferner enthält sie die Geschichte des Christian Rosenkreuz, eine allegorische Biographie.  

Um 1615 wurde die „Fama Fraternitas“ um das „Confessio“ erweitert. Letzteres bestätigt noch einmal die Existenz der Bruderschaft und stellt die zukünftige Enthüllung von Geheimnissen in Aussicht. Bis zur Verifizierung der Versprechen verweist sie jedoch auch auf die Bibel.

Johann Valentin Andrae

Viele Anhänger dieser Johann Valentin Andrae (17.8.1538 in Herrenberg geboren) zugeschriebenen Schriften begriffen jedoch nicht, dass es sich hierbei lediglich um Allegorien handelte mit dem Zweck, die Wahrheit in fiktiver Form darzustellen. Der Freimaurer und Mitglied des Golden Dawn A.E. Waite sowie der Theosoph C. W. Leadbeater bezweifeln, dass die zwei letztgenannten Werke aus der Feder von J.V. Andrae stammen. Einer der Gründe hierfür liegt im jungen Alter, in dem er es geschrieben haben soll.

Johann Valentin Andrae enstammte einer lutherischen Pfarrerfamilie, wobei seine Mutter als kräuterkundig galt. Nach dem Tod des Vaters 1601 zog die Familie nach Tübingen, wo J.V. Andrae zwischen 1602 – 1605 die Freien Künste studierte. Er schrieb zwei Bühnenstücke nach dem englischem Vorbild Francis Bacons (Meister des 7. Strahls). Ab 1606 widmete er sich vermehrt der Theologie und der Mathematik, bis er 1609 angeblich wegen eines Studentenstreichs die Universität verlassen musste.

Danach reiste der diverser Sprachen mächtige J.V. Andrae durch Europa, besuchte Italien, Österreich, Frankreich und die Schweiz. Im Jahr 1611 kehrte er nach Tübingen zurück. Im selben Jahr lernte er in Genf Johannes Calvin kennen, einen Kirchenreformer französischer Abstammung und Begründer des Calvinismus. 1612 studierte J.V. Andrea für ein halbes Jahr in Padua/Italien. 1614 brachte er sein Studium als Diakon zum Abschluss und heiratete noch im selben Jahr Elisabeth Grüninger, mit der er neun Kinder zeugte. Die Familie zog nach Vaihingen, wo J.V. Andrea als Diakon tätig war. 1615 schrieb er unter dem Pseudonym „Huldrich Strackmann“ das Buch „Ein Geistlich Gemäld“ wodurch er zum Wegbereiter der Kabbalistischen Lehrtafeln in  Teinach wurde.

Berühmte Schriften der Rosenkreuzer

Im Jahre 1619 entstand seine Schrift „Christianapolis“ entsprechend der „Utopia“ seines Vorbilds Thomas Mores (Kanzler unter Henry VIII. und englischer Meister) die Inkarnation eines wahren englischen Adepten. 1620 zog er als Superintendent nach Calw, wo er das Schul- und Sozialwesen und die Armenpflege reformierte. Immer wieder gründete er karitative Gesellschaften zur Unterstützung seiner Mitmenschen. 1638 muss er Calw völlig mittellos verlassen, nachdem sein Haus samt Bibliothek und Gemäldesammlung durch kriegerische Auseinandersetzungen einem Feuer zum Opfer fiel.  Unterkunft und Arbeit fand er in Stuttgart, wo er sich bis 1648 aufhielt. 1650 übernahm er die Leitung des ehemaligen Zisterzienser Klosters Bebenhausen, unweit von Tübingen. 1654 zog er nach Adelsberg nahe Stuttgart und übernahm die Leitung einer ev. Klosterschule. Im Juni des selbigen Jahres verstarb er im Alter von 68 Jahren.

Seine wohl wichtigste Publikation die Rosenkreuzer betreffend ist die „Chymische Hochzeit des Christian Rosenkreuz“, die er angeblich zwischen 1602 und 1603 geschrieben haben soll, jedoch erst 1616 verlegt wird. Insbesondere diese Schrift soll nach Franz Hartmann und H.P. Blavatsky die Wissenden verblüffen, da sie viel Wahres über die Rosenkreuzer birgt. Erkennen kann dieses verborgene Wissen jedoch nur der praktische Okkultist.

Die im Jahre 1618 erschienene Schrift „Sphinx Rosaceae“ lässt es als sehr wahrscheinlich erscheinen, dass J.V. Andrae gewisse originale Schriften zur Verfügung hatte. So ist davon auszugehen, dass Andreas von Carolstadt als Vorbild für seinen Ritter Christian Rosenkreuz diente. Dieser war zwar nie in Palästina gewesen, jedoch ein Kirchenreformer, von der Kirche gehasst und verfolgt. Ihm zur Seite standen 7 Mitstreiter, entsprechend den 7 Schülern in der „Fama Fraternitas“.

Das Symbol des Kreuzes und der Rose waren beliebte Symbole der Alchemisten und Theosophisten. Ferner findet es sich wieder im Wappen von J.V. Andrae: ein Kreuz und vier Rosen.

Madam Blavatsky hielt es für wahrscheinlich, dass J.V. Andrae zwar kein Rosenkreuzer, jedoch durch Inspirationen in der Lage war, diese Werke zu verfassen.

J.V. Andrae hatte nie beabsichtigt, eine Bruderschaft der Rosenkreuzer zu gründen. Er wollte lediglich den Blinden die Augen öffnen, die spirituellen Aspiranten auf den wahren Weg führen sowie den herrschenden Zeitgeist anprangern.

Bereits im Jahre 1622 gründete ein Christian Rose den ersten Rosenkreuzer Orden, selbstverständlich ohne Unterstützung der wahren Rosenkreuzer. 1660 rief der Apotheker Jacob Rose in Paris einen ähnlichen Orden ins Leben, der im Jahre 1674 aufgrund einer Massenvergiftung aufgelöst wurde.

Wie Franz Hartmann so treffend sagte:“ Der Mensch ist stets geneigt, das zu glauben, was er sich gerne wünscht, und jeder wünschte als Mitglied in jene geheime Gesellschaft aufgenommen zu werden“.

Die wahllose Aufnahme von Mitgliedern in die Rosenkreuzer Orden führte wie bei den Freimaurern zu einer Unterwanderung durch die Jesuiten. Durch Behauptungen dieser, im inneren Kontakt mit höheren Wesen zu stehen, veränderten sie von innen heraus deren Statuten.

Ein weiterer Gegenspieler der Rosenkreuzer-Orden waren die Illuminaten.  Die beiden Orden griffen sich gegenseitig an und haben nach Franz Hartmann irgendwie beide recht. Während die Rosenkreuzer durch ihre unterwanderten Orden die Menschen immer tiefer in den Aberglauben zogen, verbreiten die Illuminaten eine Wahrheit, die sie zwar nicht verstanden, die jedoch die Herrschaft der Priester untergrub und damit das Gesetz der Autorität. Solange die Menschen sich nicht selbst beherrschen können, muss dieses Gesetz sie führen.

 

Quellen: Franz Hartmann „Im Vorhof zum Tempel der Weisheit“, H.B. Blavatsky „Isis entschleiert“,

Geoffrey Hodson „Sharing the Light“, Helena Wegner “Weisheitsreligionen”,

C.W. Leadbeater “Freemansory and its Ancient Mystic Rites”, A.E. Waite: “Real History of the Rosicrucians”

 

 

 

"Nimmer vergeht die Seele, vielmehr die frühere Wohnung tauscht sie
mit neuem Sitz und lebt und wirkt in diesem.
Alles wechselt, doch nichts geht unter."

Pytharoras

 

Transformationen durch die Jahrhunderte -

ein Meister begleitet die Geschicke Europas

Aus theosophischer Sicht sind Meister Menschen, die geistig gesehen einen sehr hohen Entwicklungsstand erreicht haben und sich aufgrund der vollkommenen Tilgung ihres Karmas nicht mehr auf der Erde verkörpern müssen. Aus einem ehemals durchschnittlichen Mitglied der Menschheit ist somit ein „Übermensch“ geworden.

Der Grad einer solchen Meisterschaft, auch Adeptschaft genannt, ist nur durch folgende Anstrengungen erreichbar: kontinuierliche Arbeit am eigenen Charakter, ethische Grundeinstellung hinsichtlich der gesamten Schöpfung, Studium der Naturgesetze, Bereitschaft, der Menschheit zu dienen, das während vieler Inkarnationen erworbene Karma vollständig aufzulösen.

Der Gesamtumfang sämtlicher mit dem Vollkommenheitsgrad eines Meisters verbundenen geistigen Errungenschaften ist für einen Durchschnittsmenschen überhaupt nicht zu erfassen. Den spirituellen Überlieferungen zufolge gehen einer Adeptschaft (ca.) 777 Inkarnationen voraus. (ca.) 700 davon verbringt der Mensch als sogenannter Durchschnittsbürger; danach folgen (ca.) 70 Inkarnationen des Menschen als Esoteriker auf dem spirituellen Pfad zur Vollkommenheit. Die letzten 7 Inkarnationen stellen ein Opfer an die Menschheit dar als Erstattung der im  laufe der Evolution zu geistigen Höhen aus höherer Quelle empfangenen Hilfe.

Herr des 7. Strahls

Einer der Meister, der diesen Pfad erklommen und so manchen Grad gemeistert hat, soll hier – soweit bekannt – skizziert werden. Dieser Meister ist Leiter des 7. Strahls der rituellen Zeremonie, der Ordnung und Magie und somit ein Chohan, der mindestens 6 kosmische Einweihungen vollzogen hat. Neben der Leitung des 7. Strahls vertritt er regional gesehen den europäischen und - sofern man Alice Bailey Glauben schenken darf - auch den gesamten amerikanischen Raum in der Großen Weißen Bruderschaft. Seine Herkunft soll im Ungarischen liegen, zumindest befindet sich sein ehemaliges Familienschloss in den Karpaten. Ferner „firmiert“ er unter dem Titel „Herr der Zivilisation“, wodurch er eine gesteigerte Verantwortung auf sich genommen hat und zur Leitungsriege der geistigen Hierarchie der Welt zählt.

Manche seiner vergangenen Inkarnationen sind uns aus dem Geschichtsunterricht bekannt. Bezeichnet wird er meistens nach seiner letzten bekannten irdischen Verkörperung – der des Grafen Saint Germain.  Wann er die Meisterschaft erreichte und mit der Leitung des 7. Strahls betraut wurde, ist unbekannt. Lediglich der hellsichtige Schriftsteller und Astroge David Anrias behauptet, dass er seine Arhatschaft (ein Einweihungsgrad unterhalb desjenigen des Meisters) angeblich in England errang.

Albanus

Seine älteste uns bekannte Inkarnation fand als Albanus, Mitglied einer römischen adligen Familie zu Verulam (heute St. Albans) in England/Herfordshire statt. Verulam war damals die römische Hauptstadt auf der Britischen Insel. Als junger Mann zog es ihn zusammen mit seinem Freund, dem Mönch Amphibalus aus Carleon von Wales, nach Rom, wo er 7 Jahre verweilte. Dort erlangte er die Einweihung in die Freimaurerei und wurde mit den Mithras-Mysterien vertraut, einer Lehre die der Freimaurerei ähnelte. Zurück in seiner Geburtsstadt, übernahm er die Befehlsgewalt über die Festung und sorgte für eine Verbesserung der sozialen Missstände.  Er lehrte die Freimaurerei, in welche er die in  Frankreich erworbenen antiken Akzente einfügte. Durch den Einfluss seines Freundes Amphibalus wurde er Christ. Albanus wurde am 22.6.303 unter Diokletian enthauptet und war somit der erste Märtyrer Englands, welcher als St. Alban in die Geschichte einging. Beschuldigt wurde er, seinem Freund, dem Priester Amphibalus, in seinem Hause Schutz vor Verfolgung gewährt zu haben, sowie der Fluchthilfe mittels seines Mantels.

Diadochus Proklus

Bereits im Jahre 411 n.d.Ztwde. taucht er in Konstantinopel (heutiges Istanbul) in den Historien wieder als Diadochus Proklus auf. Im Alter von 19 Jahren ging er nach Athen, wo er mit dem Neuplatoniker Syrianos in Kontakt kam, welcher ihn mit dem Begründer der neuplatonischen Schule Plutarch von Athen bekannt machte, dessen Schüler er wurde. Als dieser bereits 2 Jahre später verstarb, komplettierte Syrianos seine Ausbildung. Im jungen Alter von 25 Jahren übernahm er nach dessen Tod die Leitung der Schule, welche er für ein halbes Jahrhundert bis zu seinem Tod im Jahre 485 inne hatte. Er zeichnete sich durch eine besonders schnelle Auffassungsgabe aus und war ein ungewöhnlich vielseitiger und fleißiger Schriftsteller. Es wird ihm nachgesagt, als Mystiker Visionen und geistige Träume empfangen zu haben. Ferner soll er kraft seiner Gebete Regen hervorgerufen und Erdbeben verhindert haben. Sein Gesamtwerk umfasst mehr als 50 Schriften, wovon viele noch heute existent sind. Darunter befinden sich Kommentare zu Dialogen Platons, theologische Werke - z.B. „Über Opfer und Magie“ - sowie Interpretationen zu Homer und Hesiod, Schriften über Mathematik und Hymnen. Als Vertreter des 7. Strahls verstand er es, die Werke und das Wirken Platons sowie der Neuplatoniker als ein geschlossenes System zusammenzufassen.

Grundlegend für seine Philosophie ist ein zyklisches Denken, was voraussetzt, dass jeder Wirkung eine Ursache vorausgeht, wobei die Entwicklung jedes Individuums stufenweise erfolgt. Das wiederum impliziert, dass jedem Wesen sowohl etwas überstellt als auch gleichzeitig unterstellt ist. Entwicklung setzt für ihn eine Trinität voraus: Verweilen, Fortschreiten und Rückkehr zum Ursprung (entsprechend den 3 Gunas: Tamas, Raja, Sattva der indischen Philosophie). Die Seele steigt aus der geistigen Welt herab in die physische Welt und kehrt zurück in die geistige Welt. Mit anderen Worten, er lehrte die Naturgesetze, wozu auch die Reinkarnationslehre gehört. Seine Lehre setzte Akzente, die von vielen Philosophen der Geschichte aufgegriffen wurden. Seine Gegner hingegen sahen sein Wirken als eine einzige Hasstirade gegen die Kirche.

Roger Bacon

Für die nächsten Jahrhunderte besteht eine Lücke in seiner Biographie. Über seinen Aufenthalt und sein Wirken in dieser Zeit ist bis dato nichts bekannt. Im Jahre 1211 inkarnierte er als Roger Bacon – der genaue Geburtstag und -ort sind unbekannt. Allgemein angenommen wird, dass er aus gutem Hause stammte und nahe Ilchester in Somerset/England geboren wurde. An der Universität Oxford studierte er Mathematik, Alchemie, Astrologie, Optik und Sprachen. 1233 zog es ihn nach Frankreich an die Universität Paris, welche zur damaligen Zeit die renommierteste in ganz Europa war. Erst im Jahre 1245 kehrte er nach Oxford zurück. Für seine Studien setzte er nicht unerhebliche private Mittel ein.

Nach ca. 10 Jahren der Forschung und des Studiums trat er dem Franziskanerorden bei, geriet jedoch sehr schnell unter Verdacht, „gefährliche Lehren“ zu verbreiten. Nachdem seine familiären Finanzen aufgebraucht waren, musste er sich nach anderen Förderern umsehen. Einen solchen Förderer glaubte er in Kardinal Guy le Gros de Foulques, dem späteren Papst Clemens IV., gefunden zu haben. Dieser verstarb jedoch im Jahre 1268. Dennoch fertigte Roger Bacon einige Schriften für ihn an. Seine Verhaftung im Jahre 1278 verdankte er allem Anschein nach seinen Abneigungen gegen die Scholastiker und seinem Hang zur Mystik. Seine Inhaftierung dauerte ungefähr 10 Jahre.

In der Forschung machte Roger Bacon bahnbrechende Erfindungen, die jedoch oftmals anderen Forschern zugeschrieben wurden. So erwähnte er 1249 erstmals, wie Glaslinsen zum Lesen eingesetzt werden können. Ferner berichtete er über die Wirkung von Schwarzpulver, dessen Erfindung bekanntlich Berthold Schwarz (1300-1388) zugeschrieben wurde. Er entdeckte Fehler im Julianischen Kalender (der erst im 16. Jahrhundert schrittweise durch den Gregorianischen Kalender abgelöst wurde) und vermutete, dass die Erde eine Kugel sei.

Besonders pikant waren seine Prophezeiungen. Die wohl bekannteste unter ihnen ist folgende: „Man wird Schiffe ohne Ruder bauen, so dass die größten davon von einem Mann zu steuern sind. Und unglaublich schnelle Fahrzeuge, vor die kein Tier gespannt werden muss. Und fliegende Maschinen. Und solche, die ohne Gefahr bis auf den Grund der Meere und Ströme tauchen können.“

Nicht umsonst nannte man ihn Dr. Mirabilis (lat. für „Wunderlehrer“). Im Juni 1292 oder 1294 verstarb er in Oxford, physisch gezeichnet von seinen vielen Experimenten.

Christian Rosenkreuz

Der in den Schriften erwähnte Christian Rosenkreuz soll im Jahre 1378 als Spross einer verarmten Adelsfamilie geboren worden sein und entschied sich schon in sehr jungen Jahren, dem Klosterleben beizutreten. Seine Lebensgeschichte findet sich in der „Fama Fraternitas“ und ist selbstverständlich als Allegorie zu verstehen. Der wahre „Christian Rosenkreuz“, gemeint ist damit eine der Inkarnationen des Meisters des 7. Strahls, wobei unklar ist, ob dieser jemals diesen Namen nutzte, wurde drei Jahre zuvor im Jahre 1375 geboren.

Auch er entschied sich in jungen Jahren für einen Eintritt in ein Kloster im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Österreich, wo er seine Erziehung erhielt. Wie viele Klöster im damaligen Mittelalter, bewahrte auch dieses geheimes Wissen und okkulte Kenntnisse. Wie bereits im vergangenen Leben, spezialisierte sich Christian Rosenkreuz auf das Eintauchen in die tiefen Geheimnisse der Natur. Dabei stellte die Chemie nur die äußerste Hülle dar, während die Alchemie sich mit der Umwandlung der niederen in eine höhere Persönlichkeit befasst bzw. der Transmutation von minderwertigen Metallen in Gold sowie der Herstellung von Juwelen.

Nach Abschluss der Ausbildung begann er die Welt zu erkunden, beginnend mit Deutschland, Österreich, Italien, bis er schlussendlich in Ägypten auf die „Luxor-Bruderschaft“, einen Zweig der sogenannten „Universellen Weißen Bruderschaft“, der er bereits in vergangenen Leben angehörte, traf. Dort wurde er durch den Hierophanten in alle Grade der ägyptischen Mysterien eingeweiht, welche die Loge bewahren konnte und die Eingang in die „Scottish Rite“–Freimaurerei mit ihren 33 Graden fanden.

Nach seiner Rückkehr gründete er den Orden des Rosenkreuzes und nahm hier und dort ein paar Schüler auf, die aufgrund ihrer persönlichen Reife ein Anrecht auf höhere Erkenntnisse hatten. Es handelte sich um eine kleine Gruppe von höchstens 40 Personen, die jedoch einen profunden Einfluss auf das bis dato vorherrschende europäische Geheimwissen erlangte, so dass die „Weiße Bruderschaft“ dadurch einen direkteren Zugang zu dieser Region gewann. Später verlor sich viel von dem ursprünglichen Wissen, lediglich die Co-Freimauerei ist heute im Besitz einer englischen Übersetzung der ursprünglich vom Christian Rosenkreuz gefertigten lateinischen Ausgabe der Zeremonien der Rosenkreuzer, die laut Leadbeater zu deren schönsten Ritualen zählen. Der ursprüngliche Orden der Rosenkreuzer ist bis in die heutige Zeit existent, wenngleich im Geheimen. Die Mysterien wurden inzwischen der Allgemeinheit preisgegeben, nicht jedoch die geheimen Künste des Heilens und die altägyptische Magie.

Hunyadi Janos

Das Geburtsjahr von Hunyadi Janos (deutsch: Johann Hunyadi) ist in den literarischen Quellen unklar - entweder 1387 oder 1407. Laut Annie Besant jedoch soll die Geburt im Jahre 1425 stattgefunden haben. Als Geburtsregion wird allgemein Siebenbürgen angenommen. Hunyadi Janos Name wurde abgeleitet von einem kleinen Gut – Hunyad, welches sein Vater 1407 erstand. Die heutige Burg Hunedoara ließ er später darauf errichten. Hunyadi Janos war ein für Ungarn tätiger Staatsmann und Heeresführer, um nicht zu sagen ein Held Ungarns. Er verstarb 1456 nach Erlangung der Unabhängigkeit Ungarns in seinem Heereslager an der Pest. Sein Sohn Mathias wurde später König von Ungarn.

Um 1500 soll er eine Inkarnation als Mönch Robertus gehabt haben. Es existieren jedoch keinerlei biographische Informationem zu dieser Inkarnation.

Francis Bacon

Die nächste Inkarnation erfolgt bereits 1561 als Francis Bacon, dem späteren Baron Bacon von Verulam (heutiges St. Albans). Laut C.W. Leadbeater wurden über ihn viele Lügen verbreitet. Mit der Zeit jedoch werden die in seinen Werken versteckten Verschlüsselungen aufgelöst und damit die Wahrheit ans Licht gebracht. Er war der geheime Sohn Queen Elisabeth I. aus einer Ehe mit Sir Robert Duncan, dem Oberstallmeister ihrer Majestät und späterem Earl of Leicester. Queen Elisabeth I. war die Tochter aus der 2. Ehe des Tudor-Königs Henry VIII., der sich von der katholischen Kirche lossagte und die protestantisch- anglikanische Kirche gründete. Als sich die beiden während ihrer Inhaftierung im Tower kennenlernten, war gerade die Frau von Sir Robert Duncan unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen, was eine legale Heirat unmöglich machte. Später wurde die Heirat legitimiert, blieb jedoch geheim, der Grund, weshalb Queen Elisabeth I. in die Analen als die „jungfräuliche Königin“ einging. Insofern wäre er eigentlich der legitime Kronprinz gewesen, verzichtete jedoch auf Bitten seiner Mutter freiwillig und überließ James I., Sohn der schottischen Königin Mary Stuart, den Thron.

In seiner Jugend zog es Francis Bacon nach Frankreich zu Amias Paulet, dem damaligen englischen Botschafter in Paris. Dort lernte er eine Gruppe von 7 Literaten kennen, die sich die „Plejaden“ nannte. Sie hatten sich zum Ziel gesetzt, die französische Literatur zu reformieren. Francis Bacon nahm deren Ideen auf und versuchte, diese in England umzusetzen. Nach seiner Rückkehr kreierte er aus diversen bis dahin vorherrschenden Dialekten die englische Sprache. Später schrieb er die Dramen, die heute Shakespeare zugeschrieben werden. Die Behauptung, dass die Urheberschaft der Shakespeare-Dramen bei Francis Bacon liegt, wurde erstmals von Delia Bacon im Jahr 1856 erhoben. Gemäß ihrem Buch „The Philosophy of Shakespeare`s Plays“ von 1857 stammen die Dramen von einer Schriftstellergruppe um Francis Bacon herum. Constance Pott unterstützte ihre Ansicht und gründete 1885 die „Francis Bacon Society“, welche jedoch von der wissenschaftlichen Shakespeare-Forschung nach wie vor abgelehnt wird.

Nebenbei verfasste Francis Bacon diverse literarische und juristische Schriften, ein Balanceakt zwischen einer Kariere als Philosoph, Naturwissenschaftler, Literat und Politiker.

Im Jahre 1597 veröffentlichte Bacon zum ersten Mal einige seiner „Essays“, deren Anzahl 1612 von 10 auf 38 erweitert und 1625 mit 58 Essays komplettiert wurden. Es handelt sich hierbei um ethische und moralische Kleinode. Im Jahr der Erstveröffentlichung 1597 traf er vermutlich auf eine frühere Inkarnation von Madam Blavatsky als Francois-Joseph Leonhard Clerk Trembles de Maffliers, dem späteren Kapuzinermönch Pere Joseph (1577-1638), der sich zu diesem Zeitpunkt ebenfalls in London aufhielt.

Im Jahr 1614 schrieb er die Novelle „Neues Atlantis“, eine zukunftsbezogene Utopie in der u.a. die Gründung von wissenschaftlichen Akademien  vorgeschlagen werden.

Ferner versuchte Francis Bacon in den 20er Jahren des 17. Jahrhunderts eine Universal-Enzyklopädie zu erstellen. Bereits im Jahre 1605 hatte er versucht, mit seinem Buch „Advancement of Learning“  eine systematische Übersicht über den damaligen Stand der Wissenschaften festzuhalten.

Als Naturphilosoph und Wissenschaftstheoretiker setzte er auf die Naturbeobachtung, Experimente und Empirie, wobei er selbst immer ein Theoretiker blieb – ganz anders als in seiner Inkarnation als Roger Bacon.

Erfolgreich eroberte er - soweit bekannt - das politische Parkett unter dem Nachfolger seiner Mutter König James I. 1603 wurde er im Zuge der  Krönungsfeierlichkeiten zum Ritter geschlagen. 1607 wurde er Generalstaatsanwalt, 1613 Generalfiskal, 1617 Großsiegelbewahrer, und im Jahre 1618 erlangte er das höchste Amt nach dem König in England und wurde Lordkanzler, womit die Ernennung zum Baron von Verulam einherging. 1621 erhielt er den Titel „Viscount von St. Alban“.

Am 9. April 1626 soll er in Highgate, damals noch ein Vorort Londons, seine physische Hülle verlassen haben.

Ivan Rakoczy / Saint Germain

Roger Bacon kehrte wieder als Ivan Rakoczy, Prinz von Transsilvanien. Seine Biographie besteht primär aus Vermutungen und Schriftstücken, die die australische Theosophin Isabel Cooper-Oakley aus diversen privaten Archiven zusammengetragen hat. Aller Wahrscheinlichkeit nach hieß sein Großvater Francis Rakoczy. Sein Sohn Francis Leopold Rakoczy unternahm viele Anstrengungen, die familiäre Regentschaft über Siebenbürgen zurückzuerhalten. 1694 heiratete er in Köln Charlotte Amalia, die Tochter des Landgrafen Karl von Hesse-Wanfried aus der Linie derer von Rheinfels. Mit ihm zusammen hatte sie drei verbriefte Kinder -  Joseph, George und Charlotte, die vom österreichischen Regenten gezwungen ihren Namen aufgeben mussten. Ivan soll angeblich ein geheimer dritter Sohn sein. Er findet 1736 Erwähnung, demzufolge soll Louis XIV. (1638-1715). von Frankreich von der polnischen Königin Maria Land für ihn erworben haben, der Gewinn aus der Verpachtung wurde im Rathaus von Paris angelegt.

Der Vater verstarb 1734 in Rodosto/Türkei und wurde in Smyrna zu Grabe angetragen. Seine Mutter heiratete wieder und wurde Gräfin von Tekeli.  Joseph, jetzt Marquis de San Carlo, sein ältester Bruder, entfloh 1734 dem Wiener Hof und trat in die Fußstapfen seines Vaters. Er verstarb vergessen irgendwo in der Türkei. Sowohl sein zweiter Bruder George, der jetzt St. Elisabeth hieß, als auch Schwester Charlotte verstarben bereits vor der Flucht des Bruders.

Er selbst soll in die Obhut vom letzten Gran Duc de Toscana (Gian Gastone de Medici 1661 - 1735) gegeben worden sein. Letzteres schreibt Karl von Hessen in seinen Memoiren. Eine italienische Quelle aus Mailand berichtet, dass er an der Universität Siena studierte. In den Folgejahren trifft man immer wieder auf Augenzeugen, die ihn im gesamten südeuropäischen Raum gesichtet haben. Der Übergang von Rakoczy zu Saint Germain ist fließend. Lange Zeit benutzt er beide Namen und noch viele andere Identitäten.

(Fortsetzung folgt......)

Quellen:

Franz Hartmann „Im Vorhof des Tempel der Weisheit“ - David Anrias „ Aus  Sicht der Meister“ - C.W. Leadbeater „The Hidden Side of Christianity“ -

Edwin Durning-Lawrence “Bacon is Shakespeare…..” - Isabel Cooper-Oakley “”The Comte de St. Germain” - Francis Bacon “New Atlantis”

Francis Bacon “Advancement of Learning” und diverse andere

 

Sach- und Lachgeschichten für Eingeweihte, Eingebildete und solche, die es gerne werden wollen......

 

         Eso-Quiz

 

 


Wie heißt das Wort "Tat" im Sanskrit?

a)   Drama    b)   Ramayana    c)  Karma

Wie heißt der letzte und philosophische Teil der Veden?

a)  Plejaden   b)  Upanishaden   c)  Kykladen

Zu welcher Klasse von Wesen gehört ein Gnom?

a)  Weingeister     b)   Flaschengeister    c)  Naturgeister?

Der Begriff für "Lebensauftrag" in der Esoterik?

a)  Dharma    b)  Rama    c)   Samadhi

Wie heißt das "Göttliche Gedächtnis"?

a)   Antahkarana   b)  Akasha     c)  Agni

Wie heißt der beseelende Geist eines Planeten?

a)   Logos    b)  Manu    c) Transformer

Wie heißt der absteigende Lebensstrom?

a)  Transmutation    b)  Evolution     c)  Involution

Wie heißen die feinstofflichen Gegenstücke der Nerven?

a)  Nadis   b)  Wadis     c)  Saris

Wie heißt der weibliche im Menschen aufsteigende Strang der Kundalini?

a)  Pingala     b)   Ida      c)  Shushumna

Die Anfangsbuchstaben der richtigen Antworten ergeben zusammengesetzt das Lösungswort. Viel Spaß!

 

Hast Du schon gehört, dass.......

 

  • der Meister des 7. Strahls in seiner letzten Inkarnation als Graf von St. Germain ein Bildnis seiner Mutter als Tattoo auf dem Arm trug?
  • es heißt, dass sämtliche Krankheiten an der Wirbelsäule auf einen  Missbrauch des Schlangenfeuers in Vorinkarnationen zurückzuführen sind?

  • Giacomo Casanova (1725-1798) beim Grafen von St. Germain eine Audienz bekam mit der Auflage, inkognito zu erscheinen und nicht mit ihm speisen zu wollen?
  • die direkte Kundalini-Erweckung u.a. das ununterbrochene Bewusstsein bei Tag und bei Nacht bewirkt, d.h. die volle Erinnerung an nächtliche Tätigkeiten? Dabei entsteht ein völlig neuer Sinn und eine ungeheure Verstärkung der schon wirkenden Sinne und Kräfte.

  • der berühmte Satz "Wissen ist Macht" von Francis Bacon (1561-1626) stammt?
  • Père Joseph (1577-1638) eine Vorinkarnation von Mme. Blavatsky und ein enger Vertrauter von Kardinal Richelieu war?
  • es sich (in Ergänzung unserer Ausgabe Das Gelbe vom Ei Nr. 4 "Lebensfreude") bei dem indischen Kaiser Ashoka um eine Vorinkarnation des uns bekannten Henry Steel Olcott handelt?

 

 

 

 

Guru

Von Anfang an hatte Sabine alles richtig gemacht: Als sie  spürte, dass es allmählich Zeit zum Schlüpfen wurde, hatte sie zunächst das Aufplatzen ihrer Eischale zu verhindern gewusst, indem sie sich so wenig wie möglich bewegte. Mit der Spitze ihres Eizahns hatte sie die weiche Umhüllung der Eihaut ganz vorsichtig perforiert und immer wieder durch das winzige Loch in den Himmel geblickt. Das war anstrengend gewesen, denn das Sehvermögen von Schlangen ist nicht sonderlich gut entwickelt. Tagsüber hatte der Sonnenball hoch am Himmel gestanden, aber das genügte ihr nicht. Tagelang hatte sie gewartet, bis sich nachts endlich auch ein praller Vollmond am Himmelsbogen zeigte. Sabine hatte nämlich einen Faible für alles Runde, Abgerundete mit auf die Welt gebracht; im laufe langer Zeiten schien sich diese Vorliebe ihrer Gruppenseele eingeprägt zu haben.

Sabine schlüpfte genauso beherzt wie problemlos. Über ihre Weitsicht und ihren Erfolg war sie dermaßen begeistert, dass sie gleich den nächsten Entschluss fasste: Sabine hießen viele Nattern, sie hingegen fühlte sich zu etwas  Besonderem berufen, schien sie doch zu den Hochbegabten zu gehören, und so beschloss sie, sich gleich einen Künstlernamen zuzulegen.

Viele Monate gingen ins Land, und Sabine war zu einer stattlichen Natter herangewachsen. Noch immer hatte sie ihren Lebensmittelpunkt ganz  hinten in ihrem verwunschenen Garten. Nur vorn auf dem Grundstück rund um das Wohngebäude herum prangten Rabatten in Reih und Glied und zeugten durch ihre Anordnung von der inneren Unsicherheit ihres Gärtners.

Als ihren Lieblingsplatz hatte Sabine eine fast kreisrunde Steinplatte auserkoren. Der sonnendurchwärmte Stein steigerte ihr Wohlbefinden, und auf ihm verbrachte sie die meiste Tageszeit, sonnte sich, döste und machte sich Gedanken über das Leben. In Abständen empfing sie Besuch von Natterich Norbert.

„Was hast du nur für eine wunderschöne Zeichnung auf dem Rücken, Sabine!“ schwärmte er jedesmal und machte ihr viele weitere Komplimente. „Nach der letzten Häutung bist du noch hübscher geworden, und dieser verführerische Glanz deiner Schuppen! Ist dir übrigens schon aufgefallen, dass meine Haut ein ähnliches Muster wie deines trägt? Und hast du dir schon einmal ausgemalt, wie schön es wäre, gemeinsam in der Schlangenpost eine Anzeige zu schalten…..?“

„Eine Anzeige…….?“, fragte Sabine, denn sie war seinen Worten nicht wirklich gefolgt.

„Sabine und Norbert geben ihre Verlobung bekannt, könnte die Anzeige zum Beispiel lauten…. Wäre das nicht wunderschön?“

Norberts Werbekampagne ließ Sabine wie immer kalt, denn sie fühlte sich zu Höherem berufen. Verlobung? Nein, danke! Und überhaupt: Natterjungs dachten ohnehin immer bloß an das eine: Mäusejagd! Da der innerlich recht einfach gestrickte Norbert aber ein netter Bursche war, biss sie sich auf die Zunge und beschloss, einfach das Thema zu wechseln.

„Als ich mich gestern ganz vorsichtig weiter nach vorne in den Garten schlängelte“, berichtete sie, „kam ich dem Hause dort so nah wie nie zuvor. Dort wohnen Menschen!“

Norbert zeigte ein entsetztes Gesicht. „Aber, Sabine, das ist doch gefährlich! Kennst du nicht den Schüttelreim, zu dem Menschen sich in einer dunklen Stunde haben hinreißen lassen?: „Ich würgte eine Klapperschlang’ bis dass ihr Klappern schlapper klang….“ Norbert  schauderte. „Menschen sind sehr gefährlich“, betonte er nachdrücklich.

„Mag sein“, erwiderte Sabine, aber erstens sind wir keine Klapperschlangen sondern harmlose Nattern und außerdem gehe ich den Menschen aus dem Wege. Aber dort vorn traf ich ihn…………“

„Ihn?“ Norbert kämpfte eine plötzliche Aufwallung von Eifersucht nieder.

„Ja, ihn!“ wiederholte Sabine und verschluckte sich dabei beinahe vor Ehrfurcht. "Stell dir vor, Norbert! Er ist eine Riesennatter! Aufmerksam auf ihn geworden bin ich durch seine perfekten, prallen Rundungen. Aufgerollt und reglos lag er da, so gewaltig, so lang, so wunderbar abgerundet rund!“ Sabines Augen glänzten. “Eine Schlange von seiner Länge muss sich unendlich oft gehäutet haben, und du weißt doch, Norbert, jede Häutung ist nicht nur ein äußerlicher Vorgang, sondern auch im Innern vollziehen sich dabei Wandlungen; bei jeder Häutung wächst eine Natter auch innerlich. Verstehst du, was ich meine?“

Solche Überlegungen waren Norbert zu hoch. „Ich habe noch zu tun, Sabine“, entschuldigte er sich, „Mäusejagd! Pass gut auf dich auf und bleib lieber hier hinten im Garten.“

Doch Sabine folgte ihrer inneren Stimme und schlängelte sich immer wieder ganz vorsichtig nach vorne in die Nähe des Wohngebäudes. Noch immer lag das pralle aufgerollte Bündel Schlange dort. Mehrfach versuchte Sabine, dessen Gesamtlänge zu schätzen. Allein die aufgerollten Windungen dürften schon viele Meter messen, dabei war das Schwanzende dieser Natter überhaupt nicht in Sicht und könnte ebenfalls noch mehrere Meter lang sein! Ob sie ihn wohl ansprechen durfte?

Schließlich fasste sie sich ein Herz. „Ich heiße Sabine“, brachte sie schüchtern hervor. „So eine große Schlange wie dich habe ich nie zuvor gesehen….“ ergänzte sie ehrfürchtig. Und da keine Reaktion erfolgte, fuhr sie fort: „Wir leben also im selben Garten; ich wohne ganz hinten und mag alles Runde, weshalb ich auch auf dich aufmerksam wurde. Mein Lieblingsplatz ist eine fast kreisrunde warme Steinplatte. Die kann ich dir zeigen, wenn du magst…….. aber vermutlich bist du viel zu lang, um auf ihr Platz zu finden. Wenn man so lang ist wie du, muss man sich sehr oft gehäutet haben. Durch jede Häutung wächst man auch innerlich; deshalb hast du wohl auch diese für eine Natter außergewöhnliche Farbe…..“ Da Sabine jedoch keinerlei Antwort zuteil wurde, schwieg sie schließlich. „Sicher ist er in tiefe Meditation versunken“, dachte sie bei sich selbst, dabei will ich ihn natürlich nicht stören“, wandte sich lautlos  um und verschwand für diesmal im hohen Gras.

Als sie zu Hause wieder auf ihrer Steinplatte lag, überlegte sie: Wie anders als z.B. Norbert mit seinem belanglosen Redeschwall war diese Riesenschlange vorn im Garten! Sie hatte  gewagt, von ihren Lebenseinsichten zu berichten, und die Riesennatter hatte beredt geschwiegen. Sicher verfügte sie über einen immensen Wissens- und Weisheitsschatz und ihr Schweigen war pure Zustimmung gewesen.

Bei ihrem nächsten Besuch näherte sie sich der Riesenschlange respektvoll und grüßte sie ehrerbietig: „Guten Tag, Namenloser! Mir ist bekannt, dass das Wissen und Benutzen eines Namens Macht über den Angesprochenen verleiht, deshalb gibst du deinen Namen sicher nicht preis. Aber „Namenloser“ darf ich dich doch trotzdem nennen? Das Schweigen deutete Sabine wiederum als Zustimmung, und so begann sie erneut eine lange Rede über Gott und die Welt. Sie sprach davon, dass Schlangen in vielen Kulturen als Symbol der Weisheit und Intelligenz gelten; ferner als Symbol der Heilung, da sie sich immer wieder häuteten und damit scheinbar alles Alte und alle Wunden abstreiften. Die Riesenschlange verharrte weiterhin reglos in schweigender Zustimmung. „Wir gelten auch als Symbol der Wiedergeburt und Unsterblichkeit“, fuhr Sabine fort. „Es gibt ja auch gar keinen Tod, man wechselt nur die Daseinsebene. Bevor mein Lebensquantum Sabine hieß, gab es viele andere Namen….“ Sie hielt einen Moment inne. „Kommst du denn mit den Menschen zurecht, Namenloser? Viele von ihnen haben blasse oder trübe Auren; es gibt aber auch andere, deren Auren in schönen Farben schimmern. Viele Menschen erschrecken, wenn sie eine Schlange sehen. Dabei harrt doch bei jedem von ihnen an der Basis seiner Wirbelsäule auch eine zusammengerollte Schlange ihrer Erweckung. Kundalini wird sie genannt......“ Sabine zögerte und errötete leicht: „Das ist übrigens auch mein Künstlername!“

Die Riesennatter schien unbeeindruckt. „Er meditiert wohl wieder“, deutete Sabine seine Reaktionslosigkeit, „dann will ich lieber nicht länger stören….“ Bevor sie sich jedoch umwenden konnte, schoss der Kopf der Riesenschlange plötzlich in die Höhe, vollzog ruckartige Bewegungen, während sich der Schwall einer farblosen Substanz aus ihrem Maul ergoss. Obwohl Sabine sich aufgrund des plötzlichen Hochschnellens und der Zuckungen ihres Angebeten sehr erschrocken hatte, schaute sie ganz fasziniert dem Geschehen zu. Ganz offensichtlich war sie Zeugin, wie er vor Weisheit und Wissen überquoll! „Bis bald, Namenloser“, flüsterte sie andächtig, ich komme morgen wieder, ganz bestimmt!“

Und das tat Sabine tatsächlich; täglich besuchte sie den Namenlosen, meditierte und philosophierte mit ihm über Gott und die Welt, über Nattern und deren Entwicklungspotential, dass jede von ihnen eines fernen Tages sich als Vogel in die Lüfte erheben würde und dass darüber noch höhere Daseinsformen ihrer Lebensessenz harrten, dass sie schließlich Salamander, Sylphen und sogar Devas beseelen würde! Der Namenlose hörte geduldig zu und schien durch sein Schweigen all ihre Gedanken zu bestätigen.

Eines Tages, es war bereits Ende Oktober und recht kalt geworden, bekam Sabine den Schreck ihres Lebens. Endlich hatte sie Natterich Norbert überredet, sie nach vorn in den Garten zu dem Namenlosen zu begleiten, damit er von der Weisheit der Riesenschlagnge profitieren möge. In seiner gutmütigen Unentwickeltheit tat ihr Norbert nämlich schon lange von Herzen leid.

„Wo ist denn nun deine Wundernatter, Sabine?“ fragte Norbert, „Ich sehe sie jedenfalls nicht.“

„Hier hat er immer gelegen mit all seinen wunderbaren Rundungen und Windungen“, beteuerte Sabine, „hier lag er und meditierte, und ganz blau war er vor lauter Wissen und Autorität, fast so blau wie der Himmel über uns.“

„Wusste ich’s doch, dass du dir das alles nur eingebildet hast! Sabine, Sabine, du magst viel klüger sein als ich, aber ganz offensichtlich kannst du die Wirklichkeit nicht von der Unwirklichkeit unterscheiden. Wir hätten uns eben doch längst verloben sollen. Nun habe ich aber keine Zeit mehr: die Mäusejagd wartet!“

Aber Sabine hatte sich längst betroffen davongeschlängelt. Der blaue Namenlose war keinesfalls ihrer Phantasie entsprungen, dessen war sie sich ganz sicher. Die nächsten Tage kroch sie immer wieder nach vorn in den Garten und suchte nach ihm; sein Platz blieb jedoch leer, nur ein schwacher Abdruck war von ihm noch im Gras zu erkennen. Und allmählich begann sie seinen Verlust zu verschmerzen.

„Sicher ist er in höhere Daseinsformen übergegangen“, überlegte sie, während sie sich nach einem gemütlichen Quartier für den Winter umsah. „Ich habe so viel von dir gelernt, Namenloser“, seufzte sie manchmal, während sie in ihrer warmen Mulde lag und über das Leben nachsann. Aber allmählich wurde ihr dabei immer bewusster, dass das, was sie für Dialoge mit ihrem Angebeteten gehalten hatte, im Grunde Monologe gewesen waren. Das Wunderbare an jenen Monologen wiederum war jedoch, dass es im Grunde trotzdem Dialoge waren – Dialoge mit ihrem eigenen Innern, mit dem Leben selbst und dem weiten Himmel über ihr. Und zufrieden rollte sie sich zusammen, um zu überwintern.

Glücklicherweise blieb ihr erspart zu erfahren, dass der angebetete blaue Namenlose inzwischen ordentlich aufgerollt an einem großen Haken im Geräteschuppen hing. So werden Gartenschläuche eben aufbewahrt, wenn der Winter vor der Tür steht.

 

Wie EI genwillig!

 

 

                                        Texte:

Die Sumpfdistel & Gelbe Rübe

Copyright: siehe Impressum

Abbildung "Kundalini-Deva" aus dem Buch "Die Engel und die Entwicklung des Lebens" von G. Hodson

 mit frdl. Genehmigung von Dr. P. Michel, Aquamarin-Verlag, 85567 Grafing

 

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