Strahlen                                                                                                                                                                             

Themen: Lebenskunst - Baum des Lebens - Die 7 Strahlen, das siebenfältige Licht der Schöpfung - Devas, die Strahlenden - Ausstrahlung, das "gewisse Etwas" - Die Natur hat immer recht - Bäume, Fürsten und Freunde - Graf Saint Germain, Meister des 7. Strahls -  Esoquiz - Hast du schon gehört, dass..... - Il Mio Dante - Krawallschachtel


 

"Im Grunde kommt alles nur auf uns selbst an.
Man hat eine Sonne mit tausend Strahlen im Leib.
Alles übrige zählt nicht."

 Picasso

 

Lebenskunst

Wir kennen es alle; manchmal befinden wir uns nicht in unserer Mitte, sondern fühlen uns aufgrund der Herausforderungen unseres Alltags "gehetzt, geplagt, gejagt". Aber auch wenn unser Alltag ruhig verläuft, können uns trübe Gedanken oder negative Gefühle aus dem Gleichgewicht bringen. Dabei wissen wir doch: Energie folgt der Aufmerksamkeit, worauf immer wir uns konzentrieren, genau das ziehen wir magnetisch an.

Mental- und Astralkörper reagieren auf jedes unserer Gefühle, jeden unserer Gedanken. Jede positive Empfindung macht sie lichter, jede negative verdunkelt sie. Lebenskunst besteht auch darin, das Gefüge unserer feinstofflichen Körper so in Balance zu halten, dass alles Unerwünschte, Trübe an ihm abprallt. Nicht zuletzt kommt das unserem Vitalitätspegel und damit auch unserer physischen Gesundheit zugute.

Diesbezüglich können wir viel von unserem Zentralgestirn, der Sonne, lernen. Ein Geheimnis ihres „Erfolgsrezepts“ dürfte darin bestehen, dass sie sich permanent in gebender Haltung befindet. Jegliches Geben macht strahlend, ist mit einem Energiefluss verbunden, dem sich, sofern sich sein Motiv im Einklang mit den Lebensgesetzen befindet, nichts widersetzen kann. Aus dem inneren Quell fließt umso mehr Energie nach.

Machen wir uns immer wieder klar: Wir sind unsterblich, nichts und niemand kann uns wirklich etwas anhaben! Tod und Geburt sind nur zwei Seiten derselben Medaille; das Leben als solches bleibt davon unberührt. Als Menschen haben wir bereits eine lange Wegstrecke hinter uns und bis zum Erreichen der menschlichen Vollkommenheit noch einen weiten Weg vor uns. Jeder Mensch ist Knospe am Baum des EINEN LEBENS, und Entfaltung und damit Freisetzung seines Potentials ist sein Auftrag.

Die Bemühung, uns grundsätzlich nach dem Licht auszurichten, macht uns stärker und erweitert unseren Wirkungskreis; wir werden dabei selbst immer lichter, sonnenähnlicher - im Eigeninteresse und im Interesse aller Mitgeschöpfe.

 

 

 

Baum des Lebens

 

Hast du mich je bewusst beachtet,

mein Laub, der Äste Vielgestalt,

die Statik meines Stamms betrachtet,

mit starken Wurzeln festgekrallt?

 

Als Sinnbild für DAS EINE LEBEN,

das in die tiefsten Klüfte steigt,

um, was es schuf, emporzuheben,

hab ich in Vielfalt mich verzweigt.

 

Wie schnell der Zeitstrom hin auch rauschte,

Geduld doch prägte meine Saat;

wie oft ich auch die Blätter tauschte,

ein jedes war ein  Unikat!

 

Kein Sturm zerzauste mich vergebens,

was mich nicht fällte, stärkte mich!

Mensch, Knospe du am Baum des Lebens,

weih dich dem Licht, entfalte dich!

 

hh

 

 

"Die Energie, die die Welt erschafft, kann nichts anderes sein als ein Wille,

und Wille ist Bewußtsein, das sich in den Dienst eines Wirkens und eines Resultats stellt."
Sri Aurobindo

 

Die sieben Strahlen

- das siebenfältige Licht

der Schöpfung

Symbolsprache

Die Mysterien des Lebens, zu denen auch die Lehre von den sieben Strahlen gehört, kleiden sich häufig in eine Art Bilder- oder Symbolsprache. Das Anliegen jeden Symbols (griech. „Symbol“ = „etwas Zusammengefasstes") besteht darin, einen komprimierten Inhalt auf den kleinstmöglichen Nenner zu bringen. Im übertragenen Sinne entspräche ein solches Symbol z.B. einem uns unbekannten Samenkorn, das wir interessiert betrachten, über das wir jedoch nichts Näheres wissen oder aussagen können. Das dem Samenkorn innewohnende Potential würde sich uns erst dann in ganzer Tragweite erschließen, wenn wir die fertige Pflanze mit all ihren Wachstums- und Entwicklungsstadien kennen würden. Ein Symbol verbirgt oder verschleiert also zunächst dasjenige, wofür es eigentlich steht. Nur dem um geistige Entwicklung Bemühten erschließt sich nach und nach der ganze Symbolgehalt gemäß den Stufen seines jeweiligen Erkenntnisvermögens. Dem Durchschnittsbürger hingegen bleibt dasselbe Symbol nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln.

Solange sich ein Mensch seiner Göttlichkeit nicht vollends bewusst ist und nicht „den Pfad“, der ihn zu höchsten Höhen geistiger Entwicklung führen wird, bewusst betreten hat, wozu auch gehört, dass er seine Lebenseinsichten mit Überzeugung vertritt, bleibt ihm nur eine Gleichnissprache wie sie ihm Symbole vermitteln.

Sieben Grundqualitäten 

Unser gesamtes  Universum ist lebendiger Ausdruck der einen göttlichen Quelle, die es hervorgebracht hat und die ihrer Essenz nach Geist ist. Gleich ihrem göttlichen Ursprung sind sämtliche Lebensformen und -erscheinungen geistiger Natur, damit unsterblich und in Entwicklung zu immer höheren Daseinsformen begriffen.

Der göttliche Lebensquell oder Logos (griech. „das Wort“) selbst manifestiert sich primär durch sieben Grundqualitäten oder Aspekte und sekundär durch unzählige Variationen davon. Die theosophische Lehre spricht von einer siebenfältigen Natur der schöpferischen Energie und des Bewusstseins. Die Sieben Strahlen gehören zu den strukturierenden Kräften der Schöpfung, deren Einfluss sich von der göttlichen Quelle ausgehend bis hinein in die tiefsten Verästelungen der materiellen Welt erstreckt, gehören. Grundsätzlich gilt: alles ist Energie, alles schwingt auf seiner speziellen Frequenz und selbst die festeste Materie besteht letztendlich aus nichts anderem als Atombewegungen.

Großer Bär – Plejaden - Sirius

Unser Sonnensystem ist nur eines von unzähligen. Grundsätzlich pulsiert „der Raum“ auch dort vor Leben, wo den herkömmlichen menschlichen fünf Sinnen keine Wahrnehmung möglich ist, d.h. es gibt keinen einzigen Quadratmillimeter unbelebten Raums. Analog zu unserem physischen Körper handelt es sich bei unserem Universum um einen lebendigen Organismus mit einer Entsprechung hinsichtlich der Anzahl von „Zellen“ oder Lebensquanten.

Was nun unser Sonnensystem anbelangt, so gelten als Ausgangspunkt der Sieben Strahlen die 7 Rishis im Sternbild „Großer Bär“ („Ursa Major = lat. „größere Bärin“) auch „Großer Wagen“ genannt. Sie bilden die Urbilder der Logoi unserer heiligen (= individualisierten) Planeten und sind deren Lebensqualität. Der Große Bär ist eines der bekanntesten Sternbilder am nördlichen Sternhimmel, das seine höchste Höhe über dem Horizont im März jeden Jahres gegen Mitternacht erreicht und in unseren Breiten ganzjährig sichtbar ist, da es den Himmelspol umkreist.

Aus dem Sternbild „Großer Bär“ emanieren die Sieben Strahlen jedoch nicht nur in unser Sonnensystem hinein, sondern gleichfalls in sechs weitere parallel existierende (siehe Grafik „Evolution eines Sonnensystems“ weiter unten). Ihr Ausgangspunkt, die 7 Rishis, gelten den Indern seit Zeitaltern als Symbol für die Zeit und die Yugarevoluton. Sie stehen für die Dauer und Zeit der Ereignisse im siebenjährigen Lebenszyklus. Diese Kräfte beziehen sich auf den Sonnenlogos selbst und nicht auf seine niederen Körper.

Bezeichnet werden die unmittelbaren Repräsentanten der Sieben Strahlen in Gestalt der Sieben Planetarischen Logoi (siehe Grafik „Evolution eines Sonnensystems") auch als „Die Sieben Geister vor dem Thron Gottes“ (Offenbarung 1,4).

Neben den dem Sternbild „Großer Bär“ entspringenden Sieben Strahlen empfängt unser Sonnensystem weitere Energien aus zwei anderen spirituellen Zentren: den Plejaden und dem Sirius-System. 

Bei den Plejaden handelt es sich um die „7 Schwestern der 7 Rishis“, wovon sich eine, die sich als tugendhaft erwiesen hat, verbirgt. Die Plejaden oder Krittikas sind die Ammen des Karttikeya, des Kriegsgottes (des Mars der westlichen Heiden), welcher der Befehlshaber der himmlischen Scharen oder vielmehr der Siddhas (Heilige auf Erden/Yogis im Himmel) genannt wird. Somit ist Krattikeya wesensgleich mit dem Erzengel Michael und gleich ihm einem jungfräulichen Kumara. Er ist der Guha, der Geheimnisvolle, wie auch die Saptarshi (= 7 Rishi) und die Krittikas es sind, denn die Auslegung enthüllt dem Adepten (Meister) die größten Geheimnisse der okkulten Natur. Die Plejaden sind die Zentralgruppe der siderischen Symbologie, zugehörig zum Kausalkörper des Sonnenlogos, und befinden sich am Hals des Sternbildes Stier. Von vielen Menschen werden sie als die Zentralgruppe der Milchstraße gesehen; in der Kabbala sowie in der östlichen Esoterik gelten sie als siderische Sicherheit, geboren aus der ersten geoffenbarten Seite des oberen Dreiecks des Verborgenen.

Diese geoffenbarte Seite ist der Stier, das Symbol der Eins oder der ersten Buchstaben des hebräischen Alphabets (Aleph), dessen Synthese 10 ist oder Yod, der vollkommene Buchstabe und die vollkommene Zahl. Die Plejaden werden somit selbst in der Astronomie als der Zentralpunkt betrachtet, um den sich unser Weltall von Fixsternen dreht, aus dem und zu dem hin der göttliche Atem, die Bewegung,  während des Manvantaras unaufhörlich wirkt.

Der Sirius gehört zum zweiten Aspekt des Sonnenlogos. Er ist der Hauptstern des Sternbildes "Großer Hund" (canis majoris).

Diese drei unser System speisenden Energiequellen – „Großer Bär“, Plejaden , Sirius – die sich außerhalb unseres Sonnensystems befinden, entsprechen den drei Aspekten des übergeordneten Kosmischen Logos. Jeder kosmische Logos wiederum gehört mit sechs anderen zu einer 7er-Gruppe von Sonnenlogoi. Sieben solcher 7er-Gruppen unterstehen einem Kosmischen Parabrahm (siehe wiederum die Grafik „Evolution eines Sonnensystems).
 

Das siebenfältige Licht

Bei den Sieben Strahlen handelt es sich um die größten uns bekannten Wirkungskraftfelder kosmischer Größenordnung, die deutlich über unsere planetare oder solare Lebensgesamtheit hinausgehen. Beschreiben ließen sich die Sieben Strahlen als sieben Kanäle, durch die alle Lebensströme hindurchfließen. Diese Grundeigenschaften oder Spielarten von Lebensenergie gelten für sämtliche Naturreiche. In unserem Sonnensystem existiert nichts, egal in welchem Entwicklungsstadium es sich gerade befinden mag, das nicht zu einem der Sieben Strahlen gehört oder gehört hat.

Insofern ließen sich sämtliche Komponenten des Lebens, das sich unserem menschlichen Fassungsvermögen erschließt, einem von sieben Strahlen zuordnen. Auf die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Strahl können wir jedoch nicht vom jeweiligen äußeren Erscheinungsbild schließen. Betrachten wir die Grafik „Chem. Elemente, Mineral-, Pflanzen- und Tierreich und die 7 Strahlen“ so fällt uns gleich auf, dass die den Planetensymbolen zugeordneten Farben keinesfalls der äußeren Erscheinung eines Repräsentanten entsprechen. Ein Amethyst als Vertreter des 7. Strahls zum Beispiel ist nicht rot, sondern violett usw. Bei der Zuordnung zu den Strahlen geht es vielmehr um der jeder sterblichen Lebensform innewohnenden unsterblichen Lebensessenz.

In der spirituellen Literatur werden die Sieben Strahlen gewöhnlich neben einer Bezifferung von 1 bis 7 mit folgenden Planetensymbolen bezeichnet:

1. Strahl = Jupiter, 2. Strahl = Venus, 3. Strahl = Merkur, 4. Strahl = Sonne, 5. Strahl = Saturn, 6. Strahl = Mond, 7. Strahl = Mars.

Die Energiequalität eines jeden dieser Planeten entspricht dabei der jeweiligen Grundqualität eines Strahls. Sonne und Mond sind natürlich in Wirklichkeit keine Planeten, sondern astrologisch gesehen gilt Sonne als Stellvertreter für den Planeten Vulkan, der noch innerhalb der Merkurbahn unser Zentralgestirn umrundet und deshalb bislang seitens der Wissenschaft unentdeckt blieb, mit Ausnahme von Herschel, während es sich beim Mond um unseren Erdtrabanten handelt.

Bei den Strahlen 1 bis 3 handelt es sich um sogenannte „Haupt-" oder „Grundstrahlen“, während die Strahlen 4 bis 7 als „Attribut-" oder „Nebenstrahlen“ bezeichnet werden. Alles Leben geht von der einen göttlichen Quelle aus und kehrt IHR-gleich zurück zu IHR. Bei diesem Rückfluss münden die Attributstrahlen 4 bis 7 in den dritten Strahl, so dass das Leben im Grunde in drei Bahnen zu seinem Ausgangspunkt zurückfließt. Auch hier zeigt sich wieder das der ganzen Schöpfung zugrundeliegende Prinzip: aus Eins wird Drei, aus der Drei gehen vier weitere hervor = Sieben  (Involution), aus Sieben minus (in die Drei mündende) Vier wird wieder Drei, aus der Drei wiederum die Eins  (Evolution).

Der Strahl prägt

Durch die Eigenart seiner jeweiligen Energie verleiht jeder der Sieben Strahlen seinem jeweiligen Vertreter, egal, in welchem Naturreich er sich befinden mag, seine charakteristischen Merkmale und prägt ihn. Jeder Strahl hat seine spezielle Schwingungsfrequenz und beeinflusst deutlich, was immer er regiert. Dennoch sind in jedem der Sieben Strahlen auch alle anderen sechs Qualitäten als Facetten enthalten; wenn auch die jeweilige eigene Qualität  deutlich dominiert, denn es geht darum, Einseitigkeit zugunsten von Vielfalt zu vermeiden. Ein besonderes Merkmal unseres Universums, das wir uns als riesiges Lebewesen vorstellen können, ist seine holografische Natur. Von wo aus immer wir eine seiner Facetten betrachten, ist alles andere gleichfalls darin enthalten.

 

Sieben Regenbogenfarben

Auf der für menschliche Augen sichtbaren Seite der Schöpfung spiegelt sich das der Lehre von den Sieben Strahlen zugrundeliegende Prinzip in den sieben Regenbogenfarben wieder. Wir können das Gesagte verifizieren, indem wir weißes Licht durch ein Prisma in seine sieben Grundfarben zerlegen. Zusammengenommen ergeben diese sieben Grundfarben wiederum das weiße Licht (= die Einheit). Weiß ist die Summe aller Farben. Durch Kombination seiner einzelnen Facetten entsteht die Vielfalt des gesamten Farbspektrums.

 

Die Sieben Strahlen und der Mensch

Jeder einzelne Mensch ist gleich dem Sonnenlogos eine Trinität, bestehend aus

  • dem göttlichen Funken (= Monade), 
  • dem Höheren Selbst (= Ego - in der Grafik "Evolution eines Sonnensystems" als "Geistige Triade" bezeichnet)
  • und der sterblichen Anteile (= Person)

Jede dieser drei Aspekte des Menschen wird geprägt durch eine der göttlichen Grundqualitäten, auch Strahl genannt. Diese jeweiligen Strahlen treten grundsätzlich miteinander in Interaktion. Bei den meisten Menschen findet derzeit eine Interaktion zwischen Ego und Person statt. Während verbunden mit dem göttlichen Willen das Ego das Ziel der Erfüllung des göttlichen Auftrags anstrebt, auch Dharma genannt, sucht die Person stets nach dem angenehmsten Weg. Die Dominante der Monade sowie die des Egos bleiben durch die Inkarnationen hindurch in der Regel konstant, die Person hingegen wechselt für die Zeit ihres Erdenaufenthalts jeweils die Grundqualität. Die Ursache hierfür liegt wie oben bereits erwähnt darin, Einseitigkeit zu vermeiden.

Die Beschaffenheit der einzelnen Bewusstseinsträger resultiert aus den aus Vorinkarnationen (= Karma) mittels der sogenannten permanenten Atome überlieferten Informationen. Die Dominante des Egos wurde bereits beim Übergang des Menschen von der Gruppenseele zum Individuum durch die Art des Übergangs festgelegt. Wenn zum Beispiel ein Haustier seinen menschlichen Besitzer idealisiert, so gehört es als individualisiertes Ego dem 6. Strahl an.

Die Inkarnationen in der Materie durch die Person dienen der menschlichen Schulung und Evolution zwecks Vervollkommnung und der Persönlichkeitsstrahl wechselt daher bei fast jeder Inkarnation. Die Prägung der Monade fand – resultierend aus dem dortigen Karma - wahrscheinlich bereits in einem vorherigen Sonnensystem statt.

Laut Alice A. Bailey verlegt der Mensch nach der dritten Einweihung sein Höheres Selbst auf einen der drei Hauptstrahlen (Strahl 1 – 3), in die, wie bereits erwähnt, die vier Attributstrahlen (4 – 7) münden.

Durch seine spezielle Energie verleiht jeder Strahl dem Menschen eine charakteristische Konstitution. Im bezug auf die Person bestimmt der Strahl die Qualität der astralen Gefühlsnatur, prägt den Verstand und reguliert die Energieverteilung, weil alle Strahlen eine voneinander abweichende Schwingungsfrequenz aufweisen und über ein bestimmtes Körperzentrum herrschen, durch das die jeweilige Energie verteilt wird. Jeder Strahl wirkt vor allem durch ein bestimmtes Zentrum und in den restlichen sechs Zentren nur in einer gewissen Art von Reihenfolge.

Maßgeblich beeinflusst durch den jeweiligen Strahl werden die Stärken eines Menschen, weil der betreffende Strahl ihm spezielle Fähigkeiten vermittelt. Diese Stärken sollten beruflich eingesetzt werden zum Wohlergehen und zur Förderung der Menschheit. Dem Einfluss des jeweiligen Strahls ist auch zuzuschreiben, wie ein Mensch seine Umwelt wahrnimmt. Während z.B. Menschen mit einem Merkur Aspekt den Fokus auf Systeme und Zusammenhänge legen, konzentriert sich ein saturnbetonter Mensch auf Details.

Der spirituelle Lehrer, der ab einer gewissen Entwicklungsstufe auf jeden Menschen wartet – „ist der Schüler bereit, so kommt der Lehrer“ - um ihn zu unterweisen und seine Entwicklung zu fördern und beschleunigen, gehört hinsichtlich des Ego-Strahls gewöhnlich oder zunächst einmal zum selben Grundtemperament. Ein Wechsel kann aufgrund aus höherer Warte zu beurteilender Gegebenheiten bei Bedarf erfolgen.

Der Einfluss des jeweils dominierenden Strahls ist immens: Dem menschlichen Repräsentanten eines bestimmten Strahls gelingen zum Beispiel gewisse geistige Einstellungen und/oder Umsetzungen mühelos, während sie für einen anderen äußerst schwierig bleiben. Das ist der Grund dafür, dass die Persönlichkeit während der verschiedenen Inkarnationen den Persönlichkeitsstrahl wechselt, damit sämtliche Grundeigenschaften erfahren und entfaltet werden können.  "Jeder Mensch strahlt ein eigenes Licht aus und kein inneres Feuer gleicht dem anderen." (Eduardo Galeano)

Fazit

Zusammenfassend stellen wir fest: Bei den sieben Strahlen handelt es sich um Energien und Kraftströme, die in zyklischer Abfolge die gesamte Schöpfung durchströmen, auf andere Energien und Kräfte einwirken und sich mit ihnen vermischen. Aus Grundsubstanzen bringen sie sämtliche mögliche Formen hervor und prägen, was immer sie berühren.

Mit jeder weiteren Inkarnation steigert und erweitert sich das Bewusstsein des einzelnen Menschen. Allmählich erkennt er das Kräftespiel all dieser verschiedenen Energien, deren Absicht es ist, sich überall und auch durch den Menschen schöpferisch zu betätigen und sichtbar zu werden.  Und es ist wahr: "Die Erschaffung der Welt hat nicht ein für allemal stattgefunden, sie findet unabwendbar alle Tage wieder statt." (Marcel Proust)

In Zusammenarbeit mit ihrem Lehrer Djwhal Khul, auch bekannt unter dem Namen „Der Tibeter“, erarbeitete die englische Schriftstellerin Alice A. Bailey u.a. ein fünfbändiges Werk namens „Eine Abhandlung über die 7 Strahlen“*, in dem diese Thematik in all ihren Aspekten erörtert wird.

* Alice A. Bailey: Eine Abhandlung über die 7 Strahlen - Bd. I und II Esoterische Psychologie 1 und 2,, Bd. III Esoterische Astrologie,

  Bd. IV Esoterisches Heilen, Bd. V Die Strahlen und die Einweihungen, H. Blavatsky Geheimlehre Bd. II.

 

 

"Liebt die ganze Schöpfung - jedes Blatt und jeden Sonnenstrahl!

Wenn ihr das tut, werden sich euch die Geheimnisse des Göttlichen offenbaren."

Dostojewskij

 

 

Devas – „die Strahlenden“

Als ordnendes Prinzip SEINER Schöpfung hat sich das Göttliche (der Sonnenlogos) u.a. für die Zahl 7 entschieden. Das spiegelt sich in allen möglichen Bereichen wider: zum Beispiel hat eine Woche 7 Tage, der Regenbogen 7 Farben,  der Mensch besitzt 7 Körper usw.

Sieben Wege, so heißt es, führen zurück zur göttlichen Quelle. Bekannt davon sind uns Menschen jedoch lediglich zwei: unsere eigene menschliche Evolutionslinie und die Parallelevolution der Devas (Sanskr. „die Strahlenden“). Aber auch eine weitere dritte Laufbahn wurde bereits offenbart: "Die vier Himmelsrichtungen". Kenntnis davon haben bislang jedoch nur wenige Menschen. In seinem Buch „Die Lehre des Wachstums“/Bd. II im Abschnitt „Die Astralebene“ macht C.W. Leadbeater diesbezüglich Andeutungen, und in N. Sri Rams Buch „Der Mensch“ wird diese Evolutionslinie konkret benannt.

In dieser Abhandlung wollen wir uns jedoch lediglich auf die Laufbahn der Devas konzentrieren. Grob unterteilt existieren zwei Sparten von Devas: die individualisierten Vertreter dieser Gattung (im deutschen Sprachraum als „Engel“ bezeichnet) und die nicht individualisierten Repräsentanten, auch „Naturgeister“ genannt. Gemäß dem hinduistischen Glauben sollen in unserem Sonnensystem ca. 330 Millionen Devas aktiv mitwirken.

Ähnlich der menschlichen Evolution handelt es sich bei den Devas um eine hierarchische Aufstiegslinie. Jedes zur Deva-Evolution gehörige Wesen verfügt über einen göttlichen Funken, dem eine Existenzabsicht innewohnt und der eine Botschaft in die Umgebung sendet. Hinzu gruppieren sich Wesen, die unterordnungsbereit sind und als Gegenleistung mit Kräften ausgestattet werden..

Anders als der menschliche Durchschnittsbürger ist sich ein Deva seines göttlichen Funkens und des damit verbundenen göttlichen Auftrags (Sanskr. Dharma = „Ordnung“, „Gesetz“ etc.) in jedem seiner Entwicklungsstadien bewusst. Im Falle einer Abweichung vom göttlichen Auftrag käme es beim Deva zum Entzug der ihn speisenden Kräfte.

Spät dran.....

Der Grund für die inzwischen relativ zahlreichen literarischen Abhandlungen zum Thema Engel und Naturgeister ist darin zu sehen, dass die Menschheit dem göttlichen Plan hinterherhinkt. Im Gegensatz zu den Devas verfügen wir Menschen über einen freien Willen, der es uns ermöglicht, Entscheidungen zu treffen. Solche Entscheidungen – im Indischen spricht man diesbezüglich von „Karma“ (Sanskr. "Tat") – können natürlich vom göttlichen Plan abweichen und müssen dann evtl. über diverse Inkarnationen hinweg ausgeglichen oder getilgt werden. Bereits für unsere jetzige Zeit sah der göttliche Plan eine enge Zusammenarbeit zwischen uns Menschen und den Devas vor. Um die Entwicklungsverzögerung aufzuholen und die Zusammenarbeit zu forcieren, lüftet sich jetzt zunehmend der Schleier vor den metaphysischen Welten.

Der dreifältige Logos

Der Sonnenlogos als Schöpfer unseres Sonnensystems (für uns Menschen also „Gott“ oder „das Göttliche“) wird gewöhnlich als „dreifältig“, d.h. mit drei Aspekten dargestellt. Das zugrundeliegende Prinzip findet in fast allen Religionen der Welt seinen Widerhall. Im Christentum ist die Rede von „Vater, Sohn und Heiligem Geist“. Der erste Aspekt entspricht dem göttlichen Willen. Gleichzusetzen ist er mit der Schöpferkraft des Logos, die auch jedem Menschen, der "nach SEINEM Bilde" geschaffen wurde, innewohnt. Dadurch, dass der Mensch tief in die Materie hineintaucht, ist ER in der Lage, eine Synthese zwischen Leben und Form herzustellen, was IHN dazu befähigt, die formgebende Idee quasi mittels SEINES Willens vorzugeben.

Diese Ideen greifen die Devas auf und setzen sie um. Sie repräsentieren das Leben und gehören zum zweiten Aspekt des Sonnenlogos, der Liebe. Betrachtet man den Logos als Architekten des Universums, so wären die Devas seine Bauarbeiter. Sie sind die Ökonomen des Systems, und ihre Aufgabe besteht darin, die Kräfte möglichst effektiv im System zu verteilen. Dabei kommt es gleichzeitig zu einer Förderung und Steigerung des Bewusstseins aller Wesen.

Devas kennen drei Bewusstseinsstadien:

  • die unbewusste, blinde oder instinktive Manifestation der Lebenskräfte
  • die selbstbewusste Manifestation der Lebenskräfte (nach der Individualisierung
  • die überbewusste Manifestation der Lebenskräfte (höhere Devas)

Im ersten Stadium leiten Devas die empfangenen Kräfte einfach weiter, wobei sie versuchen, die Kräfteweitergabe immer länger zu verzögern (ähnlich einem Menschen, der versucht, die Luft anzuhalten). Hierdurch entsteht ein Druck im solaren System, der an die darunter liegenden Ebenen weitergegeben wird. Durch den permanenten Druck lädt sich alles mit magnetischen und elektrischen Kräften auf. Die Beschleunigung der Entwicklung geschieht durch explosionsartige Entladungen. Je länger ein Naturgeist in der Lage ist, die Kräfte zu komprimieren, desto höher ist sein Entwicklungsgrad. In den beiden höheren Stadien reichern Devas die empfangenen Kräfte mit einen gewissen Anteil ihres Bewusstseins an.

Der dritte Aspekt entspricht der Materie, die durch die Devas geformt wird. Für uns Menschen ist Materie grundsätzlich zunächst einmal etwas Statisches, Festes. Dieser Eindruck wird durch unsere Eigenschwingung verursacht, die unsere Wahrnehmung auf einen kleinen Bereich des Frequenzspektrums beschränkt. Da wir uns gewöhnlich auf die Wahrnehmungen unsere Sinnesorgane konzentrieren, bleibt uns das meiste verborgen.

 

Die Schriftstellerin Beatice Flemming schildert das Deva-Reich als aus neun Klassen bestehend, wobei es sich bei den ersten drei um Solar-Devas handelt, während die anderen sechs zur Erdkette gehören.

Die erste Klasse der Solar-Devas

Der zweite Aspekt des Sonnenlogos verfügt über einen direkten Vertreter im Reich der Devas. Diesen Deva, der die Wahrheit repräsentiert, müssen wir uns eher symbolisch vorstellen.

Analog dem Prinzip, das einem Sonnenlogos und SEINER Schöpfung zugrunde liegt, müssen wir uns auch den Engelsaspekt dreigeteilt vorstellen. Durch die Permutation (Anordnung in einer bestimmten Reihenfolge) dieser drei Aspekte entstehen sieben primäre Charakteristika, von denen jedes einzelne durch einen „Erzengel des Antlitzes“ repräsentiert und ausgestrahlt wird. Diese hohen Wesenheiten dienen als die Deva-Repräsentanten der 7 Strahlen. Jeder von ihnen ist der äußerliche Ausdruck einer der Qualitäten des Charakters des Sonnenlogos. In der Bibel werden diese Sieben als „die Geister vor dem Thron Gottes“ bezeichnet,  in der Kabbala als die „Sephiras“, die Geister der Zahlen. Sie finden sich nach dem Gesetz der Zahlen zusammen und verleihen den in den göttlichen Ideen angelegten Plänen Gestalt. Diese höchste Riege der Devas entstammt nicht dem jetzigen Sonnensystem, sondern einer fernen Vergangenheit.

Sechs dieser Erzengel arbeiten jeweils als Paare zusammen und repräsentieren die drei Aspekte des Sonnenlogos. Jedes dieser drei Paare vertritt jeweils den positiven und negativen Ausdruck desselben Aspekts. Bei den Erzengeln der Strahlen 1 – 3 handelt es sich um die Haupt-Sephiras (geistige Sephiras), während es sich bei den letzten drei Strahlen 5 – 7 um die Neben- oder Sekundär-Sephiras (materielle Sephiras) handelt. Der Vertreter des 4. Strahls ist ein direkter Abkömmling des Sonnenlogos und dient als Verbindungsglied zwischen diesen zwei Gruppen.

Die gegensätzliche Polarisierung dieser zwei Gruppen kreiert eine besondere Spannungsqualität im Raum, wodurch in der Ursubstanz Kraftlinien entstehen, aus denen die großen und kleinen Archetypen hervorgehen. Bei ihnen handelt es sich um lebendige geometrische Modelle, auf die sich alle Formen zurückführen lassen.

Die Aufgabe des 4. Strahls besteht in der Bewahrung der inmitten der schöpferischen Spannungen hervorgegangenen Archetypen samt der aus diesen entstandenen kleineren Archetypen. Die Erhaltung des Rhythmus und der vorgegebenen Oszilationsfrequenzen im Spannungsfeld zwischen den Haupt- und Sekundär-Sephiras ist die vordringlichste Aufgabe aller Repräsentanten des 4. Strahls. Diese Arbeit des 4. Strahls ist nur dadurch gewährleistet, dass er als Abkömmling des Sonnenlogos alle SEINE Eigenschaften in sich vereint. Der 4. Strahl gilt als Vertreter der Schönheit und Harmonie.

Aufgabenbereiche der Devas (nach Strahlzugehörigkeit geordnet)

1. Strahl - Wille

Die Wesen dieses Strahls tragen das Feuer des allmächtigen Willens in sich. Ihr Attribut ist die Macht, und ihre Aufgabe liegt darin, Erfüllungsgehilfen bei der Manifestation des göttlichen Willens zu sein. Als Vertreter des 1. Strahls sind sie Schöpfer insofern, als sie den fohatischen Blitz an seinen Bestimmungsort leiten. Fohat ist die unendliche, schöpferische, belebende und transformierende Kraft, die alles durchdringt und aus der Atome und Universen gebildet werden. Gesteuert wird dieser Vorgang durch die Erzengel/Sephiras dieses Strahls und seine Emanationen. Im Naturgeisterreich sind die Vertreter des 4. Strahls Diener des Elements Erde.

 

2. Strahl - Liebe

Die Wesen dieses Strahls verkörpern und manifestieren die Prinzipien von Zusammenhalt, Gleichgewicht und Harmonie. Ferner lenken sie die belebenden Ströme der Sonnenenergie, durch die Formen, Substanzen, Moleküle und atomare Verbindungen Koordination und Leben erhalten. In den niederen Dimensionen dienen sie als Naturgeister des Elements Wasser.

 

3. Strahl - Weisheit

Die Wesen dieses Strahls sind die Künstler und Handwerker des Universums. Sie empfangen und projizieren die Archetypen mental von einer Ebene zur anderen. Sie schneidern das äußere Gewand des Systems. In den niederen Dimensionen dienen Vertreter des 3. Strahls als Wesen des Elements Luft.

 

4. Strahl – Schönheit/Harmonie

Wie bereits erwähnt, stellen die Wesen dieses Strahls das verbindende Prinzip dar. Sie schaffen den Ausgleich zwischen den drei Hauptstrahlen (Strahlen 1 – 3) und den drei Nebenstrahlen (Strahlen 5 – 7). In ihren Aufgabenbereich fallen Ordnung und Schönheit im Universum. Als Verbindung zwischen dem Formlosen und den Formen steht der 4. Strahl sozusagen mit einem Fuß in der Zeitlosigkeit und mit dem andern in der Zeit. Hierdurch ermöglicht er die Manifestation des göttlichen Willens von der Idee in eine konkrete Form hinein. In den niederen Dimensionen dienen Vertreter des 4. Strahls als Naturgeister des Elements Feuer.

 

5. Strahl – konkretes Denken

Die Wesen dieses Strahls sind zuständig für den Übergang vom Archetypischen in eine konkrete Form. Ihre Aufgabe ist die Leitung des Vervollkommnungsprozesses der Formen. Bei ihnen handelt es sich um keine Erbauer, sondern sie verbessern die Gestalt und projizieren sie in aufeinanderfolgenden Zyklen auf die astralen und physischen Ebenen. Als Nebenstrahl – auch Attributstrahl genannt – ist der 5. Strahl der Gegenpart zum 3. Strahl.

 

6. Strahl – Hingabe/Idealismus

Ähnlich den Wesen des 2. Strahls, die die belebenden Ströme der Sonnenenergie auf den höheren Plänen lenken,  lenken die Wesen des 6. Strahls diese auf den niederen Ebenen bis hinein in die Physis. Sie sind die Leiter des Fohat, des „Lebensbluts“ für das physische Universum. Gleich dem Meer mit seinen Küsten besitzt auch das Universum metaphorisch gesehen "Küsten": die Physis. Mit der steigenden Flut füllt sich die physische Materie mit dem belebenden Fluidum und erlebt durch die Zunahme des inneren Lebens ihre Evolution. Der Höhepunkt ist erreicht, wenn die physische Materie am feinsten auf Gedanken reagiert und sich von ihnen formen lässt. Dann tritt die Formgebung durch die Wesen des 3. und 5. Strahls in Kraft.

 

7. Strahl – Magie/zeremonielle Ordnung

Die Wesen dieses Strahls könnte man als die Herren der gesamten physischen Natur bezeichnen. Sie sind die Repräsentanten des Logos auf der Stufe des Elements Erde. Ihre Stärke liegt in der Koordination und Erhaltung von physischen Formen in den ihnen entsprechenden Zeitzyklen.

 

  • der 1. Strahl (Wille) spiegelt sich wider im 7. Strahl (Ordnung/Magie/Zeremonie)
  • der 2. Strahl (Liebe) spiegelt sich wider im 6. Strahl (Hingabe/Idealismus)
  • der 3. Strahl (Weisheit) spiegelt sich wider im 5. Strahl (konkretes Denken)

 

Die zweite Klasse der Solar-Devas, die 7 Götter der Elemente

Diese Götter werden auch „die Herren der Elemente“ genannt. Derzeit liegen lediglich über fünf dieser Elemente Informationen vor, die anderen zwei sind noch verschleiert. Geoffrey Hodson betitelt die bekannten Vertreter als:

  • die Regenten der Winde
  • die Meister der Feuer
  • die Herren der Erde
  • die Königinnen des Wassers

Bei dem 5. bekannten Element handelt es sich um den Äther.

Die jeweiligen Führer der Elemente, ihre Hauptwirkungsebene sowie die menschliche Rasse, in der sie dominant aktiv waren/sind, finden sich in Beatrice Flemmings Aufsätzen in ihrem Buch „Das theosophische Weltbild“ / Bd. III. Bei den von ihr genannten "Namen" handelt es sich jedoch um Ämter – wie z.B. Manu, Boddhisatva, Mahachohan. Mit jeder neuen Rasse erscheinen neue „Geister der Elemente“, die höchsten Ämter jedoch verbleiben für je eine Runde (siehe Grafik rechts).

Die dritte Klasse der Solar-Devas – die Lipikas

Die dritte Klasse der Solar-Devas bilden die „Herren des Karmas“ oder Lipikas (von Sanskr. „lip“ = „schreiben“). Bezeichnen ließen sich die Lipikas als „die Schreiber“. Als solche führen sie die „Akasha-Chronik“, das sogenannte „Buch des Lebens“, in dem sämtliche Inkarnationen aufgezeichnet sind. Als Schreiber der Chronik, die alles, was im phänomenalen Weltall war und jemals sein wird, festhalten, stehen sie in enger Verbindung zu Karma oder dem Gesetz von Ursache und Wirkung. In der Bibel werden sie als Cherubime bezeichnet. Sie gelten als Wächter der Ordnung, deren oberste Riege aus vier Devas besteht, welche oftmals symbolisch dargestellt werden als: Mensch, Adler, Löwe und Ochse. Sie geben die „Idee“ des physischen Körpers vor, der das Gewand für die sich verkörpernde Seele sein und ihre Fähigkeiten und Begrenzungen zum Ausdruck bringen soll. Unter ihnen arbeiten die Devas der Runden und Ketten sowie die Heerscharen der „Mittler des Karmas“.

Devas der Erdketten

Die ersten drei Klassen sind die eigentlichen Regenten der Erde. Ihnen unterstehen die folgenden drei genannten Klassen von Erd-Devas.

Die Bildner

Sie unterstehen in gerader Linie der ersten Klasse der Solar-Devas und arbeiten mit den Devas der Elemente zusammen. Die Bildner bestehen aus zwei Gruppen:

  • die dem Mineral- und Pflanzenreich Dienenden
  • die dem Tier- und Menschreich Dienenden

Die höher entwickelten Bildner kümmern sich um die Erbauung von Menschen. Ihr Ziel ist die Vervollkommnung des Bewusstseins und der Sinnesorgane.

 

Die Devas der Elemente

Sie unterstehen der zweiten Klasse der Solar-Devas. Ihnen untergeben sind die Naturgeister.

 

Die Feuerengel oder Salamander nehmen alles um sich herum als Feuer wahr. Sich selbst sehen sie als das glühende Herz aller Manifestationen im solaren System, als Ausdruck des göttlichen Feuers. Wollen wir das Element Feuer verstehen, so müssen wir von unserer herkömmlichen Vorstellung physischen Feuers abrücken. So wie unser Zentralgestirn für uns Menschen ein Ausdruck von Licht, Kraft, Hitze und Vitalität darstellt, so ist die Sonne für die Salamander auf allen Ebenen als Feuer manifestiert. Der Feuer-Deva nimmt das Universum als ein ungeheures brüllendes Meer von Flammen wahr, als einen Hochofen, in dem alle Dinge brennen - egal ob nun Bäume oder Landschaften etc. Die sieben Dimensionen des Universums und des Kosmos finden im Feuer ihre Reflexion. Feuer  existiert in sieben Stadien, und es gibt sieben Arten von Feuersalamandern. Das Erdfeuer ist die dichteste Form und hat den niedrigsten Grad. Es ist Ausdruck der astralen Salamander. Im solaren System gibt es einen Erzengel der Feuer, der sämtliche Arten von Feuersalamandern unter sich vereint. Zwecks Sicherstellung fortwährenden Wachstums besteht die Aufgabe des universellen Feuers in Regeneration und Transformation. Gemeint ist damit der Wechsel, d.h. die Gewährleistung, dass kein Teil oder Teile des Universums statisch, resistent oder träge werden.

Das Element Feuer ist Ausdruck des göttlichen Willens, der auf alles Leben und sämtliche Manifestationen von Formen fortwährend einen Entwicklungsdruck ausübt. Hierbei geht es darum, einen immer perfekteren Ausdruck des beseelenden Lebens zu erreichen. Die besondere Funktion des Feuers liegt in der Beibehaltung der Bewegungen des Universums und seiner Bewohner, die die glühende Qualität in sich tragen mit der Absicht, sie zu transformieren, zu regenerieren und – wenn nötig – auch zu zerstören. Auf der Erde ist der Salamander und sein Element Feuer für den zerstörenden Aspekt bekannt, wird jedoch auch als Produzent von Licht, Hitze und Kraft  tätig.

 

Ein Deva der Erde hat die Aufgabe, sich selbst und das Element, dem er angehört, weiterzuentwickeln. In der Regel gehörten die individualisierten Devas bereits im Naturgeisterreich dem Element Erde an. Als Erdengel gehen sie freiwillig unter die Erde; sie dienen einem Feld, Hügel, Tal, Berg oder einem Landstrich. Die Zeitspanne, die ein Deva mit einem Ort verbunden bleibt, beträgt wenigstens 50 – 100 Jahre. Abhängig ist das von seinen vorherigen Erfahrungen sowie der Gegend, in der er diente. Menschen profitieren von den Erd-Devas gerade durch ihren Bezug zum Element Erde. Für die Devas ist die gesamte Materie heilig, da sie das allem innewohnende Leben wahrnehmen.

Eine Gruppe der Erd-Devas ist für Kristallisierungen auf unserem Planeten zuständig. Das betrifft die gesamte Materie. Erd-Devas sorgen dafür, dass die Formen geometrisch exakt ausfallen. Von ihrem Kristallisationsmuster her gibt es sieben unterschiedliche Arten von Edelsteinen, wobei jede Art ihre eigenen Naturgeister und Devas besitzt. Jeder Stein besitzt ein Herz mit einem zentralen Atom, um das sich alle anderen Atome gruppieren. Durch dieses Atom kommen die Lebenskräfte vom 1. Logos/Aspekt in den Stein, dieser wird durch seine Kraft magnetisiert, die auch dafür sorgt, dass das Atom eine blütenähnliche Form annimmt. Die Archetypen entspringen den  platonischen Körpern (Tetraeder, Hexaeder, Oktaeder, Dodekaeder und Ikosaeder), die der Logos mitgebracht hat. Sie werden von den Devas nicht kopiert, sondern emanieren aus jedem Atom, so dass Naturgeister manchmal selbst ihre Form annehmen – wie z.B. bei Blumen.

 

Die Funktionen des Elements Luft sind zwiefältig. Zum einen erlaubt es Bewegungsfreiheit, zum andern ist die Luft eine Art Schlichter und Entschädiger, der dem großen Druck im solaren System nachgibt. Luft erlaubt die Flucht von Energie in andere Richtungen. Der andauernde Druck, dem die Luft ausgesetzt ist, lädt sie mit magnetischen und elektrischen Kräften auf. Dieser Druck entstammt jeweils den darüber liegenden Ebenen/Plänen.

Auf jeder Ebene ist der Äther das Vehikel der Vitalität. So stellt die Luft den Träger für die Dynamik auf jeder Ebene dar. Die Luftwesen gehören zum Energieaspekt des Sonnenlogos. Die Sylphen bilden den dynamisch-energetischen Aspekt des Logos, der im Gegensatz zu den glühenden, regenerierenden und transformierenden Aspekten des Elements Feuer durch die elektrischen und magnetischen Kräfte Ausdruck findet.

Die individualisierten Sylphen reproduzieren eher den freiheitlichen Aspekt als den Druck. Meistens arbeiten sie auf den niederen Plänen (Äther-/Astralwelt).

Die nicht individualisierten Sylphen beziehen ihre Kräfte von den höheren Ebenen und leiten diese unvermittelt weiter. Erst in späteren Entwicklungsphasen legen sie Pausen zwischen Kräfteempfang und –weitergabe ein. Durch diese Verzögerungen entsteht der Druck, der sich über eine lange Zeit hinweg aufbaut und schließlich in der Individualisierung einer Sylphe Entlastung findet.

 

Das Prinzip des Elements Wasser existiert auf jeder Ebene der Natur als das universelle Lösungsmittel. Es ist der flüssige und empfängliche Aspekt des göttlichen Lebens, der Leib der Natur, die universelle Matrix, aus der alle Dinge geboren werden. Aus diesem Grunde spricht man diesbezüglich von der „universellen Mutter“. Gleich dem Element Feuer existiert das Element Wasser in allen Manifestationen von der niedersten Physis bis hin zum höchsten spirituellen Level. Das Wasser der Erde ist der dichteste Ausdruck des universellen Fluidums.

Während beim Element Feuer der Wandel Dreh- und Angelpunkt ist, so ist es beim Wasser der Fluss, das Fließen. Wie auf der Erde, so muss die gesamte Energie einen Kreislauf bilden, bevor die Kräfte sich manifestieren können. So muss auch die Energie des solaren Systems von der Quelle nach außen zu den Manifestationsebenen hin- und wieder zurückfließen. Die Existenz des Elements Wasser stellt die Bewegungsfreiheit der Kräfte des Logos durch SEINE Welten sicher. Wasser wirkt als ausgleichende Kraft hinsichtlich des Elements Feuer.  Ohne das Element Wasser käme es zur Vernichtung des Systems. Vergleichen ließe sich die Funktion des Wasserelements  mit einer Art „Schmierstoff“ für das System.

Das Element Wasser ist die unsterbliche Mutter, die himmlische Frau, die Jungfrau Maria – fortwährend produzierend, immer unbefleckt; die universelle Isis, die göttliche Königin des solaren Systems, die Ehefrau der solaren Gottheit. Die Aufgabe der Wasser-Devas besteht in der Sicherstellung der Kommunikaton vom Zentrum bis hin zu den äußeren Grenzen des Systems. Ihr Bewusstsein stellt direkte Verbindungen bereit, die die Beförderung von Kräften beschleunigen. Wie auch für alle anderen Bereiche der Devas bedeutet für Wasser-Devas Wachstum ein Anstieg hinsichtlich Wachstum und Kraft, um ihrem Element Ausdruck zu verleihen und seine Funktionen zu erfüllen. Wo immer Wasser existiert, sichtbar oder unsichtbar, sind die Devas des Wassers präsent.

 

Erzengel

Die Erzengel arbeiten mit einer höheren Form der Energie, die Klang hervorruft. Sie sind der direkte Ausdruck der Stimme Gottes. Sämtliche Devas bilden zusammengenommen eine Art Orgel mit unterschiedlichen Pfeifen – abhängig von ihrem jeweiligen Entwicklungsgrad. Diese Musik wird durch alle Reiche hindurch hörbar, wobei die niederen Devas die hohen Töne repräsentieren und die höheren Devas sozusagen die Bässe bilden. Diese Devas werden auch „Engel der Klänge“ (Angels of Sounds) genannt. Durch ihre Zuständigkeit für  die Töne sind sie auch die Umformer der Harmonie Gottes.

Die Natur unterteilt den Klang in drei Bereiche:

  • die Rohrflöten des pfeifenden Windes
  • die donnernden Bässe des  Ozeans
  • das dumpfe Grollen des Donners,  das auf den "Lufttrommeln" (Wolken) erzeugt wird

 

Die karmischen Auslöser

Sie unterteilen sich in drei Untergruppen:

  • Nationaldevas
  • Devas der menschlichen Geschicke
  • Hüter der Typen

Nationaldevas

Jede Nation besitzt ihren eigenen Deva. Dieser Deva wirkt überwiegend auf der Ebene der abstrakten Gedanken und ist vertraut mit Karma und Dharma seiner Nation. Er kennt den idealen Entwicklungsverlauf, wobei es Teil seiner Aufgabe ist, seine Nation diesbezüglich zu führen und zu inspirieren. Ferner gehört zu seinen Aufgaben, die Evolution seiner Nation voranzutreiben und ihre Staatsoberhäupter bezüglich der Erfüllung des nationalen Dharmas zu inspirieren. Ein Nationaldeva versucht, die Auswirkungen von begangenen Fehlern zu minimieren und einen hindernden Einfluss hinsichtlich eines übermäßigen Abweichens des vom Göttlichen vorgegebenen Weges auszuüben, um stattdessen seine Nation ihrer Bestimmung zuzuführen.

Über den Nationaldevas der Welt steht eine Wesenheit, die sämtliche menschlichen Rassen vertritt und ähnlich dem Nationaldeva handelt. Diesem Wesen wiederum übergeordnet befindet sich wahrscheinlich ein interplanetarischer Deva, der alle menschlichen Rassen einer Kette repräsentiert. Die zugrundeliegende hierarchische Struktur ähnelt der der „Weißen Bruderschaft der Adepten“. Zwischen devischen und menschlichen Bereichen des inneren Weltparlaments besteht eine perfekte Kooperation und ständige Zusammenarbeit.

Die Nationaldevas können wir als eine Art „Weber“ verstehen, die ihre aus den nationalen Charakteristika, dem Dharma und Karma der Nationen der Welt bestehenden Fäden über die Jahrhunderte hinweg zu prächtigen Mustern verweben, die dem Willen Gottes entsprechen. Bei ihrem Weben versuchen sie, die Nationen einander näherzubringen und eine Art Bruderschaft der Menschen der Erde zu kreieren. Bei diesem Prozess drängt der jeweilige Weber jedoch weder seinen Willen einer Nation auf noch opponiert er gegen den kollektiven Willen seiner Nation, da die Menschheit aus ihren eigenen Erfahrungen heraus wachsen muss.

Die Devas der menschlichen Geschicke

Sie sind als Devas des Einzelkarmas dem Mahachohan (Leiter des 3. Strahls) unterstellt und schaffen Dienstgelegenheiten für Menschen, und manche von ihnen wirken als „Schutzengel“. Sie leiten die Seelen bei der Zeugung zu den ausgewählten künftigen Eltern. In sämtlichen Reichen der Schöpfung erfahren Säuglinge, Kinder und die Jugend immer eine besondere Unterstützung. Als Erwachsene haben sie dann die Aufgabe, das Erhaltene an die Jüngeren weiterzugeben. Zu dieser Gruppe von Devas gehören auch die sogenannten „Todesengel“, die feierlich am Sterbebett stehen und die "Lebensschnur" (auch "Silberschnur" genannt =Schwingungsbrücke zwischen Ego und Person) durchtrennen.

Die Hüter der Typen

Laut Beatrice Flemming stellen die Hüter der Typen eine sehr geheimnisvolle Devagruppe dar, die sich zusammen mit den Adepten des 1. Strahls um die Rassenbildung kümmert.

 

Quellen: Beatrice Flemming "Das theosophische Weltbild" / Bd. III, Geoffrey Hodson "Die Engel und die Entwicklung des Lebens",

Annie Besant "Uralte Weisheit", Geoffrey Hodson "The Angelic Hosts", Geoffrey Hodson "The Coming of the Angels"

 

 

 

„Wo Licht im Menschen ist,

da strahlt es aus ihm heraus.“

Albert Schweitzer

 

Ausstrahlung - das "gewisse Etwas"

Was uns unsere empirischen fünf Sinne von der Welt zeigen, ist lediglich deren Peripherie, ihr „äußeres Gewand“. Kein einziger Bestandteil der Natur ist unbeseelt, und so steht hinter jeder äußeren Erscheinungsform in den vier Naturreichen (Mineral, Pflanze, Tier, Mensch) ein geistiges Lebensquantum, das sich für den Abstieg in die Materie mit verschiedenen Bewusstseinströgern oder Körpern ausstattet. Jede Lebensform unterliegt den Gesetzen der Sterblichkeit, während das sie beseelende oder speisende Energiequantum Emanation der göttlichen Quelle und damit unsterblich ist.

Alles besitzt Ausstrahlung

Aber nicht nur Vertreter der vier Naturreiche besitzen eine Ausstrahlung, sondern  einfach alles „strahlt“.  Auch unser Planet Erde ist ein Lebewesen und verfügt über ein entsprechendes über seine Peripherie hinausreichendes Energiesystem.  Jede Landschaft, jede Örtlichkeit oder jeder Gegenstand besitzt Ausstrahlung. Natürliche Landschaften sind geprägt von der Population der dort angesiedelten Devas und Naturgeister. Örtlichkeiten oder Gebäude werden von deren jeweiligen Bewohnern energetisch imprägniert oder z.B. im Falle alter Kathedralen, die noch mit wenig Technik „per Hand“ in jahrhundertelanger Arbeit hochgezogen wurden, auch vom ehrfürchtigen „Geist“ ihrer Erbauer. Druckfrische Bücher tränkt ihr erster Leser energetisch. Die Fähigkeit, z.B. einen Gegenstand in die Hand zu nehmen und zu wissen, was er energetisch „erlebt“ hat, wird als Psychometrie bezeichnet. Spukphänomene an Örtlichkeiten gehen häufig auf die Erfahrungen der Örtlichkeit selbst zurück, der sich gravierende Erfahrungen eingeprägt haben,  und nicht etwa auf dort anwesende Verstorbene.

Energiefeld

Das jeweilige Energiefeld eines Lebewesens überragt die Grenzen seiner Physis, und als Sammelbegriff sprechen wir gewöhnlich von dessen „Aura“.  Im Falle von uns Menschen besteht unsere Aura aus den Energiefeldern unseres Äther-, Astral- und Mentalkörpers, die einander durchdringen und sich gemäß unseres Gedanken- und Gefühlslebens ständig hinsichtlich Form und Farben in Bewegung befinden. Dabei ist eine Rückwirkung nicht nur auf uns selbst, sondern auch auf das Umfeld, in dem wir uns bewegen, gegeben. Für diese unsere gedankliche und emotionale Beeinflussung unseres Umfelds sind wir als Urheber verantwortlich.

Auf die Beschaffenheit dieser einzelnen Bewusstseinsträger und das Chakrensystem soll an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden. Vielmehr wollen wir uns auf das Phänomen konzentrieren, das wir als „persönliche Ausstrahlung“ oder „Charisma“ bezeichnen.

Treten wir einem Menschen (oder auch Tier bzw. z.B. Baum) gegenüber, so berühren sich die jeweiligen Energiefelder bzw. im Falle von Nähe durchdringen sie sich sogar. Stellvertretend für gehegte Lieblingsgedanken und –gefühle hat jeder Mensch  entsprechende feinstoffliche „Repräsentanten“ oder Symbole in seiner Aura, die ihn wie Satelliten umschwirren. Bei der Begegnung mit einem uns fremden Menschen kommt es auch zunächst zum Kontakt dieser „Außenposten“ der beteiligten Energiefelder. Deren Kompatibilität oder Inkompatibilität entscheidet evtl. unmittelbar über Sympathie oder Antipathie hinsichtlich des jeweils anderen.

Halten wir uns längere Zeit in der Gesellschaft eines oder mehrerer Menschen mit schwächerem Vitalitätslevel (Ätherkörper) als unserem eigenen auf, so können wir uns vom sogenannten Prinzip der „kommunizierenden Röhren“ insofern überzeugen, als wir uns hinterher geschwächt fühlen. Die Natur sucht grundsätzlich den Ausgleich oder die Mitte, und bei verbundenen Gefäßen (in diesem Falle Energiefelder) trifft das auch für den jeweiligen Energiepegel zu: er ist bestrebt, sich in der Mitte einzupendeln, so dass der energetisch Schwächere empfängt, der Stärkere abgibt. Das ist ein natürlicher Mechanismus.

Die menschliche Ausstrahlung ist etwas Zusammengesetztes, sie besteht zunächst einmal aus den Frequenzen der Summe der menschlichen Aura als Ausdruck ihrer Persönlichkeit und dem jeweiligen Vitalitätspegel. Hinter dieser Persönlichkeit steht jedoch das Wesentliche: das Ego oder Höhere Selbst.

Charisma

Die Schwingungsbrücke zwischen Ego und Person eines Menschen, der sich mit seinem Höheren Selbst identifiziert und seine Person als deren Werkzeug betrachtet, ist naturgemäß besser entwickelt als beim Durchschnittsbürger, der sich für seinen sterblichen Körper hält. Es fließt mehr Energie.  Ein solcher seine Unsterblichkeit repräsentierende Mensch mit entsprechenden geistigen Reifegraden hat eine geradezu unüberwindliche Ausstrahlung auf uns und vermittelt uns gewöhnlich auch das, was wir als „natürliche Autorität“ bezeichnen.

Sagen wir von einem Menschen, er habe „das gewisse Etwas“, so bedeutet das, dass er über Charisma verfügt. Der Begriff Charisma (Griechisch „kharis“ = „Gnadengabe“) bedeutet spirituell gesehen, dass sich im betreffenden Menschen bereits die „göttliche Wirkmacht“ verkörpert und Ausdruck findet. Je mehr wir unser göttliches Erbe auch als Person vertreten und ausstrahlen, über desto mehr „Ausstrahlung“ oder „Charisma“ verfügen wir. Unser jeweiliges Gegenüber erkennt naturgemäß nur solche Seelenanteile in uns, die er auch bereits selbst zumindest im Keim besitzt. Dennoch wirkt spirituelles Charisma stimulierend auf den jeweils anderen.

Jeder von uns hat seine menschliche Laufbahn als „Rohdiamant“ angetreten. In jeder unserer Inkarnationen setzen wir den Schleifprozess fort, bis eines Tages aus dem Rohdiamanten ein Brillant geworden  ist. Je mehr Facetten unseres Charakters bereits zurechtgeschliffen wurden und somit das göttliche Licht reflektieren, desto größer ist unsere Ausstrahlung auf unser jeweiliges Umfeld, desto mehr geistige Autorität besitzen wir. Spirituelle Ausstrahlung bedeutet „Macht“ im besten Sinne, weil sie stimuliert, was sie berührt. Mit solcher „Macht“ müssen natürlich Verantwortungsbewusstsein und -bereitschaft einhergehen. „Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn.“ (Psalm 118:26) lesen wir hinsichtlich eines spirituell weit Entwickelten in der Bibel.

Im schnöden Alltag wirkt manchmal schon ein simples Aufhellungsrezept wahre Wunder:  „Lächeln ist billiger als elektrischer Strom und gibt immer Licht.“ (aus Schottland)

 

 

 

"In jeder Idee schlummert eine Vielzahl neuer Ideen."

Emanuel Swedenborg

 

Die Natur hat immer recht

Blicken wir hinaus in „das Leben“, so erwartet uns dort eine  Vielfalt an Lebensformen und –mustern. Die Natur als Ausdruck der einen geistigen Quelle (Logos oder „Gott“) experimentiert auf geniale Art und Weise und verhilft der jeweils bestmöglichen Form zum Durchbruch. Der Naturwissenschaftler Charles Darwin (1809 – 1882) beschrieb den zugrundeliegenden Auswahlprozess im Rahmen seiner Evolutionstheorie  als „natürliche Auslese“. Seine diesbezüglichen Erkenntnisse beziehen sich jedoch lediglich auf die sterbliche Lebensform, in die sich ein unsterbliches Lebensquantum während des Zeitraums seiner Inkarnation kleidet.

Eine moderne wissenschaftliche Disziplin ist die Bionik – eine Wortneuschöpfung aus den Begriffen „Biologie“ und „Technik. Der Bionik zugrunde liegt die Annahme, dass die belebte Natur durch evolutionäre Prozesse optimierte Strukturen und Prozesse entwickelt, deren Übertragung auf die moderne Technik bestmögliche Ergebnisse erzielt.

Bereits das Universalgenie Leonardo da Vinci (1452 – 1519) erkannte, dass die Natur häufig die besten Lösungen parat hält. Vom alten Menschheitstraum „Fliegen“ beseelt, studierte er den Flug der Vögel und Fledermäuse und übertrug seine Erkenntnisse auf seine Konstruktionszeichnungen von Flugmaschinen, Die gedrehte Frucht des Schneckenklees inspirierte Leonardo zu hubschrauberähnlichen Konstruktionsplänen. In die Praxis umsetzen konnte er seine Entwürfe jedoch nicht, da zu seiner Zeit die technischen Voraussetzungen fehlten.

Im laufe seiner Evolution hat das Tiere und Pflanzen beseelende Leben faszinierende Ideen entwickelt, um sich den wechselnden Herausforderungen anzupassen und den eigenen Fortbestand zu sichern. Bevor jedoch in der heutigen Bionik die erkannten Naturprinzipien umgesetzt werden können, müssen zunächst die Naturgesetze hinter den biologischen Vorgängen erforscht und entschlüsselt werden, denn eine Umsetzung 1 : 1 würde nicht funktionieren.

Eines der bekanntesten Beispiele für das Kopieren von Naturerrungenschaften ist der Klettverschluss, der sowohl der Pflanze „Klette“ als auch den Fußsohlen von Insekten nachempfunden ist. Die technische Herstellung von Oberflächen oder Fassadenfarben wurde durch das Erkennen des sogenannten „Lotuseffekts“ revolutioniert. Aufgrund ihrer hohen Oberflächenspannung haben Wassertropfen die Tendenz zur Minimierung ihrer Oberfläche und versuchen deshalb, eine Kugelform zu erreichen. Abhängig von der Oberflächenbeschaffenheit und –spannung kommt es zu vollständiger oder unvollständiger Benetzung. Von dem Lotuseffekt nachempfundenen Oberflächen perlt Regenwasser ab und entfernt dabei gleichzeitig etwaigen Schmutz.

Die strömungsgünstige spindelförmige Körperform des Pinguins, der als bester Flügelschwimmer im Tierreich gilt, minimiert seinen Energieverbrauch beim Schwimmen. Ingenieure entwickelten nach diesem Prinzip Transportmittel, die sich energieeffizient und damit umweltschonend fortbewegen. Auch bei der Konstruktion und Steuerung des ersten Laufroboters bedienen sich Ingenieure der Ideenvielfalt der Natur, indem sie ihrer Konstruktion den Gang der Stabheuschrecke zugrundelegten. Das Lernen an seitens der Natur jeweils optimierten Lösungen bezieht sich jedoch nicht nur auf die äußere Beschaffenheit von Dingen. Seit jeher nutzen z.B. Fledermäuse und Wale Ultraschall zur Orientierung und zur Beutejagd – Prinzipien, die heutzutage auch seitens der Medizin- und Messtechnik bei Schiffen angewandt werden.

Allem Geschehen – im Großen wie im Kleinen – liegen immer dieselben Gesetzmäßigkeiten zugrunde. Was die Natur über lange Zeiträume hinweg schafft, vollzieht sich in jedem ihrer Bestandteile jeweils in kleinerem Maßstab. Die Natur findet grundsätzlich die optimale Lösung. Suchen wir Lösungen, in welcher Hinsicht auch immer, so gehen wir nie fehl, wenn wir uns an den genialen Errungenschaften der Natur orientieren.

Wenn die Bionik als wissenschaftliche Disziplin auch noch am Anfang steht, so gilt sie doch als Technologie der Zukunft, deren Bedeutung wachsen wird. Dennoch hat sie ihre Grenzen, weil die Vorgänge in der Natur in vielen Bereichen schlicht und einfach nicht zu überbieten sind. Kein Flugzeug würde sich z.B. jemals mit den Flugkünsten einer Stubenfliege messen können.

 

 


"Suchst du das Höchste, das Größte?

Die Pfanze kann es dich lehren:

Was sie willenlos ist,

sei du es wollend; das ist's."

Schiller

Bäume – Fürsten und Freunde

Geachtet und wertgeschätzt

Jedes der drei Naturreiche, deren Lebensquanten zu Kollektiv- oder Gruppenseelen gehören, gibt der Lebensessenz, die sich dort verkörpert, ein bestimmtes Ziel vor: nämlich den jeweils nächsthöheren Bewusstseinsträger zu entwickeln.

Als Mitglied des Pflanzenreichs besitzt ein Baum einen physischen und einen Ätherkörper und hat als höchster Repräsentant seines Naturreichs auch bereits einen im Ansatz entwickelten Astralkörper vorzuweisen. Die Entwicklung dieses Bewusstseinsträgers ist seine Aufgabe, und der Besitz eines Astralkörpers macht emotional empfindungsfähig. Auf der Entwicklungsstufe Baum ist solches Emotionalleben natürlich noch rudimentär und wird erst im Tierreich richtig entfaltet. Evolutionstechnisch gesehen ließe sich der Reifegrad eines Baumes mit dem eines Igels oder Hasen vergleichen.

Im germanisch-keltischen Raum war solches Wissen bekannt; bevor man aus Notwendigkeit einen Baum fällte, bat man ihn bzw. die ihn beseelende Lebensessenz um Vergebung. In Asien dachte man ähnlich, wie folgendes Zitat belegt: „In jedem Baum wohnt ein Geist und sein Wohlergehen zu beeinträchtigen, belastet die Stätte mit Unglück.“

Der Baum produziert nicht nur den für unser aller Existenz benötigte Sauerstoff, er bietet Tieren Wohnraum, Schutz und Nahrung und Naturgeistern und Devas ebenfalls Lebensraum und Wirkungsfeld. Sein Holz dient uns Menschen auf vielerlei Weise, aus seinen verschiedenen Bestandteilen gewinnen wir vielerlei Heilmittel. Ohne den Baum wäre Leben auf der Erde undenkbar.

Viele Volksbräuche und -wissen ranken sich um den Baum. Beliebt war z.B. auch, ganz besonders in Feudalkreisen, anlässlich der Geburt eines neuen Erdenbürgers einen Baum zu pflanzen - für Mädchen eine andere Sorte als für Jungen. Ablesen am Zustand besagten Baumes ließ sich dann, so heißt es, das Wohl- oder Unwohlbefinden des mit ihm schwingungsmäßig verbundenen Menschen. Zu Zeiten, wo unsere modernen Kommunikationsmittel noch nicht zur Verfügung standen, wurden auf diese Art und Weise Aufschlüsse über den Befindlichkeits- oder Vitalitätszustand des evtl. inzwischen fern seiner Heimat weilenden Menschen gewonnen. War er erkrankt oder z.B. im Krieg verletzt, so konnte auch sein Baum entsprechende Merkmale aufweisen. War der Betreffende lebensschwach, so kümmerte sein Baum bzw. ging im Todesfall sogar ein.

Symbol des Lebens

Seit Urzeiten gilt der Baum als universelles Symbol für das Leben; in seinem Bilde können sich Menschen in verschiedensten Lebenslagen und Bewusstseinsstufen wiederfinden. Die Literatur liefert uns viele diesbezügliche Beispiele, weil die Erfahrung lebender Bäume mit archetypischen Mustern zusammengehen.

Zu Bäumen stehen Menschen in ganz ursprünglicher Verbindung. Bereits in frühen Höhlenzeichnungen werden Bäume abgebildet, genauso wie sie in heutigen Kinderzeichnungen beliebt sind. Zahlreiche Mythen und Erzählungen ranken sich um den Weltenbaum (Yggdrasil, die Weltesche) oder den „Baum des Lebens“ als Symbol für das menschliche Leben hinsichtlich seines Standortes im Kosmos. Im Baum erkennen Menschen sich selbst, obwohl die Differenzen auf der Hand liegen: Menschen besitzen die Fähigkeit, sich räumlich, sozial oder kulturell weiterzuentwickeln, während der Baum fest verwurzelt an seinem Platz steht.

In den Upanishaden lesen wir:

 „Dem Baume gleich, dem Fürsten des Waldes,

gewiss, ihm gleich ist der Mensch. Seine Haare entsprechen den Blättern,

der Außenrinde gleicht die Haut.

Wie aus der Rinde des Baumes der Saft, aus dem Verwundeten fließt Blut,

wie Saft aus einem Baum, den man verletzte.

Dem Holze vergleichbar ist das Fleisch, so wie dem Bast die starke Sehne.

Die Knochen sind das Innenholz, das Mark vergleicht dem Marke sich.“

 

Bäume erlauben uns Menschen, uns in ihm als abstraktes Sinnbild als Einheit von Wurzel, Stamm und Krone mit unserem Platz zwischen Himmel und Erde zu betrachten. Im Gegensatz zu uns Menschen, die wir mit unseren Füßen auf der Erde stehen, stecken Bäume spirituell gesehen allerdings mit dem „Kopf“ im Boden, d.h. ihre Wurzeln sind eigentlich ihr Kopf, während ihre Füße, die Krone, in den Himmel ragen. Die Ausrichtung der Zentralachse eines Lebewesens hat mit dem jeweiligen Kräftefluss zu tun, auf den sie resoniert. Mit dem Erreichen des nächsthöheren Naturreichs verlagert sich die Ausrichtung der Zentralachse jeweils um 90°. Sowohl Bäume als auch wir Menschen sind für die vertikal fließende solare Schwingung empfänglich, während die Wirbelsäule der meisten Säugetiere horizontal gelagert ist und sie damit für die gleichfalls horizontal fließende lunare Schwingung empfangsbereit macht.

Hochentwickelte Solitärbäume besitzen eine als Dryade bezeichnete Baumseele, die für diesen einen Baum zuständig ist und dessen "Leben" darstellt. Im Falle von in Gruppen stehenden Bäumen oder im Wald ist gewöhnlich ein Baumgeist für diverse Bäume zuständig. Ein Baumgeist kann sich von seinem Baum nicht weit entfernen; es heißt, nur so weit wie dessen Wurzeln im Erdreich reichen sei das möglich. Im Falle eines Waldes durchdringen sich die Wurzelballen der Bäume, so dass ein größerer Bewegungsradius gegeben ist. Für die Verteilunng aus höherer Quelle stammender Energien an den jeweiligen Umkreis - die Bezeichnung dafür lautet "Landschaftstempel" - sind alte Bäume häufig auch ein Stützpunkt für Landschaftsdevas. Angezeigt werden solche aufgrund ihres dort fokussierten Devas schwingungsmäßig besonderen Orte häufig durch sogenannte "Elfenaugen" an Bäumen. Dabei handelt es sich um Äste eines Baumes, die sich nicht nur überkreuzen, sondern miteinander verschmolzen sind und unterhalb davon eine Öffnung bilden.

 

Bäume und die 7 Strahlen

Sämtliche Lebensformen sind einer von sieben unterschiedlichen Grundschwingungen zuzuordnen. Die Kraftbahnen ziehen sich durch die gesamte Schöpfung. Die Zuordnung erfolgt jedoch nicht analog der äußeren Erscheinungsform oder Farbe, sondern bezieht sich auf ihre beseelende Lebensessenz. Bekannt ist dieses Wissen als "Die Lehre von den 7 Strahlen". Aus astrologischer Sicht ist interessant zu beobachten, dass die Merkmale der äußeren, also physischen Erscheinung eines Baums z.B. geradezu im Gegensatz zu den Grundschwingungen des beseelenden Lebens stehen. Von der Buche wissen wir, dass ihr Holz sehr hart und schwer ist, gemäß der Strahlenlehre gehört sie jedoch zum 6. Strahl des (astrologisch) Planeten Mond, der von allen Faktoren, mit denen die Astrologie umgeht, der weichste, beeindruckbarste überhaupt ist. Ein weiteres Extrem der Diskrepanz zwischen äußerer Beschaffemheit und Bäume beseelenden Lebens stellt die Linde dar: Lindenholz ist besonders weich, dennoch gilt sie als typischer Vertreter für den 5. Strahl, der vom Planeten Saturn regiert wird, dem "Harten" schlechthin.  Auf sieben typische Vertreter für jeweils eine dieser Grundeigenschaften der Bäume beseelenden Lebensessenz wollen wir näher eingehen:

Eiche – 1. Strahl / Planet Jupiter

Aus dem keltischen Baumnamen „Duir“ der Eiche ist das Wort „Druide“ abgeleitet. Geweiht war die Eiche in unserem Kulturraum Thor oder Ziu, dem Gott des Krieges und der Gewitter. Gern wächst die Eiche auf Kreuzungen von Wasseradern. Sie gehörte zu den wichtigsten Baumheiligtümern der Germanen, unter ihr traf man sich zu Versammlungen und sprach Recht.

Die Kelten verbanden mit der Eiche die Kraft, sie selbst zu sein. Bekannt war auch ihre große Heilwirkung. Bereits das Umschreiten einer Eiche galt als Mittel, um von einer Krankheit zu genesen. Die Eiche verkörpert das Prinzip von Kraft, Ruhe, Ausdauer, Härte und Beständigkeit. Als Bau- oder Möbelholz war sie in früheren Zeiten begehrt, und auch heute noch werden ihre Bestandteile in vielfältiger Weise medizinisch verwendet. Unter den Bachblüten finden wir die Substanz „Oak“ als Mittel für den „erschöpften Krieger“. Die Schwingung der Eiche verhilft uns Menschen zur Erdung und zu Gleichgewicht und steht für die Treue zu uns selbst; sie unterstützt unseren Lebenswillen und unsere Durchhaltekraft und bringt uns in Berührung mit unserer inneren Quelle. Von ihr lernen können wir, nicht über andere, sondern über uns selbst zu herrschen.  

 

Birke – 2. Strahl / Planet Venus

Ein gälischer Name für die Birke lautet „slat chaoil“ = „Stab aus Zweigen“ als Hinweis auf den magischen Stab aus Birkenholz. Ein Birkenstab symbolisiert den Willen des Druiden bzw. stärkt allgemein den menschlichen Willen, Dinge neu zu betrachten, zu beginnen oder zu erledigen. Mit ihrer schlanken Gestalt gilt die Birke als Verkörperung der weißen Göttin und als Symbol für das Neuerwachen der Natur im Frühling. Sie steht für Reinigung, Erneuerung, Neuanfang, neue Ideen, neue Energien, Leichtigkeit, Helligkeit, Loslassen, Selbstvertrauen, neue Chancen und Möglichkeiten. Ferner für Elan, seelisch-geistiges Wachstum, Geduld und Erfolg. Der Seele schenkt die Schwingung der Birke Licht, Leichtigkeit und Fröhlichkeit. Sie verfeinert unsere Wahrnehmung für Details. Der Zuständigkeitsbereich der Birke in der Natur liegt im Prozess der persönlichen Befreiung und Identitätssuche, sie ist Sinnbild für Jugend, Freude und Wiedergeburt. Ihr frisches Grün findet gern als Schmuck bei Festen aller Art Verwendung; außerdem gilt sie als hervorragende Heilpflanze. Ihr Saft oder Teer aus ihrem Holz wird zu Salben verarbeitet, während Birkenwasser zu den Haarpflegemitteln gehört.

 

Apfelbaum – 3. Strahl / Planet Merkur

Als typischer Vertreter für die Gattung Obstbäume steht der Apfelbaum für Weisheit, Reinheit und Unsterblichkeit. Bei den Kelten hatte er eine große mystische Bedeutung und gehörte zu den sieben heiligen Bäumen. Ferner gilt der Apfelbaum als Symbol für Sinnlichkeit und Liebe, der Genuss seiner Frucht verleiht "Erkenntnis". Der Apfelbaum steht in enger Verbindung zu den Druiden, weil er als starkes Symbol für die „Anderswelt“ gilt. Bei Reisen in die „Anderswelt“ gilt der Apfelbaum als Schutzbaum; gemäß ihrer keltischen Tradition trugen Druiden häufig einen Apfelzweig mit Glöckchen daran bei sich.

Der Apfel gilt als „König der Früchte“ und erfreut sich allgemein großer Beliebtheit. Aus dem englischen Sprachraum stammt die Erkenntnis: „An apple a day keeps the doctor away.“ (Ein Apfel täglich hält den Doktor fern).

Die Schwingung des Apfelbaums wirkt sanft und vermittelt Fröhlichkeit und Jugendlichkeit. Ferner gilt der Apfelbaum als Symbol der Vollendung und als Ausdruck der Verbundenheit von Natur und Mensch, von Leben und Tod. Seine Schwingungsfrequenz öffnet unser Bewusstsein für die Suche nach Geborgenheit und beeinflusst unsere schöpferische Fruchtbarkeit sowie unseren Weg zur Vereinigung mit uns selbst und anderen.

 

Ahorn – 4. Strahl / Planet Sonne

Auf der nördlichen Erdhalbkugel gibt es ca. 120 verschiedene Ahornarten. Seine bekanntesten Vertreter in unseren Breiten sind der Feld-, Spitz und Bergahorn. In der keltischen Mythologie findet der Ahorn keinerlei Erwähnung. Allgemein in Verbindung gebracht wird er jedoch mit Wind, Farbe, Licht und Form. Sein intensives Farbenspiel vermittelt uns Fröhlichkeit und Lebenslust, es tröstet uns und vertreibt die Schwere. Erwähnt wird der Ahorn in einem vor ca. 3500 Jahren seitens eines ägyptischen Priesters angefertigten Papyrus. Diese seitens Georg Ebers erworbene Papyrusrolle erwies sich als früheste bisher bekannte Abhandlung über altägyptische Heilkunde.

Frische Ahornblätter haben eine kühlende, abschwellende Wirkung, aus Ahornsaft wird Sirup gewonnen. Das Holz des Ahorns ist nicht so hart wie andere Hölzer, weshalb es sich z.B. für Stiele von Arbeitsgeräten eignet, weil es angenehm in der Hand liegt. Auch Holzschnitzer verwenden Ahornholz gern. Der berühmte Geigenbauer Antonio Giacomo Stradivari (1648 – 1737) verwendete den Ahorn als Boden für seine Geigen, weil Ahornholz besonders gut klingt.

Die Schwingung des Ahorns vergrößert unsere Ausdrucksfähigkeit und erlöst uns von Kommunikationsblockaden, die aus einem etwaigen Gefühl resultieren, nicht gut genug zu sein. Ferner verhilft uns die Frequenz der Ahornschwingung zur Selbsterkenntnis und der Suche nach unserer Aufgabe.

 

Linde – 5. Strahl / Planet Saturn

Die Linde gilt als Baum der Gemeinschaft und Familie, sie wurde jahrhundertelang als Mittelpunkt von Dörfern und Städten gepflanzt, diente als Tanzlinde, Hof-, Park- und Alleebaum und kam in Mischwäldern vor. Unter Linden traf man sich zu Festen, Versammlungen und Gerichtsverhandlungen. Gepflanzt wurde die Linde auch als Friedensbaum. In vielen Volksliedern findet die Linde Erwähnung: "Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum......" u.v.a.m.

Die Linde gilt als Symbol für das Weibliche, Mütterliche schlechthin, ihre herzförmigen Blätter schaffen eine sanfte Atmosphäre, während die Lindenblüten einen süßen Duft verströmen. Die Linde gilt als Kraftbaum für Harmonie, Liebe und Schutz – auch der Begriff „Linderung“ geht auf die heilkräftige Wirkungsweise dieses Baumes zurück. Bei Verletzungen im mentalen und emotionalen Bereich lindert die Schwingung der Linde den Schmerz, kühlt und schenkt Geborgenheit. In ihrer Nähe entspannen wir uns und erfahren eine Kräftezufuhr. Besonders gehetzten, unruhigen, unkonzentrierten Zeitgenossen ist der Aufenthalt unter einem Lindenbaum zu empfehlen, weil dort eine allgemeine Beruhigung erfolgt. Auch die Linde ist eine wichtige Heilpflanze; Lindenblütentee z.B. hilft bei Katarrhen der Atemwege. Man könnte meinen, dass die Linde mitdenken kann, da sie in trockenen Sommern zwar duftende Büten ausbildet, sich jedoch mit der Produktion von Nektar zurückhält. Dadurch spart sie Kräfte und wird dennoch bestäubt. Was natürlich tatsächlich "mitdenkt", ist das "Leben" des Baums, die jeweilige Gruppenseele.

Dieser hinsichtlich der Kultur unseres Lebensraumes wichtige Baum verkörpert die Idee der Integration und Verbindung, die durch den Fluss von Herzensenergie möglich wird. Ihre Schwingungsfrequenz beeinflusst Leiden, Lebensfreude, Gemeinschaftsleben, Gerechtigkeit und Gleichwertigkeit; ihre Nähe wirkt entspannend, besänftigend und innerlich stärkend. Geweiht ist die Linde der Göttin Freya, der Hüterin der Liebe und des Glücks.

Buche – 6. Strahl / Planet Mond

Die Buche kann eine stattliche Größe von 30 m erreichen. Hat sie das Glück, unbehindert von anderen Bäumen wachsen zu können, so entwickelt sie eine ausladende und breite Krone. In unseren Breiten sind die meisten Laubwälder von der Buche geprägt.

Im germanischen Kulturraum war die Buche ein geweihter Baum, sie galt als „Portafortuna“, d.h. „Tor zum Glück“ oder Glücksbringer. Beliebt war ihr Holz für die Anfertigung von Opfergefäßen. Unser Wort „Buchstabe“ geht vermutlich auf die germanischen Runenstäbchen zurück. Häufig bestanden solche Stäbchen aus dem harten, schweren Holz der Buche, in das man die Runen ritzte.

Der Blutbuche, die den Germanen als heilig galt, wird die Eigenschaft zugeschrieben, in ihrem Umkreis sämtliche negative Schwingungen zu absorbieren und transformieren. Buchen waren bei den Germanen auch Opferbäume, und aus dem Rauschen ihrer Blätter deuteten Priester den Willen der Götter.

Die Samen der Buche – Bucheckern – dienen Eichhörnchen und Wildschweinen als Nahrung. Herstellen lässt sich aus ihnen auch Speiseöl, getrocknet und gemahlen lassen sie sich wie Mehl verwenden. Heilkundlich hat die Buche keine sehr große Bedeutung, jedoch finden wir sie unter den Bachblüten als „Beech“ als Mittel bei Kritiksucht. Buchenessenzen wirken antibakteriell.

Die Schwingung der Buche hilft uns, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren, sie gewährt uns Unterstützung, Kraft, Mut und Durchsetzungsvermögen sowie Energie, unser eigenes Potential zu erfahren. Ferner lehrt sie uns, zu verzeihen und dadurch unsere eigenen Verletzungen zu verarbeiten. Die Buche gilt als sehr vital und verdrängt spielend leicht Konkurrenten, sofern ihr ihr Standort zusagt. Sie ist ein wunderbarer Schattenspender und besitzt ein hartes Holz mit weitem Verwendungsspektrum. Eine alte Buche kann ca. 600.000 Blätter mit einer Oberfläche von ca. 12.000 Quadratmetern haben. Ihre Schwingungsfrequenz vermittelt Tröstung in Krisen, stärkt, schenkt emotionale Energie und nimmt uns krankmachende Energien ab.

 

Pappel – 7. Strahl / Planet Mars

Die Pappel oder Espe ist insofern ein außergewöhnlicher Baum, als sich ihre Blätter beim geringsten Luftzug bewegen und „zittern“. „Zittern wie Espenlaub“ ist umgangssprachlich ein bekannter Terminus. Von der Pappel heißt es, sie verteile Nachrichten in der Natur, weil sie durch die Bewegung ihrer Blätter ständig „spricht“. Pappeln gelten sozusagen als die „Klatschweiber“ unter den Bäumen.

Im keltischen Raum wurde Pappelholz für die Herstellung von Schilden verwendet, und dem Druiden war die Pappel gleichfalls ein Schild, das ihn allerdings nicht vor anderen Menschen, sondern vor ihm selbst schützen sollte.

Die Schwingungsfrequenz der Pappel unterstützt unsere Auffassungsgabe, Lern- und Kommunikationsfähigkeit. Nach dem Kontakt mit einer Pappel erleben wir eine gesteigerte Empfindungsfähigkeit und eine feinere Wahrnehmung unserer Umgebung. Die Schwingung der Pappel ebnet uns den Weg zu unserem Gefühlsleben, sie mahnt uns zur Achtsamkeit und gibt uns den wichtigen Hinweis, mit Wissen und Macht sorgfältig umzugehen und anderen Menschen mit Toleranz und Respekt zu begegnen.

 

Dein Baum, das unterschätzte Wesen

Die Nähe von Bäumen hat eine heilende, beruhigende Wirkung. Das ist auch wildlebenden Tieren bekannt, die sich im Falle Unwohlseins zu bestimmten Bäumen oder Pflanzen hingezogen fühlen, um Linderung zu finden. Nähern wir uns mit einer respektvollen inneren Haltung langsam einem Baum, so vermögen wir die Peripherie seines Energiefelds (ätherische Aura) zu erspüren. Indianer bewegten sich zu diesem Zwecke mit einer lose zwischen Daumen und Zeigefinger gehaltenen Feder langsam auf einen Baum zu. An der Peripherie der Baumaura zeigte die Feder eine Reaktion, indem ihre zunächst nach oben weisende Spitze  nach unten klappte.

Der bayerische König Ludwig II. pflegte vor seinen Lieblingsbäumen den Hut zu ziehen und sie zu grüßen. Otto von Bismarck verharrte in minutenlanger Umarmung seiner Lieblingsbäume. "Indem wir einen Baum umarmen, lernen wir seine Seele kennen", weiß die Lyrikerin Roswitha Bloch.

Achtung und Wertschätzung ist generell gegenüber jedem Leben angebracht, denn das Leben ist heilig und unser Universum wertet nicht. Von seinem Standpunkt aus betrachtet hat ein Grashalm an seinem Platz in der Schöpfung denselben "Wert" wie jede andere Lebensform, egal auf welcher Evolutionsstufe sie sich befinden mag. Und so ist auch gegenüber Bäumen Respekt angebracht, handelt es sich bei den sie beseelenden Lebensquanten doch um hochentwickeltes Leben, das sich kurz vor der Versetzung ins Tierreich befindet.

Gegen sorgfältige Baumpflege spricht gar nichts; in der diesbezüglichen spirituellen Literatur* heißt es jedoch, solche Arbeiten würden für beide Seiten erleichtert werden, sofern man vor Beginn mit dem Baum kommuniziert, ihm z.B. gedanklich wissen lässt, was geschehen wird.  Respektloses Abreißen von Früchten unter Beschädigung des Baumes ist ebenfalls unangebracht. Auf jede Aktion folgt im Universum eine Reaktion. Stellen wir uns vor, wir wären begeistert darüber, etwas hervorgebracht zu haben - wie z.B. ein Apfelbaum seine Früchte - und es weiterschenken zu können. Und dann kommt ein Ignorant, entreißt uns das Geschenk auf brutale Weise und verletzt uns dabei noch! Das Pflücken eines Apfels mit einer kurzen gedanklichen Würdigung an den Spender verleiht der begehrten Frucht jedenfalls einen besonderen Segen. 

In seinem Brief an Freifrau Annelie von Heyl schrieb der Dichter Hans Sterneder folgendes: „Nie aber sollen Sie an einem alten, großen Baum vorbeigehen, ohne ihn zu grüßen! Denn die Seele in ihm ist oft in vollem Wissen schon Jahrtausende alt und von großer Weisheit. Und es mag leicht sein, dass Sie seine Ströme stark und körperhaft spüren und er plötzlich in Ihnen redet, laut und vernehmlich, wenn Sie sich in gewissen Nächten, die ich Ihnen einmal nennen will, mit inbrünstiger Versenkung an seinen Stamm lehnen.“

Bäume hatten und haben weltweit eine ganz besondere Bedeutung, genießen eine besondere Wertschätzung und gelten als Symbol sowohl für den Menschen als auch für das Leben selbst.  Der persische Dichter und Mystiker Saadi (1190 - 1283) schrieb:

„Betrachte jeden Baum und merke,

auf jedem Baum ist jedes Blatt

ein Blatt von einem Buch,

darin der Herr der Stärke,

die Schöpfung aufgezeichnet hat.“

 

*Als wahre Fundgrube für den spirituell orientierten Baum- bzw. Naturfreund erweist sich immer wieder das Buch „Pflanzengeheimnisse“ von Willy Schrödter, das in  einer Neuauflage vorliegt !

Obwohl Sonne und Mond natürlich keine "Planeten" sind, werden sie, als "Lichter" bezeichnet, in der Astrologie jedoch als solche gehandhabt

 

 

 

 

Graf Saint Germain –

Meister des 7. Strahls

 

„Er war wahrscheinlich einer der größten Philosophen, der jemals gelebt hat. Ein Freund der Menschlichkeit, er strebte nach Geld nur wenn es den Armen diente, war ein Freund der Tiere, sein Herz galt der Freude anderer.“

Landgraf Karl Prinz zu Hessen-Kassel 1861 über seinen Freund und Zeitgenossen, den Grafen St. Germain

 

Über Jahrhunderte hinweg gibt es immer wieder Versuche von Adepten, den spirituellen Fortschritt in Gestalt von mehr Menschlichkeit und Abkehr vom Materialismus und Egoismus in der Welt voranzutreiben. Eine Inkarnation eines der spirituellen Führer ist die des Grafen Saint Germain, des Meisters und Leiters des 7. Strahls. Um seine Versuche, die Entwicklung Europas positiv zu beeinflussen, soll es – soweit bekannt – in diesem Artikel gehen. Indizien sprechen dafür, dass viele Berichte über die interessantesten und wichtigsten Arbeiten des Grafen noch heute unzugänglich in privaten geheimen Archiven adliger Familien lagern.

Verwechslungsgefahr

Um von vornherein eine eventuelle Verwirrung zu vermeiden, sei erwähnt, dass der Graf St. Germain in keinem verwandtschaftlichen Verhältnis zum Grafen Robert de St. Germain, geboren im Jahre 1708 in Lons-le-Saulnier, stand. Graf Robert war in jungen Jahren Jesuit und trat später in militärische Dienste in Frankreich, Palestina, Russland und Dänemark. Er verstarb 1778.

Herkunft

Der Übergang von der Vorinkarnation des Meisters des 7. Strahls als Prinz Ivan Rakoczy (auch Ragotzy geschrieben) von Transsilvanien (siehe Das Gelbe vom Ei Nr. 6 „Ströme“) und der Inkarnation als Graf Saint Germain war fließend. Gegenüber der französischen Königin Marie Antoinette (1755-1793) erwähnte er als Geburtsort Jerusalem, verweigerte jedoch die Jahresangabe, da dies angeblich Unglück bringe. Fraglich ist in diesem Zusammenhang auch, ob er wirklich der heimliche Sohn Francis II. Leopold Rakoczy (1676-1735) war, da es einen Augenzeugenbericht aus dem Jahre 1710 gibt: Die junge Gräfin von Georgien traf ihn in diesem Jahr auf einer Venedig-Reise, wo sie seine Kompositionen bewunderte und einige Barcarolen mit ihm sang. Zu diesem Zeitpunkt betrug sein ihrerseits geschätztes Alter über 45 Jahre, während sein angeblicher Vater zu dieser Zeit erst 34 Jahre alt war. Fünfzig Jahre später traf sie den Grafen im Salon von Madame de Pompadour (1721-1764 / Mätresse des französischen Königs Louis XV.) wieder und hielt den Mann aus Venedig für seinen Vater. Detailgenaue Beschreibungen seitens des Grafen hinsichtlich der gemeinsamen Vergangenheit überzeugten die Gräfin jedoch, es mit ein und demselben Mann zu tun zu haben, der jedoch kein bisschen gealtert war.

Der Graf selbst erwähnte Zeitzeugen gegenüber Details aus seiner Vergangenheit, vermied jedoch grundsätzlich Zeitangaben. Er bezeichnete sich zwar als Sohn des Prinzen Rakoczy, unerwähnt blieb jedoch, in welcher Generation.

Abschied von der Mutter

An seinem 7. Geburtstag sah der Graf Saint Germain zum letzten Mal seine Mutter. Diese ließ ihr Portrait auf den Arm des Jungen tätowieren, das sie in einem zeitgenössischen Kostüm zeigt, was aufgrund der Eigenart der Kleidung später bei der Damenwelt immer wieder zu Verwirrungen führte. Von seiner Mutter berichtete Graf Saint Germain grundsätzlich im Tenor inniger Verbundenheit. Bereits im Alter von 7 Lenzen soll ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt gewesen sein.

Physische Erscheinung

Die physische Erscheinung des Grafen wurde wie folgt beschrieben: mittelgroß, brauner Teint, schwarzes Haar, sanfte, jedoch durchdringende Augen, von edler Erscheinung mit intelligentem Ausdruck und guten Manieren. Die Comtesse d’Adhemar schätzte ihn bei ihrem ersten Treffen auf 40 – 45 Jahre. Er kleidete sich einfach, jedoch mit Geschmack. Seinen einzigen Luxus stellten die unzähligen Diamanten an den Fingern und auf seiner Schnupftabakdose und Uhr dar.

Sprachgenie und Künstler

Verbrieft ist, dass der Graf diverser Sprachen mächtig war, darunter Französisch, Englisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Latein, aber auch alte Sprachen und solche, die damals im europäischen Raum noch nicht gelehrt wurden wie Sanskrit, Chinesisch oder Arabisch.

Der Graf beherrschte mehrere Musikinstrumente und galt als extrem guter Violinspieler mit dem Klangvolumen eines ganzen Orchesters. Sein Klavierspiel, insbesondere seine Improvisationen, beeindruckten sogar Jean Philippe Rameau (1683-1764), Komponist und Musiktheoretiker des 18. Jahrhunderts. Der Graf betätigte sich auch als Komponist. Im Schloss des Prinzen Ferdinand von Lobkowitz in Raudniz/Böhmen befinden sich einige Utensilien, die einst aus dem Besitz des Grafen stammten, darunter auch ein Buch mit Kompositionen des Grafen Saint Germain. Ferner finden sich im Britischen Museum Kompositionen aus den Jahren 1745 und 1760.

Der Graf betätigte sich auch als Maler. Obgleich er nie als großer Repräsentant der darstellenden Künste galt, so ermöglichte jedoch die von ihm hergestellte Ölfarbe brillante Effekte, die besonders dann hervortraten, wenn z.B. Edelsteine abgebildet wurden. Das Geheimnis um diese Farbe gab er nie preis. Maler wie Carle Vanloo (1705-1765) versuchten vergeblich, es ihm zu entlocken.

Erfinder und Alchemist

Nebenbei beschäftigte sich der Graf auch mit dem Färben von Häuten, Wolle und Seide und entwickelte eine preisgünstige Variante zur Herstellung der damals extrem teuren Farben Indigo und Rot. Für Indigo wurde die aus Indien stammende Indigopflanze bzw. Färberwaid benutzt, während man Rot aus der Koschenillelaus herstellte. Ferner beseitigte er den penetranten Ölfarbengeruch und unternahm Experimente mit Flachs, um daraus eine kostengünstige seidenähnliche Faser zu entwickeln.

Der Graf beschäftigte sich viel mit Alchemie und wandelte niedere Metalle in höhere um. Ferner war er in der Lage, die Karatzahl von Diamanten zu erhöhen. König Louis XV. von Frankreich überreichte ihm einst einen fehlerhaften Diamanten, dessen Wert dadurch lediglich 6.000 Livres betrug. Ohne Sprung hätte derselbe Diamant einen Wert von 10.000 Livres gehabt. Nach einem Monat brachte der Graf dem König den Diamanten zurück, und der königliche Juwelier schätzte ihn auf 9.600 Livres. Außerdem soll der Graf in der Lage gewesen sein, Perlen zum Wachstum anzuregen.

Spezielle Essgewohnheiten

Überall bekannt war, dass der Graf strikte Diät hielt. An gesellschaftlichen Essen nahm er deshalb grundsätzlich nie teil. Statt Alkohol trank er einen selbst zubereiteten Tee, war Vegetarier und soll sich stets eine Art Haferbrei selbst zubereitet haben.

Pharmazeutiker

In der Regel vermied er große soziale Events, sondern traf sich stets in kleinem Kreise. Der Graf galt als guter Unterhalter, wobei er durchblicken ließ, ein sehr umfangreiches Wissen zu besitzen, das er durch jahrelange Forschungen und Beobachtungen erworben hatte. Auf diesem Wege erlangte er auch seine Kenntnisse über die medizinische Nutzung der Natur, die Pharmazie, die er gemeinsam mit dem seitens des Prinzen Karl von Hessen bezahlten deutschen Arzt und Apotheker Lossau entwickelte. Insbesondere wurden Tees gemischt, die von den Reichen zu bezahlen waren, während die Armen sie kostenlos erhielten. Besonders bekannt war sein „Russischer Tee“, der das Immunsystem stärkte, sowie das sogenannte „Aqua Benedetta“, ein Elixier, dem lebensverlängernde Wirkung zugeschrieben wurde.

Diplomat und Förderer der Freimaurerei

Das Hauptanliegen des Grafen waren jedoch die Diplomatie und die Verbreitung und Stärkung der Freimaurerei sowie rosenkreuzerischen Wissens. Ferner unterhielt er Kontakte zu den „Templern“, den „Asiatischen Brüdern“, den „Rittern des heiligen Johannes, Evangelist des Ostens in Europa“ (Johanniter-Orden), den „Rittern des Lichts“, diversen Rosenkreuzern in Österreich und Ungarn sowie den französischen „Martinisten“.

Pseudonyme

Nicht selten benutzte der Graf Saint Germain Pseudonyme, was zur damaligen Zeit nicht ungewöhnlich war, und trat unter folgenden Namen auf: Marquis de Montserrat, Compte Bellamare oder Aymar in Venedig, Chevalier Schoening in Pisa, Chevalier Weldon in Mailand und Leipzig, Compte Solikoff in Genua und Livorno, Graf Tzarogy in Russland, Schwalbach und Triesdorf, M. St.-Noel in Frankreich, M. de Zurmont in Belgien, Prinz Rakoczy in Dresden, Graf Saint Germain in Paris und Den Haag, London und St. Petersburg.

Russland

Der Graf Saint Germain bereiste den gesamten europäischen Raum und warb überall für Frieden, wobei er in vielen Königshäusern ein- und ausging. Er war ein guter Freund von Alexis Orlov, der zusammen mit seinem Bruder die Inthronisierung von Zarin Katharina der Großen von Russland (1729-1796) förderte. In Russland, aber auch bei anderen Zusammentreffen mit Orlov, trug der Graf die Uniform der russischen Armee. Im Russischen benutzte er meistens ein Anagramm seines eigentlichen Namen Ragotzy = Tzargoy sowie den Namen Saltikoff (Saltikow). Längere Zeit soll sich der Graf zu Zeiten des Zaren Peter III. (1728-1762) in Russland aufgehalten haben, bis dessen Frau Katharina II. im Jahre 1782 die Macht übernahm. Quartier genommen hatte der Graf seinerzeit beim Hofmaler Pietro Antonio Graf Rotari (1707-1762).

Afrika, Indien, China und Venedig

Bezüglich des jeweiligen Aufenthalts des Grafen Saint Germain in Afrika, Indien und China gibt es zwar Hinweise, jedoch keine Augenzeugenberichte. Ende des 17. Jahrhunderts bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts hielt er sich in Venedig auf.

Persien

Von 1737 bis 1742 hielt sich der Graf Saint Germain am Hofe des Schahs von Persien auf. Als die Geliebte des französischen Königs Louis XV. im Jahre 1744 im Sterben lag, vermutlich verursacht durch eine Vergiftung, bat dieser den Grafen um ein Gegenmittel, jedoch war es hierfür bereits zu spät.

England, Venedig und Indien

Im Jahre 1745 befand sich der Graf während der Jakobiter-Revolution (Jacobites, nicht zu verwechseln mit den Jakobinern der franz. Revolution) in England, wurde der Spionage verdächtigt und in Haft genommen. Ursache hierfür war die Eifersucht eines Mannes wegen einer Frau, der dem Grafen  daraufhin ein belastendes Schriftstück unterschob. Der Sachverhalt wurde jedoch aufgeklärt und der Graf in allen Punkten freigesprochen Als sein Fürsprecher fungierte damals ein Lord H., bei dem es sich wahrscheinlich um William Stanhope Earl of Harrington, Sekretär des Schatzmeisters handelte. Aller Wahrscheinlichkeit nach blieb er zwei Jahre in England und zog dann erneut nach Venedig. Im Jahre 1755 reiste er das zweite Mal nach Indien.

Frankreich

Die bekannteste Periode des Grafen Saint Germain begann im Jahre 1757, als er in Paris dem damaligen Kriegsminister Maréchal de France Compte de Belle-Isle vorgestellt wurde. Allerdings ist davon auszugehen, dass der Graf der königlichen französischen Familie bereits bekannt war. König Louis XV. wies ihm eine Suite in seinem Schloss Chambord zu, wo er mit einer Gruppe von Interessierten in einem eigens dafür eingerichteten Labor Experimente durchführte. Zu dieser Gruppe gehörten der Baron von Gleichen, die Marquise d’Ufre, die Prinzessin von Anhalt-Zerbst, Mutter der Zarin Katharina II. sowie Comtesse de Genlis. Der Graf galt als begnadeter Physiker und Chemiker. Zur selben Zeit hielt sich ein junger Engländer namens Lord Gower in Paris auf, der über den Grafen viele Unwahrheiten verbreitete.

Niederlande

Im Jahre 1760 wurde der Graf Saint Germain von Louis XV. hinter dem Rücken des damaligen Außenministers und Kriegstreibers Duc de Choiseul  auf eine politische Mission nach Den Haag/Niederlande geschickt. Der Hintergrund dieser Mission ist bis heute jedoch unklar. Es ist jedoch zu vermuten, dass der König  der Kriegstreibereien seines Außenministers müde war und der Graf ein Friedensgesuch übermitteln sollte.

Niederlande, London, Russland

Zwischen 1710 und 1774 suchte der Graf die Niederlande immer wieder auf. Von dort reiste er via Ostfriesland nach London. Die Spur führt weiter nach St. Petersburg, wo er an der Inthronisierung Katharina II. (der Großen) im Juli 1762 beteiligt gewesen sein soll. Ferner pflegte er Kontakte zum Schwedischen Hof und war ein sehr enger Freund des Preußenkönigs Friedrich II. Es ist davon auszugehen, dass viele seitens des „Alten Fritz“ eingeführte Neuerungen auf Ideen des Grafen zurückzuführen sind. Ferner besaß der Graf Saint Germain viele freimaurerische Freunde, einige davon von adliger Abstammung wie der Landgraf Karl von Hessen, Herzog Ferdinand von Braunschweig; ferner Friedrich Anton Mesmer (Begründer der Lehre vom animalischen Magnetismus = Mesmerismus) und Franz Arnold Gräffer, Bibliograf und Schriftsteller.

Cagliostro

Graf Alessandro Cagliostro (1743-1795), der oft mit dem Hochstapler Guiseppe Balsamo verwechselt wird, weil dieser sich als Cagliostro ausgab, war eine Vorinkarnaton von H.P. Blavatsky und ein Schüler des Grafen Saint Germain. Beide verfolgten das Ziel, die Freimaurerei im europäischen Raum zu fördern und zu verbreiten.

Frankreich

Die sicherlich detailgetreusten Aufzeichnungen über den Grafen finden sich in den Tagebüchern der Comtesse d’Adhemar (1760-1821), einer engen Vertrauten Marie-Antoinettes, Königin von Frankreich. Mit dem französischen Königshaus war der Graf Saint Germain bereits seit dem Jahre 1743 vertraut, ein Jahr bevor die Mätresse König Louis XV.,  Madame de Chateauroux, verstarb. Danach kehrte der Graf immer wieder an den französischen Hof zurück. 1770 weilte er, aus Livorno/Italien kommend, wieder in der Stadt, nachdem sein Erzfeind, der Außenminister Duc de Choiseul Ende 1770 abdanken musste. Im Mai 1774 beerbte Louis XVI. seinen Großvater Louis XV., nachdem er Marie-Antoinette geheiratet hatte.

Prophezeite Geschehnisse im Zusammenhang mit der Französischen Revolution

Zu einem uns unbekannten Datum erschien der Graf Saint Germain als M. de St. Noel vor dem Hause der Comtesse d'Adhemar und bat sie dringend, für ihn eine Audienz bei der französischen Königin zu arrangieren. Tags darauf besuchte die Comtesse die Königin und trug ihr des Grafen Anliegen vor. Die Königin wiederum stand seit Jahren im Briefkontakt mit einem mysteriösen Unbekannten, der sie tags zuvor gewarnt hatte, dass ein mysteriöses, wichtiges Anliegen an sie herangetragen werden würde, das ernsthafter Überprüfung bedürfe, wenngleich es Schmerz verursachen würde. Hierauf beschloss die Königin, dem Ersuchen des Grafen stattzugeben.

Der Graf Saint Germain berichtet der Königin von Frankreich, dass die Partei der Encyclopaedisten die Macht anstrebe und dass dies nur durch den Fall der Priesterschaft im Lande erreicht werden könne. Um dies sicherzustellen, müsse auch der Adel und die Monarchie fallen. Als Werkzeug hierfür sei der Duc de Chartres vorgesehen, dem hierfür die Krone versprochen worden sei. Später würde er jedoch zum Bauernopfer. Zuvor würden Gewalt und Grausamkeiten das Land überziehen. Die Gesetze würden die Guten nicht länger schützen, sondern dem Bösen zum Terror dienen. Derzeit stehe eine Zeit der trügerischen Ruhe bevor, plötzlich jedoch werde sich das Blatt wenden, und die gierigen nach Rache, Macht und Reichtum strebenden Menschen würden alles, was sich ihnen in den Weg stellt, vernichten. Die aufrührerische Bevölkerung werde sie zusammen mit einigen Staatsmännern unterstützen, und eine Besessenheit werde das Volk ergreifen, die in einen Bürgerkrieg mit all seinen Scheußlichkeiten münden werde.

Der Graf Saint Germain sei bereit, sich unentgeltlich in den Dienst der Krone zu stellen, vorausgesetzt, der außenpolitische Berater M. de Maurepas trete zurück, da er ihn für untauglich halte. Dieser diente dem Königshaus jedoch bereits unter Louis XV. und war ein erbitterter Gegner des Grafen. Der Graf erkannte jedoch, dass sich der König nicht von Maurepas zu trennen bereit sein werde, und so erklärte er, dass er binnen der nächsten vier Tage abzureisen gedenke, da er nicht wünsche, in der Bastille eingesperrt zu werden. Auf die Erwiderung der Königin, er könne doch durch das Schlüsselloch entkommen, antwortete der Graf: „Ich bevorzuge es, meine Zuflucht nicht durch die Erzeugung von Wundern zu erlangen.“ Der Graf versprach nach Frankreich zurückzukehren, sobald der König ihn beriefe. Bereits zwei Stunden später erschien M. de Maurepas in den Räumlichkeiten der Comtesse mit einem Haftbefehl für den Grafen. Plötzlich betrat dieser zur Überraschung Maurepas den Raum, um ihm mittzuteilen, dass seine Versuche, an der Macht zu bleiben, Frankreich die Monarchie kosten werde. Der Königin habe er alles eröffnet, was ihm erlaubt war; dem König gegenüber hätte er jedoch noch mehr verlauten lassen dürfen, was jedoch von Maurepas verhindert werde. Mit diesen Worten schloss der Graf die Tür wieder und entschwand.

Letzte Besuche

1789 gipfelte die Französiche Revolution im Sturm auf die Bastille.  Ob der Graf die Königin am Abend vor ihrer Enthauptung (16.10.1793) noch einmal in ihrer Gefängniszelle aufsuchte, muss unbestätigt bleiben. Tatsache ist jedoch, dass er nicht im Jahre 1784 in Eckernförde an der Schlei zu Grabe getragen wurde. Dieses Gerücht setzte  sein langjähriger Freund und rosenkreuzerischer Weggefährte Karl von Hessen-Kassel, Statthalter des dänischen Königs in Schleswig, in Umlauf, um seine Verfolger und Anhänger für eine Weile abzuschütteln.  Denn im Jahre 1793 traf der Graf in Paris noch einmal auf die Comtesse d’Adhemar und prophezeite ihr noch weitere fünf Treffen. Das letzte davon fand 1820 statt; danach erwartete die Comtesse ihr sechstes Treffen nach ihrem Tode, der 1822 eintrat.

Erholung in Tibet und letzte Mission

Nach getaner Arbeit in Europa erholte sich der Graf einige Zeit in Tibet; das verkündete er Franz Gräffer Ende des 18. Jahrhunderts gegenüber. Seine letzte uns bekannte Mission auf Erden bestand in der Unterstützung der Gründerin der Theosophie, Madame Blavatsky, beim Schreiben ihres Buches „Isis Entschleiert“, das im Jahre 1877 in New York erschien.

„Der Compte de Saint Germain war sicherlich der größte orientalische Adept, den Europa während der letzten Jahrhunderte zu Gesicht bekam.“

H.P. Blavatsky – Theosophical Glossary

 

Quellen:

Isabel Cooper-Oakley "The Comte de St. Germain"

Henry S. Olcott "The Count de Saint Germain and H.P.B."

 

 

 

 

Sach- und Lachgeschichten für Eingeweihte, Eingebildete und solche, die es gerne werden wollen......

 

         Eso-Quiz

 

 

Welcher Planet galt als Herrscher des Tierkreiszeichens Wassermann, bevor Uranus entdeckt wurde?

a)  Venus      b)   Jupiter      c)   Saturn

Ein anderes Wort für die Aura der Erde? 

a)   Brosimum Galactodendron     b)   Aurora Borealis     c)   Carpe diem

Wie heißt die dritte Klasse der Solar-Devas?

a)   Gandharven   b)   Sephiras    c)    Lipikas

Auf welcher Ebene manifestieren sich die für das irdische Feuer zuständigen Feuergeister?

a)   Astralwelt    b)   Mentalwelt     c)  Buddhiebene

Ein anderes Wort für "göttlicher Funke"?

a)   Mariechen   b)   Monade     c)   Ego

Welcher Baum ist ein irdischer Vertreter des 4. Strahls?

a)   Birke    b)  Apfelbaum     c)  Ahorn

In welcher Himmelsregion befindet sich der Große Bär?

a)   Norden    b)   Osten   c)   Süden

Ein anderes Wort für "Engel"?

a)  Marsupilami   b)   Deva    c)  Mahamanvantara

Welcher Planet gilt zur Zeit noch als "unheilig" (nicht individualisiert)?

a)  Venus       b)  Jupiter     c)  Erde

Welche Organisation wurde von einer Inkarnation des Leiters des 7. Strahls (Graf St. Germain) gegründet?

a)  Rosenkreuzer     b)   Zisterzienser     c)   Jesuiten


Die Anfangsbuchstaben der richtigen Antworten ergeben zusammengesetzt das Lösungswort. Viel Spaß!

 

Hast Du schon gehört, dass.......

  • St. Germain den jungen Mesmer in Wien traf, um mit ihm in einer dreistündigen Unterredung die Theorie zu erörtern, dass die Lebenselixiers-Bestandteile durch Anwendung von Magnetismus im Rahmen einer Reihe von Umwandlungen zu gewinnen seien? Ziel war es, Mesmer bei der Entwicklung seiner Theorien für das 19. Jahrhundert zu unterstützen.
  • sich gemäß Geoffrey Hodson die Nationaldevas hauptsächlich mit einer Nation als Ganzem und den politischen Führern beschäftigen, während sich die Weiße Bruderschaft primär auf die jeweiligen Könighäuser und Landespatrone - im Falle Englands z.B.  St. George oder Irlands St. Patrick - konzentriert?
  • der Graf St. Germain Ende des 18. Jahrhunderts die Entwicklung der Dampfeisenbahn und -boote in England förderte?
  • es sich bei der Aurora Borealis um das Energiefeld (Aura) der Erde handelt?
  • der Graf St. Germain die stufenweise Veränderung der Jahreszeiten vorausgesagt hat, beginnend mit dem Frühjahr, gefolgt vom Sommer? Der Grund hierfür liege in der Beendigung des Fischezeitalters. Astrologen und Meterologen hätten diesbezüglich keinerlei Ahnung. Es bedürfe eines Studiums "innerhalb der Pyramiden", um dieses Phänomen ganz zu verstehen.
  • Djwhal Khul innerhalb der sogenannten "Weißen Bruderschaft" als Spezialist für die Lehre der Strahlen gilt?
  • der Hellseher und Theosoph C.W. Leadbeater empfiehlt, ältere Menschen zwecks Regenerierung unter Tannen zu plazieren, da diese  Bäume Kräfte absondern, die besonders dieser Personengruppe zugute kommen?

 

 

 

 

„Einsicht schafft Aussicht.“

Stefan Radulian

Krawallschachtel

Der rote Buntstift – er hieß Ralf und war aufgrund der Schwingung seiner Farbe schon immer etwas vorlaut gewesen – räusperte sich: „Hört zu, Freunde, so geht es nicht weiter mit uns. In letzter Zeit gibt es nichts als Krawall in unserer Schachtel. Jeder von euch hält sich für den Größten und Besten, seine Farbe für die wichtigste überhaupt. Dabei liegt doch auf der Hand, dass die Führungsrolle meinem Rot zukommt!“

„Das sehe ich aber völlig anders“, entgegnete Bertram, der Blaue sofort. „Mein Blau ist nämlich die alles entscheidende Farbe! Stellt euch vor, wir hätten einen blutroten Himmel! Davon einmal ganz abgesehen ist Blau sowieso allen anderen Farben überlegen, weil seine Schwingungen zum 1. Strahl gehören. Dein Rot, Ralf, gehört bloß zum 7. Strahl. Schon das spricht Bände……“

Gerd, der gelbe Buntstift, der aufgrund der Grundqualität seiner Farbe zum Philosophieren neigte, versuchte zu beschwichtigen: „Manchmal ist der Himmel ja sogar ein bisschen rot, wenn die Sonne auf oder unter geht zum Beispiel, im Morgen- oder Abendrot. Das ist doch eigentlich ganz hübsch und mal eine Abwechslung. Und alles hat doch seinen tieferen Sinn. Jede Farbe hat eben ihre eigene, besondere Qualität. Meinem Gelb als Repräsentant des 3. Strahls allerdings wohnt eine ganz besondere Kraft inne: Gelb steht für Erkenntnisvermögen. Deshalb solltet ihr lieber öfter mal auf meine weisen Worte achten………“

„Auf deine Worte achten? Du spinnst wohl!", stellte Lothar, der Lilane lakonisch fest.

"Ich kann das alles überhaupt nicht mehr hören!“, meldete sich Volker, der Violette. „Wir sollten uns doch auf das Wesentliche besinnen und dankbar dafür sein, dass wir alle so viel zur Farbigkeit der Welt beitragen können! Mein Violett als Repräsentant des 2. Strahls gilt bekanntlich als sehr spirituelle Farbe und ist allerdings der euren vermutlich schon deshalb weit überlegen.....“

„Quatsch, Lila ist mindestens genauso schön und einzigartig!“, erwiderte Lothar. „Stellt euch nur ein weites Schlafmohnfeld vor; ein Meer von blasslila Blüten, die sich im Winde wiegen……“

„Lothar demonstriert mal wieder seinen Gefühlsreichtum………….. und seine Sentimentalität", lästerte Ralf, der Rote.

"Vertreter des 6. Strahls sind manchmal wirklich schwer zu ertragen", ergänzte Bertram, der Blaue.

„Ja, ganz besonders für solche Hitzköpfe wie dich, Ralf! Dabei ist doch ganz eindeutig Orange die wichtigste Farbe!", platzte Olaf, der Orange, heraus. „Meine Farbe gehört zum 4. Strahl und steht für Vitalität und Harmonie; meine Farbe ist die lebendigste und schönste! Akzeptiert das endlich und seid nicht länger neidisch auf mich!“

„Neidisch? Wir? Und dann noch ausgerechnet auf dich?“, lachte Günther, der Grüne. „Darauf kannst du lange warten! Meine Farbe, Repräsentant des 5. Strahls, übertrifft eure ohnehin um Längen! Schon allein die Tatsache, dass sie für Seelenfrieden steht, ist nicht zu überbbuero-0284.gif Gifs, Bilder, Animierte Gifsieten!“

„Günther wieder……..“ sinnierte Bertram, der Blaue, „........wäre mein Blau nicht bereit sich mit deinem Gelb, Gerd,  zu mischen, dann gäbe es Günther, den Grünen überhaupt nicht! Du hast überhaupt nichts zu melden, Günther! Wann siehst du das endlich ein? Du hast weder Durchblick noch schlüssige Argumente!“

Ralf, der Rote, fiel ihm wie üblich ins Wort: “Dasselbe trifft übrigens auch für Olaf, Volker und Lothar zu; Orange Violett und Lila gäbe es ebenfalls  nicht, sofern wir Hauptfarben nicht bereit wären, uns miteinander zu mischen! Wäre mein Rot tatsächlich so überheblich, wie ihr immer behauptet, würde es sich ganz bestimmt nicht mit Blau einlassen oder mit Gelb, das Gelb nicht mit Blau, das Blau nicht mit Rot! Wir Hauptfarben sind eben etwas Besonderes, wir wind besonders leistungsfähig, leistungsbereit und tolerant. Seht ihr das nun endlich ein, Olaf, Volker, Günther und Lothar?“

„Nö“, antwortete Günther schlicht.

„Kommt gar nicht infrage!“,  fügte Volker hinzu.

„So weit kommt es noch!“, ergänzte Lothar, während Olaf nur vor Lachen prustete.

Gerd, der gelbe Buntstift, versuchte einmal mehr den Disput zu schlichten, indem er an die Einsicht seiner Freunde appellierte: „So kommen wir nicht weiter, Kameraden, jeder hat seine berechtigten Argumente – nur bringen sie uns kein Stück weiter. Der Krawall in unserer Schachtel muss aufhören, darüber sind wir uns doch alle einig. Warum haben wir denn all diese Aufregung? Weil jeder von uns übertrieben egoistisch und intolerant ist. Wenn es in unserem kleinen Umfeld schon nicht klappt, wie sollte es denn in der großen weiten Welt friedlich zugehen?“

„Die Welt ist die allergrößte Krawallschachtel!“, erkannte Lothar.

„Es gibt aber auch viel Gutes......“, erwiderte Günther.

„Stimmt“, fügte Bertram, der Blaue, schlicht hinzu.

„Das Gute wird nur häufig vom Unguten überlagert………….“ gab Olaf zu bedenken.

„Weil das Ungute eben meistens mehr Lärm macht und damit Aufmerksamkeit auf sich zieht…………..“, sinnierte Volker, der Violette.

„……… während das Gute häufig still im Verborgenen wächst“, ergänzte Lothar, der Lilane.

„Aggressivität ist nun einmal laut……….“, wusste Günther, „………… genauso wie du und deine rote Farbe, Ralf……..“

„Außerdem bildet sich Ralf etwas darauf ein, besonders oft angespitzt worden zu sein. Allein deshalb hält er sich schon für doppelt so wichtig wie wir anderen alle zusammen!" nörgelte Bertram.

"Nun fangt doch nicht schon wieder an zu streiten!" versuchte Günther, der Grüne, zu schlichten.

Aber sie palaverten und stritten  noch eine Weile weiter, priesen die eigene und schmähten die Farbe der anderen. Plötzlich wurde es jedoch still, und in dieser absoluten Stille war ein Hüsteln zu vernehmen.

„Ich habe euch genau zugehört, Freunde, und wenn auch jeder von euch in gewissen Aspekten recht hat, habt ihr bei euren Argumentationen nicht zuende gedacht……….“

Wie immer war es Ralf, der Rote, der sich vorwagte: „Wie meinst du das, Walter?“

„Nun ja, an sich lehne ich solche Debatten ab, weil sie zu nichts führen, solange nicht jeder auch einmal sich selbst infrage stellt. Jeder von euch ist dermaßen überzeugt von seinen eigenen Qualitäten und will die der anderen nicht anerkennen! Also gebe ich euch einfach mal folgendes zu bedenken: Keine eurer Farben gäbe es ohne meine! Mein Weiß ist die Summe aller Farben, die Einheit. Ihr seid die Vielfalt, die nur existiert, weil es das weiße Licht, die Einheit gibt!“

Die sieben farbigen Buntstifte schwiegen betreten.

„Er heißt nicht umsonst Walter“, meldete sich Ralf, der Rote, schließlich wiederum kriegerisch zu Wort, „er waltet tatsächlich……… und verwaltet, er waltet und schaltet………. waltet und schaltet über uns oder versucht das zumindest.........“

„Und nun stellt er wohl auch noch Herrschaftsansprüche, was unsere Schachtel anbelangt?“ fragte Bertram, der Blaue, gereizt.

„Keineswegs“, entgegnete Walter der Weiße, das liegt nicht im Interesse meiner Farbe! Habe ich mich bisher jemals eingemischt, wenn ihr einmal mehr herumgestritten habt?

„Nee, hat er nie….“ bestätigte Günther, der Grüne, "....merkwürdigerwese hat er überhaut selten etwas gesagt."

„Und irgendwie hat er ja sogar recht“, erkannte Gerd, der Gelbe.

Und so kam man nach einer weiteren kurzen Denkpause schließlich einsichtig überein, künftig nicht mehr auf die anderen herabsehen, sondern sie und ihre Eigenarten einfach als das, was sie waren, akzeptieren zu wollen. Damit endlich Friede in ihrer Schachtel einkehre, versprach jeder, den anderen ab sofort wertzuschätzen und selbst keine Überlegenheitsansprüche mehr zu stellen.

„Toleranz ist doch etwas Herrliches“, schwärmte Volker.

„Und Vielfalt ist sooooo bereichernd“, ergänzte Olaf enthusiastisch.

"Ich mische mich gerne mit dir, Bertram", verkündete Gerd, der Gelbe, und bekräftigte damit das Übereinkommen. "Und natürlich genau so gern mit dir, Ralf", setzte er rührselig hinzu.

"Ich danke euch, Ralf und Gerd, dass ihr euch für mich zu mischen bereit seid.........." freute sich Olaf.

"Hört, hört!" setzten Volker und Lothar hinzu.

„Friede, Freunde, Friede!“ besiegelte Günther, der Grüne, den neuen Bund, "Und danke, Walter, dass du uns allen die Augen geöffnet hast." Und dann kicherten sie noch lange und rumorten in ihrer Schachtel herum.

Lisa, Erstklässlerin und stolze Besitzerin der Buntstiftschachtel auf ihrem Schreibtisch, hatte soeben den Raum betreten, Schulhefte aus ihrem Ranzen hervorgekramt und wie üblich gleich laut das Radio aufgedreht. John Lennons Stimme füllte den ganzen Raum und intonierte gerade den Refrain „.....all we are saying is give peace a chance…………“ Und wie üblich schallte aus dem benachbarten Kinderzimmer die Stimme ihres älteren Bruders Paul herüber: „Mach die Musik leiser! Dazu noch so doofe Oldies………..“ Aber Lisa überhörte die Aufforderung weil sie noch immer vor sich hin grinste. Unmittelbar vor dem Einschalten des Radios hatte sie sich doch tatsächlich kurz eingebildet, aus ihrer Buntstiftschachtel Rumoren und Kichern gehört zu haben.

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EI n Männl EI n steht im Walde......

 

                        

 

Texte:

Die Sumpfdistel & Gelbe Rübe

Copyright: siehe Impressum

 

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