Achtsamkeit                                                                                                                                                      

Themen: Neue Wege - Heilig - Achtsamkeit im buddhistischen Kontext - Der Edle Achtfache Pfad - Die Zahl 8 - Der "geheimnisvolle Ort", das 8. Haus in der Astrologie - Wir wollen das Beste! - Die Wirkung von Düften - Therapeutic Touch (TT), die moderne Form des Handauflegens - Dora van Gelder-Kunz, Heilerin und Theosophin - Eso-Quiz - Hast du schon gehört, dass.... - Il Mio Dante - Tütenhüten


 

„Ein spiritueller Weg,

der nicht in den Alltag führt, ist ein Irrweg.“

Willigis Jäger

Neue Wege

Vielen Menschen ist ihr Alltag dermaßen zur Routine geworden, dass sie ihn auf ausgetretenen Pfaden achtlos durchqueren. Weder schauen sie  nach links noch nach rechts, sondern verweilen gedanklich entweder in der Vergangenheit oder bereits in der Zukunft. Dabei stellt doch grundsätzlich der gegenwärtige Moment die größte Herausforderung für uns dar. Seine Botschaft und Chance verpassen wir, sofern wir routinemäßig vor uns hintrotten und blind für alles andere sind.

Neue Wege erfordern Aufmerksamkeit und Achtsamkeit. Achtsamkeit ist jedoch nur das, was sie bestenfalls ist, wenn sie mit einer ethischen Lebensführung einhergeht. Theoretisch könnten wir auch im Falle eines Verstoßes gegen die Lebensgesetze insofern achtsam sein, als unsere Sorge vor allem dem Umstand gilt, dabei nicht erwischt zu werden. Das mag uns vorübergehend Vorteile oder Genugtuung verschaffen. Als esoterische Schüler wissen wir jedoch, dass Karma immer achtsam ist, d.h. niemals schläft.  Die Folgen unseres Denkens, Fühlens und Handelns werden uns also einholen -  genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Das ist ein Naturgesetz.

Neue Wege fordern uns heraus und schärfen unseren Blick neu für das Leben, seine Gesetze und Chancen. Als esoterische Schüler leben wir heutzutage nicht mehr in einem Ashram oder abgelegenen Fleckchen Welt, sondern unser Lern- und Bewährungsfeld hinsichtlich unserer charakterlichen Verfeinerung ist unser Alltag. Fortschritte sind uns gewiss, wenn wir unser erobertes theoretisches spirituelles Wissen im Alltag immer mehr in die Praxis umsetzen und aufmerksam bleiben für alles, was uns auf unserem Lebensweg begegnet. Es mögen dieselben Begegnungen, Begebenheiten oder Umstände sein – unsere neue Einstellung dazu macht den Unterschied.

Zur spirituellen Lebenspraxis gehört auch, alte Trampelpfade zu verlassen und neue Wege zu beschreiten, die sich vor uns wie von selbst eröffnen, sobald wir für sie bereit sind.

 

 

Heilig

 

Dinge sind nicht, was sie scheinen,

nicht, was der Verstand erwägt.

Wie im Großen, so im Kleinen:

MEIN Gesetz, das alles prägt!

Tief im Herzen wird euch Kunde:

heilig, heilig diese Stunde!

 

Mit Bedacht wählt eure Schritte

und übt euch in Achtsamkeit.

Ihr in MIR, ICH eure Mitte,

bei euch bin ICH alle Zeit!

Fühlt ihr’s? Es ist euch gegeben:

heilig, heilig alles Leben!

hh

 



 

„Achtsam zu sein bedeutet, wach zu sein.

Es bedeutet zu wissen was wir tun.“

Jon Kabat Zinn

Achtsamkeit im buddhistischen Kontext

Heutzutage sind Achtsamkeitsübungen eine aus dem Buddhismus bekannte Praxis, insbesondere, wenn es um das Thema Stressbewältigung geht. Die Erfinder zahlreicher Therapieformen raten zu solchen Übungen, um eine Entschleunigung des Alltags und Zentrierung des Bewusstseins auf das Hier und Jetzt zu erreichen. Im spirituellen Buddhismus jedoch geht es um noch viel mehr: zur Befreiung des Geistes sollen tiefere Einsichten in die Wirklichkeit gewonnen werden.

Der Buddhismus geht von der Prämisse aus, dass der Mensch eine unsterbliche Seele ist, die sich in materielle Körper hüllt, um durch physische Inkarnationen Erfahrungen zu sammeln, die die Evolution des „wahren Menschen“ voranbringen. Der „Baustoff“, aus dem unsere materiellen Körper bestehen, werden in der Theosophie als „Elementel“ bezeichnet. Bei Elementeln handelt es sich um involutionäre Materienarten.

Der Durchschnittsbürger lässt sich von seinen astralen und mentalen Elementeln zu permanenten Gemüts- und Denkbewegungen reizen bzw. verleiten. Um sich weiter zu qualifizieren, benötigen Elementel gemäß ihrem Entwicklungsstand nämlich genau das beim Abstieg in tiefere materielle Welten. Jede Art der Bewegung im Gefüge des menschlichen Mental- und Astralkörpers bedeutet für sie einen Fortschritt, und zwar völlig unabhängig von der jeweiligen Bewertung – ob es sich z.B. um Liebe oder Hass handelt - des Körperbesitzers. Der Fortschritt des Menschen wiederum besteht darin, die Herrschaft über seine Gedanken und Emotionen zurückzugewinnen, um sich und damit auch seinen Geist aus der Geiselhaft der Elementel zu befreien.

Gemäß seiner erreichten Entwicklungsstufe denkt der Durchschnittsbürger nicht wirklich selbst, sondern wird gedacht, er fühlt nicht selbst, sondern wird zum Fühlen gebracht. Das Resultat davon ist eine Achterbahn der Gefühle und Verknotungen im Gedankenleben, ohne dass der Mensch in der Lage wäre, hierfür konkrete Erklärungen zu finden.

Für einen Menschen, der zur Ruhe kommen und meditieren möchte, stellen die Gewohnheiten seines Astral- und Mentalkörpers, sich unablässig und wahllos Gefühle und Gedanken einzuverleiben, ein großes Hindernis dar. Die permanenten Einflüsse und Reize von außen wirken entkräftend und destabilisierend; mit anderen Worten: sie sind kontraproduktiv für Meditation und Stärkung des wahren Menschen (Ego). Der wahre Mensch befindet sich in ständigem Kontakt mit dem Göttlichen und somit mit der Wirklichkeit, er hat Kenntnis von seinem Evolutionsweg, der ihn von Leid befreit.

Achtsamkeit kann also mehrere Aspekte haben. Der tibetische Übersetzer C. Spitz wählte in Anlehnung an die Originaltexte das Wort „Vergegenwärtigung“, welches im Tibetischen „dran pa“, im Sanskrit „smrti“ und in Pali „sati“ heißt. Asanga, ein buddhistischer Lehrer aus dem 4. Jahrhundert, definierte das, worum es hierbei geht, als "Nichtvergessen eines vertrauten Gegenstandes" - z.B. einer Farbe oder einer Buddha-Körperhaltung. Durch Konzentration auf ein zuvor genau definiertes Objekt wird ein Schwingungskontakt zu diesem aufgebaut, was dem Meditierenden ermöglich, eine tiefere Einsicht in das Objekt zu erhalten, wodurch gleichzeitig der Ablenkung entgegengewirkt wird.

Die vier Grundlagen der Achtsamkeit hat Buddha im Satipatthana Sutta gelehrt. Hier spricht er von der Achtsamkeit als dem „Einzigen Weg“, und zwar in dem Sinne, dass ohne sie keine Erleuchtung erlangt werden kann.

Gemeint ist Achtsamkeit hinsichtlich

  1. des gesamten physischen Körpers
  2. der  Gefühle und Gedanken
  3. des Geistes (Egos)
  4. Geistesobjekte

Unter „Geistesobjekten“ werden Objekte und Dinge verstanden, die im Moment wahrgenommen werden können:

  • die 5 Hemmungen (nivarana): Hass, Starrheit, Aufgeregtheit, Zweifel, Verlangen
  • die 5 Anhaftungen (khandha): Körperlichkeit, Gefühl, Wahrnehmung, geistige Gestaltung, Bewusstsein
  • die 6 Sinnesgrundlagen (ayatama): Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Spüren, Geist und Geistesobjekte

Warum lehrt uns Buddha gerade in bezug auf die vier obengenannten  Grundlagen Achtsamkeit? Weil gerade über sie viele falsche Vorstellungen vorherrschen, die die Grundlage für Leid bilden. Zum Beispiel identifizieren wir uns fälschlicherweise mit unserem physischen Körper. Ferner lassen wir unseren Astralkörper, den Sitz unseres Gefühlslebens, über angenehm (= gut) und unangenehm (= schlecht) entscheiden. Dabei kann z.B. ein unangenehm bitter schmeckender Tee viel Gutes für eine kranke Leber bewirken.

Bei dieser Vergegenwärtigung geht es also grundsätzlich darum, Erkenntnisse und damit eine tiefere Einsicht in die Wirklichkeit zu gewinnen. Im Zustand des Zentrierens blickt der Meditierende in die Natur der Dinge hinein, bis er letztendlich Einsicht in die vier Wahrheiten des Buddhismus erhält.

Die Grundlage des Buddhismus bilden die Vier Edlen Wahrheiten. Siddhartha Gautama lehrte sie in seiner Rede vom "Ingangsetzen des Rades der Wiedergeburt“ in Saranath nahe Varanasi im heutigen indischen Bundesstaat Uttar Pradesh.

Voraussetzung für diesen allmählichen Erweckungsprozess ist selbstverständlich, dass der Meditierende erst einmal in der Lage sein muss, sich auf ein Objekt zu konzentrieren - z.B. eine Farbe (siehe auch Beschreibung der Farblichtmeditation in Das Gelbe vom Ei Nr. 4 "Erwachen) Ein permanent abgelenkter, der Konzentration unfähiger Mensch ist nicht imstande, hinter die Natur der Dinge zu blicken und seine niederen Körper (physisch, ätherisch, astral, mental = zusammengenommen als „Person“ bezeichnet im Gegensatz zum unsterblichen „Ego“) zu transformieren.

Ein weiterer Aspekt der Achtsamkeit ist die Wachsamkeit bzw. die aufmerksame und ständig wiederholte Selbtprüfung, im Sanskrit auch „samprajnata“ genannt. Hierbei übernimmt ein Teil des Bewusstseins die Beobachtung des Verhaltens von Tat, Gefühlen und Gedanken.

Vergegenwärtigung samt Wachsamkeit bilden die Grundlage für ethische Disziplin und meditative Konzentration.

 

 

 

„Zum Bewusstsein kommen heißt:

ein Gewissen bekommen, heißt wissen, was gut und böse ist.“

Thomas Mann

Der Edle Achtfache Pfad

Die Grundlage der buddhistischen Lehre bilden die Vier Edlen Wahrheiten, auf die Siddharta Gautama (Buddha,  563 – 483 v.d. Zeitenwende) in seiner ersten Lehrrede in Sarnath einging. Die Überlieferung im Sammyutta-Kikaya des Pali-Kanons spricht diesbezüglich von  der „Rede des Ingangsetzen des Rades“, d.h. den Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt bis zum Erreichen der menschlichen Vollkommenheit:

Die Vier Edlen Wahrheiten lauten folgendermaßen:

  1. Die Existenz des Leidens – das menschliche Leben ist dem Leiden unterworfen, d.h. das Leben im Daseinskreislauf der Wiedergeburten ist letztendlich leidvoll
  2. Die Ursache des Leidens ist der „Durst“ nach persönlicher, selbstsüchtiger Lust. Daraus resultieren Gier, Hass,  Verblendung etc.
  3. Die Aufhebung des Leidens erfolgt, wenn diese Begierde überwunden wurde, d.h. erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden
  4. Der Pfad, der zur Aufhebung des Leidens führt, ist der Edle Achtfache Pfad. Beschreitet der Mensch erfolgreich diesen Pfad, der auch als der „mittlere Weg“ bezeichnet wird, so erlischt letztendlich sein Leid, und er kann den Kreislauf der Wiedergeburten verlassen.

Der Edle Achtfache Pfad, der zur Aufhebung der Ursachen führt, ist ein zentrales Element der buddhistischen Lehre und beinhaltet folgende Thesen:

1. Rechte Erkenntnishierunter wird die Einsicht in die Vier Edlen Wahrheiten vom Leiden, der Leidentstehung, der Leidtilgung und des zur Leidenserlösung führenden Achtfachen Edlen Pfades verstanden. Rechte Erkenntnis bedingt die Einsicht in folgende zentrale buddhistische Lehrinhalte:

  • Das Gesetz von bedingtem Entstehen, das die Ursachen des Wiedergeburtskreislaufs (Samsara) und dessen Überwindung (Nirvana) aus buddhistischer Sicht erklärt
  • Die drei Daseinsmerkmale Unbeständigkeit, Leidhaftigkeit und Nicht-Selbst, denen sämtliche physischen  und psychischen Phänomene unterworfen sind.
  • Das Karma-Prinzip, das zwischen heilsamen und unheilsamen Willenshandlungen unterscheidet

2. Rechte Gesinnung – hierunter wird der Entschluss zur Entsagung, zum Nichtschädigen, zur Enthaltung von Groll etc. verstanden. Rechtes Denken kennt keine Habgier, ist hasslos und großzügig in seiner Gesinnung. Einher damit geht die Aufforderung, die Gedanken- und Gefühlswelt ständig zu prüfen: handelt es sich um einen heilsamen Gedanken, d.h. einen solchen, der uns selbst oder anderen Wohl beschert, oder um einen unheilsamen Gedanken, der uns und anderen Leiden bringt?

3. Rechte Rede vermeidet Lüge, Verleumdung, Verleugnung, Beleidigung und Geschwätz. Gleich unseren Gedanken ist auch unsere Rede entweder heilsam oder unheilsam, nützlich oder unnützlich, wahr oder falsch. Von rechter Rede kann immer dann ausgegangen werden, wenn ein Wort oder Worte zur rechten Zeit gesprochen werden, und wenn sie wahr, höflich, zweckmäßig sind und aus liebevoller Gesinnung stammen.

4 Rechtes Handeln vermeidet Töten, Stehlen und sinnliche Ausschweifungen. Im erweiterten Sinne ist darunter zu verstehen: nicht töten, nicht stehlen, keine sexuellen Verfehlungen, nicht lügen, keine Drogen.

5. Rechter Lebenswandel bedeutet Verzicht auf unrechten Lebenswandel. Insbesondere folgende fünf Tätigkeiten sollte der esoterische Schüler weder ausüben noch andere zur Ausübung veranlassen:

  • Handel mit Waffen
  • Handel mit Lebewesen
  • Tierzucht und Handel mit Fleisch
  • Handel mit Rauschmitteln
  • Handel mit Giften

Wollen wir diese Regeln befolgen, so sollten wir keine „leiderzeugenden" Tätigkeiten oder Berufe ausüben, sondern nur solche, die anderen Lebewesen nicht schaden.

6. Rechtes Streben – hierbei geht es um die Bereitschaft zur Willensanstrengung, Affekte wie Begierde, Hass, Zorn, Ablehnung etc. im Falle ihres Auftretens zu kontrollieren und zu zügeln. Das Hauptanliegen des rechten Strebens ist eine Prüfung unserer Gedanken und des Ersetzens unheilsamer Gedanken durch heilsame. Steigen in uns böse, unwürdige Erwägungen oder Gedanken der Gier, des Hasses oder Verblendung auf, so sollten wir diese durch würdige Gedanken ersetzen, indem wir von den unerwünschten Gedanken sämtliche Energie abziehen und uns auf die erwünschten neuen Gedankenmuster konzentrieren.

7. Rechte Achtsamkeit betrifft zunächst einmal unseren physischen Körper und seine Funktionen wie Atmen, Gehen, Stehen etc. Es geht hier darum, sich sämtliche Sinnesreize, Affekte und Denkinhalte bewusst zu machen. All diese Dinge sollen uns umfassend bewusst werden, jedoch ohne dass wir darüber Kontrolle ausüben wollen. Achtsamkeit hinsichtlich des „Innern“ prüft die Geistesregungen und benennt sie. Den ständigen Fluss der Gefühle und Bewusstseinszustände sollen wir uns bewusst machen. Achtsamkeit hinsichtlich des „Außen“ bewirkt, dass wir ganz im Hier und Jetzt sind, weder der Vergangenheit nachgrübeln noch in der Zukunft schwelgen. Das bedeutet, dass wir jeweils ganz bei einer Sache oder Personen sind, mit denen wir gerade konfrontiert sind bzw. ganz bei einem Gespräch, das wir gerade führen.

8. Rechte Sammlung bezeichnet die Fertigkeit, den unruhigen, abschweifenden Geist zu kontrollieren. Es geht hier also um höchste Konzentration. Ein effektives Mittel hierfür ist die Meditation, wodurch unser Geist von Gedanken befreit wird und zur Ruhe kommt.

Bis zum Erreichen der menschlichen Vollkommenheit unterliegen wir dem Reinkarnationszwang. Wie lange wir bis zu diesem Ziele, d.h. der Befreiung vom Rad der Wiedergeburten, unterwegs sind, liegt letztendlich an uns selbst. Wofür wir jemals eine Ursache setzten, holt uns die Wirkung unweigerlich ein – diesbezüglich sind wir also unfrei. Frei hingegen sind wir hinsichtlich des Setzens neuer Ursachen. Jede noch so kleine Bemühung, unseren Charakter zu verfeinern und unser Denken, Fühlen und Handeln entsprechend neu auszurichten, bringt uns voran, und parallel dazu wächst unsere Einsicht in die Lebensgesetze. Der Edle Achtfache Pfad ist diesbezüglich eine wunderbare Orientierungshilfe. Ethik  ist nichts künstlich Aufoktroyiertes, sondern im Makrokosmos Ausdruck der waltenden göttlichen Gesetze und im Mikorkosmos Mensch Ausdruck unserer inneren Weisheit. Ethik als Lebensgrundlage hat für uns und unsere Entwicklung in etwa dieselbe Bedeutung wie sie ein schadstofffreier, nährstoffreicher Boden für eine gesunde und ertragreiche Landwirtschaft hat.

 

 

 

„Nenne keinen weise, ehe er nicht bewiesen hat,

dass er eine Sache von wenigstens acht Seiten her beurteilen kann.“

Konfuzius

Die Zahl 8

Grundsätzlich ist bei der Betrachtung der Zahl 8 festzustellen, dass es sich um eine gerade und somit weibliche Zahl handelt. Das bedeutet, dass sie erheblich harmonischer ist als ungerade Zahlen. Durch ihre Entspanntheit wirkt sie aber eher unattraktiv auf ihren Betrachter. Aus diesem Grunde stellt man statt einer geraden gern eine ungerade Anzahl von Blumen in die Vase. Die Acht ist symbolisch gesehen die Zahl für die Unendlichkeit. Als Symbol hierfür wurde die Lemniskate aus der Runenschrift gewählt. Die lange germanische Runenschrift wird in drei Aetts (altnordisch für "Sippe" oder "Familie") zu jeweils 8 Runenzeichen unterteilt.  Die Zahl 8 entspricht der Fixsternsphäre, der 8. Sphäre, die die Wandelsterne mit ihren schwingenden Zeitrhythmen umfasst.

Bereits im Altertum galt die Acht – zwei Kreise die sich berühren – aufgrund ihrer arithmetischen Eigenschaften als vollkommene Zahl. In uns überlieferten mythologischen Geschichten ist die Rede von acht Himmelsrichtungen, acht Weltsphären und in der Unterwelt von acht Stufen/Toren. Auch die Windrose weist acht Hauptrichtungen aus. Da es sich bei den Himmelsrichtungen spirituell gesehen um Wesenheiten handelt, die jeweils eine der acht Richtungen vertreten, ist davon auszugehen, dass in dieser Entwicklungskette acht verschiedene Arten von Wesen existent sind, die, wenngleich sie den Devas ähneln, jedoch nicht ihrer Entwicklungskette angehören.

Für den griechischen Mathematiker und Philosophen Pythagoras (um 570 – ca. 510 vor der Zeitwende) war die Acht als Zahl und als Oktave im Tonsystem ein Spiegelbild für Ordnung und Harmonie des Kosmos. Das abendländische Tonsystem baut auf acht Tönen, der Oktave auf. In der Reihe der klassischen Planeten (Sonne und Mond werden in der Astrologie als Planeten gezählt) steht Uranus an 8. Stelle. Uranus ist die höhere Oktave des Merkur, der das logische Denken repräsentiert. Uranus hingegen steht für das intuitive, blitzartig erleuchtete Denken und wird deshalb auch gern als das "göttliche Feuer" bezeichnet.

Eine wichtige Rolle spielt die Acht auch in der chinesischen Zahlensymbolik. Dort gilt sie als Glückszahl. Die Heiligen der chinesischen Mythologie und des Daoismus sind die Acht Unsterblichen. Das altchinesische IGing (Buch der Wandlungen) kennt acht Triagramme. Heutzutage geben westliche Flugzeughersteller ihren Flugzeugen gern eine Bezeichnung, in der die Acht eine Rolle spielt, z.B. Airbus A380, um auch auf dem fernöstlichen Markt Anklang zu finden.

Nach der ägyptischen Götterlehre herrschten vor der Entstehung der Welt acht Gottheiten als personifizierte Urkräfte, bestehend aus 4 Paaren. Die 8 besteht aus 4 geraden- und 4 ungeraden Zahlen. Zählt man diese Zahlen zusammen erhält man die Summe 36. Bei den alten Ägyptern galten 360 Tage als ein Jahreszyklus, unterteilt in 10 Tageseinheiten, woraus sich 36 Dekaden ergeben, die dem Tierkreis entsprachen. Die Etrusker kannten acht Weltzeitalter, christliche Gnostiker acht Himmelsphären. Der Gott Vishnu hat acht weltumspannende Arme.

Im Buddhismus führt der achtfache Pfad aus dem Rad der Wiedergeburten (Samsara) hinaus. Sein Symbol ist das Dharmachakra, ein Rad mit acht Speichen.

Im Judentum wurden acht Menschen in Noahs Arche gerettet. Im jüdischen Kulturraum bedeutet die Acht den Übergang von der Zeitlichkeit in eine Überzeitlichkeit: die „Anbindung der Immanenz (Diesseitigkeit, Vergänglichkeit) an die Transzendenz (Jenseitigkeit, Überzeitlichkeit)“. Verstanden wird die Acht als Zahl mit brückenbauendem Charakter, da sie „die Welt der sieben Wochentage mit der Welt der Acht, d.h. dem Göttlichen“ verbindet. Durch die geheimnisvolle Kraft Gottes, so heißt es hier, werden zwei Welten, die unvereinbar scheinen, zusammengebracht.

Aber auch in Mythen, Märchen und Sagen des Abendlandes spielt die Acht eine große Rolle.  Platos Kugelmenschen verfügen über acht Extremitäten, d.h. je vier Arme und vier Beine, während Göttervater Wotans Streitross Sleipnir auf acht Hufen dahintrabt.

In der mittelalterlichen christlichen Zahlensymbolik steht die Acht für den glücklichen Anfang, für Neugeburt, Neubeginn und geistige Wiedergeburt. Ferner ist die Acht Symbol des Neuen Bundes und somit ein Glückssymbol.

Mit dem 8. Tag beginnt jede neue Woche. Bei den Kirchenvätern war die Acht Symbol für den Tag der Auferstehung des Herrn und der Neuschöpfung in der Taufe. Die achteckige Form altchristlicher Taufbecken oder Taufkapellen nutzt diese Auferstehungssymbolik ebenfalls. Das Oktagon (griechisch für „Achteck“) ist in der christlichen Architektur eine wichtige Bauform. Nach dem Vorbild von San Vitale in Ravenna und des Felsendoms in Jerusalem wurden viele wichtigen Kirchen um ein zentrales Oktagon herum entworfen – z.B. auch die Pfalzkapelle des Aachener Doms.

Auch in der Natur präsentiert sich die Acht als grundlegendes Prinzip: sämtliche Spinnen haben acht Beine, während alle Kraken innerlich einen achtstrahligen Aufbau aufweisen und über acht Arme verfügen.

Die moderne Computertechnik verwendet das „Oktalsystem“, ein Zahlensystem auf der Basis von acht.

Die liegende Acht ist das Symbol für die Unendlichkeit.

„Die Acht gilt als Zahl der Unendlichkeit. Betrachten wir die Zahl Acht in aufrechter als auch in liegender Form, so erkennen wir darin eine harmonische Schwingung; es ist eine Bewegung, die, ähnlich dem unentwegten Ein und Aus des Atmens, in ihrem Schwingen zwischen zwei Polen eine innere Mitte definiert, diese ausgleicht und integriert.“ (Yuval Lapide)

Quelle: Arthur Schult "Astrosophie"

 

 

Jeder ist ein Mond und hat eine dunkle Seite,

die er niemandem zeigt.

Mark Twain

Der „geheimnisvolle Ort“ – das 8. Haus in der Astrologie

Nach dem Analogiegesetz „wie oben so unten, wie innen so außen“ (Hermes Trismegistos) beruht Astrologie auf dem Wissen, dass Zusammenhänge bestehen zwischen den Bewegungen von Planeten und Sternen am Himmel und einem Individuum, einem Kollektiv oder schlicht gesagt „irdischen Ereignissen“. Selbstverständlich beeinflussen uns oder irdisches Geschehen nicht die Planeten, die ihre Bahnen um die Sonnen ziehen, als solche, sondern sie stehen gleich Zeigern einer Uhr durch Eigenart und Winkelbeziehungen zueinander für das jeweilige ständig im Wechsel befindliche Kräftegefüge im Makrokosmos.

Astrologische Grundlagen

Eine der Grundlagen für astrologische Deutungen ist neben Tierkreiszeichen und Planeten und ihren Winkelbeziehungen zueinander das Häusersystem, durch das ein Horoskop in 12 Sektoren oder Felder aufgeteilt wird. Bei Häusersystemen, die den geografischen Standort eines Horoskopeigners oder Landes mit einbeziehen, kommt es zu sogenannten „schiefen“ Häusern, d.h. die 12 Felder erstrecken sich nicht über jeweils 30°,  sondern sind unterschiedlich groß.

Nummeriert bzw. gezählt werden die Felder ab der Spitze von Haus 1, das mit dem Aszendenten gleichzusetzen ist. Beim Aszendenten handelt es sich um jenes Tierkreiszeichen, das zur Minute der Geburt im Osten über dem Horizont aufsteigt. Innerhalb von 24 Stunden wird der gesamte Tierkreis durchlaufen, so dass ein Individuum (oder, da jeder Beginn „prägt“,  auch jedes andere Wesen bzw. jeder Staat) jedes Tierkreiszeichen als Aszendent haben kann. Spirituell gesehen handelt es sich, sofern bei der Geburt nicht manipuliert wird, beim Aszendenten um jenes Tierkreiszeichen, in dem bei der Zeugung der Mond stand. Einen Menschen durch Geburtsmanipulationen um den angestrebten Aszendenten zu bringen, hat evtl. zur Folge, dass der Betreffende lebenslang gegen seine eigene innere Uhr zu leben hat.

Im neutralen Horoskop steht 0° Widder an der Spitze von Haus 1, 0° Stier an der Spitze von Haus 2 usw. Individuell wird ein Horoskop also erst durch die möglichst genaue Geburtsminute, da sich aus ihr der individuelle Aszendent und sämtliche anderen Häuserspitzen ergibt.

Jedem Tierkreiszeichen oder Haus eines Horoskops wird ein sogenannter Planetenherrscher zugeordnet, der sich im individuellen Horoskop jedoch auch an jeder anderen Stelle befinden kann und damit Rückschlüsse zulässt. Jedem der 12 astrologischen Häuser wird eine spezielle Bedeutung zugemessen. In diesem Artikel wollen wir uns speziell mit dem 8. Haus beschäftigen, dem „geheimnisvollen Ort“ in jedem Horoskop. Im neutralen Horoskop würde hier das Tierkreiszeichen Skorpion stehen, das von allen 12 das tiefgründigste und „okkulteste“ ist. Dasselbe Prinzip verkörpert sein Herrscher Pluto, der auch das 8. Haus „regiert“.

Themen des 8. Hauses

Allgemein gesehen fallen in das 8. Haus folgende Themenbereiche: das „Lebenshintergründige“, sämtliche Tabus und ihre Überschreitungen, Grenzerfahrungen, Tod und Wiedergeburt, Sexualität, Machtgelüste, Selbstüberwindung, existentielle Krisen und ihre Überwindung, unsere Regenerationsfähigkeit und Transformation.

Das 8. Haus bezieht sich auf das Verborgene, Geheimnisvolle und Okkulte, auf Werden und Vergehen. Hier findet sich auch all das wieder, was aus dem menschlichen Bewusstsein ins Unbewusste verdrängt wurde, wobei sich das Unbewusste auf die Umgebung projiziert und dadurch wie in einem Spiegel sichtbar wird. Zum 8. Haus gehören auch unser Wille und unsere inneren Kämpfe, unsere verborgenen Gaben und Talente und unser Machtbedürfnis.

Ist das 8. Haus im Geburtshoroskop (Radix) starkt betont, z.B. mit mehr als einem Planeten besetzt, so lebt der Horoskopeigner stets im Bewusstsein seiner eigenen Verletzlichkeit. Die damit einhergehenden Kämpfe spielen sich jedoch eher im Innern als im Außen ab. Der Betreffende hat ein starkes Bedürfnis nach Tiefgründigkeit und einen Faible für alles, was im Verborgenen liegt. Das 8. Haus steht aber auch für Regeneration, Wandlung und Neugeburt, ermöglicht durch die Erfahrung, physisch vergänglich zu sein und durch das Durchleben von Lebenskrisen.

Augiasstall

Spirituell gesehen stellt sich dem Menschen im 8. Haus die Aufgabe, alle bisherigen Erfahrungen – wozu auch Themen aus zur Bearbeitung anstehendem Karma zählen – zu transformieren. Sinn solcher Transformation ist, Raum für tiefere Lebenseinsichten und/oder Einsichten in die Natur des Geistes oder die Geheimnisse der Schöpfung zu gewinnen. Das 8. Haus im Horoskop ist der „Augiasstall“. Der Sage nach bestand eine der 12 Aufgaben des Halbgottes Herakles darin, innerhalb eines Tages (einer Inkarnation!) den 30 Jahre lang nicht ausgemisteten Rinderstall des Augias zu reinigen. In jenem Stall, so hieß es, seien 3000 Rinder gehalten worden, die entsprechend viel Mist hinterlassen hatten. Herakles löste die Aufgabe, indem er die Stallfundamente aufbrach und durch einen Kanal das Wasser der Flüsse Alpheios und Peneios durch den Stall leitete. Er entschied sich also für die Radikalkur.

Transformation

Transformation bedeutet letztendlich immer eine gewisse Radikalität insofern, als es darum geht, etwas loszulassen und mit seiner etwaigen Zerstörung einverstanden zu sein, etwas Überholtes aufzugeben. Das Nichtverharren erst macht es möglich, neue geistige Räume zu erobern.. Schmerz erleben wir immer dort, wo wir zu sehr festhalten. Gelingt es uns, uns dem Schmerz auszusetzen, indem wir das Geschehen als Reinigung verstehen, so beschert uns diese Erfahrung letztendlich eine innere Freiheit, die nicht mehr an ein Objekt gebunden ist und deshalb als reine Kraft erlebt werden kann; die Angst vor Verlust ist weggefallen.

"Geheimnisvoller Ort"

Das 8. Haus ist im Horoskop eine Art „geheimer" bzw. "geheimnisvoller Ort“. Er befindet sich jedoch nicht im Außen, sondern in unserem Innern: wir möchten ihn meiden, weil wir dort selbst Täter, Opfer, Rächer, Machtlüsternder, Eifersüchtiger, Rasender, Hassender sind. Weil wir nicht hinschauen möchten, können all die damit verbundenen Gefühle nicht erlöst werden. Deshalb haben wir, sobald sie sich verselbständigen und aufbrechen, so wenig Kontrolle darüber. Begeben wir uns bewusst an die „Ausmistung“ des gemiedenen Areals, so besteht unser Geschenk in einer anschließenden Erfahrung der Leere in Gestallt gewonnenen neuen Raumes,  einer Gelöstheit, die ganz tief aus unserem Innern kommt, weil nichts mehr vorhanden ist, das verdrängt werden müsste. Transformation bedeutet Bejahung eines Wandlungsprozesses, der stattfindet, indem wir durch ein Geschehen bewusst hindurchgehen und anschließend geistig gesehen einen Gewinn bzw. neuen Raum zu verzeichnen haben.

Im 8. Haus gibt es nichts Halbes, es heißt immer nur entweder oder, ja oder nein, so dass auch Extreme zu diesem Haus gehören, die sich zu Lebenskrisen ausweiten können. Im Transformationsprozess müssen wir uns von einer Überzeugung, einem geliebten Prinzip oder einer festen Vorstellung verabschieden, etwas loslassen, dass uns etwas wert war. Im Gegensatz zum 2. Haus im Horoskop – hier geht es um die eigenen Besitztümer des Horoskopeigners – symbolisiert das 8. Haus auch Fremdwerte, z.B. kulturelle Wertvorstellungen, Macht und Mittel, die Menschen verliehen werden, um sie für das Allgemeinwohl zu nutzen. Somit haben wir in diesem Bereich auch die Verantwortung, ethisch mit den uns anvertrauten Mitteln und der Macht umzugehen. Mundanastrologisch gesehen ist in diesem Haus auch die jeweilige politische Macht angesiedelt.

Mit den Kräften fließen.....

Eine Betonung des 8. Hauses macht den Horoskopeigner gewöhnlich schon in jungen Jahren interessiert daran, das Geheimnis von Leben und Tod zu ergründen. Karmisch gesehen steht die Reinigung an, um sich für höhere Aufgaben zu qualifizieren.

Neben etwaigen Planeten im 8. Haus färbt natürlich auch das dort anzutreffende Tierkreiszeichen den gesamten Bereich. Das 8. Haus zeigt, wie wir in Krisen- bzw. Ausnahmesituationen verfahren. Bis zu einem gewissen Grad sind Prinzipien und Überzeugungen richtig. Würden wir darauf beharren, so wäre das für uns kontraproduktiv. Alles Starre, Überholte wird in den Stürmen des Lebens gebrochen, dem Flexiblen wohnt Elastizität und Regenerationskraft inne. Den transformierenden Kräften eines Plutos, dem Herrscher des Skorpions/8. Hauses haben wir ohnehin nichts entgegenzusetzen. Insofern ist einmal mehr angesagt, mit den Kräften zu fließen und ständig transformationsbereit zu bleiben. Nur so wachsen wir immer mehr in höhere Aufgaben hinein.

 

 

 

 

„Offenbar tritt in dem Maße, wie die Kultur sich hebt,

an die Stelle der Fleischkost die Pflanzenkost.“

August Bebel

Wir wollen das Beste!

Das Beste wollen wir? Aber sicher! Und wir sind bereit, dafür viel Geld zu investieren. Was nun aber die Aufnahme von Lebensenergie (Prana) anbelangt, so vernachlässigen wir häufig eine der wichtigsten und simpelsten Tankstellen sträflich: Unsere Ernährung! Neben der Prana-Aufnahme über Ätherkörper und Atemwege stellt die Zufuhr von Vitalenergie aus pflanzlichen Produkten die Grundlage für unsere physische Existenz und unser Wirken dar.

Nicht selten erfolgt unsere Nahrungs- und damit auch Energieaufnahme unachtsam – z.B. gedankenlos im Vorbeigehen, in der Mittagspause, beim Fernsehen, zwischen eMail-Check und Einkauf etc. Die Notwendigkeit, nicht zuletzt im Eigeninteresse unsere Ernährung mit den göttlichen Gesetzen in Einklang zu bringen, wird dabei häufig übersehen. Für unseren Energiehaushalt bemühen wir heutzutage gern den morgendlichen „Sonnengruß“, das Power-Yoga, die Meditation, das Feng Shui oder die Duftöllampe, nicht zu vergessen die App für was auch immer auf Smartphone oder Tablett. Hinsichtlich der Auswahl, welche Art von Menschen, Musik oder Kunst wir z.B. in unserem privaten Umfeld dulden, sind wir gewöhnlich sehr selektiv; was jedoch Lebensmittel anbelangt, eher das Gegenteil.

Als esoterische Schüler ist es unser Anliegen, uns charakterlich zu verfeinern und immer mehr den höheren Welten entgegenzuwachsen, und dabei vergessen wir häufig, dass auch ein verunreinigter physischer Körper ein Hindernis auf dem geistigen Pfad darstellt und unseren Weg zu höheren Erkenntnissen blockiert.

Um mit höheren Schwingungen in Kontakt treten zu können, bedarf es der Reinigung und Erhöhung der eigenen Frequenz. Streben wir danach, unsere Bewusstseinsträger zu reinigen und auch den physischen Körper zu einem strahlenden Tempel der Seele zu erheben, so ist vom Fleisch-, Geflügel- und Fischkonsum dringend abzuraten. Ist uns an Fortschritt gelegen, so bleibt nur die Möglichkeit, uns von überholten negativen Gewohnheiten zu trennen. Nur so schaffen wir Raum für das Reine und Positive. Deshalb empfiehlt sich aus spiritueller Sicht eine Umstellung auf vegetarische oder noch besser vegane Kost. Während der Vegetarier auf sämtliche Produkte vom toten Tier verzichtet, geht der Veganer noch einen Schritt weiter und verzichtet auch auf Dinge wie z.B. Milch und Milchprodukte, Eier und Honig, da aufgrund der heute in unserem Kulturkreis üblichen Massentierhaltung und  Ausbeutung der s.g. "Nutztiere" auch solche Produkte entscheidend zum Tierelend beitragen.

Was spricht für eine Ernährungsumstellung?

Hinsichtlich des Fleischkonsums sind zwei Aspekte zu berücksichtigen, und zwar einmal der rein physische oder ernährungstechnische sowie der okkulten (lat. „occult“ = verborgen“), auf den wir uns in diesem Artikel konzentrieren wollen. Der Okkultist studiert die Naturgesetze und ist bestrebt, parallel zu seinem Erkenntniszuwachs sein Denken, Fühlen und Handeln im Sinne der Evolution nach den göttlichen Lebensgesetzen auszurichten.

Auch aus ernährungs- bzw. gesundheitstechnischer Sicht spricht alles für eine vegetarische bzw. vegane Ernährung, jedoch soll an dieser Stelle nicht näher auf diesen Aspekt eingegangen werden. Diesbezüglich existiert ein vielfältiges Angebot an Literatur oder Internetseiten.

Warum Ethik Tiere einschließt

Das Universum unterscheidet nicht zwischen schützenswertem und nicht schützenwertem Leben; alles Leben ist gleichwertig und, da göttlichen Ursprungs, heilig! Der Mensch jedoch hat sich zur Krone der Schöpfung erklärt und glaubt, davon für sich alle möglichen Rechte ableiten zu können. Dabei stellt er auf seinem jetzigen Entwicklungsstand nicht mehr und nicht weniger als ein Glied im Mittelfeld einer Evolutionskette dar. Bevor sein Quantum Lebensessenz menschliche Stufe erreichte, hatte es bereits die unteren drei Naturreiche durchlaufen (Tier-, Pflanzen und Mineralreich), um Erfahrungen zu sammeln,  sich immer höher zu qualifizieren, um schließlich den großen Evolutionssprung zu vollziehen und von einem zu einer Gruppenseele gehörenden Lebensquantum zu einem Individuum zu werden.

Was Entwicklung anbelangt, so ist grundsätzlich Gesetz, dass aus höherer Quelle empfangen und als Ausgleich nach unten weitergegeben wird. Evolutionstechnisch gesehen handelt es sich bei Tieren um unsere jüngeren Geschwister, denen der Kosmos dasselbe Lebensrecht zubilligt wie uns, und die uns zum Schutz und zur Förderung anvertraut sind. Wir jedoch unterscheiden z.B. zwischen Haus- und sogenannten „Nutztieren“ und entwickeln diesbezüglich manchmal sogar paradoxe Ansichten: auf Chicken Wings glauben wir nicht verzichten zu können, rümpfen jedoch die Nase, wenn in anderen Kulturkreisen z.B. auch Hunde auf dem Speiseplan stehen, dabei ist beides  dasselbe Unrecht gegenüber unseren Mitgeschöpfen!

Das Elend der Massentierhaltung

Insbesondere in den letzten Jahren ist die flächendeckende Agrar- und Nutztierwirtschaft zu einem brutalen bedenken- und gedankenlosen profitgierigen Ausbeutungsmolloch verkommen. Neben immensen Umweltbelastungen bedeutet Massentierhaltung für unsere bedauernswerten Mitgeschöpfe gewöhnlich: durch künstliche Besamung ins Leben gezwungen zu werden und qualvolle Existenz in artfremder Umgebung vom ersten Atemzug bis hin zum baldigen Ende unter grausamsten Bedingungen. „Solange es Schlachthäuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben“, wusste bereits Leo Tolstoi. Gedanken erschaffen Realität, so dass es sich grundsätzlich empfiehlt, sich nicht auf das Unerwünschte, sondern das erwünschte Bessere zu konzentrieren. Wer sich bezüglich all dieser Missstände informieren möchte, sei auf entsprechende Literatur oder Internetseiten verwiesen.

Fleischkonsum aus spiritueller Sicht

In sämtlichen historischen und modernen okkulten Schriften wird gelehrt, wie wichtig es ist, seine Körper zu reinigen bzw. rein zu halten. Dieses Prinzip betrifft auch den physischen Körper, der in engem Kontakt zur astralen und mentalen Materie steht, die eine Art Gegenstück von ihm bilden. Der Astralkörper ist zuständig für Emotionen und Leidenschaften. Die Zuführung von groben physischen Lebensmitteln wie z.B. Fleisch, Geflügel, Fisch, Alkohol und andere Genussmittel bewirkt im astralen Bewusstseinsträger gröbere Emotionen. Gleich den Menschen besitzen auch Tiere einen Astralkörper, der sie voll empfindungs- und emotionsfähig macht. Höhere Haustiere wie z.B. Rind, Schwein und Pferd haben aufgrund  ihrer erreichten Evolutionsstufe bereits im Ansatz einen Mentalkörper ausgebildet. Ihre brutale Massenhinrichtung in Schlachthäusern ruft in ihnen gröbsten Emotionen von Angst und Panik hervor, die sich beim Fleischkonsum auf den Menschen übertragen und keineswegs vorher durch Kochen, Braten oder Pökeln zu beseitigen sind. Hellsichtigen Menschen erschließt sich der Unterschied zwischen den feinstofflichen Körpern von Vegetariern/Veganern und Fleischkonsumenten auf einen Blick!

Durch den menschlichen Fleischkonsum ist aufgrund all des unsererseits Tieren zugemuteten Elends und des brutalen, profitgierigen Umgangs mit ihnen auch unser gesamtes Lebensumfeld angstgeschwängert und verdunkelt. Annie Besant z.B. schilderte den Horror und die depressiven Schwingungen in und um Chicago herum aufgrund der seinerzeit dort vorhandenen Großschlachtbetriebe. Der Theosoph C.W. Leadbeater beschreibt die in Schlachthöfen angesiedelten feinstofflichen Wesen als „scheußliche Kreaturen mit klaffenden Mäulern", die sich von den Blutausdünstungen angezogen fühlen. Hellseher nehmen die Unmengen von Tierseelen wahr, die dem brutalen Schlachtbetrieb zum Opfer fielen und fühlen deren Horror und Groll, bzw. wie sich dieses negative Karma auf die gesamte Menschheit auswirkt und über ihr schwebt wie eine düstere Wolke. Schlachthäusern entweichen nicht nur unangenehme Gerüche, sondern sie sind wie Pestbeulen für menschliche Seelen, insbesondere jener von Kindern, die zu deren Verrohung beitragen.  Annie Besant wurde von einer Dame, die in der Nachbarschaft von Schlachtfabriken sozial engagiert war, berichtet, dass sich die Kinder im dortigen Umfeld vor allem mit Kriegs- und Tötungsspielen beschäftigen. Sensible Menschen können durch solche negativen Schwingungen erkranken.

Die aktuelle Aufgabe des Menschen

Unsere derzeitige Aufgabe als Menschen besteht darin, unsere niederen Körper – auch Person genannt (siehe Grafik links) – zum bestmöglichen Instrument für die „Verwendung“ durch unsere unsterbliche Seele (Ego) umzuformen. Hierzu ist es nötig, dass die Seele über die niederen Körper ihrer Person die Kontrolle übernimmt und diese im Sinne des göttlichen Plans erzieht. Die Reinheit eines jeden dieser Körper oder Bewusstseinsträger ist dafür unabdinglich.

Wer zum Vegetarier oder Veganer wird, bemerkt innerhalb kürzester Zeit, dass sich sowohl sein Geschmacks- als auch sein Geruchssinn erheblich verfeinern. Unreinheiten in den niederen Körpern der Person erschweren die Nutzung der höheren Körper durch die Seele. Aus diesem Grunde ist spiritueller Fortschritt nur durch Verzicht auf den Verzehr von Tieren erreichbar.

Der Vorteil von Fleischverzicht hinsichtlich nachtodlicher Zustände

Der esoterische Schüler sollte sich auch darüber im klaren sein, dass jeder Mensch nach seinem Tode die erste Zeit grundsätzlich in den gröbsten Bestandteilen seines Astralkörpers und einem entsprechenden Umfeld verbringt. Tod bedeutet das Reißen der Schwingungsbrücke zwischen Ego und Person, und während des Sterbevorgangs werden nicht nur sämtliche während der Inkarnation gemachten Erfahrungen in die sogenannten „Permanenten Atome“ überspielt und dort für Folgeinkarnationen aufbewahrt (siehe wiederum Grafik), sondern der Astralkörper sortiert sich so um, dass seine gröbsten Bestandteile außen zu liegen kommen. Da die gröbste Materie jegliche Art von unerwünschten Bestandteilen enthält, sind es diese, die nach dem physischen Tode zu allererst geläutert werden müssen. Die Läuterung ist sowohl ein Leidens-, aber auch ein Reinigungs- und Verarbeitungsprozess, der durch eine aktive ethische Lebensführung im Sinne des göttlichen Plans bereits während der Inkarnation abgemildert werden kann. Solche okkulten Überlegungen hinsichtlich einer vegetarischen/veganen Ernährung liefern also sogar auf rein persönlicher Ebene Argumente, die aus Eigeninteresse dem schlichten Menschenverstand einleuchten.

 

Schwester und Bruder Tier

Wie bereits erwähnt, sind Tiere um ihrer selbst willen auf der Welt und nicht, um uns als Nahrungs- oder Vergnügungsmittel zu dienen! Hinter jedem einzelnen tierischen Leben steht ein göttlicher Funke, und damit ist auch ihr Leben heilig! Tiere blicken zu uns Menschen auf als zu ihren Lehrern und Förderern, die ihren evolutionären Fortschritt bestenfalls begünstigen, genau wie wir Menschen von weiterentwickelten Menschen oder Meistern entwicklungstechnisch unterstützt und gefördert werden.

Zu den leiderzeugenden Gewohnheiten oder Beschäftigungen gehören neben Fleischkonsum aber auch solche Handlungen, die Menschen fälschlicherweise als „Sport“ bezeichnen – z.B. Angeln, Treibjagd, Fallenstellen bzw. insgesamt das Abschlachten von wild lebenden Tieren. Solche Negativerfahrungen mit uns Menschen haben sich ihren Gruppenseelen eingeprägt, so dass sie vor uns fliehen. Wo Tiere nicht bejagt werden – z.B. Gemsen im Hochgebirge oder Tiere auf den abgelegenen Galapagosinseln - zeigen sie uns Menschen gegenüber ein völlig anderes Verhalten, eben deshalb, weil sie von negativen Erfahrungen mit uns verschont blieben.

Aktion und Reaktion

Grundsätzlich haben alle unsere Handlungen im Denken, Fühlen und Handeln Rückwirkungen,  Karma (Sanskr. "Tat") genannt. Wer also glaubt, er könne Fleisch, Gefügel oder Fisch verzehren, ohne dafür auch im okkulten Sinne zu bezahlen, irrt sich. Auch wer andere Menschen die schmutzige Arbeit für sich tun lässt, bezahlt – sowohl für den Fleischkonsum als solchen als auch für die Inanspruchnahme der Dienste anderer. Bei dieser Art von Karma handelt es sich um sogenanntes „Gruppen-" oder "kollektives Karma“. Solches Karma trifft grundsätzlich mehrere Personen, z.B. durch ein Unglück, weil der betreffende Mensch durch besagtes Karma mit mehreren anderen Egos verbunden ist, die – als Beispiel - in einer Erdbebenregion leben. Bei einem etwaigen Erdbeben dort werden jedoch nur jene Personen verletzt oder getötet, die aufgrund „reifen Karmas“ eine solche Schuld abzutragen haben. Diejenigen, die nichts abzugelten haben, überleben das Unglück. Denn Gesetz ist: kein Mensch erleidet, was er nicht verursacht und damit verdient hat!

Quellen:

C.W. Leadbeater - „Vegetarianism and Occultism“, “Some Glimpses of Occultism”, “Der Alltag aus spiritueller Sicht”

Annie Besant – “Vegetarianism in the Light of Theosophy”

siehe auch: Human is(s)t vegan! & Das Prinzip Gruppenseele

 

 

 

„Pflanzendüfte sind wie Musik für unsere Sinne.“

aus Persien

Die Wirkung von Düften

Alles schwingt, alles befindet sich in ständiger Bewegung. Gleich Farben oder Tönen veräußert auch die Welt der Düfte Schwingungen. Im Gegensatz zum Einfluss von Farben oder Tönen ist der Schwingungseinfluss von Düften bisher jedoch relativ unbekannt. Zwar hat die Wissenschaft bereits herausgefunden, welche Düfte unsere Kaufwilligkeit steigern, gesundheitliche Aspekte sind bisher jedoch stark vernachlässigt worden. Bekannt ist, dass der Mensch im Falle gewisser Krankheiten spezielle Düfte absondert, auf die man sogar sogenannte „Assistenzhunde“ abrichten kann – z.B. bei Diabetes. Aber auch geschulte menschliche Nasen sind in der Lage, solche Gerüche zu erkennen. So riecht z.B. ein Nervenkranker leicht süßlich-spirituös, ein Nierenkranker scharf und ein Magenkranker bitter.

Als Folge ihres Alkohol-, Tabak- oder Kaffeekonsums sind jedoch die meisten Menschen derart abgestumpft, dass sie nicht mehr in der Lage sind, feinere Geruchsnuancen wahrzunehmen. Aufgrund der abgesonderten Faulstoffe sorgt neben Genussmitteln auch Fleischkonsum für einen verminderten Geruchssinn. Vegetarier erfreuen sich in der Regel einer feineren Geruchswahrnehmung. Mit zugeführten Lebensmitteln ändert sich auch die jeweilige Ausscheidung durch die Poren der Haut. Darüber hinaus veräußert jeder Mensch einen speziell ihm eigenen Duft, der von Spürhunden verfolgt und mittels eines Pendels nachgewiesen werden kann.

„Aroma, ein Wispern, das die Nase hört“

Düfte zählen zum ätherischen Bereich, da sie sich, einmal freigesetzt, leicht verflüchtigen und in ihrer Wirkung nicht immer mit der flüssigen oder festen Zusammensetzung ihres Ausgangsobjekts übereinstimmen. So mag z.B. eine Birne süß schmecken, als Frucht jedoch einen herben Geruch absondern. Folglich kann das Einatmen eines Duftes eine ganz andere Wirkung haben als der Konsum seines Ausgangsobjekts auf den Verdauungstrakt hätte. So gesehen ist es durchaus möglich, dass der Mensch sich gesund riechen kann, wobei auch hier die Dosis den Heilerfolg bestimmt. Andererseits sind bestimmte Gerüche bzw. Geruchsintensitäten in der Lage, Menschen zu töten.

Sowohl Farben und Töne als auch Düfte sind Äquivalente von kosmischen Grundschwingungen, die wir auf verschiedene Weise subjektiv wahrnehmen können. Auch Düfte vermögen einen positiven Beitrag zur menschlichen Vergeistigung zu leisten. Deshalb wurden und werden sie auch als Kultmittel eingesetzt – z.B. in Form von Räucherungen.

Düfte und die 7 Strahlen

In Anlehnung an die sieben Grundschwingungen, auch als die "7 Strahlen" bezeichnet (siehe Das Gelbe vom Ei Nr. 7 „Strahlen“ - Die sieben Strahlen - das siebenfältige Licht der Schöpfung), nachfolgend eine Auflistung der sieben reinen Duftkategorien und ihren Wirkungsbereich:

  1. Strahl (Jupiterkraft)

Die süßen Düfte von Jasmin, Flieder, Maiglöckchen oder Hyazinthe rufen einen Glückszustand hervor, der, einmal erlebt, den Menschen nach einem Dauerzustand streben lässt. Erreicht werde dieser, so heißt es, durch das Ablegen der menschlichen Schwächen, die den Menschen in die Fallstricke der Materie ziehen. Der geistig Strebende befreit sich von den irdischen Fesseln (Nidanas) und strahlt einer Sonne gleich auf seine Mitgeschöpfe. Er stellt sich in den Dienst des Göttlichen und handelt nur noch selbstlos.

  1. Strahl (Venuskraft)

Der betörende Duft der Vanille, Königslilie, Robinie, Waldmeister oder Jelängerjelieber beschwingt den Genießer. Bindegewebe, Muskeln und Knochensubstanzen  lockern sich. Die Lunge dehnt sich und die Schleimhäute schützen sich durch eine widerstandsfähige Schicht. Dem bewussten Menschen schwindet das Getrenntheitsgefühl, und er erkennt die kosmische Liebe in Allem.

  1. Strahl (Merkurkraft)

Der Duft von Rosen, Apfel-, Linden-, Mimosen und Nelkenblüten sowie von Fenchel und Anis reichert das Nervensystem mit Vitalität an und steigert die Gehirnleistung und die der Sinnesorgane. Der geistig tätige Mensch gewinnt wieder Kräfte für schöpferische Tätigkeiten und verlagert sein Bewusstsein in den geistigen Bereich.

 

  1. Strahl (Sonnenkraft)

Der reinigende Duft des Eukalyptus und der Nadelbäume sowie die würzigen Aromen des Holunders, Heidekrauts und der Blätter der schwarzen Johannisbeere lockern den Herzmuskel und erweitern die Blutgefäße. Die genannten Düfte sind Balsam gegen Verkrampfungen aller Art. Der Mensch fühlt sich leicht wie auf einer Wolke getragen, charakteristisch  für den Höhenflug von Künstlern. Der Melancholiker hingegen wird wieder munter. Unter diesen Einflüssen kreiert der Mensch aus seinem Leben ein Kunstwerk, indem er die diesseitigen mit den jenseitigen Einflüssen harmonisiert und vereint.

  1. Strahl (Saturnkraft)

Die Aromen des Bohnenkrauts, Majorans, Thymians, Kalmus, Kümmels und Baldrians haben eine Wirkung auf die Verdauungsorgane und damit auch auf den Appetit. Durch sie gewinnt die labile Psyche an Standfestigkeit, wodurch das Denken konkreter und weniger abschweifend wird. Das schließt eine Übernahme der Verantwortung für Handlungen sowie die Fähigkeit, ungeordnete Angelegenheiten zu regeln oder sortieren, mit ein. Unter diesem Einfluss erhärten die Muskeln, die Knochen und das Bindegewebe.

  1. Strahl (Lunarkraft)

Der säuerliche Geruch von Essig, Sauerkraut, Holzspänen von Eichen oder Eschen wirkt stimulierend auf das Lymphsystem und belebt das Gefühlsleben kühler Denker. Gleichzeitig wächst die Neigung zu Süßspeisen, was im Extremfall zu Adipositas führen kann. Gefühlsveredelung und eine Verlagerung von persönlicher Liebe auf eine menschheitsbezogene Liebe sind hier zielführend.

  1. Strahl (Marskraft)

Die scharfen Aromen von Zwiebelgewächsen, Meerrettich, Kohlrabiblättern, Senf, Pfeffer, Muskat, Paprika regen den Unterleib an und fördern die Nierentätigkeit sowie Ausscheidungen. Hieraus erwächst ein zunehmender Bewegungsdrang und wirkt damit dem Phlegma entgegen. Körperliche Ertüchtigung erdet den Menschen, was für zu Süchten neigende Menschen besonders wichtig ist.

Pflanzendüfte vermögen nicht nur eine physische Wirkung auf uns auszuüben, sondern können auch symbolisch der Meditation dienen, da es sich bei ihnen um eine natürliche Signatur für die Entwicklungsstufen handelt, die alle Wesen im Laufe ihrer Evolution zu erklimmen haben.

Brücke zur Geisteswelt

Möchte der Meditierende von diesem Prinzip Gebrauch machen, so stelle er sich den jeweiligen oben beschriebenen Duft mittels seiner Imaginationskraft vor und volllziehe im Geiste schon jene Sublimierung, die später Realität werden soll. Solch eine Meditation ist eine geistige Vorarbeit, um die Selbstvervollkommnung zu beschleunigen. Der Duft der betreffenden Blüte oder des jeweiligen Pflanzenbestandteils dient als Brücke zur Geisteswelt.

Im alten Ägypten hieß es: „Ein Tag ohne Dufterlebnisse ist ein verlorener Tag.“

 

 

"Heilen kann nur der eigene Körper, die Seele und der Geist.

Andere Menschen oder Dinge können dazu helfen."

Dr. Ebo Rau

 

Therapeutic Touch (TT) – die moderne Form des Handauflegens

Therapeutic Touch wurde im Jahre 1972 von den beiden Theosophinnen Dora van Gelder-Kunz und Prof. Dr. Dolores Krieger, Dozentin für Heilpflege an der Universität von New York, entwickelt. Kennengelernt hatten sich diese beiden Frauen in einer Meditationsgruppe. Zuuvor hatten sie sich mit den Techniken des ungarischen Heilers Oberst Oszkar Estabany beschäftigt, der Heilungsprozesse durch Handauflegen unterstützte. Das Handauflegen gehört mit zu den ältesten Heilmethoden, die weltweit in diversen Kulturen ihre Anwendung gefunden haben.

Therapeutic Touch wurde primär für in Heil- und Pflegeberufen tätige Menschen entwickelt. Inzwischen wird diese Heilmethode in/an über 100 Colleges und Universitäten in über 100 Ländern gelehrt. Dazu zählen im europäischen Raum neben Deutschland auch Großbritannien, Österreich, die Schweiz und Skandinavien. Allein in Berlin arbeiten zwei Krankenhäuser mit dieser Methode (St. Gertrauden  und St. Joseph Krankenhaus). In diesen beiden Krankenhäusern wurden über 200 Krankenpfleger in Therapeutic Touch ausgebildet.

Deutschlandweit existiert ein Netzwerk von Therapeuten, die sich über Erfahrungen mit dieser Methode austauschen; es werden Ausbildungen angeboten und Behandler vermittelt. Untersuchungen haben ergeben, dass Therapeutic Touch zu den am häufigsten dokumentierten komplementärmedizinischen Methoden in Deutschland gehört. Insbesondere in Krisengebieten und ärmeren Ländern findet diese Technik großen Anklang, da sie keiner teuren Apparaturen bedarf.

In den USA wurden ca. 100.000 Menschen in dieser Technik unterwiesen, die Hälfte davon ist beruflich in der Krankenpflege tätig. Zunehmend beschäftigen sich auch andere Berufssparten wie Physiotherapeuten, Masseure, Heilpraktiker sowie Laien mit dieser Heilmethode. Liebe und das Bedürfnis anderen helfen zu wollen, reicht laut Dr. Dolores Krieger hierfür jedoch nicht aus. Zusätzlich sollten folgende Voraussetzungen gegeben sein:  „Mitgefühl, eine sensible, ausgeglichene Empfänglichkeit für die verborgenen, oft unerkannten nicht-physischen Bedürfnisse des zu Heilenden, die Bereitschaft zur Selbstdisziplin, um für die inneren „Antennen“ die Botschaften aus entlegeneren Bereichen des Bewusstseins zugänglich zu machen und fein abzustimmen, und nicht zuletzt die Bereitschaft zur ehrlichen und objektiven Anerkennung der eigenen menschlichen Grenzen.“

Die Haupterfolge erzielt Therapeutic Touch laut Dr. Dolores Krieger in den folgenden vier Kategorien: Entspannung, Schmerzlinderung, Beschleunigung der Heilung und der Linderung psychosomatischer Symptome. Man weiß heute, dass weltweit bis zu 70% aller Krankheiten psychosomatisch bedingt sind.

Eine therapeutische Sitzung dauert ca. 20 - 25 Minuten. Gemäß Dora van Gelder-Kunz liegt der Ursprung dieser Heilmethode in den Yoga-Texten einer in Sanskrit verfassten alten indischen Schrift, die die Prana-Heilmethode beschreiben.

Die beiden Gründerinnen ließen sich von einigen grundlegenden wissenschaftlichen Voraussetzungen leiten. Vier dieser Voraussetzungen sind die Annahme, dass

  • der Mensch ein offenes Energiesystem ist – diese Annahme ist grundlegend. Sie bedeutet, dass der Energieaustausch zwischen Menschen natürlich und allgegenwärtig ist. Bei den Therapeutic Touch Sitzungen überträgt der Therapeut dem Patienten Energien, die er bewusst lenkt
  • der gesunde Mensch symmetrisch angelegt ist. Diese Symmetrie zeigt sich im Blutkreislauf, im Skelett wie auch im Nervensystem.  Folglich ist davon auszugehen, dass dasselbe Prinzip auch auf das menschliche Energiefeld zutrifft. Ausgehend von dieser Annahme kann der Therapeut den Gesundheitszustand des Patienten erkennen
  • die Krankheit für den Therapeuten durch ein Ungleichgewicht im menschlichen Energiefeld erkennbar ist. Bei Therapeutic Touch lenkt und harmonisiert der Therapeut Energien, indem er mit Hilfe des Tastsinns durch feine energetische Signale Reize empfängt. Diese sind in der ätherischen Aura des Menschen spürbar.
  • Menschen die natürliche Fähigkeit besitzen, ihre Lebenssituation zu transformieren bzw. zu transzendieren

Bei der Therapeutic Touch-Methode werden unter Zurhilfenahme der Hände nicht-physische Energieströme bewusst gelenkt und harmonisiert mit dem Ziel, die körpereigenen Abwehrkräfte des Patienten zu aktivieren und zu stärken. Dieser Methode liegt die Auffassung zugrunde, dass der Therapeut oder Heiler als menschliches Energieversorgungssystem wirkt, bis das Immunsystem des Patienten soweit gestärkt ist, dass es den Heilungsprozess selbst anschieben kann. Unter Energie verstehen die Gründerinnen eine wirksame Kraft unter der Voraussetzung, dass Menschen energetische Wesen sind. Das Heilen im Rahmen von Therapeutic Touch ließe sich als Energieharmonisierung bezeichnen.

Der Name „Therapeutic Touch“ (engl. = „Therapeutische Berührung“) ist insofern etwas irreführend, als der Therapeut oder Heiler den Patienten in der Regel nicht direkt berührt, sondern zur Körperoberfläche einen Abstand von ca. 5 - 15 cm hält. Hierbei geht es um eine Harmonisierung der menschlichen Energiefelder im sogenannten Ätherkörper, auch „Gesundheitsaura“ genannt.

Die Behandlung mittels Therapeutic Touch erfolgt in 4 Schritten:

Schritt 1: Zentrieren

Dr. Dolores Krieger versteht unter Zentrieren einen Akt der Selbstsuche, des Sichselbstkennenlernens, der Erforschung der eigenen tieferen Ebenen.. Das Zentrieren ist deshalb so wichtig, weil der Therapeut den Prozess steuert und energetische Hinweise im Energiefeld währenddessen gut voneinander unterscheiden können muss, denn die Beurteilung ist größtenteils subjektiver Natur. Wichtig für die Behandlung ist u.a. auch die Motivation des Therapeuten. Bei der Heilung liegt der Fokus auf Unvoreingenommenheit, Mitgefühl und der Anerkennung einer zugrunde liegenden universellen Ordnung.

Das Zentrieren erfolgt durch ein Zurruhekommen, dem Ausloten dieser Ruhe und dem Erlernen der Unterscheidung zwischen eigenen und fremden Kräften. Letztendlich geht es darum, mit der inneren Stimme der Stille in Kontakt zu treten, um intuitiv die Probleme des Patienten erfassen zu können. Das Zentrieren wird während der gesamten Behandlung aufrecht erhalten.

Schritt 2: Einschätzen des menschlichen Energiefeldes

Therapeutic Touch geht davon aus, dass der Mensch symmetrisch aufgebaut ist und demzufolge auch seine ihn umgebende energetische Aura. Krankheiten zeigen sich durch ein unausgeglichenes Energiefeld. Grundsätzlich wird beim Ertasten des Energiefeldes des Patienten von oben nach unten gearbeitet, wobei die Wirbelsäule die Zentralachse bildet, von wo aus die Hände sich  nach links und rechts bewegen.  Begonnen wird in der Regel mit der Rückseite des Menschen. Anschließend wendet sich der Therapeut der Vorderseite zu. Nachdem die Energiestörfelder erfasst wurden, werden sie in fünf Parameter unterteilt:

1.  Die Wahrnehmung von Temperaturhinweisen wie z.B. Kälte, Hitze.

2. Die magnetische Anziehungskraft an bestimmten Stellen im Energiefeld erkennbar z.B. durch Druckgefühl, Blockaden, Völlegefühl.

3. Hinweise wie Prickeln, das Gefühl von aufplatzenden Bläschen oder kleine Elektroschocks.

4. Hinweise auf rhythmisches Pulsieren.

5. Der intuitive Einblick in den Zustand des Patienten. Hierbei erhält der Therapeut Eingebungen.

Das Dokumentieren  der Auffälligkeiten wird als „Assessment“ bezeichnet.  

Schritt 3: Die Behandlung

Es gibt zwei Behandlungsformen:

  • Das Glätten und Ausstreichen von Energiefeldern. Hierbei wird der Energiefluss mit dem Ziel der Wiederherstellung eines freien und rhythmischen Energieflusses beeinflusst. Oftmals  fühlt sich der Energiefluss rau und uneben an. Durch das Glatt- bzw. Ausstreichen des Energieflusses findet ein Reinigungsprozess statt, der unharmonische Energiemuster aufzulösen hilft. Im Idealfall fühlt sich das Energiefeld eben, gleichmäßig und strukturiert an.
  • Die zweite Behandlungsform  besteht im Ausgleichen und Harmonisieren des Energiefeldes. Hierbei geht es darum, die Stellen zu bearbeiten, die beim Assessment besonders auffällig waren. Bei einem Übermaß an Energie muss diese abgeleitet werden,  bei einem Defizit werden diese Zonen aufgefüllt. Manchmal geht es jedoch nicht so sehr darum, einen Mangel zu eliminieren, sondern um eine Neuverteilung bzw. Neustrukturierung der Kräfte. Die menschliche Energie neigt gleich der materiellen Energie dazu, sich in Gruppen oder Ebenen zu sammeln, woraus sozusagen spezielle Muster oder Strukturen entstehen.  Diese sind eng verknüpft mit Eigenschaften wie Verhaltensmustern oder Gemütsverfassungen.  Beispielsweise kann das Energiefeld eines depressiven Menschen Schwächen im Herz- und Solarplexus-Bereich aufweisen, während gleichzeitig Niedergeschlagenheit und Entmutigung wahrgenommen werden.

Besonders geeignet für das Harmonisieren und Regulieren des Energieflusses ist die Visualisierung von Farben. Ähnlich wie Töne entsprechen Farben energetischen Wellen. Jede Farbfrequenz schwingt unterschiedlich und wirkt dadurch regenerierend auf den gesamten Körper. Aufgrund der positiven Wirkung von Farben empfehlen wir eine tägliche Farblichtmeditation (siehe Das Gelbe vom Ei Nr. 7. Die 7 Strahlen)

Grundsätzlich gilt der Therapeut nur als Unterstützer, bis das körpereigene System des Patienten wiederhergestellt ist.

Schritt 4.  Die Auswertung

Nach Beendigung der Behandlung überprüft der Therapeut, ob er eine Verbesserung feststellen kann. Bei einem negativen Befund wiederholt er die Behandlung. Dr. Krieger empfiehlt für die Auswertung ein Systemmodel, das Subsysteme mit einschließt. Ein Beispiel hierfür findet sich in ihrem Buch „ Therapeutic Touch – Die Heilkraft unserer Hände“.

Therapeutic Touch ist kein Ersatz für eine ärztliche Diagnose, medizinische oder psychotherapeutische Behandlung und keine Heilmethode, sondern lediglich eine Ergänzung. Grundsätzlich gilt: je kränker der Patient ist, desto behutsamer und kürzer sollte die Behandlung sein. Dies gilt insbesondere für die Behandlung von Kindern, Menschen mit Gehirnverletzungen und Patienten, über die nur wenig bekannt ist.

Quelle: Dr. Dolores Krieger:“ Therapeutic Touch – die Heilkraft unserer Hände“

 

 

 

„Was nicht zur Tat wird, hat keinen Wert.“
Gustav Albert Werner

 

Dora van Gelder-Kunz - Heilerin und Theosophin

Dora van Gelder wurde am 28. April 1904 in Tjeweng, einer Niederlassung der ehemaligen niederländischen Kolonie Ost-India auf der heute zu Indonesien gehörigen Insel Java geboren.

Aufgewachsen war Dora van Gelder auf der Zuckerrohrplantage ihres Vaters. Seit frühester Kindheit hatte sie im Kontakt mit ätherischen Wesen gestanden, ohne sich jedoch der Einzigartigkeit ihrer Hellsichtigkeit bewusst gewesen zu sein. Metaphysische Fähigkeiten hatten in ihrer Familie durchaus Tradition. Ihr Großvater, halb Australier, halb Chinese, war genau wie Dora hellsichtig. Ihre Großmutter wiederum besaß die Gabe, durch Träume Eingebungen hinsichtlich ihres Geschäfts mit Produkten der Batikkunst zu erhalten wie z.B. Muster oder Kräutervariationen zum Färben der Textilien. Beide Elternteile  interessierten sich für orientalische Philosophie und Literatur. Auf ihrem Anwesen hatten sie einen unmöblierten Meditationsraum eingerichtet, der blau gestrichen und mit Bodenmatten ausgelegt war. Nach einer Lesung aus der Bhagavad-Gita durch ein Familienmitglied fanden in diesem Refugium täglich Meditationen statt. Dora van Gelders Bruder ist ebenfalls Heiler geworden.

Im Alter von elf Jahren zog Dora nach Mosman, einem Stadtteil Sydneys (Australien), um mit Hilfe des bekannten englischen Hellsehers und Theosophen C.W. Leadbeater den weisen Umgang mit ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten zu erlernen und  diese auszubauen.

Durch C.W. Leadbeater lernte Dora van Gelder ihren künftigen Ehemann Fritz Kunz kennen, der Leadbeater des öfteren auf seinen Reisen begleitete. Frederick Kunz, geboren 1888 als Sohn deutscher Einwanderer in den USA, lernte C.W. Leadbeater im Jahre 1903 in Kalifornien kennen und begleitete ihn künftig immer wieder auf seinen Reisen.

Im Alter von 22 Jahren heiratete Dora van Gelder Frederick Kunz in Chicago, und das frisch vermählte Paar nahm seinen Wohnsitz in den USA. Fritz Kunz wurde mit der Leitung einer scholastischen Stiftung betraut, während Dora zur Präsidentin einer Kooperative für pädagogische Materialien ernannt wurde. Kurz nach ihrer Ankunft in den USA gründete das Paar eine theosophische Niederlassung auf Orcas Island im Staate Washington. 1928 erblickte ihr gemeinsamer Sohn John das Licht der Welt. Frederick Kunz wechselte im Jahre 1971 die Daseinsebene.

Viele Jahre beschäftigte sich Dora van Gelder-Kunz mit alternativen Heilmethoden, insbesondere mit dem Handauflegen. 1972 entwickelte sie zusammen mit Dolores Krieger, einer Professorin für Heilpflege an der Universität New York, die Methode des Therapeutic Touch (TT). Dolores Krieger war gleich Dora van Gelder-Kunz Mitglied der Theosophischen Gesellschaft. Kennengelernt hatten sie sich in einer Meditationsgruppe, und beiden gemeinsam war die Beschäftigung mit den Techniken des Heilers Oszkar Estabany, Oberst der ungarischen Kavallerie.

Aufgrund ihrer philantropischen Lebenseinstellung stellte Dora van Gelder-Kunz ihre hellsichtigen Fähigkeiten in den Dienst von Ärzten, insbesondere um diese bei der Diagnoseerstellung in komplizierten Fällen zu unterstützen. Ihre Hellsichtigkeit nutzte sie zur Beobachtung der Aura der Patienten, um etwaige krankheitsverursachende Störfelder aufzuspüren. Genaugenommen ging es hierbei um die Beobachtung der auf dem menschlichen Ätherkörper aufliegenden Energiezentren, den sogenannten Chakras. Die Chakras stehen im Zusammenhang mit dem endokrinen Drüsensystem und verändern im Falle von Krankheiten ihr Farbenspiel.

Aufgrund von Aura-Färbungen war Dora van Gelder-Kunz in der Lage, Krankheiten bis zu acht Monaten vor dem Auftreten von Symptomen vorherzusagen. Zusammen mit Dr. Shafica Karagulla unternahm sie zwecks Verifizierung ihrer Fähigkeiten Versuche, bei denen ihr Patienten mit bereits erfolgter Diagnostizierung vorgestellt wurden. Ihre Diagnose stellte Dora van Gelder-Kunz  jeweils lediglich mit Hilfe ihrer Aura-Beobachtungsgabe. Die gemeinsamen Erfahrungen auf diesem Gebiet verarbeitete Dr. Karagulla später in seinem Buch „Through the Curtain“, wobei er jedoch nicht den Namen Dora van Gelder-Kunz preisgab, sondern diese in seinem Buch „Diana“ nannte. Später schrieben Dora van Gelder-Kunz und Dr. Shafica Karagulla zusammen ihr Buch „Chakras und die feinstofflichen Körper des Menschen“.

Im Jahre 1975 übernahm Dora van Gelder-Kunz die Präsidentschaft der Theosophischen Gesellschaft von Amerika. Eines ihrer in Deutschland bekanntesten Werke „Im Reich der Naturgeister“ veröffentlichte sie im Jahre 1977. In diesem Buch verarbeitete sie ihre Kindheitserfahrungen mit Naturgeistern. Im Jahre 1979 nahm sie Naturgeister im Central Park von New York wahr, erklärte jedoch auch, dass deren Anzahl rückläufig sei. Ferner berichtete sie von den Devas durchdringenden Vitalkräften. Durch Übertragung dieser Vitalkräfte seien Devas in der Lage, Heilwirkungen zu erzielen. Dora van Gelder-Kunz sagte voraus, dass sich zunehmend mehr Menschen mit Umweltverbesserungen beschäftigen würden mit dem Effekt, dass es zu einer Intensivierung der Kontakte zwischen den Evolutionslinien der Menschen und Devas kommen werde.

Nach zwölfjähriger Präsidentschaft in der Theosophischen Gesellschaft trat Dora van Gelder-Kunz in den verdienten Ruhestand und beschäftigte sich fortan primär mit Vorträgen und Schriften hinsichtlich einer Weltverbesserung. Am 25. August 1999 verließ Dora van Gelder-Kunz im Alter von 95 Jahren ihren physischen Körper.

Im Sommer 2015 wird im englischen Sprachraum eine von Kirsten van Gelder und Frank Chelsey verfasste Biographie über das Leben von Dora van Gelder-Kunz erscheinen  - Titel: "A Most Unusual Life: Dora van Gelder-Kunz".

 

 

Sach- und Lachgeschichten für Eingeweihte, Eingebildete und solche, die es gerne werden wollen......

 

         Eso-Quiz

 

 

 

Wie heißt die Stadt, deren bekannteste Sehnswürdigkeit aus einem achteckigen Bauwerk besteht?

a) Worms     b) Speyer    c) Aachen

Als was bezeichnet man die 5. Einweihung auch?

a) Taufe    b) Christusprinzip    c) Konfirmation

Was ist Therapeutic Touch?

a) Psychotherapie    b) Verhaltenstherapie    c) Heilmethode

Welche Kost sollte ein Esoteriker auf jeden Fall meiden?

a) tierische      b) pflanzliche    c) ballastoffreiche

Welche Entwicklung sollte ein Esoteriker anstreben?

a) involutionäre    b) evolutionäre    c) revolutionäre

Welche Blume strahlt auch nach ihrem Pflücken positive Kräfte aus?

a) Maiglöckchen      b) Flieder      c)  Rose

Welches Fahrzeug verhalf Norma L. Bürger zu einer schnelleren Entwicklung?

a) Bus       b) U-Bahn      c) Roller

Welcher bedeutende buddhistische Lehrer lehrte im 4 Jahrhundert?

a) Asanga     b) Siddhartha Gautama    c) Vivekananda

Zu welchem Land gehörte die Insel Java bei der Geburt von Dora van Gelder?

a) Portugal       b) Holland    c) Indonesien

Wie heißt der Zustand, der nach der Erlösung aus dem Rad der Wiedergeburten erreicht wird?

a) Gandharva    b)   Nirvana     c)   Asura

Die Anfangsbuchstaben der richtigen Antworten ergeben zusammengesetzt das Lösungswort. Viel Spaß!

Hast Du schon gehört, dass.......

 

  • der Duft von Rosen (und nur der von Rosen!)  in der Lage ist, Taschenuhren anzuhalten? 1939 fanden zwei französische Forscher heraus, dass das Eindringen von Rosenduft in das Gehäuse solcher Uhren die Ölzusammensetzung verändert und sie dadurch zum Stehen bringt. Die Versuche mit anderen Pflanzen blieben erfolglos.
  • der Energiefluss am menschlichen Körper nach außen durch bestimmte Materialien  -  z.B. durch eine Plastiktüte - gedämpft werden kann?
  • es sich beim Handauflegen positiv auswirken kann, wenn man die eigene Atmung jener des Patienten anpasst?
  • Nadelbäume und Eukalyptus im Vergleich zu ihrer physischen Größe ein riesiges Energiefeld besitzen?
  • gemäß der hinduistischen Lehren der Veda die menschlichen Knochen als Lagerstätte für Prana dienen?
  •  Räucherungen mit Wacholderbeeren und -nadeln die Achtsamkeit stärken?
  • achteckige Räume einen energetischen Schutzraum bilden wie z.B. die Aachener Pfalzkapelle oder Castel del Monte?

 

 

 

 

 

„Das Leben ist wie Fahrradfahren.

Man muss sich ständig bewegen, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.“ 

Albert Schweitzer

Tütenhüten

Norma – auf dem Klingelschild an ihrer Tür war „Norma L. Bürger“ zu lesen – hatte sich bisher als lebenstüchtige Frau erwiesen und so manchem Sturm getrotzt. Ihre erste Saturnrevolution – das ist jene Zeit im Leben, wo Transit-Saturn zu seinem Ursprungspunkt im Geburtshoroskop zurückkehrt, und diese Zeit des Umbruchs erlebt jeder Mensch Ende zwanzig/Anfang dreißig – hatte sie gut überstanden und die damit einhergehenden Veränderungen akzeptiert. Das spirituelle Angebot hingegen, dass „der Himmel“ jedem Menschen um das 33. Lebensjahr herum unterbreitet, hatte sie ausgeschlagen bzw. wohl eher überhaupt nicht erkannt, weil sie sich ihrer Lieblingsbeschäftigung widmete: Dinge, vor allem aber Erfahrungen und ihre daraus resultierenden subjektiven Meinungen oder sogar Vorurteile in sauber beschriftete Tüten mit vielen Fächern zu verstauen. Norma hatte immer ein Interesse an fast allem gezeigt und viele Erfahrungen gemacht, insofern war ihre Tütensammlung im Laufe der Jahre beträchtlich angewachsen.

Inzwischen hatte Norma – dieser Name bedeutet übrigens „Winkelmaß“ -  allerdings so viele Tüten gefüllt, gesammelt und gehütet, dass sie immer mehr einer objektiven Beurteilung von Menschen oder Situationen im Wege standen. Irgendwann war es so weit gekommen, dass die Vielzahl ihrer Tüten Norma am Ausschreiten hinderte und sie nicht selten sogar zu Boden zog, so dass sie beschloss, sich nach einem Wägelchen umzusehen. Damit, so glaubte sie, sei das Hauptproblem beseitigt. Als Fortschritt erwies sich der neue Shopper allemal, denn nun hatte sie wenigstens eine Hand frei, während sie mit der anderen ihr Gepäck zog. Mit dem Lebensweg ist das aber so eine Sache, denn jeder weitere Schritt bringt neue Herausforderungen mit sich, und besonders auf holprigen, ansteigenden oder abschüssigen Wegen ist es gut, wenn der Mensch beide Hände, vor allem aber Kopf und Herz frei hat.

Auf ihrem durch ihre persönlichen Vorlieben bestimmten Weg kam Norma mit ihrem Shopper an vielen interessanten Örtlichkeiten vorbei. Ihre Beobachtungen und Begegnungen dort bereicherten sie, aber den meisten Menschen, mit denen Norma ins Gespräch kam, traute sie nicht so recht, sondern kramte lieber in ihrer Tütensammlung herum, um eine passende Antwort für sie zu finden. Eines Tages war Normas Shopper durch weitere Tüten dermaßen überladen, dass das Schicksal eingriff: die Achse brach und eines der Räder trullerte bedeutungsschwer in einen Graben am Wegesrand.

„Rad ab?“ sinnierte Norma. "Was nun?" Hätte sie bereits mehr über die Lebensgesetze gewusst, so hätte sie sich diesen Umstand vielleicht erklären können. So jedoch stand sie ratlos am Wegesrand, sortierte ihre Tüten und verstaute Herausgefallenes neu. „Zufällig“ und aus Normas Sicht glücklicherweise war der Zusammenbruch ihres Gefährts jedoch grade an einer Stelle passiert, wo neben einer Bushaltestelle eine behelfsmäßig zusammengezimmerte Bank stand.

Seufzend stapelte Norma all ihre Schätze rund um die Haltestelle herum auf. Lange hockte sie auf ihrer klapprigen Bank und überlegte.  In großen unregelmäßigen Abständen, das hatte sie von ihrem Platz aus beobachtet, kam ein Bus vorbeigefahren. Dass dessen Fahrer ihr mehrfach zugewinkt hatte, war Norma jedoch entgangen; viel zu besorgt war sie um all ihre Tüten gewesen, die schließlich alles bargen, was sie zu besitzen glaubte.  Hatte sie sich ausnahmsweise einmal die Beine vertreten und etwas weiter von der Bank weggewagt, so hatte sie ihre Tütensammlung niemals aus den Augen gelassen, sondern sie umkreist wie ein Hütehund seine Herde.

In letzter Zeit schien der Reisebus häufiger auf dieser Route zu fahren. Einmal hatte er sogar bei Normas Bank angehalten. Einladend hatte der Fahrer die vordere Tür geöffnet, Norma jedoch bedauernd den Kopf geschüttelt. So hütete sie weiter ihre Tüten, während ihre Laune immer schlechter und trüber wurde, denn dieses Leben war doch recht eintönig. Es ging so gar nicht voran!

Veranlasst durch ihre immer größer werdende Unzufriedenheit beschloss Norma eines Tages, es zu wagen,  sich im Umfeld ein wenig mehr umzuschauen und ein paar neue Wege auszuprobieren. Als kluger Frau war ihr dabei durchaus bewusst, dass die jeweils hinsichtlich eines einzuschlagenden Weges getroffenen Entscheidungen bestimmen, zu welchen weiteren Wegweisern ein Reisender gelangte. 

Der Wegesrand war gesäumt von Obstbäumen, und allmählich überzeugte sich Norma immer mehr davon, dass nicht jede Frucht, die sie pflückte, wurmstichig oder gar faulig war, wie sie es vorher immer erwartet hätte und deshalb auch bestätigt fand. Auch Menschen gegenüber war sie nun nicht mehr so voreingenommen, zumal ihr die Gelegenheit fehlte, im Falle von Begegnungen in ihren Tüten zu kramen, um ihrem Gegenüber eine vorgefertigte Meinung zu präsentieren. Durch all ihre unerwartet positiven neuen Erfahrungen verblassten allmählich ihre Gedanken an die zurückgelassenen Tüten immer mehr. Gedanken erschaffen Realität, und je mehr sie sich auf dem vor ihr liegenden Weg voranwagte, desto mehr weckte er ihre Neugier. So schlecht, wie sie immer geglaubt hatte, waren die Menschen in Wirklichkeit tatsächlich nicht! Im Grunde, das gestand sie sich ein, hatte sie ihnen wohl nicht selten sogar unrecht getan.

Der Weg, für den Norma sich am nächsten Wegweiser entschied, schien eigenartigerweise genau derselbe zu sein, den auch der nach wie vor in Abständen vorbeifahrende Reisebus nahm.  Da sie, so weit sie auch inzwischen gewandert war, keine weitere Haltestelle gefunden hatte, fasste sie eines Tages einen Entschluss: als sie den Reisebus beim nächsten Mal in der Ferne kommen sah, stellte sie sich am Straßenrand auf, um dem Busfahrer zuzuwinken. In ihrem alten Leben hätte sie noch erwartet, dass er an ihr vorbeibrausen würde, allein schon, um sie zu ärgern. Nun aber war sie fast sicher, dass er anhalten würde.

Nachdem der Busfahrer ihr freundlich die Tür geöffnet hatte und Norma im Begriff war, einzusteigen, zögerte sie, weil ihr plötzlich wieder ihre Tütensammlung eingefallen war.

„Es ist deine Entscheidung, Norma!“, erklärte der Busfahrer und betonte dabei jedes Wort nachdrücklich.

Norma nickte und hatte keine Zeit, sich zu wundern, woher der Busfahrer ihren Vornamen kannte. Die Verlockung, die Welt aus völlig neuer Perspektive zu erleben und auf ihrem Wege schneller voranzukommen, war jedenfalls größter als ihr Verlangen nach den zurückgelassenen Tüten.

 „Die Fahrt auf dieser Route ist kostenlos“, lachte der Fahrer, als Norma ihm einen Geldschein anbot. „Du kannst übrigens so weit mitfahren wie du möchtest! Und du kannst mich duzen. Wir kennen uns länger als du glaubst......"

So nahm Norma ein weiteres Mal überrascht in einer der vorderen Sitzreihen Platz. Wie herrlich war es, von der Höhe ihres Sitzes auf die Welt ringsherum und die vor ihr liegende Straße zu blicken! Hin und wieder dachte sie zwar noch zurück, jedoch ohne Bedauern, denn von ihrer neuen Perspektive und der Reisegeschwindigkeit war sie dermaßen begeistert, dass es ihr inzwischen sogar selbst ein bisschen suspekt vorkam, sich bis vor einiger Zeit vor allem mit Tütenhüten beschäftigt zu haben.

Als der Bus an einer roten Ampel hielt, sprach Norma den Fahrer an.

„Sag mal, du bist doch auf deiner Route auch immer an der einzigen Haltestelle vorbeigekommen.....“

„Die mit der klapprigen Bank und den vielen gestapelten Tüten?“

„Genau die!“

Wieder lachte der Fahrer. „Die Haltestelle gibt es nicht mehr, sie wird nicht mehr benötigt. Du sitzt ja inzwischen in meinem Bus. Als ich das letzte Mal vorbeikam, habe ich so gut wie keine Tüten mehr gesehen.“

Norma grinste. „Es ist doch sehr eigenaratig; ausgerechnet an einer Haltestelle mit einer Bank brach mein Shopper zusammen.

„Sonst hättest du vielleicht gar nicht bemerkt, dass es diese Buslinie gibt - und sehr bequem war die Bank doch auch nicht - oder?“

„Zusammenbrüche passieren wohl immer an Bushaltestellen mit unbequemen Bänken?“ forschte Norma.

Der Fahrer lachte herzlich. „Wenn es nötig ist, schon! Normalerweise halte ich aber grundsätzlich überall, immer dort, wo ein Mensch mir zuwinkt -  so wie du.“

Norma lehnte sich gelassen zurück und beschloss, die weitere Fahrt so richtig zu genießen. Erst jetzt war ihr aufgefallen, dass sie keineswegs der einzige Passagier in diesem Reisebus war, und aufgeschlossen wie sie inzwischen war, fand man sie bald mit vielen Mitreisenden ins Gespräch vertieft. Darüber, dass das Leben spannend  und eine Aufgabe sei, herrschte allgemeine Übereinstimmung. „Beweglich und zu Änderungen bereit sollte jeder bleiben“, setzte Norma hinzu, "sonst verpasst man Chancen, Aufgaben und Entwicklungsmöglichkeiten. Und immer neue Ziele sollte man sich stecken!" Die Mitreisenden nickten.

Wie ihr euch sicher denken könnt, spielten sich all diese Dinge nicht in Normas Außen-, sondern Innenwelt ab. Aber auch aus Normas Alltagsleben gibt es Neues zu berichten: um ihr Lebensumfeld immer weiter und intensiver erkunden zu können, hat sie sich inzwischen ein Fahrrad zugelegt. Und ihr altes Namensschild an der Tür wurde durch ein neues ersetzt: aus der ehemaligen „Norma L. Bürger“ ist „Luzia Bürger“ geworden. „Luzia“ – dafür stand der bisher ignorierte Buchstabe L -  bedeutet, wie ihr sicher wisst, „Licht“.

 

Tandarad EI !

 

                      

Texte:

Die Sumpfdistel & Gelbe Rübe

Copyright: siehe Impressum

 

 

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