„Höre mich an, mein Bruder“, sagte er. Es gibt drei Wahrheiten, die absolut sind und niemals verloren gehen können – die aber in Schweigen versinken können, wenn sie nicht ausgesprochen werden:

  1. Die Seele des Menschen ist unsterblich; und ihre Zukunft ist die eines Wesens, dessen Wachstum und Herrlichkeit keine Grenzen hat.
  2. Das Ur-Prinzip, welches das Leben gibt, wohnt in uns und außer uns. Es ist unvergänglich und ewig Segen wirkend. Es kann nicht mit den Sinnen wahrgenommen werden, aber jeder Mensch erkennt es, der die Erkenntnis sucht.
  3. Jeder bestimmt sein Geschick, sein Glück oder Elend. Er selbst ist der Richter seines Lebens und gibt sich selber Lohn und Strafe.

Diese Wahrheiten sind so groß wie das Leben selbst, und doch so einfach wie der schlichteste Menschengeist. Speise die Hungrigen mit ihnen!“

H.P. Blavatsky: „Juwelen des Ostens"

1. Die Seele des Menschen ist unsterblich

Bei jeder Form von Leben ist zu unterscheiden zwischen dem unsterblichen Lebensquantum als solchem, das zu höchsten Entwicklungsgraden heranreift, und seinen jeweiligen vorübergehenden sterblichen Körpern. Beim Menschen bezeichnet man die Summe seiner Körper (physischer Körper, Äther-, Astral- und Mentalkörper) zusammengenommen als „Person“ (von lat. personare = „hindurchklingen“).

Der wahre Mensch ist eine unsterbliche Seele (Ego/Höheres Selbst), die mit der sterblichen Person mittels einer Schwingungsbrücke („Silberschnur“) verbunden ist. „Zeugung“ bedeutet das Verknüpfen der Silberschnur einer inkarnationsbereiten Seele mit einer Eizelle der werdenden Mutter.  Von „Tod“ sprechen wir, wenn die Silberschnur reißt; ab diesem Moment ist etwaige Reanimierung nicht mehr möglich. Der Begriff „Hirntod“ ist eine medizinische Erfindung zwecks Organentnahme und Transplantation. Ein „Hirntoter“ ist jedoch keineswegs ein Toter, sondern ein Mensch, der sich im Sterbe- oder Ablöseprozess befindet. Da es hier um Ausschlachten bei lebendigem Leibe und eine Störung des Sterbeprozesses mit möglichen Schäden für die Folgeinkarnationen geht, ist von einer Zustimmung zur Organspende dringend abzuraten.

Der Mensch lebt nicht nur einmal auf der Erde, sondern unzählige Male; so oft wie nötig ist, um die menschliche Vollkommenheit zu erreichen und in höhere Daseinsformen überzuwechseln. War es bis zum Erreichen der Stufe  „Mensch“ schon ein äonenlanger Weg (durch die unteren drei Naturreiche: Mineral, Pflanze, Tier), so schließt sich ein nicht minder langer Weg an.

Zu welchen Daseinshöhen sich die menschliche Entwicklung tatsächlich aufschwingt, lässt sich auf unserer gegenwärtigen Stufe allenfalls ahnen.

Bewusstsein entsteht durch Reibung oder Auseinandersetzung mit Materien der verschiedenen Welten, in denen der Mensch Bewusstseinsträger besitzt. Reinkarnation bewirkt Entwicklung; es geht darum, immer bewusster zu werden, immer mehr zu erwachen und den zum Höheren Selbst gehörenden Kausalkörper mit unsterblichen Eigenschaften zu füllen.. Unter „unsterblichen Eigenschaften“ sind solche zu verstehen, die den göttlichen Eigenschaften entsprechen. In der Bibel werden solche Errungenschaften als „Schätze, die Rost und Motten nicht fressen“ bezeichnet, denn sie bleiben dem Menschen im Laufe seiner Inkarnationen und darüber hinaus erhalten.

2. Das Ur-Prinzip, welches das Leben gibt, wohnt in uns und außer uns

Das All und sein Schöpfer - Gott oder der Logos (von griechisch Logos = „Wort“) - ist seiner Essenz nach geistiger Natur. Sämtliche materiellen Erscheinungsformen, Phänomene des Lebens, Materien und Energien sind Ausdruck oder Emanation des Geistes, der selbst nicht erkannt oder definiert werden kann. Vorstellen können wir uns Gott oder den Logos als einen universellen, unendlichen, lebendigen Geist.   Der Mensch ist Ausdruck desselben Prinzips, d.h. er ist geistiger Natur und damit unsterblich und verhält sich zu Gott wie ein Wassertropfen zum Meer. So wie z.B. in einem Apfelkern der ganze künftige Baum mit sämtlichen Reifeprozessen angelegt ist, so  wohnt  auch dem Menschen sein göttlicher Werde-, Wachstums- und Entfaltungsprozess als „Programm“ inne.

Gott oder den Logos dürfen wir uns nicht als etwas von uns, unseren Mitgeschöpfen, der Welt, den Weltenplänen Getrenntes vorstellen. Gott wohnt als allbeseelendes Leben sowohl in uns als auch außerhalb von uns, d.h. wir leben in einem Gefüge von schwingungsmäßig unterschiedlichen Weltenplänen, die Ausdruck bzw. „Gewand“ Gottes sind.

3. Jeder bestimmt sein Geschick, sein Glück oder Elend

Das Schicksal eines Menschen (von lat. Salus = „Heil“, Schicksal = „geschicktes Heil“) ist keineswegs etwas ihm willkürlich Auferlegtes, sondern die Folge eigenen Verhaltens in der Vergangenheit. Auch die Wahl der Eltern und Lebensumstände erfolgt nicht willkürlich.

Menschliches Verhalten bezieht sich keineswegs allein auf den physischen Bereich, sondern ebenfalls auf die Bereiche des Fühlens (Astralkörper) oder Denkens (Mentalkörper).  Und unter Vergangenheit eines Menschen verstehen wir in diesem Zusammenhang sowohl seine Vorinkarnationen als auch die vorausgegangenen Lebensjahre dieser Inkarnation.

Wofür der Mensch jemals eine Ursache legte – entweder in Vorinkarnationen oder im derzeitigen Erdenleben -  holt ihn die Wirkung früher oder später unweigerlich  ein.

Der Mensch ist sich selbst Schicksal, Weg und Ziel. Auch der Zeitpunkt, wann etwas in den Lebensweg kommt, ergibt sich nicht willkürlich, sondern unterliegt kosmischen Gesetzen. „Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde……“ (Pred. 3, 14).

Hinsichtlich der einmal gesetzten Ursachen ist der Mensch also unfrei, hat jedoch gleichzeitig Gelegenheit, sich durch Setzen besserer Ursachen seine Zukunft positiv zu gestalten.

Das dem menschlichen Schicksal zugrunde liegende Naturgesetz bezeichnet man als dasjenige von „Ursache und Wirkung“ oder „Karma“. Der Begriff „Karma“ ist wertfrei; das Wirken Karmas kann sowohl positiv als auch negativ ausfallen – wobei „negativ“ sich letztendlich doch als „positiv“ erweist, da es dazu beiträgt, den Menschen „heil“ zu machen.

In jede einzelne Inkarnation kommt der Mensch mit einem Lebensauftrag (Sanskr. „Dharma“). Dabei handelt es sich um einen Teilauftrag hinsichtlich seines Werde- und Wachstums-prozesses. Normalerweise bringt der Mensch nur einen Teil seiner Talente, seiner Gaben und seines Karmas zwecks Entfaltung bzw. Bearbeitung mit in die Inkarnation.  Zwischen den Inkarnationen liegen gewöhnlich Zeiträume von mehreren hundert Jahren. Der Zwang zur Reinkarnation erlischt mit dem Erreichen der menschlichen Vollkommenheit. Danach bleibt Inkarnation möglich, sofern es die jeweiligen Aufgaben erfordern.

Den Naturgesetzen ist egal, ob der Mensch sie anerkennt oder nicht; sie arbeiten mit absoluter Präzision und Gerechtigkeit als Ausdruck göttlichen Wirkens und Wollens.

„Die Synthese von Seele und Leib heißt Person.

Die Person verhält sich zum Geist wie der Körper zur Seele.

Sie zerfällt auch einst und geht in veredelter Form wieder hervor.“

Novalis


 

 

 

 

 

 

 

 

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