„Ziel des Lebens ist Selbstentwicklung.

Das eigene Wesen völlig zur Entfaltung zu bringen,

das ist unsere Bestimmung.“

Oscar Wilde

Entfaltung!

Weg und Ziel des Menschen aus spiritueller Sicht

 

1. Unsterblich!

Der wahre Mensch ist ein unsterbliches Wesen. Sein „göttlicher Funke“ (Monade) steigt als Widerspiegelung der göttlichen Dreifaltigkeit in Regionen niedrigerer Frequenzen ab und bildet in den dortigen rein geistigen, formlosen (arupa) Welten sein „Höheres Selbst“, auch als „Ego“ (im Sinne von „wahrem Ich“) oder „Seele“ bezeichnet.  Der  Mensch  hat demzufolge keine Seele, sondern   i s t   eine solche!  Die drei Aspekte des Höheren Selbst als Emanation der Monade reflektieren die drei göttlichen Attribute Atma, Buddhi, Manas (Wille, Liebe, Weisheit). Auf diesen drei immateriellen Ebenen ist die wahre Natur des Menschen angesiedelt und hier eins mit dem Logos (Gott).

 

2. Individuum

Sein Kausalkörper (siehe Grafik ), der bei der Abtrennung seines Lebensquantums von einer tierischen Gruppenseele entstand, macht den Menschen zu einem Individuum. Hier werden über die Inkarnationen hinweg alle seine entwicklungstechnischen „Errungenschaften“ gesammelt und gespeichert.  

3. Die Person

Die vier stofflich-materiellen Körper oder Bewusst-seinsträger des Menschen bilden zusammengenommen seine Person (von lat. personare = „hindurchklingen“), sind sterblicher Natur und werden bei jeder Inkarnation neu aufgebaut. Diese Schwingungsfelder unterschiedlicher Frequenzen durchdringen sich und bilden zusammengenommen das sogenannte „aurische Ei“.

Die Zusammensetzung dieser Körper hinsichtlich der Qualität ihrer Partikel organisiert sich beim Inkarnationsvorgang nicht willkürlich, sondern gemäß den in Vorinkarnationen gemachten Erfahrungen. Solche Erfahrungen werden beim Sterbevorgang in die sogenannten permanenten Atome überspielt und dort aufbewahrt. Gemäß den Informationen in diesen Speichern werden entsprechende „Baustoffe“, d.h. zur Involution gehörige mentale und astrale Partikel, angezogen und in das ätherische Modell des Embryos im Mutterleib eingebaut.

4. Vier Bewusstseinsträger

In der Reihenfolge ihrer abnehmenden Dichte oder Frequenzerhöhung setzt sich die sterbliche menschliche Person aus folgenden Komponenten zusammen:

a)  Grob-physischer Körper, bestehend aus Partikeln der drei Stoffgrade fest, flüssig und gasförmig.

b) Äther- oder Vitalitätskörper, bestehend aus ätherischer Materie in vier Stoffgraden (von unten nach oben: ätherisch, überätherisch, unteratomisch, atomisch). Der Ätherkörper ist Träger der Lebenskraft und fungiert als Verbindungsglied zwischen den stofflichen und feinstofflichen Komponenten der Person.

c)  Astralkörper, bestehend aus Astralmaterie. In diesem Bereich ist das menschliche Gefühlsspektrum angesiedelt.

d)  Mentalkörper, bestehend aus Mentalmaterie. Der Mentalkörper ist der Sitz des Verstandes und der Denkkraft.

5. Potentieller Konflikt

Ein potentieller Konflikt besteht beim Durchschnittsbürger zwischen dem Anliegen des die Person während  der  Inkarnation  bewohnenden Höheren Selbst (dessen Auftrag Evolution = Entwicklung im Sinne von zurück von der Vielfalt zur Einheit lautet) und der „Baustoffe“ dieser Hüllen, die als zur Involution (= „Einwickelung“ oder Differenzierung zur Vielheit)   gehörende Elementalessenz bezeichnet werden. Durch die Einbindung in das Gefüge der Person macht die Elementalessenz Erfahrungen und qualifiziert sich. Je turbulenter der Mensch denkt und fühlt, desto intensivere Bewegung vollziehen die mentalen und astralen Partikel und können ggf. vorübergehend die Herrschaft über den wahren Menschen gewinnen. In dem Falle würde dann z.B. das Pferd bestimmen, wohin der Reiter getragen wird.

6. Warum kennt der Durchschnittsbürger seinen Lebensauftrag gewöhnlich nicht?

Bei seiner Reinkarnation schlüpft der wahre Mensch quasi in ein vierfaches stoffliches Kostüm mit einer Eigendynamik. Das Höhere Selbst, also der wahre Mensch, versucht, über die Schwingungsbrücke („Silberschnur“) Einfluss auf die Person auszuüben, was aufgrund der Eigenart der „Baustoffe“ der Person nicht immer gelingt. Ethisches Leben, Charakterbildung und Meditation intensivieren die Einflussmöglichkeiten des Höheren Selbst auf seine sterblichen Körper.

7. Tod?

Nach dem Reißen des „Lebensfadens“ (Silberschnur), der bei der Zeugung zwischen dem inkarnierenden Ego und der Eizelle im Mutterleib angeknüpft wurde, zieht die Seele aus ihrer grob-physischen und ätherischen Hülle aus, wobei sich der Bewusstseinsbrennpunkt in den astralen Bereich verlagert. Dabei sortieren sich die betreffenden Astralpartikel so um, dass die Oberfläche des Astralkörpers die gröbsten Eigenschaften des Verstorbenen widerspiegelt. In der ihr entsprechenden astralen Region erwacht der Mensch nach seinem Tode. Zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt der sogenannte „zweite Tod“, d.h. der Astralkörper wird abgeworfen und der Bewusstseinsbrennpunkt des Menschen verlagert sich nunmehr in die Mentalwelt, dem Paradies der Bibel. Hier erntet er die Früchte seiner „guten Saat“ zu Lebzeiten auf der Erde, bis es nach karmischer Beratung durch die Herren des Karmas (Lipikas) zu seiner nächsten Inkarnation kommt. Es gibt keinen Tod, nur Verwandlung. Nicht Leben und Tod sind Gegensätze, sondern Geburt und Tod! Das Leben ist ewig!

8. Im Anfang war das Wort…..

Der Logos (griech. = „Wort“) ist der Schöpfer, Erhalter und Gestalter aller Welten und geistiger Ursprung des Menschen. Sämtliche materiellen Erscheinungsformen, Phänomene des Lebens, Energien und Materien sind Ausdruck oder Emanation des „Geistes, der selbst nicht erkannt oder definiert werden kann“. Vorstellen können wir uns den Logos als einen universellen, unendlichen und unendlich tätigen, lebendigen Geist. Alle Kraft geht von der einen göttlichen Quelle aus, aus der alles hervorgegangen ist und sich zu allem,  was existiert, bis hin zur Peripherie der materiellen Schöpfung manifestiert.  Jede Materie ist somit geronnener Geist! Würde der Logos nur den Bruchteil einer Sekunde aufhören, seinen Willen auszuüben, so fiele das ganze Universum unmittelbar in sich zusammen. Geschaffen hat der Logos sein Universum aus seinem Gedächtnis heraus, denn auch ein Logos inkarniert zyklisch, d.h. manifestiert sein System. (Manvantara). Anschließend folgt eine Ruhephase (Pralaya), d.h. nichts ist manifestiert, alles was dazugehört, latent vorhanden.

9. Ist der Logos vollkommen?

Auch die Entwicklung des Logos ist noch nicht abgeschlossen, sondern ER entwickelt sich zusammen mit seinem System und allem, was sich darin befindet, zu einer Höhe oder einem Ziel hin, das jenseits allen Verstehens sterblicher Menschen liegt.

10. Worin unterscheiden sich Logos und Mensch?

Der Unterschied zwischen Logos (Gott) und Mensch besteht im Grade der erreichten Entfaltung der drei Attribute des Logos im Menschen. Im Logos sind diese Kräfte bereits vollständig offenbart. Im Menschen hingegen vollzieht sich die Manifestation allmählich parallel zu seiner geistigen Entwicklung.

11. Meister der Weisheit

Es gibt Menschen, die ihre Vollkommenheit bereits erreicht haben. Wir kennen sie als Adepten oder Meister der Weisheit. Diese aufgrund ihres Entwicklungsgrades übermenschlichen Wesen bilden die innere Regierung der Welt und sind die wahren geistigen Lenker, Lehrer und Inspiratoren der Menschheit. Ihr Zusammenschluss wird als Gemeinschaft der Vollkommenen oder Heiligen bezeichnet.

12. Wie Perlen auf einer Schnur

Menschliche Vollkommenheit wird durch auf-einanderfolgende Inkarnationen in stofflichen Körpern verschiedener Frequenzen erreicht. Mit Erreichen der Vollkommenheit erlischt für den Menschen der Reinkarnationszwang. Vorher reiht sich Leben an Leben wie Perlen auf ein- und derselben Schnur. Dazwischen liegen jeweils die nachtodlichen Stadien in den feinstofflichen (Rupa-) Welten.

 

13. Das Ziel

Sämtlichen Inkarnationen des Menschen liegt nur ein Ziel zugrunde: den dem Menschen innewohnenden Gott immer mehr und schließlich in sämtlichen Facetten hervorzubringen und ihn damit gottähnlich werden zu lassen. Gleich dem Apfelkern, in dem ein ganzer künftiger Baum mit allen Entwicklungsstadien angelegt ist, geht es bei den Inkarnationen um das „Hervorziehen“ sämtlicher im Menschen latent schlummernden göttlichen Eigenschaften. „Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde“ (Mose 1,27) lesen wir diesbezüglich in der Bibel. Da sich mit Erreichen der Vollkommenheit die weitere Entwicklung des Menschen in den feinstofflichen Welten vollziehen kann, ist Reinkarnation nicht länger nötig. In der Offenbarung 3,12 heißt es diesbezüglich: „Alle, die durchhalten und den Sieg erringen, werde ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen, und sie werden immer darin bleiben“.

 

14. Ursache und Wirkung

Sämtliche Inkarnationen sind durch das Gesetz von Ursache und Wirkung oder der ausgleichenden Gerechtigkeit miteinander verbunden. Jede Aktion in Form eines Gedankens, einer Gefühlsregung oder einer Handlung bewirkt eine natürliche der Aktion entsprechende Reaktion. Diese Reaktion kann unmittelbar  auf  die   Aktion  erfolgen,   jedoch  auch  später  in derselben Inkarnation oder noch später in Folgeinkarnationen. Dieses Gesetz von Ursache und Wirkung wird unter dem Begriff „Karma“ (Sanskr. = „Tat“) zusammengefasst. Das bedeutet  im wahrsten Sinne des Wortes: „Was immer der Mensch sät, das wird er ernten.“ (Galater 6,7).

15. Aktion und Reaktion (Karma)

a)  Solches Denken, Fühlen und Handeln, das auf der  Erkenntnis der Einheit allen Lebens beruht und dem als    Motiv Liebe, Dienen und Selbstlosigkeit zugrunde liegen, führt zu Freude, Gesundheit und zunehmender Freiheit hinsichtlich des menschlichen Selbstausdrucksvermögens. So gewonnene positive Erfahrungen regen den Menschen zu Wiederholungen an.

b) Denken, Fühlen und Handeln hingegen, das auf einem Gefühl der Getrenntheit von allem anderen Leben basiert und dessen Motivation in Abneigung, Gier oder Egoismus besteht, erzeugt Schmerz, Krankheit und eine zunehmende Einschränkung der menschlichen Selbst-ausdrucksmöglichkeiten. Auf diese Weise lernt der Mensch, von solchen negativen Gedanken, Gefühlen und Handlungen Abstand zu nehmen. Das eherne unausweichliche Karmagesetz führt den Menschen also allmählich zur  Rechtschaffenheit!

16. Der Maßstab

Die Intensität von Freude oder Schmerz ergibt sich aus dem Grade, in dem dem Denken, Fühlen und Handeln eine altruistische oder egoistische Motivation zurunde lag. Leiden ist weder eine von einer höheren Instanz verordnete Strafe noch Zufall, sondern immer selbst verursacht. Auf diese Weise wird sich der Mensch allmählich seines Abweichens von den göttlichen Gesetzmäßigkeiten und Vorgaben (Naturgesetzen) bewusst. So gesehen ist das Wirken Karmas letztendlich  absolut wohltätig, weil es den Menschen in die richtige Richtung führt. Der wahre geistige Mensch, also das Höhere Selbst als Bewohner seiner vier Körper (Person), ist sich des Wirkens dieser Erzie-hungsmaßnahmen in Gestalt des Gesetzes von Ursache und Wirkung immer bewusst. Als Ergebnis davon gewinnt der Mensch sukzessive an Erkenntnis, Weisheit und Kraft hinzu, und sein Charakter, den er über sämtliche Inkarnationen mitnimmt, formt sich, d.h. der ehemalige Rohdiamant wird immer mehr zu einem funkelnden Brillanten, der schließlich in allen seinen Facetten das göttliche Licht reflektiert.

17. Wahrer Besitz

Die allmählich in ihm hervorgebrachten göttlichen Eigenschaften stellen den einzigen wahren und ewigen Besitz des Menschen dar. Dies sind die „Schätze des Himmels, die weder Rost noch Motten fressen“ (Math. 6,20). Sämtliche materiellen Besitztümer und alle zeitliche Macht gehen dahin oder sind nicht von Dauer. Aus geistiger Perspektive ist also ein ausschließlich auf Besitz und Macht ausgerichtetes Bestreben des Menschen völlig sinnlos.

18. Gibt es eine „Gerichtsbarkeit“ über den Menschen?

Das Gesetz von Ursache und Wirkung (Karma), d.h. das Gesetz der ausgleichenden Gerechtigkeit stellt die einzige Lenkung oder „Gerichtsbarkeit“ dar, der der Mensch jemals unterworfen ist. Sein Schicksal schafft sich der Mensch einzig und allein durch sein eigenes Denken, Fühlen und Handeln. Da er dabei die Lebensfäden anderer Menschen oder Geschöpfe mit „verwebt“, gerät er in karmische Beziehungen zu den Betreffenden, die gleichfalls dem Gesetz der ausgleichenden Gerechtigkeit unterliegen.  Innerhalb dieser Gesetzmäßigkeiten ist der Mensch völlig frei,  d.h.  frei ist  er im Setzen  von Ursachen. Hinsichtlich der Reaktionen auf sein Verhalten ist er allerdings unfrei, indem er jeweils erntet, was er bewirkt oder heraufbeschworen hat.

Jede Religion, die einen außerhalb des Menschen befindlichen strafenden Gott lehrt oder das Bestreben fördert, durch Wohlverhalten Vergünstigungen von einem solchen Gott zu erhalten, ist falsch!

19. Geistige Alchemie

Mittels sogenannter „geistiger Alchemie“ ist es möglich, die aus egoistischem Denken, Fühlen und Handeln resultierenden gegensätzlichen Kräfte zu verringern, auszugleichen oder sogar aufzulösen. Bewirkt werden kann das jedoch nur durch eine bewusste Aktivierung von Energien  bzw. Handlungen im menschlichen Verhaltensspektrum, denen als Motiv Liebe im göttlichen Sinne zugrunde liegt. Liebe im göttlichen Sinne ist der wahre Stein der Weisen! Der alchemistische Prozess der Verwandlung niederer menschlicher Eigenschaften und des mit Unglück verbundenen Schmerzes in das pure Gold geistiger Macht und Glück besteht im selbstlosen Dienen im höheren Sinne. Vom leidenden Menschen kann solche „geistige Alchemie“ auch zwecks Heilung seiner Krankheiten praktiziert werden. Auf diesem Prinzip basiert die wahre Wissenschaft geistiger Heilung.

20. Beschleunigte Entwicklung

Durch einen bewussten Prozess der Verwandlung der in der Natur des Menschen zunächst verankerten Unvollkommenheit in ihr Gegenteil, d.h. Entfaltung seiner sämtlichen göttlichen Anlagen und Eigenschaften, kann die menschliche Entwicklung beschleunigt werden. Jedem Menschen ist seine Vollkommenheit als fernes Ziel verheißen. Bewusste Anstrengungen in diese Richtung, also „geistige Alchemie“, bringen relativ schnellen Fortschritt.

21. Der kurze und schmale Pfad

Eine spirituelle Lebensführung, der die Erkenntnis der göttlichen Gesetzmäßigkeiten zugrunde liegt, wird im Christentum als „der kurze und schmale Pfad“, im Buddhismus als „der achtfache edle Pfad“ und im Hinduismus als „der Pfad auf des Messers Schneide“ bezeichnet.  Die erfolgreiche Beschreitung dieses Pfades führt hin zur Erlösung, Nirvana oder Befreiung. Bei den Schilderungen des Lebens des Christus in den Evangelien handelt es sich um eine dramatisierte Darstellung der seitens der Seele auf diesem Pfad gemachten Erfahrungen.

22. Rund um die Uhr geöffnet!

Dieser Pfad geistiger Entfaltung steht -  genau wie in alten Tagen - dem Menschen noch immer offen. Beschritten werden kann er jedoch nur im Geiste eines reinen Lebens, einer Lebensführung nach ethischen Prinzipien analog den Naturgesetzen und der Bereitschaft, dem EINEN LEBEN zu dienen. Dieser Weg führt zu Gesundheit, Glück, Vollkommenheit und ewigem Frieden.                                                                            

 

 

 

„Jede Geburt bedeutet Trennung vom All, bedeutet Umgrenzung,

Absonderung von Gott, leidvolle Neuwerdung. Rückkehr ins All,

Aufhebung der leidvollen Individuation, Gottwerden bedeutet:

seine Seele so erweitert zu haben, dass sie das All wieder zu umfassen vermag.“

Der Steppenwolf/Hermann Hesse

 

 

"Wer nach außen schaut, träumt.

Wer nach innen schaut, erwacht."

C.G. Jung
                                                                         

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