Geoffrey Hodson

Das Wunder der Geburt

Der menschliche Embryo - eine hellsichtige Studie

aus dem Englischen übersetzt von hh

Erster Teil

1. Der Mensch

Damit das theosophische Konzept von Sinn und Zweck der Inkarnationsvorgänge voll verständlich wird, ist ein kurzer Exkurs in die uralte Weisheit erforderlich. Wir leben in einer Zeit, in der es im Westen üblich geworden ist, den Menschen mit seinem Körper zu identifizieren. Was die Seele anbelangt, so stellt man sie sich wahrscheinlich so ähnlich wie einen Fesselballon vor, der irgendwo oberhalb des physischen Kopfes im Unsichtbaren herumschwebt. Die allgemeine Vorstellung jener, die überhaupt der Existenz einer Seele einen Gedanken schenken, ist dergestalt, dass der Mensch ein Körper   i s t   und eine Seele   h a t.  Theosophie verkehrt diese Aussage ins Gegenteil und behauptet, dass der Mensch eine Seele sei und einen Körper habe. Wie Paulus sagte: “Wenn es einen natürlichen Leib gibt, so gibt es auch einen geistlichen.“ (1. Korinther 15:44). Die theosophische Definition des Menschen besagt folgendes: „Der Mensch, egal in welchem Teil des Universums er sich befinden mag, ist ein Wesen, in dem sich der höchste Geist und die niedrigste Materie durch den Intellekt vereinen.“ Die uralte Weisheit, deren moderne Vertreterin die Theosophie ist, lehrt, dass das wahre Selbst des Menschen hinter verschiedenen Schleiern unterschiedlicher Dichte tief verborgen liegt.

Der Vorgang des Geborenwerdens ist außerordentlich komplex, denn außer in seinem physischen Körper inkarniert der Mensch auch in anderen Bewusstseinsträgern. Beim Bewusstseinsträger, durch den sich das menschliche Gefühlsleben ausdrückt, handelt es sich um den Astralkörper, bei demjenigen, dessen sich das menschliche Gedankenleben bedient, um den Mentalkörper. Der Mensch selbst, sein wahres Ego, wohnt in einer noch höheren und viel subtileren Region in einem Körper, der die Bezeichnung „Kausalkörper“ trägt. Die wahre menschliche Seele existiert deshalb in Bereichen, die sich oberhalb der nieder-mentalen Welt befinden, und auf diesem Level  manifestieren sich die drei göttlichen Attribute Wille, Weisheit und Intelligenz weitaus freier, als es in diesen niedrigeren Welten, wo die Materiendichte sie vor unserem Blick verbirgt, der Fall sein kann.

Sinn und Zweck sowohl der menschlichen Entwicklung als auch der Entwicklung des Universums liegt darin begründet, dass die drei Attribute der göttlichen Trinität immer herrlicher und kraftvoller zutage treten.  Dabei bedient sich die Evolution einer aufeinanderfolgenden Reihe von Geburten und Toden in den mentalen, astralen und physischen Welten.

Der Mensch ist der verlorene Sohn der Parabel. Jeder Mensch verlässt seine spirituelle Heimat und begibt sich in die Tiefe des materiellen Universums hinein, hüllt sich in Körper um Körper, bis die dichteste physische Materie erreicht ist.  „Und er begehrte seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Schweine fraßen; und niemand gab sie ihm.“ (Lukas 15:17). Nach Hunderten solcher Inkarnationen beginnt der Mensch schließlich, die Lektionen der Irrealität und Vergänglichkeit sämtlicher physischer Freuden zu lernen. Damit werden in ihm dauerhafte Freude und Frieden geboren und er sagt: „Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße. (Lukas 15.21)“. Der Mensch lernt, dass das Paradies nur dann zurückerobert werden kann, sofern er sich aus den Fesseln der Lust, mit denen er sich an die Erde kettete, befreit hat. Eine Fessel nach der anderen muss er von seinen Gliedern entfernen, jede fleischliche Schwäche überwinden, jeden Trieb bezwingen, jeden Gedanken kontrollieren und ihn vervollkommnen.

Dann allmählich beginnt das Licht des wahren Menschen, also jenes des unsterblichen Egos, durch die Körper hindurchzuscheinen. Und ein Teil jener Macht, jenes Friedens und jener Glückseligkeit, die charakteristisch sind für die wahre menschliche Heimat, wird auch in den niederen Welten erkenn- und erfahrbar. Damit betritt der Mensch den Weg nach Hause, der ihn letztendlich aus jedem irdischen Leid, jeder physischen Begrenzung hinaus in die ewige Seligkeit und den ewigen Frieden hineinführt. Am Ende seiner Reise, wenn schließlich alle Aufgaben erfüllt und jede menschliche Lektion gelernt wurde, wird der Mensch willkommen geheißen. Er wird neben seinem Vater stehen, so vollkommen, wie sein Vater im Himmel vollkommen ist.

Nicht mehr bedarf er, was ihr Leben nennt;
Das, was in ihm zum Anbeginn gebracht’,
Ist aus, erfüllt hat er den Zweck von dem,
Was zum Mensch ihn gemacht.

Ihn wird kein Schmerz mehr quälen, Sünde nicht
Beflecken, ird’scher Lust und Leiden Heer
Ihm ew’gen Frieden stören; nicht zurück
Kehrt Tod und Leben mehr.

Ein geht er ins Nirvāṇa, selig eins
Mit allem Leben; selbst doch lebt er nicht.
OM, MANI PADME, HUM!  Der Tropfen Tau
Rinnt in ein Meer von Licht.

(Edwin Arnold: Die Leuchte Asiens, 8. Buch)

 

2. Die schöpferische Kraft – eine Theorie

Über Zeitalter hinweg hat sich die zweigeschlechtliche Reproduktionsmethode als Quell großen Leids erwiesen, und man mag dem esoterischen Schüler die Frage verzeihen, ob die sich daraus ergebenden Vorteile schwerwiegend genug sind, um all das dadurch entstehende Böse aufzuwiegen.

Betrachtet man diese Thematik jedoch tiefer bzw. aus theosophischem Blickwinkel heraus, so zeigt sich, dass nicht das zugrunde liegende Prinzip selbst die vielen damit in Zusammenhang stehenden Übel hervorruft, sondern dass eher dessen Missbrauch die Quelle vieler menschlicher Missstände ist. Solche Missstände stehen zurzeit dermaßen im Vordergrund, dass ein verändertes Verhalten hinsichtlich des Gesamtkomplexes Sexualität außerordentlich wichtig erscheint. Es sollte angestrebt werden, diese schöpferische Kraft von allem Hässlichen, Bösen und Unreinen zu reinigen.

Bei der schöpferischen Kraft handelt es sich um eines der höchsten göttlichen Attribute, die der Mensch besitzt. Macht er davon Gebrauch, so ahmt er im Mikrokosmos das große makrokosmische Schöpfungsdrama nach. Die Vereinigung von männlichem und weiblichem Organismus ist eine physische Widerspiegelung der Vereinigung des ersten und dritten Aspekts des Logos, aus der der zweite hervorgeht. Hierbei handelt es sich um eine heilige Inszenierung des großen Schöpfungsdramas des Universums. Vollzieht sich die Verbindung von Mann und Frau in Reinheit und beiderseitiger Liebe, so kommt es dabei zur Vereinigung der zwei Hälften Gottes, wie sie durch Mann und Frau repräsentiert werden.

Idealerweise sollte sich die Vereinigung auf sämtlichen Ebenen der Natur, auf denen der Mensch sich manifestiert hat, vollziehen. Mit fortschreitender Entwicklung des Individuums sollte die Stufe der Vereinigung allmählich immer höher geschraubt werden. Beim Wilden geht es nur um physische und emotionale Empfindungen. Beim zivilisierten Menschen kommt die Mentalwelt hinzu, d.h. es kommt auch zu einer gewissen mentalen Vereinigung.  Der entwickelte Mensch, der begonnen hat, seine Intuition zu entwickeln, sollte versuchen, eine Vereinigung nicht nur auf den unteren Ebenen anzustreben, sondern sie auch auf spirituellem Level zu erreichen. Im Falle einer idealen Vereinigung sind die beiden menschlichen Prinzipien aufeinander abgestimmt, schwingen synchron und verschmelzen zu einer Einheit.

Kommt es zur Vereinigung von Organen mit ungleichnamigen Polen, so bewirkt das einen Energiefluss von oben. Wie viel Energie fließt und von welcher Qualität sie ist,  hängt vom Bewusstseinslevel ab, der bei der Vereinigung erreicht wird. Beim Menschen bewirkt dieser Energieschub von oben eine entsprechende Bewusstseinserweiterung, deren Intensität sich aus dem jeweiligen Motiv ergibt, d.h. ob es eher physischer oder spiritueller Natur ist. Um sich diese Tatsache bestmöglich zunutze zu machen, muss das Bewusstsein von der physischen Ebene abgezogen und auf die spirituelle Ebene angehoben werden. Dabei wird das höchste Niveau an Energie freigesetzt, das die größtmögliche Bewusstseinserweiterung bewirkt. Auf diese Weise werden für das inkarnierende Ego hinsichtlich des Aufbaus seiner Körper die allerbesten Voraussetzungen geschaffen.

Auf der gegenwärtigen Stufe menschlichen Wissens und Entwicklung kann nicht in Abrede gestellt werden, dass die zweigeschlechtliche Reproduktionsmethode eine Quelle großer Schwierigkeiten für die gesamte Menschheit darstellt. Verstehen wir jedoch, dass mit der physischen Vereinigung die mentale und spirituelle einhergehen sollte, so gelangen wir bestenfalls zu der Einsicht, dass diese Reproduktionsmethode eingeführt wurde, damit der Menschheit durch den häufig geschehenden Zeugungsakt eine Bewusstseinserweiterung plus Erfahrung des Einheitsgefühls ermöglicht wird.

Ein Missbrauch der Sexualität war so gut wie unvermeidbar und muss vorausgesehen worden sein. Trotz der weitverbreiteten Misere im Zusammenhang mit solchem Missbrauch hat diese Methode bei der Entwicklung der Rasse dennoch eine große Rolle gespielt und wird zweifellos eine noch größere Rolle spielen, sobald die Menschheit deren höhere Aspekte erkennt.

Hellsichtige Studien zeigen, dass das zugrunde liegende Prinzip, d.h. dass es durch die Vereinigung eines zweigeschlechtlichen Paars in perfekter Synchronisation zum Abruf von Energien aus höheren Ebenen kommt, in der gesamten Natur anzutreffen ist. Das hinter der äußeren Gestalt von Pflanzen stehende Leben erfährt einen deutlichen Impuls seitens der planetarischen Lebenskräfte, die bei der Befruchtung der Pflanze in sie hinabsteigen. Mit jeder Befruchtung einer Pflanze beschleunigt sich deren Entwicklung. Die höher entwickelten und sensibleren Pflanzen unserer Tage beginnen bereits, zunehmend auf den Stimulus dieser absteigenden Energie zu reagieren. In kommenden Wurzelrassen und späteren Runden wird die Reaktionsfähigkeit des Pflanzenreichs und anderer Naturreiche natürlich größer und selbstbewusster ausfallen.

Akzeptiert der Mensch diese Theorie hinsichtlich seiner Sexualität, so wird ihm seine Verantwortlichkeit bei Gebrauch und Missbrauch dieser schöpferischen Kraft deutlich. Im Gesamtkontext sämtlicher Naturreiche besitzt lediglich der Mensch hinsichtlich seiner reproduzierenden Kräfte Ichbewusstsein und Selbstbestimmung. Missbrauch aufgrund von Ignoranz der zugrunde liegenden spirituellen Bedeutung und der gewaltigen mit dem Zeugungsakt im Zusammenhang stehenden Energien führt zu ernsthaften Problemen sowohl für das Individuum als auch für die menschliche Rasse und beeinträchtigt deren Gesundheit in physischer, mentaler und moralischer Hinsicht.  Die Folge davon ist eine Schmälerung der spirituellen, mentalen und physischen Kapazitäten. Der Feinschliff all der menschlichen Fähigkeiten stumpft ab. Die die mentale Kraft charakterisierende Schärfe, Genauigkeit, Effektivität und das Genie des in der Entwicklung begriffenen innewohnenden Gottes, der der Mensch ist, wird allmählich durch Mittelmäßigkeit und mentale Trägheit ersetzt.

Körper, die von Menschen hervorgebracht werden, die ihre schöpferischen Kräfte gewohnheitsmäßig missbrauchen, sind als Tempel für den darin inkarnierenden, und ihnen dann innewohnenden Gott ungeeignet.  Die psychische Atmosphäre an Örtlichkeiten, wo der Missbrauch sexueller Kräfte vorherrscht, beeinträchtigt nicht nur die dort aufwachsenden Kinder, die hochgradig sensitiv hinsichtlich solcher unsichtbaren Einflüsse sind, sondern alle Menschen, die sich in Reichweite solcher unreinen Ausstrahlungen befinden.

Verstärkt wird ein derartig ungünstiges Wohnklima durch die Gegenwart bestimmter Elementale, die in einer solchen Atmosphäre baden, weil sie sie als außerordentlich angenehm und stimulierend empfinden. Diese Elementale vergrößern Bandbreite und Dichte solcher ungünstigen Schwingungen und damit auch ihr Potential hinsichtlich der Beeinflussung von Gedanken, Gefühlen und Leben anderer Menschen. Wie wichtig all dies ist, werden wir in einem späteren Kapitel sehen, in dem es um den Aufbau der subtileren Bewusstseinsträger und des physischen Körpers des Kindes geht.

So schwerwiegend die Folgen des Missbrauchs der schöpferischen Kraft aus Ignoranz auch sein mögen, noch negativer wirkt sich solcher Missbrauch dann aus, wenn der Mensch sich dessen voll bewusst ist. Für die Entwicklung des Individuums, den Fortschritt der Rasse und den Aufbau einer neuen Zivilisation ist es deshalb von allergrößter Wichtigkeit, dass von all jenen, denen die Bedeutung einer Rasse am Herzen liegt, das Ideal sexueller Reinheit praktiziert wird. Vereinigung als Ausdruck reinster Liebe kann veredelnd und bewusstseinserhebend wirken, sofern die Beteiligten Selbstkontrolle üben und ihre gegenseitige Anziehung entsprechend ausleben. Eine Vereinigung jedoch, die lediglich Ausdruck der Befriedigung animalischer Leidenschaften ist, führt zur Herabwürdigung von Körper und Geist. Dabei wird das Ideal reiner und vornehmer Weiblichkeit, die ihren höchsten Ausdruck in der Mutterschaft finden sollte, befleckt.

Jede Frau ist Ausdruck und Repräsentantin des weiblichen Aspekts der Gottheit. Mit der Geburt vollzieht die Mutter ihren Teil am ewigen Schöpfungsdrama. Das Kind, das sie hervorbringt, ist ihr Mikrokosmos innerhalb des Makrokosmos des Universums. Deshalb ist Elternschaft definitiv ein Sakrament und  sollte nicht leichtfertig entweiht werden.

Mit erweitertem Wissen, zunehmender Selbstkontrolle und der Erkenntnis, welche Erhabenheit dem Thema Liebe zugrunde liegt, sowie mit zunehmender Selbstlosigkeit und wachsender Schönheit wird dieses Ideal wieder das Leben von Mann und Frau bestimmen. Dann wird eine wunderbare Rasse geboren werden, die sogar noch heller leuchten wird als die unsterbliche Schönheit der alten Griechen. Wissen und Kraft der späteren Rassen werden die Schönheit der griechischen Rasse ergänzen, und somit kommt es zu jener Trinität, aus der allein eine vollkommene Menschheit und eine perfekte Zivilisation hervorgehen können.

Zweiter Teil

Die Körper und ihre Konstruktion

Die in den folgenden Kapiteln gemachten Angaben basieren auf hellsichtiger Beobachtung. Dabei ging es um den Bau der unterschiedlichen Körper in verschiedenen Entwicklungsstadien der Inkarnation, beginnend ab dem vierten Monat.

3. Der Mentalkörper im vierten Monat

Im vierten Monat wurde der Mentalkörper als fast farblos wahrgenommen mit vagen Umrissen und von der Form her ungefähr eiförmig. Auf seiner Oberfläche zeigte sich als Farbandeutung ein gewisses opalisierendes Schimmern. Das Innere des Mentalkörpers war von sehr zarten Farbtönen bestimmt: einem blassen Gelb, Grün, Rose und Blau, während die Peripherie des oberen Teils von einem Violett umspielt wurde. Sämtliche Farbschattierungen waren so subtiler Art, dass man sie eher als eine Andeutung von Farben bezeichnen könnte, anstatt dass es sich hierbei tatsächlich um bestimmte Farben gehandelt hätte  – das Ganze als eine Art Vorwegnahme der späteren Merkmale für die Charakteristika des entstehenden Mentalkörpers.

Die Partikel, aus denen sich der gesamte Mentalkörper zusammensetzte, befanden sich in ständiger Bewegung, und bisher war nicht mehr als eine schwache Andeutung strukturierter Energiezentren auf seiner Oberfläche erkennbar. Innerhalb des werdenden Mentalkörpers befand sich eine schemenhafte menschliche Gestalt, in der sich die Energiezentren oder embryonalen Chakren zeigten. Die im Kopf befindlichen Chakren waren schon recht gut ausgeprägt, insbesondere das Kronenchakra. In diesen Bereich oben am Kopf ergoss sich fortwährend Energie wie durch ein Loch hindurch. Die Kehl-, Herz-, Solarplexus- und Wurzelchakren waren auch bereits erkennbar. Größere Aktivität zeigten jedoch nur die Kopfzentren, aber längst nicht in dem Maße, als würden sie bereits ihre endgültige Funktion als Chakren wahrnehmen. Die ganze Zeit über arbeitete das Ego hart an seinem Körper, speiste ihn von oben mit Kraft und lud dessen Atome mit einer besonderen Schwingungskraft auf.

Im Falle eines fortgeschrittenen Egos kommt bei diesem Prozess eine große Menge bewussten Wissens zur Anwendung. Der entwickelte Mensch besitzt eine klare Vorstellung hinsichtlich des seinerseits benötigten Körpers und zeigt sich gewöhnlich sehr entschlossen, es zu dem erwünschten Körper zu bringen.

Das allgemeine Erscheinungsbild des embryonalen Mentalkörpers war bei dem beobachteten Fall das einer schillernden eiförmigen Blase mit einem Loch oben. Durch diesen Kanal hindurch wurde, ausgehend von oben, ein ständiges Kräftespiel beobachtet, das aussah wie ein Strom brillant gefärbter Lichtpartikel. In der Mitte dieser „Blase“ zeigte sich schemenhaft die menschliche Form, während der von oben kommende Energiestrom durch das Loch am Scheitelpunkt  eintrat.

Der Kausalkörper, jener Bewusstseinsträger, der vom inkarnierenden Ego dauerhaft bewohnt wird, war viel größer als der neue Mentalkörper, den der Kausalkörper teilweise in sich zu beherbergen schien – so als würden sich die obere Hälfte des Mentalkörpers und die untere des Kausalkörpers überschneiden. Wie bereits beschrieben, erfolgte die Einflussnahme des Egos von oben herab am Scheitelpunkt des Mentalkörpers.

Das gesamte Phänomen war von blendend intensivem Licht umgeben, dessen größte Intensität sich nah dem Zentrum des Kausalkörpers zeigte. Die niederfließende Energie hielt die Atome des Mentalkörpers in ständiger Bewegung. Dort, wo sie auf die materiellen Bestandteile des Kausalkörpers traf, bildete sie einen Wirbel, in und durch den ständig die übrige Materie hineingezogen wurde. Die Grundform wurde davon jedoch nicht beeinflusst, sondern diese blieb wie vorher beschrieben eiförmig. Obwohl die menschliche Gestalt innerhalb der Eiform sichtbar war, darf man sie sich nicht als hohl vorstellen, sondern eher wie eine feste, jedoch durchscheinende Anhäufung sich schnell bewegender Materie.

Jedes Atom des Körpers nahm seinen Weg durch den Wirbel hindurch. Bei diesem Vorgang wurde der sich von oben nach unten ergießende, diese Atome bereitstellende Kraftstrom magnetisiert, leuchtete heller und verlor dann auf seinem Wege in die anderen Mentalkörperbereiche allmählich seine Brillanz. Die Farben des sich von oben ergießenden Stroms schienen zu variieren, woraus sich schließen lässt, dass das Ego bewusst in verschiedenen „Fachbereiten“ tätig war und seinen Mentalkörper mit speziellen Schwingungen magnetisierte.

Zwischen dem wachsenden Mentalkörper des Kindes und jenem seiner Mutter bestand eine ständige Interaktion. Die Verbindung zwischen beiden bewirkte Stabilität und Festigkeit des neuen Körpers, während die Brillanz und Frische der Aura des Kindes der mütterlichen Aura eine zusätzliche Leuchtkraft verlieh. Interessant war, die relative Festigkeit und Starre des älteren Mentalkörpers der Mutter mit der ganz besonders elastischen und fluidalen Konsistenz des neuen zu vergleichen.

Außerhalb dieses Aktionsbereiches zeigten sich bestimmte Engel. Ein Engel arbeitete auf der Mentalebene und schien für den Aufbau der drei Körper zuständig zu sein, während ein anderer, wohl Mitglied einer Engelart von untergeordnetem Charakter, auf emotionalem Felde tätig war. Der mentale Deva schien einen schützenden Einfluss auszuüben, indem er dafür sorgte, dass den neuen Mentalkörper nur bestimmte Schwingungsraten aus der Umgebung außerhalb des neuen Mentalkörpers erreichen konnten. Dieser Engel schien ein umfassendes Wissen hinsichtlich der aus Vorinkarnationen stammenden Einwirkungen zu besitzen, die Wachstum und Gestaltung des neuen Mental-, Astral- und physischen Körpers bestimmen.

In der Aura des Engels zeigten sich einige der vergangenen Personen des inkarnierenden Egos. Eine davon sah aus wie ein Mann aus elisabethanischer Zeit, und es hatte den Anschein, als sei das neue irdische Leben als Fortsetzung der Arbeit und Entwicklung in jener Inkarnation gedacht. Um das Bild eines vorausgehenden physischen Körpers in der Aura des Engels herum befanden sich viele andere Gestalten von Männern und Frauen derselben Periode, die ganz offensichtlich jene Menschen repräsentierten, mit denen karmische Bande entstanden waren. Manche von ihnen lächelten, andere blickten finster drein und noch andere verhielten sich uninteressiert. Deren jeweiliges Verhalten und Erscheinungsbild spiegelte vermutlich die Art der karmischen Beziehung zwischen diesen Personen und dem inkarnierenden Ego wider. Auf der Kausalebene zeigte sich ein weiterer großer Deva, der bei der Inkarnation half und die Gesamtheit vergangener Inkarnationen und das Karma des inkarnierenden Egos kannte. Er reichte seinem Bruder auf der nieder-mentalen Ebene die im kommenden Leben zu bearbeitenden Karmaanteile hinunter.

Unter solcher Aufsicht und solchem Schutz schritt die mentale Inkarnation fort. Die untergeordneten Devas ähnelten dabei Personen, die ein riesiges Lagerfeuer nähren, indem sie ihm ständig neues Brennmaterial zuführen. Diese neue Materie gliederte sich in die Zirkulation des vorher beschriebenen Mentalkörpers nahtlos ein und wurde schließlich beim Eintritt durch den Strudel seitens des Egos spezialisiert.

In diesem frühen Inkarnationsstadium sah es nicht so aus, als habe sich das Ego bereits in den Mentalkörper hinein begeben, wenn es auch bereits sehr großen aktiven Anteil an dessen Aufbau hatte. Die darin befindliche schemenhafte Gestalt stellte jedoch gewissermaßen den Ausdruck des egoischen Bewusstseins dar bzw. einen Träger dafür, und allmählich schickte das Ego sich auch an, den Mentalkörper in diesem Sinne zu benutzen.

4. Der Astralkörper im vierten Monat

Die Aufgabe des auf astraler Stufe zuständigen Devas bestand vor allem darin, einen hinsichtlich der karmischen und umfeldbedingten Umstände bestmöglichen Bewusstseinsträger zu konstruieren. Das Wissen um die karmischen Umstände, soweit sie den Emotionalbereich betrafen, wurden dem Engel von den Devas auf mentaler Stufe hinuntergereicht. Dabei wurde jedoch ein gewisser Spielraum gewährt, und so machte sich der auf astraler Ebene tätige Engel jeden nur günstigen vorgeburtlichen Umstand und jeden günstigen Einfluss im Zusammenhang mit den Inkarnationen zunutze, um die Auswirkungen früherer Leben möglichst zu begrenzen und den Astralkörper zu verbessern. Am Bau des Astralkörpers selbst schien dieser Engel nicht beteiligt zu sein, denn das war, wie wir später sehen werden, die Arbeit niederer Naturgeister.

Wie eine Mutter bebrütete der Engel den wachsenden Astralkörper und schützte ihn so weit wie möglich vor ungünstigen Einflüssen. Hinsichtlich der wachsenden Form ließ er seinem eigenen Magnetismus freies Spiel und gab so weit wie möglich seine eigenen lebendigen Lebenskräfte an ihn weiter. Manchmal umschloss er den kleinen Astralkörper mit seiner Aura, wobei er sein Haupt niederbeugte, so als wolle er ihn eine Zeitlang von jeder Seite vollkommen einhüllen.

Dieser Deva vollbrachte sein Werk in quasi wissenschaftlicher Geisteshaltung, und wenn ihm das auch besonders viel Freude bereitete und er dem Kind gegenüber Zärtlichkeit empfand, so legte er dabei jedoch eine solche mentale Haltung an den Tag,  dass er mit voller Absicht bestimmte Kräfte zur Wirkung brachte, um ein klar umrissenes Ergebnis zu erzielen. Lieferte ein Umfeld bestimmte spirituelle Energien, z.B. während eines Gottesdienstbesuches der Mutter oder eines Treffens in spirituellem Kreise, so absorbierte der Engel so viel wie möglich von dieser Energie. Dann umhüllte er den wachsenden Astralkörper wie oben beschrieben mit seiner Aura, so dass es dadurch auf und im Astralkörper zu einer energetischen Einwirkung und Magnetisierung kam und etwaige ungünstige karmische Tendenzen abgemildert werden konnten. Das Resultat war eine bessere Reaktionsfähigkeit des im Bau befindlichen Astralkörpers auf höhere bzw. eine niedrigere Empfänglichkeit für niedere Schwingungen.

In einem der beobachteten Fälle hatten beide Eltern über viele Jahre hinweg jeden Tag regelmäßig meditiert. Das, so wurde festgestellt, erwies sich als von unschätzbarem Wert; der Engel machte sich das bei seinem Werk bestmöglich zunutze.

In stark bevölkerten Bezirken großer Städte besteht die Arbeit des Engels hauptsächlich darin, den Embryo und seinen Astralkörper vor ungünstigen Einflüssen zu schützen. An Örtlichkeiten, wo die psychische Atmosphäre besonders schädlich ist, ruft der Engel ggf. einen oder mehrere seiner Brüder hinzu, damit sie ihn bei seiner Arbeit unterstützen.

Der Engel ist in der Lage, eine indirekte Wirkung auf den ätherischen und grob-physischen Körper auszuüben. Deshalb könnte er die Folgen eines Unfalls der Mutter oder einer schädlichen Umgebung im Rahmen der karmischen Gestaltungsmöglichkeiten des Egos minimieren, d.h. soweit dessen Karma so etwas zulässt. Erleidet die Mutter z.B. einen Schock, so wäre der Engel in der Lage, den Embryo teilweise von der Mutter zu isolieren, indem er ihn wie bereits beschrieben in seine Aura einhüllt, so dass die Auswirkung einer zu engen Interaktion zwischen Mutter und Embryo minimiert würde.

Der Hauptfaktor der gesamten Arbeit des Engels ist jedoch die Einwirkung seines Kräftespiels und seiner pulsierenden Lebenskraft auf und durch die Bewusstseinsträger, für die er zuständig ist.

Der Astralkörper des Kindes befindet sich innerhalb desjenigen seiner Mutter. Im hier beschriebenen Falle nahm er im fünften Monat eine Position zwischen dem oberen Drittel der Taille und der unteren Grenze des Rippenbogens ein. Die Beobachtung zeigte, dass der embryonale Astralkörper im Körper der Mutter quer liegt. Orientiert man sich an der Horizontale, so ist seine Achse in einem ca. 45° Winkel geneigt. Der obere Pol befand sich links. Vom Erscheinungsbild her wirkte er wie ein kleines eiförmiges Gebilde von ca. 30 – 31 cm Länge, war von fast ganz weißer Farbe und besaß eine gewisse Ausstrahlungskraft. In seiner Mitte zeigte sich eine vage, in diesem Stadium nur schematisch umrissene menschliche Miniatur.

Der Strom des egoischen Lebens trat von oben in den Astralkörper ein und nahm von dort seinen Weg hinunter bis zum Kopfzentrum.  Bisher war er jedoch noch nicht weiter abgestiegen als bis zu einem Punkt, der der Mitte des Kopfes entsprach. Dort erweiterte er sich zu einer Kugel. Dieser Kugel entsprang ein winziger wurzelähnlicher Fortsatz, der im fünften Monat bis zur Kehle hinunterreichte, wo er sich wiederum zu erweitern schien; jedoch nicht zu einer weiteren Kugel, sondern er verzweigte sich. Drei solcher Äste konnten festgestellt werden. Dieser Verzweigungsprozess wurde von golden glänzendem Licht begleitet. Bei der Verzweigung weiter in den Körper hinein entstand ein Netzwerk, das sich immer weiter ausbreitete und sich mit fortschreitendem Körperaufbau immer mehr mit diesem verwob.

Die zentrale astrale Form stand in räumlicher Beziehung zu den grob-physischen und ätherischen Körpern, die sie durchdrang und umhüllte. Astrales und physisch-permanentes Atom befanden sich in diesem Stadium innerhalb der ersten Erweiterung des oben erwähnten absteigenden egoischen Lebensstroms, und zwar an einem im Zentrum des Kopfes gelegenen Punkt, der auch das Zentrum des physischen Embryokopfes darstellt.

Die mütterliche Aura schien diejenige des Kindes nicht ungehindert durchdringen zu können. Obwohl es eine gewisse Vermischung gab, umfloss der Emotionalkörper der Mutter das Kind und wirkte durch die Anwesenheit der wachsenden Gestalt in ihrem Körper vergrößert.

5. Die im vierten Monat beobachtete Arbeit der Naturgeister

Der Embryo hatte am physischen Prana seiner Mutter teil, das ihn in diesem Stadium  durchfloss, ohne dafür klar umrissene Kanäle zu benutzen. Der größte Teil davon wurde vom Solarplexus der Mutter ab und von einer entsprechenden Stelle am Embryo eingezogen, von wo aus sich das Prana frei über die gesamte Form verteilte. Eine gewisse Pranakonzentration gab es jedoch im Kopf des Embryos; das Milzzentrum war zu dieser Zeit noch inaktiv. Das Vorhandensein des Embryos in seiner Mutter verlangte ihr zweifellos Vitalität ab; sie konnte jedoch eine proportional größere Menge davon absorbieren und assimilieren.

Auch die ätherischen Naturgeister stellten eine gewisse Menge an Vitalität zur Verfügung, die dem Embryo immer dann zugeführt wurde, wenn sie in dessen leuchtende Gestalt ätherische Materie einbauten. Selbst hatten sie diese Vitalität beim Zusammentragen der einzubauenden Materie absorbiert. Dadurch leuchteten ihre winzigen Körper und dehnten sich aus, und das ätherische Doppel des Embryos leuchtete ebenfalls in dem Bereich, in dem die Naturgeister die Materienpartikel und Vitalität entluden.

Diese kleinen Bauleute waren innerhalb des mütterlichen Leibes auf astralem Level sichtbar, von wo aus sie ganz offensichtlich arbeiteten. Manchmal wirkten sie wie Blitze aus schillerndem Licht, manchmal wie leuchtende Farbpunkte, die sich schnell bewegten und einen Eindruck großer Aktivität vermittelten. Jeder dieser Blitze besaß ein helleres Zentrum mit einem Durchmesser von ca. 1,6 mm, umgeben von einer kleinen Aura in leuchtenden Farben ca. dreimal so groß wie der Durchmesser des leuchtenden Zentrums. Die kleinen Naturgeister absorbierten auch Materie von außen, assimilierten und entluden sie in den Fötus hinein. Diese Aufnahme erfolgte im freien Raum im und um den Leib der Mutter herum. Sie „fingen“ und absorbierten solche Materie, die durch und mit den Kraftströmen in Richtung Fötus gezogen wurden. Dort durchlief diese Materie dann einen Assimilationsprozess ähnlich Verdauungsvorgängen. War dieser Prozess abgeschlossen, so kehrten die kleinen Bauleute zum Fötus zurück, sanken in diesen hinein, um dort neues Material abzulagern.

Hunderte dieser kleinen Wesen waren mit diesem Werk beschäftigt, alle von gleicher Erscheinung und alle mit derselben Arbeitsmethode. Jedoch nahm nicht alle einzubauende Materie ihren Weg durch sie hindurch, sondern einiges davon begab sich wie vorher beschrieben direkt an Ort und Stelle, während andere Materie in den Leib gelangte und dort sozusagen auf Halde lag, bis kleine Bauleute sie aufnahmen, um sie in den Fötus einzubauen.

Auf ätherischer und astraler Stufe war in der Nähe des Leibes ein deutlicher Ton hörbar, der einem leisen Summen ähnelte, nicht unähnlich dem, was in der der Nähe eines Bienenstocks vernehmbar ist. Dieser Klang ging vor allem vom permanenten Atom aus. Da aber das gesamte ätherische Doppel des Embryos und die daran arbeitenden kleinen Bauleute auch dieselbe Schwingung veräußerten, war der ganze Leib mit diesem ätherischen Klang angefüllt.

Diese Schwingung übte sowohl einen gestaltenden als auch schützenden Einfluss aus, der die Gestalt des wachsenden Körpers ständig beeinflusste und innerhalb seines Einflussbereichs gleichzeitig einen Zustand schuf, der nur harmonischen Schwingungen und „gestimmtem“ Material das Eindringen gestattete.

6. Der ätherische und grob-physische Körper im fünften Monat

Mit Erreichen des fünften Schwangerschaftsmonats waren, was sämtliche in vorausgehenden Kapiteln beschriebene Prozesse anbelangt, ganz eindeutig Fortschritte erzielt worden. Das Egobewusstsein schickte sich an, die emotionale Ebene zu berühren und den Aufbau des Astralkörpers direkt zu beeinflussen. Bau und Wachstum des Mentalkörpers waren ausreichend fortgeschritten, so dass das Ego sich erlauben konnte, seine Aufmerksamkeit davon abzuziehen.

Die Kommunikationsbrücke zwischen Ego und Fötus hatte sich sukzessive immer mehr erweitert. Im vierten Monat hatte diese Verbindung, die wie ein silbrig-blauer Lichtkanal aussah,  einen Durchmesser von ca. 3,8 cm, während sie sich im fünften Monat auf 6,35 cm erweitert hatte. Bei seinem Abstieg aus den höheren Welten drang dieser Lichtkanal etwas nach hinten verlagert auf der linken Seite in den mütterlichen Körper ein, und zwar dort, wo die Brust- in die Lendenwirbelsäule übergeht. Er berührte den oberen und äußeren Rand des Milz-Chakras und mündete im Kopf des Fötus.

Der physischen Körpergestalt liegt ihr ätherisches Modell zugrunde, in das von den kleinen Bauleuten die Materie eingebaut wird. Dieses Modell entsteht teilweise durch die formgebende Kraft der von der Zygote (befruchteten Eizelle) und dem permanenten Atom ausgehenden Klangschwingung und teilweise durch die Herren des Karmas, die es gemäß dem Individualkarma formen. Ausgestattet ist das zugrundeliegende Modell mit einem gewissen eigenen elementaren Leben und stellt einen Niederschlag des physischen Individualkarmas in menschlicher Gestalt dar.  Passiv ist dieser Niederschlag in dem Sinne, als er nicht in der Lage ist, irgendwelche Aktionen zu unternehmen, er übt jedoch einen positiven Einfluss auf das Wachstum des Fötus aus.

Eine denkbare Funktion des ätherischen Modells besteht darin, sicherzustellen, dass der Fötus die sich als Wiederholung vollziehenden evolutionären Stufen bis hin zur heutigen menschlichen Gestalt reibungslos durchläuft. Das ätherische Modell selbst scheint diese Stadien nicht zu durchlaufen, wenn es auch nur allmählich zur voll entwickelten Kindsgestalt kommt. Die ätherische Vorlage übt auch eine hemmende Funktion aus, indem sie verhindert, dass der Fötus im Leibe der Mutter gewisse beeinträchtigende Einflüsse erfährt oder solchen Bedingungen ausgesetzt ist. Erleidet z.B. die Mutter einen Schock, würde das ätherische Modell wie ein Kissen oder Puffer wirken. Einflüsse jedoch, die im Karma des Egos liegen, finden allemal ihren Weg und sowohl das ätherische Modell als auch das Wachstum des Fötus werden dadurch beeinflusst.

Im untersuchten Fall befand sich das ätherische Modell innerhalb des Mutterleibes und sah aus wie die Umrisse eines Säuglings in weißem Licht. Seine ätherische Materie wirkte an der Oberfläche wie zu einer bedeckenden „Haut“ verdichtet. Der Gesamteindruck war der eines leuchtend weißen im Mondlicht badenden Babys, wobei der Grad seiner Leuchtkraft nicht homogen war. Die Hauptmerkmale zeigten sich schwach, waren jedoch nicht klar definiert.

Das Entstehen des physischen Körpers innerhalb des mütterlichen Leibes hatte Fortschritte gemacht. Dabei liefen viele Kraftströme zusammen, und auf physischer, ätherischer und astraler Ebene war eine immense Aktivität der kleinen Bauleute festzustellen. Der Fötus schien dabei wie ein Magnet zu wirken, der fortwährend Materienpartikel anzog. Diese Partikel konnten bei ihrem Weg bis hin zu dem Punkt, wo sie sich anhäuften bzw. angliederten und zu den ihnen bestimmten Regionen fanden, hellseherisch beobachtet werden. Die durch die beschriebenen Klangschwingungen hervorgerufenen Energieströme hatten, so zeigte sich, eine anziehende Wirkung auf diese Materie, die gemäß deren Eigenart und Schwingungsrate zu den verschiedenen Körperregionen hingezogen wurde.

Auch das Ego übte durch den beschriebenen Lichtkanal seinen Einfluss auf diese Materie aus. Die egoische Kraft wirkte permanent durch diesen Lichtkanal und imprägnierte die angezogenen Partikel mit ihrer speziellen Schwingung. Diese von allen Seiten her angezogene Materie rauschte förmlich auf den Körper der Mutter zu, wurde dort sofort von den den Fötus umspielenden Kraftströmen erfasst und im wachsenden Embryokörper an die ihr bestimmten Positionen gezogen. Ein solcher Strom verhakte sich im ätherischen Körper des Beobachters (G. Hodson) mit dem Ergebnis, dass in seinem Körper vorhandene mit dem Energiestrom von der Schwingungsrate her korrespondierende ätherische Materie in den Körper des Embryos gezogen wurde.

Das Ende des Lichtkanals vom Ego zur Mutter hinunter bildete ein astro-ätherisches „Herz“ innerhalb des Fötus an dem Punkt, der ungefähr dem Solarplexus entspricht. Eine Menge der Vitalenergie des Körpers wurde auch in diesem Zentrum konzentriert, von wo aus sie weiterverteilt wurde, um als Stimulus für das körperliche Zellwachstum zu wirken, den Körper zu vitalisieren und die Anziehungskraft hinsichtlich der einzubauenden ätherischen Materie zu verstärken.

Im Moment der Befruchtung schießt ein Lichtblitz von der höchsten spirituellen Ebene des Egos in das Spermium, verleiht ihm einen schöpferischen Impuls und stellt die befruchtende Energie zur Verfügung.

Damit wurde die Anziehungskraft freigesetzt und beginnt ihr Werk von dem Moment an, wo es durch die Kombination der positiven und negativen Kräfte des Spermiums und der Eizelle zur Schwangerschaft kommt. Die Kombination dieser beiden Kräfte verursacht unter besonderen Umständen, z.B. bei biologischer Energie oder dem dahinter stehenden Antrieb, einen Energiefluss von der Astralebene her. Sobald dieser Zustand erreicht ist, wird, wenn sich ein Ego zur Inkarnation anschickt, das physisch-permanente Atom als Speichermedium für physische Erfahrungen in vergangenen Leben in der Zygote verankert. Ab diesem Moment tritt die Anziehungskraft in Funktion. Sie gehört zur Schwingungsordnung „Klang“ und ruft die Naturgeister verschiedener Grade entsprechend den verschiedenen veräußerten Schwingungsarten auf den Plan.

Bereitgestellt wird dabei auch eine ätherische Dämmung, innerhalb derer die Bauarbeiten wie vorher beschrieben stattfinden können. Bei der Einwirkung auf die umgebende Materie wird die eigene Schwingungsrate übertragen, und so vollzieht sich die Aufbereitung der Materie zwecks Assimilation durch die kleinen Bauleute. Parallel zum Wachstum des Fötus erhöht sich der Energiefluss vom astralen zum ätherischen Körper, so dass der Einflussbereich der Anziehungskräfte allmählich die volle Größe des mütterlichen Leibes erreicht.

Schreitet das Wachstum fort und spezielle Organe stehen zum Bau an, so werden zu den existierenden weitere Schwingungsreihen hinzugefügt, was bewirkt, dass ein neuer Typus von kleinen Bauleuten und Materie angezogen wird.

 

7. Der sechste Monat

Als wir uns dem siebten Monat näherten, waren auf allen Ebenen erhöhte Aktivitäten feststellbar. Sämtliche beobachteten vorausgehenden Prozesse liefen nun beschleunigt ab,  und das Ego schickte mehr von seiner eigenen Energie in seine Körper hinein.

Der Brennpunkt des egoischen Bewusstseins hatte sich nun durch den mentalen Körper hindurch in den astralen Körper hinunterverlagert, der nun kurzfristig in den ätherischen verankert werden würde. Inzwischen war der Astralkörper so weit gediehen, dass er dem Ego als Stützpunkt für den Empfang von Informationen aus der Astralebene dienen konnte. Das Spiel der Schwingungen und des Bewusstseins führte jetzt zu einer eindeutig definierten Organfunktion, und die Chakren begannen sichtbar zu werden.

Das Ego selbst wurde lebendiger und empfänglicher für Außeneindrücke auf seiner eigenen Ebene. Es wurde viel einfacher, mit ihm in Kontakt zu treten und ein gewisses Maß an Rückmeldung zu erhalten. Der erreichte positive Fortschritt bei Bau und Wachstum der neuen Bewusstseinsträger schien dem Ego bei der Kontaktaufnahme mit dem Leben auf der Kausalebene mehr Freiheit zu gewähren.

Das beobachtete inkarnationsbereite Ego besaß einen gewissen Entwicklungsgrad und charakterliche Schönheit bzw. Willenskraft. Die menschliche Gestalt, so weit wie möglich idealisiert, war auf der Kausalebene erkennbar. Antlitz und Augen strahlten, und ihr Ausdruck war ein herrlicher, strahlend vor Liebe und Edelmut und gleichzeitig leuchtend vor Kraft. Die von meinem physischen Gehirn erfasste kausale Form war jedoch nicht so sehr die einer vollständigen menschlichen Gestalt oder eines schönen Gesichts und schöner Augen, sondern sozusagen die des innewohnenden Gottes.

Der engere Kontakt mit dem Ego in diesem Stadium ermöglichte es mir, bis zu einem gewissen Grade an den die neue Inkarnation begleitenden Umständen teilzuhaben. Mein Haupteindruck war der eines nach langem und wunderbar erfrischenden Schlaf Erwachten, der sich vollkommen erholt fühlt und Frische, Vitalität und Kraft ausstrahlt. Das so erwachte Ego schien sich zu seiner vollen Größe ausgestreckt zu haben, während es erwartungsvoll auf der Schwelle seines neuen Inkarnationszyklus stand. Die gesamte Atmosphäre wirkte morgendlich, so ähnlich wie bei einem herrlichen Sonnenaufgang im Frühling. In diese Inkarnation wurden große Hoffnungen gesetzt. Während der langen Stille der himmlischen Ruhe waren Pläne geschmiedet worden. Das Bewusstsein glühte geradezu vor großen Plänen und wunderbaren Selbstausdrucksmöglichkeiten – wie jene eines Künstlers, wenn er ein neues Bild zu malen beginnt, in das er die Gesamtheit seines Künstlertums hineinlegen möchte.

Während meiner Untersuchungen zeigte sich die Vielfalt der Bewusstseinskräfte auf der Kausalebene immer deutlicher. Meine Kontaktaufnahme mit dem Ego hatte jedoch keinerlei Einfluss auf die hinsichtlich des Aufbaus der neuen Körper auf sie gerichtete Energiekonzentration.

Der bereits erwähnte Lichtkanal als Verbindung zwischen Ego und Embryo entsprang, so zeigte sich, innerhalb des Kausalkörpers an einem Punkt, der dem Solarplexus der menschlichen Gestalt entspricht. Von dort aus führte er wie ein Lichtschlauch von oben in den Mentalkörper und von dort aus auf ähnliche Weise in den Astralkörper und schließlich in den physischen Embryo hinein.

Mit sechseinhalb Monaten war dieser Lichtkanal auf der mentalen und astralen Ebene ca. 15,24 cm  (6 Inches) breit bzw. 10,16 cm (4 Inches) im ätherischen und grob-physischen Bereich. Das egoische Leben und seine Energie wallten in diesem Kanal auf und ab, der neben seiner Funktion als Kommunikationsbrücke zwischen Ego und physischem Körper auch dazu diente, die vier Körper der Person zueinander in perfekter Anordnung zu halten.

Aufgrund meines begrenzten Gehirnbewusstseins konnte ich die genaue Beziehung der vier Körper zueinander und den vom Lichtkanal genommenen Verlauf nicht genau deuten. In Form eines Diagramms dargestellt, könnte man sich die Bewusstseinsträger wie auf dem Lichtkanal aufgefädelt vorstellen, wobei der Lichtkanal jeweils oben in einen Bewusstseinsträger ein- und unten wieder daraus hervortritt, um in den nächst tieferen Körper einzudringen – bis hinunter zur physischen Ebene. Das mag diagrammtechnisch korrekt sein, aber in Wirklichkeit verhält es sich anders, denn obgleich die Körper übereinander zu liegen schienen, war doch eine gewisse Überlagerung des höheren mit dem niedrigeren Bewusstseinsträger zu verzeichnen, so als würde die obere Hälfte des einen die untere Hälfte des darüberliegenden Körpers überlagern. Dies mag keine absolut wahre dreidimensionale Schilderung der Gegebenheiten sein, jedoch kommt sie meinen Wahrnehmungen mittels Gehirnbewusstsein am nächsten. Als ich diese Dinge mittels Hellsicht und Bewusstsein der höheren Ebenen betrachtete, erschlossen sie sich mir jedoch ziemlich vollständig.

Während des Verlaufs dieses Lichtkanals durch den inzwischen beinahe ausgewachsenen Mentalkörper hindurch vollzog sich in seinem Innern ein permanenter Magnetisierungsprozess. Der gesamte mentale Bewusstseinsträger war viel größer und strahlte viel heller als noch einen Monat zuvor. Inzwischen war er ca. 1,22 m  (4 Feet)  hoch. Innerhalb von ihm und auf seiner Oberfläche zeigten sich unzählige stark gefärbte winzige in ständiger Bewegung befindliche Partikel und bewirkten ein leuchtendes Schimmern. Die Oberfläche ähnelte in ihrem Erscheinungsbild derjenigen von Schnee bei starker Sonneneinstrahlung, wenn die Schneekristalle einem Prisma gleich das Licht brechen. Der Mentalkörper war von seiner Konsistenz her nun definitiv dichter als noch vor einem Monat, und die farbigen Partikel waren gleichmäßiger verteilt, der Körper homogener.

Die menschliche Gestalt in seinem Innern war nun klar umrissen, und der mentale Mensch schickte sich an, sein Selbstbewusstsein deutlich zum Ausdruck zu bringen. Dieselbe wunderbare auf der Kausalebene beobachtete Atmosphäre der Frische und makellosen Reinheit zeigte sich nun auch auf nieder-mentaler Stufe.

Als es auf den siebten Monat zuging, konzentrierten sich die meisten Aktivitäten des Egos auf seinen Astralkörper. Das vollzog sich so ähnlich, wie im Zusammenhang mit dem Mentalkörper beschrieben wurde, wenn die Astralmaterie auch weitaus weniger auf Impulse reagierte. Oben am Astralkörper zeigte sich eine runde Öffnung, deren Rand so ausgeformt war, wie die zentrale Korolla einer Blüte, während sich an der Peripherie des Astralkörpers und seiner Eiform folgend um die Öffnung herum flach liegende Blütenblätter andeuteten.

Der Lichtkanal trat durch diese runde wie ein embryonales Kronenchakra wirkende Öffnung ein. Beim Blick darauf von oben zeigte sich etwas, das einer großen Ringelblume ähnelte. Das „Mark“ des Lichtkanals mit einem Durchmesser von ca. 5 cm (2 Inches)  verlief durch das zentrale Herz dieser „Blume“ hindurch, die mindestens einen Durchmesser von 15,24 cm (6 Inches) aufwies. Die Blütenblätter, nach außen und innen in Richtung Zentrum gebogen,  verlängerten sich zu einem Stengel, der oben in den Kopf des astralen Doppels hinein- und bis zu dessen Zentrum hinunterführte. An dieser Stelle war ein besonders intensives Leuchten erkennbar, dass sich in goldgelbem Licht zeigte.

Von diesem Punkt ausgehend entsprangen der absteigenden Energie vier kreuzförmig angelegte Strahlen, die den Linien der Knochennähte am physischen Schädel folgten. Der Hauptstrom an egoischer Kraft ergoss sich noch weiter hinunter durch das Kehlchakra hindurch,  wo sich die Energie konzentrierte, und von dort weiter hinunter bis in Herz und Solarplexus hinein. Diese drei Kraftzentren waren am Embryo sichtbar.

Die Einflussnahme des Egos auf seinen Astralkörper erfolgte in diesem Entwicklungsstadium noch immer eher von oben als von innen her. In diesem Astralkörper war bisher wenig oder eher noch gar kein Selbstbewusstsein erkennbar, wie es auf mentaler Stufe bereits ansatzweise der Fall war.

Inzwischen nahm der Astralkörper einen Raum ein, der von der mütterlichen Schulter bis hinunter zu deren Knie reichte, und zwar in fast aufrechter Haltung mit einer leichten Neigung von der linken Schulter zum rechten Knie hin. Die mütterliche Aura zeigte sich noch immer proportional erweitert, um den kindlichen Astralkörper ganz aufnehmen zu können. Die beiden Auren waren noch immer deutlich zu unterscheiden bzw. voneinander abgegrenzt.

Das astrale „Kind“ befand sich in einem Zustand traumartiger Schläfrigkeit, wobei sich die verschiedenen Bewusstseinszustände als schwache farbliche Änderungen im oder auf dem Astralkörper zeigten. Durch Impulse des Egos wurde das „Kind“ gelegentlich in seinem schläfrigen Zustand gereizt oder angeregt – wie bei einem Schlafenden, der immer mal vorübergehend geweckt wird. Der allgemeine Einfluss des knospenden Bewusstseins auf den in traumähnlichem Zustand befindlichen Astralkörper ähnelte vom Erscheinungsbild her den sich langsam verändernden Farben des Himmels während eines Sonnenuntergangs. Verstärkt wurde dieser Eindruck durch das Erscheinen des astralen Doppels selbst, das leuchtete wie das schwimmende Licht der niedrig am Horizont stehenden Sonne.

Der physische Embryo schien dem Ego als Stützpunkt oder Anker zu dienen. Der direkte Kontakt zwischen beiden wirkte auf die subtileren Körper stabilisierend und hielt diese „auf Linie“ und gleichzeitig unter Kontrolle des Egos. Der physische Embryo empfand den energetischen Einfluss aus den höheren Ebenen als ständigen Impuls, sich zu bewegen.

Physisches, ätherisches und astrales Bewusstsein waren in diesem Entwicklungsstadium zu einer Einheit verschmolzen, wobei sich deren äußere und innere Wahrnehmungen größtenteils auf astraler Stufe vollzogen.

Auf physischer Ebene konzentrierte sich der das Ego-Bewusstsein repräsentierende energetische Strom auf den Kopf bzw. das Innere des Kopfes des Fötus, von wo aus er entlang der Wirbelsäule weiter nach unten verlief. Sein Erscheinungsbild dabei war blass gelblich oder fast weiß. Interessant war die Beobachtung des Unterschieds zwischen diesem Energiestrom und jener egoischen Kraft bzw. der Lebenskraft des Lichtkanals, der vom Astralkörper aus in den Kopf hinein verlief, von dort durch Kehle und Herz hindurch, wobei er schließlich im Solarplexus endete. Letztgenannter im Fötus deutlich sichtbarer Energiestrom floss mit den cerebrospinalen Strömen hinunter bis zum Atlas (erster Halswirbel), durch den beide Ströme ihren Weg nach unten fortsetzten. Unterhalb des Atlas nahmen diese zwei Ströme allerdings einen Verlauf in unterschiedliche Richtungen.

Das Blut pulsierte den Herzschlägen des physischen Embryos entsprechend, der auch ein gewisses dunkles Wärmegefühl und eine schläfrige Behaglichkeit zu empfinden schien. Die Entwicklung beschleunigt sich, wenn der bewusste vom Ego ausgehende Impuls, der den Mental- und Astralkörper durchlaufen hat, zum ersten Mal mit dem physischen Embryo in Berührung kommt. Die physische Inkarnation, so kann man sagen, beginnt genau zu dem  Zeitpunkt, wo das Ego seinen Erstkontakt mit seinem neuen physischen Körper hat.

8. Der achte Monat

Die nächsten Untersuchungen wurden im achten Monat unternommen, wobei es auf allen drei Lebensplänen zu einer stark erhöhten Aktivität gekommen war und festgestellt wurde, dass die egoische Lebenskraft sich nun viel besser manifestieren konnte.  Das Ego lenkte nun einen viel größeren Teil seines Bewusstseins in Richtung physischer Ebene. Inzwischen hatte es innerhalb seiner neuen Person einen Fokus oder Bewusstseinsbrennpunkt etabliert, so dass es sich nun weitaus weniger außerhalb seiner Person befand, als es während der vorausgegangenen acht Monate der Fall gewesen war. Dies schien sich auf das Ego  begrenzender auszuwirken, als es gewöhnlich nach dem Erwachsenwerden der Person feststellbar ist.

Mit anderen Worten: das Ego schien jetzt, d.h. einen Monat vor der Geburt, mehr von sich in die Person hineinzulegen, als es zu jeder anderen Zeit während der Inkarnation der Fall ist. Trotzdem besaß es hinsichtlich seines Bewusstseins und seiner Aktivitäten auf kausaler Ebene weiterhin große Freiheit.

Bei seinem Austritt aus dem Kausalkörper wies der Lichtkanal nun eine Weite von ca. 30,5 cm (1 Foot)  auf, während die verklärte menschliche Gestalt des ihm innewohnenden Gottes mit großer Intensität auf den physischen Körper des Kindes hinunterblickte.

Das egoische Bewusstsein war nun sowohl im Mental- als auch Astralköper fest verankert und hatte sich durch die unteren Astralebenen hindurch in den Ätherkörper hineinbegeben, auf den in diesem Entwicklungsstadium sein Kräftespiel frei einwirken konnte.

Mental- und Astralkörper schienen nun fertig und einander sehr ähnlich zu sein. Beide zeigten an ihrer Oberfläche ein schimmerndes, perlartiges Weiß, umgeben von Emanationen und Ausstrahlungen derselben Farbe. Die Atome, aus denen sie bestanden, befanden sich inzwischen in noch höherer Schwingung, und sowohl im Mental- als im Astralkörper konnte eine ständige Bewegung festgestellt werden.

Der vom Ego ausgehende Lichtkanal verlief in die große tunnelartige Vertiefung oben am Mentalkörper hinein. Der Eintritt in den Kopf des mentalen Doppels erfolgte dort, wo sich die vordere Fontanelle befindet. Dort erweiterte sich die Silberschnur, um den gesamten Kopf zu umhüllen bzw. in sich einzuschließen.  Der Mentalkörper selbst war länglicher geworden und ca. 1,52 m (5 Feet)  hoch, die zentrale menschliche Gestalt darin war auf ca. 91 cm (3 Feet) angewachsen.

Obwohl es den Anschein hatte, dass dieser Körper nun vollständig fertig sei, besaß er weder irgendwelche äußeren Kenntnisse hinsichtlich seiner Umgebung noch konnte er als separater Bewusstseinsträger dienen. Wie bereits erwähnt, befand sich der Bewusstseinsbrennpunkt zu diesem Zeitpunkt auf astro-ätherischem Level und hatte lediglich den Mentalkörper durchdrungen und diesen belebt.

Verhältnismäßig große Fortschritte waren auf astraler Stufe erzielt worden, wo der Körper so weit gewachsen war, dass er von der mütterlichen Schulter bis hinunter zu einer Stelle zwischen Knie und Enkel am Fuß reichte.

Der astrale Engel verband sich nun sehr eng mit dem Körper. Zum Zeitpunkt meiner Beobachtung  erschien er hinter der Mutter, wobei sich die Hälfte des neuen Astralkörpers innerhalb seiner Aura befand, aus der er wie ein großes vielfarbiges Ei herausragte.

Das Bewusstsein des Engels war dabei vollkommen auf seinen Auftrag konzentriert, d.h. er arbeitete mit größtmöglicher Sorgfalt, brütete über dem Astralkörper und schützte ihn vor äußeren Einflüssen. Dabei verhielt er sich wie jemand, der ein höchst heikles Kunstwerk hervorbringen soll, etwas so Einzigartiges, Kost- und Wunderbares, dass es allergrößter Anstrengungen, äußerster Sorgfalt und sogar Ehrfurcht bedurfte, um das Werk perfekt zu gestalten.

Der Mutter half er auf irgendwie ähnliche Art. Seine wunderschöne Aura bedeckte sie wie ein Umhang oder Mantel, der von hinten über sie geworfen worden war. Dieser Mantel war von einem wunderschönen Blau und hüllte sowohl den Engel selbst als auch die Mutter in ein einem Umhang ähnliches aurisches Gewand ein. Dessen Kapuze lag über dem Kopf des Devas und verlieh ihm damit eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit der Mutter der Welt.  Ein leuchtend blauer Schimmer schmückte die oberen Bereiche seiner Aura, so als trüge er einen blauen Umhang aus lebendigem Licht.

9. Die Mutter der Welt („Unsere Liebe Frau“)

Das im achten Monat beobachtete veränderte Erscheinungsbild des Engels wurde, so stellte sich heraus, von einem Energiestrom aus den höheren Welten bewirkt, der sich durch den Engel hindurch in Mutter und Kind hinein ergoss. Meine Bemühung, dessen Ursprung zu ermitteln, versetzte mich in einen Bewusstseinszustand, der gewöhnlich etwas außerhalb meiner Reichweite lag. In jenen spirituellen Reichen, in denen ich durch Einfluss dieses Energiestroms erwacht war, enthüllte sich mir die Gegenwart jener Personifizierung des weiblichen Prinzips der Gottheit, die in vorausgegangenen Zeitaltern als Isis, Venus und Ishtar bekannt war bzw. in moderneren Zeiten als Jungfrau Maria. Obwohl meine hellsichtige Schau in jenen Höhen unerfahren und unvollkommen ist, enthüllte sich ihr ein Teil unbeschreiblichen Schönheit und Vollkommenheit der Mutter der Welt.

Sie besitzt eine ganz wunderbare Ausstrahlung und ist jenseits aller Beschreibung schön; sie ist die leuchtende Verkörperung perfekter Weiblichkeit, die Apotheose von Schönheit, Liebe und Zärtlichkeit. Umgeben ist sie von göttlicher Herrlichkeit. Aus ihren wundersamen Augen strahlen geradezu ekstatisches Glück und spirituelle Wonne. Trotz der Intensität ihres Hochgefühls ist ihr Blick weich und mild und irgendwie voll glücklichen Kinderlachens, aber gleichzeitig besitzt sie die Ausstrahlung tiefer, ruhiger, reifebedingter Zufriedenheit.

Ihre prächtige Aura in weichen und trotzdem brillanten Farbschattierungen hüllt sie in einen Glorienschein der Herrlichkeit ein, der ihre unsterbliche Schönheit einerseits verschleiert, andererseits aber gleichzeitig auch preisgibt. Tiefes Blau, silbriges Weiß, Rosa, Goldgelb, das sanfte Grün junger Blätter im Frühling sowie lebendiges Licht durchfluten wellenartig  ihre wunderbaren aurischen Gewänder. Und hin und wieder gewinnt dabei das tiefe Blau die Oberhand, in dem Sterne funkeln und sich silbrig glänzende Farbschattierungen zeigen.

Die Schutzengel sind ihre Diener und Boten. Durch diese Diener war sie ab dem Moment der Empfängnis anwesend und beschützte sowohl Mutter als auch Kind. Ihr Friede, ihre Liebe und tiefes Mitgefühl umhüllten beide. Herbeigerufen worden war sie durch das sich vollziehende Sakrament der Mutterschaft, das Mysterium der Geburt. Jetzt, wo die Zeit der Niederkunft immer näher rückte, kam sie so nah heran, dass die ihr dienenden Engel, in denen sich ihre Lebenskraft und ihr Bewusstsein immer deutlicher manifestierten, ihr  vom Erscheinungsbild her immer ähnlicher wurden. Tag für Tag kam sie noch näher heran, bis sich die Geburt in tatsächlicher Gegenwart der Mutter der Welt vollzog.

Neben der Hilfe, die die Gegenwart der Mutter der Welt den Egos von Mutter Kind auf allen Ebenen gewährt  und dem damit einhergehenden harmonisierenden, beruhigenden Einfluss, beobachtet sie aufmerksam die mentalen und emotionalen Veränderungen der Mutter, und teilt mit ihr sämtliche gerade gemachten Erfahrungen, ja sogar ihre Schmerzen. Gleichzeitig hilft sie mit, den Grad der Bewusstseinserweiterung, die bis zu einem gewissen Ausmaß jede Mutter während der Zeit ihres Opfers erfährt, zu erhöhen.

Diese Bewusstseinserweiterung bedeutet Wachstum sowohl für das Individuum als auch für dessen Rasse. Die Mutter der Welt hat die Zukunft der Rasse im Blick, wo Heirat und Elternschaft unter den Menschen einen höheren Stellenwert bekommen und als spirituelle Sakramente ihren ihnen gebührenden, angemessenen Platz im Leben der Menschen einnehmen werden. Nur so kann eine Rasse in Reinheit geboren werden, denn die Mutter der Welt ist rein und die Verkörperung göttlicher Vollkommenheit. In kommenden Zeiten werden als Tempel geeignete Körper hervorgebracht werden, in die der sich entwickelnde Gott hinabsteigt, um darin zu wohnen.

            Als ich darüber meditierte und mich bemühte, den Saum des erhabenen Bewusstseins der Mutter der Welt zu berühren, erkannte ich, dass sie fortwährend damit beschäftigt ist, der Menschheit diese hohen Ideale aufzuprägen. Mit sämtlichen Frauen der menschlichen Rasse auf diesem Planeten ist sie eins, nimmt freiwillig deren Leiden in sich auf, teilt mit ihnen die Geburtswehen, erträgt die Derbheit, Ungehobeltheit und Brutalität des seelentötenden Lebens der Unglücklichen. All dies absorbiert sie, damit sie mit ihren Schwestern auf der Erde ihr eigenes göttliches Mitgefühl, ihre Stärke, ihre perfekte Reinheit, ihre lebendige Gegenwart um so intensiver teilen und ihnen den Segen der Mutter der Welt spenden kann.

Ich beobachte auch, dass sie an all den Freuden der ersten Liebe teilhat, dass das Glück echter Zuneigung zwischen Man und Frau in ihrem Herzen ein Echo hervorruft und dass sie aus dem grenzenlosen Ozean ihrer eigenen vollkommenen Liebe und leuchtenden Freude schöpft, um dazu beizutragen. Sie versucht, die wundersame Liebestiefe, zu der das Herz einer Frau fähig ist, zu vergrößern, zu segnen, zu bereichern und zu reinigen. Sie kennt all die Lüste, zu denen Liebe viel zu oft pervertiert wird und versucht, all das zu transformieren; sie nimmt solches Gift in ihr eigenes Herz auf, damit es in einen Trank wahrer Liebe umgewandelt und dieser als Kraft in die Welt gelangen möge, um die Frauen der Welt, die Herrlichkeit menschlicher Liebe zu stärken und die Läuterung des Sakraments der Elternschaft zu bewirken.

So spielt sie ihre große Rolle im Plan und nimmt ihren Platz in der Hierarchie jener ein, die gelernt haben in der Ewigkeit zu leben und trotzdem die Einkerkerung in das Zeitliche freiwillig auf sich nehmen.

10. Der achte Monat – Fortsetzung

Fortsetzung der Beobachtung der sich im achten Monat vollziehenden Inkarnationsfortschritte:

Was den Kopf des Astralkörpers anbelangt, so war der metaphysische Bewusstseinsmechanismus inzwischen fertig installiert worden, vor einer ausreichenden Entwicklung des grob-physischen Körpers konnte dieser jedoch nicht auf tieferer Ebene in Aktion treten.

Der zentrale Lichtkanal (Silberschnur) trat bei der vorderen Fontanelle in den Kopf ein und sein übriger Teil ergoss sich über und durch den restlichen Teil des Körpers hindurch. Wo das „Mark“ dieses Lichtkanals eine Stelle erreichte, die der Zirbeldrüse entspricht, erweiterte es sich zu einem zwiebelförmiges Gebilde, das sowohl Hypophyse als auch Zirbeldrüse einschloss. Die Hirnventrikel waren in diesem Entwicklungsstadium praktisch kollabiert, während sich Hypophyse und Zirbeldrüse vollständig ausbildeten. Unten am Ende des absteigenden Lichtkanals konnten innerhalb der Blase drei Kraftströme festgestellt werden: zwei davon traten in Hypophyse und Zirbeldrüse ein, während der dritte in Richtung Atlas (1. Halswirbel) floss.

Das ätherische Doppel der Zirbeldrüse ähnelte einer Tulpenknospe, wobei sich die Blütenblätter oben leicht nach außen bogen, um eine Öffnung für den dort einmündenden Lebensstrom zu bilden.  Das Innere des Lichtkanals leuchtete hier unten viel intensiver, und im ätherischen Doppel war der Umriss des embryonalen Stirn-Chakras sichtbar geworden, das irgendwie einem hohlen mit Mark gefüllten Bambusrohr ähnelte und für den absteigenden Lebensstrom eine Barriere bildete. Die Stelle, an der das Chakra aus der Hypophyse hervortritt, war durch die ätherische Mauer bzw. Haut dieser Drüse verschlossen.

Die Zirbeldrüse befand sich in einem ähnlichen Zustand, jedoch war die Leuchtkraft hier intensiver, und es zeigte sich eine spitze Flammenzunge, innerhalb derer wiederum eine kleine blaue erkennbar war. Die ätherische Passage von diesen zwei Zentren hin zur vorderen Fontanelle war durch die Materie des ätherischen Doppels verschlossen – so ähnlich wie beim Stirn-Chakra, obwohl sich die Partikel hier in einem aktiveren Zustand befanden und das blockierende „Mark“ weniger dicht war, so als würde es vom egoischen Leben magnetisiert, wodurch eine höhere Schwingungsrate entstand. Die innen liegenden Partikel waren von den anderen Partikeln des ätherischen Doppels durch die ätherische Wand des Durchgangs isoliert.

Der dritte der cerebrospinalen Ströme floss noch nicht frei die Wirbelsäule hinunter.

Der Basis der zentralen zwiebelartigen Ausbuchtung im Kopf entsprang eine Anzahl winziger Würzelchen oder Zweige, die sich bis zum ätherischen Doppel der Kehle hinunter verlängerten.

Durch diese Würzelchen strömte Kraft hindurch, die die Kehle hinunterfloss bis hin zur Stelle, an der sich das Herz befindet. Dort war eine andere, jedoch kleinere wie eine Zwiebel geformte Erweiterung erkennbar ähnlich jener im Kopf, die eine Größe von ca. einem Viertel Herzvolumen aufwies.

In diesem Entwicklungsstadium zeigten sich die astralen Chakren, die mit den vier physischen oben erwähnten Zentren bereits beinahe richtig ausgerichtet waren. Nur die Zirbeldrüse und das Kronenchakra schienen bereits richtig justiert und verbunden worden zu sein. In diesem Entwicklungsstadium zeigte sich jedoch keine organische Verbindung oder ein Energiefluss. Die ätherischen Zentren lagen innerhalb des Magnetfelds der astralen Chakren, funktionierten jedoch noch nicht so, wie es nach der Geburt der Fall ist.

 

11. Die Stunde vor der Geburt                                                                                        

Eine abschließende Beobachtung jener Schwangerschaft, aus der das meiste hier veröffentlichte  Material stammt, erfolgte anderthalb Stunden vor der Geburt. Zu dem Zeitpunkt schienen die höheren und nieder-mentalen Engel sich von ihrem gemeinsamen Werk mit dem Ego und seinen neuen Körpern zurückgezogen zu haben. Ihr Werk war zum Abschluss gekommen, ihre Anwesenheit nicht länger nötig.

Auch der astrale Deva war verschwunden, aber die Gedankenform der Mutter der Welt war verblieben.  Diese Gedankenform wurde nun nicht länger durch das Bewusstsein des astralen für den Körperbau zuständigen Engels belebt, sondern durch das Bewusstsein der Mutter der Welt selbst. Deren Gestalt zeigte sich nun sowohl von der Mutter als auch vom Kind getrennt, sie stand an der linken Seite nah dem Oberteil des Bettes und beugte sich mit einer Geste allergrößter Sanftmut und eines Schützenwollens über die Mutter.

Durch die Anwesenheit der Mutter der Welt wurde verhindert, dass der mentale und astrale Körper der Mutter als Reaktion auf die Schmerzen eine höhere Schwingungsrate veräußerten, als sie das persönliche Bewusstsein im physischen Körper ertragen konnte. Die Schmerzen konnten nur bis zu einem gewissen Grade gemildert werden, deren Auswirkung auf die subtileren Körper der Mutter wurde jedoch auf ein Minimum reduziert. Und tatsächlich wurde das Bewusstsein der Mutter trotz der akuten physischen Leiden durch die Gegenwart der Mutter der Welt in einem Zustand des Gleichgewichts und der Ruhe gehalten. Durch die erhabene Anwesenheit der Mutter der Welt waren Mutter und Kind in eine Atmosphäre spiritueller Kraft und Herrlichkeit eingehüllt, die bis zum Abschluss der Geburt anhielt.

Auf den inneren Ebenen war der Raum von einer Atmosphäre der Heiligkeit und des Friedens getränkt. Dienende Engel der Mutter der Welt waren anwesend, und sowohl Mutter als auch das Kind wurden mit ihrer Liebe und ihren Segnungen bestrahlt. Als der Moment der Geburt herbeigekommen war, begann die Gestalt der Mutter der Welt immer strahlender zu leuchten und an Größe zuzunehmen, weil sich eine größere Menge ihres Bewusstsein darin manifestiert hatte und sich ein größerer Anteil ihres Lebens und Lichtes sowie ihrer Segnungen auf Mutter und Kind ergossen.

Als die Geburt vorüber war, zog sich die Mutter der Welt zurück. Ihre Gestalt jedoch löste sich ganz allmählich auf; dieser Vorgang dauerte vielleicht acht bis zehn Stunden.

Nachdem die Engel sich zurückgezogen und der Geburtsvorgang begonnen hatte, verringerte sich der bewusste egoische Kontakt des inkarnierenden Menschen mit seinem physischen Körper, während er unmittelbar nach der Geburt praktisch völlig verschwunden war. Man muss deshalb wohl davon ausgehen, dass das Ego  vor der Geburt deshalb einen viel engeren Kontakt mit seinem neuen physischen Körper halten kann, weil sich die höheren Bewusstseinsträger des Kindes innerhalb jener der Mutter befinden und von Engeln geschützt werden.

Diese Veränderung wurde vom Ego deutlich wahrgenommen, das dabei eine Art Verlust erfuhr und die Unmöglichkeit erkannte, bewusst in diesem Körper zu fungieren oder seinen neuen Körper zu beeinflussen. Die Verbindung zwischen beiden war noch bis unmittelbar vor der Geburt sichtbar, wobei der Lichtkanal beim Eintritt durch die vordere Fontanelle noch festgestellt werden konnte. Nun bestand dieser Lichtkanal jedoch weitestgehend aus metaphysischen magnetischen und Prana-Energien, anstatt aus egoischem Bewusstsein, das nun nicht weiter als bis zur astralen Stufe hinunterreichte. Der physische und ätherische Körper des Kindes waren nun nicht mehr in der Lage, den Einfluss des egoischen Bewusstseins des Höheren Selbst zu übertragen.

Nach der Geburt hat das Ego die Aufgabe, allmählich selbst jenen Part der Einflussnahme auf die Person zu übernehmen, der durch die Anwesenheit der Engel und ihr Eintauchen in die Aura der Mutter während der intrauterinen  Zeit gewährleistet war.

Mit dieser letzten Beobachtung endet meine Untersuchung dieser wichtigen Sache. Mir ist klar, dass viel weitergehende Untersuchungen vonnöten sind, bevor das Grundsätzliche, das diese Studie zu Tage förderte, vollkommen bewiesen und verstanden werden kann. Deshalb ist diese Arbeit begrenzt und unvollständig. Ich übergebe sie der Welt in der Hoffnung, dass andere Menschen die Thematik weiter erforschen mögen und dass vielleicht auch ich noch einmal das Privileg genießen kann, weitere Schwangerschaften während dieser höchst wichtigen Lebensphase zu untersuchen.

Anhang A

Die Mutter der Welt

Während meiner Untersuchungen des vorgeburtlichen Lebens stellte ich immer wieder die Präsenz und das administrative Wirken bestimmter Engelsklassen fest, die bei dem dualen Prozess des Aufbaus der neuen Körper – mental, emotional, ätherisch und physisch – und der Verknüpfung des reinkarnierenden Egos damit behilflich waren. Obgleich ich es damals noch nicht erkannte, so glaube ich inzwischen, dass diese Engel während des involutionären Bogens des Lebenszyklus, also des Abstiegs des Individuums in seine nächste Inkarnation, eine Funktion ausüben, die jener der Pitris hinsichtlich der Rasse ähnlich ist. Bei den Pitris handelt es sich um die sogenannten Vorfahren der Menschheit, die in okkulten Kreisen manchmal als Satanische Hierarchie bezeichnet werden (siehe Teil III, Kapitel V in „The Inverse Sephiras and the Problem of Evil“).

Mein Studium dieser Devas enthüllte sie mir als Abgesandte einer sehr hohen Intelligenz, die über ihnen residiert und sämtliche Naturprozesse im Zusammenhang mit Mutterschaft lenkt.  Die Lehren der okkulten Philosophie verknüpfen diese hohe Wesenheit mit dem weiblichen oder mütterlichen Aspekt der Gottheit, deren Manifestation und Vertreterin sie ist.

Die Materie selbst, die universelle Substanz oder Prakriti, ist die Arche oder der Leib, der mit sämtlichen Welten schwanger ist, aus dem sie alle geboren werden und in den sie zurückkehren. Die wahre Mutter der Welt ist die Primärsubstanz eines Universums bei seinem Ursprung oder seiner Differenzierung aus der Wurzelmaterie oder Mulaprakriti heraus. In dieser Substanz befinden sich sämtliche Samen aller lebendigen Dinge einschließlich deren Erhaltungs- und Reproduktionskräfte.

Wenn sich bei der kosmischen Dämmerung, die auf die Nacht des Chaos (Pralaya) folgt, die Differenzierung vollzieht, manifestieren sich die drei Aspekte der ursprünglichen Dreifaltigkeit, d.h. der Schöpfer, der Erhalter und der Zerstörer, und werden schöpferisch aktiv. Repräsentiert werden sie durch erhabene göttliche Intelligenzen, Kräfte oder Emanationen, die selbst die höchsten Früchte des vorausgehenden Manvantaras darstellen und deren Körper aus der „Essenz des höheren göttlichen Lichts“ bestehen. Intelligenzen dieser Art lenken, wenn sie der Wurzelmaterie entspringen, den Evolutionsablauf gemäß ehernem Gesetz.  Keine dieser Wesenheiten könnte der menschliche Geist erfassen. Sie stellen sowohl die höchste sephirotische Triade dar  als auch die „Sieben, die von ihnen ausgehen“ - oder besser gesagt, das jeweils hinter ihnen stehende Geistige. Vielleicht könnte man sie als die wahre Seele der wahren Seele des Universums bezeichnen.

Das kosmisch-mütterliche Prinzip manifestiert sich universell, und seine erhaltenden und reproduzierenden Eigenschaften sind in der gesamten Natur anzutreffen. Physikalisch betrachtet zeigt sich dieses Prinzip in der gesamten organischen Welt einmal als chemische, negative Polarität und ferner als Weiblichkeit. Sowohl in jeder einzelnen Zelle als auch in vielzelligen Organismen ist es wirkungsaktiv. Ohne dieses Prinzip könnte nichts empfangen oder geboren werden, nichts erhalten, nichts reproduziert. Metaphysisch betrachtet ist das mütterliche Prinzip gleichermaßen wichtig. Für den Menschen stellt es die „aurische Hülle“, die „Arche der spirituellen Seele“, den Augoeides (leuchtender Körper) oder Kausalkörper dar, den Leib, in dem Eingeweihter, Adept und im Werden begriffener Logos ausgetragen werden.

Sämtliche Nationen haben dieses mütterliche Naturprinzip erkannt, es verehrt und angebetet. Sämtliche exoterischen Religionen haben dieses Prinzip als Göttinnen personifiziert, als Muttergottheiten von Universen, Rassen, Nationen und Menschen. Solche Personifizierungen der Mutter der Welt gehören zu den edelsten Vorstellungen des menschlichen Geistes. Mit dem Aufschwingen zu solchen Vorstellungen, damit einher gehender Ehrfurcht und der Bereitschaft zum Dienen wird der höchste Grad an menschlichem Idealismus, Hingabe und religiösem Selbstausdruck erreicht. Solche Verehrung, solche Hingabe und solche Anbetung von „Weltenmüttern“ verdienen deshalb den allergrößten Respekt und sollten - abgesehen von grundsätzlich abzulehnendem grobem Aberglauben – gefördert werden. Denn durch menschliche Hingabe werden Menschen aus höheren Ebenen erreich- oder ansprechbar.

Durch menschliches Streben, höchste Liebe und Hinwendung „nach oben“ wird der Mensch sowohl für sein eigenes Höheres Selbst empfänglich als auch für den Einfluss der Diener der Menschheit in Gestalt der Adepten. Das Madonna-Ideal z.B. war und ist immer noch von unschätzbarem Wert, was die Tröstung, Reinigung und Veredlung der Menschheit anbelangt. Hierdurch konnte sich die Mutterliebe Gottes dermaßen manifestieren, dass sie in Reichweite von Millionen leidender und strebender Menschen gelangte. Die Vorstellungen von Kwan Yin, Isis, Ishtar, Parvati und anderen Göttinnen beruhen ebenfalls auf der Existenz, der Eigenart und Funktion derselben hohen Wesenheit, die Mutter der Welt genannt wird. Es mag sein, dass sich mir bei meinen Beobachtungen madonnenhafte Figuren zeigten, weil ich Christ bin und die Schwangeren, die ich beobachtete, ebenfalls Christinnen waren.

Die planetarische Mutter der Welt wird in gewissen Schulen, die okkulte Philosophie lehren, als höchstentwickelte Repräsentantin auf Erzengelstufe und Verkörperung des weiblichen Aspekts der Gottheit auf Erden verstanden. Ferner gilt sie als offizielle „Beamtin“ auf Adeptenstufe der inneren Regierung der Welt, die die höchsten Qualitäten der Frauen- und Mutterschaft in sich vereinigt und in höchster Perfektion ausstrahlt (siehe The World Mother as Symbol and Fact von C.W. Leadbeater).

Anhang B

Abstieg in die Inkarnation

Die Theosophie wirft ein helles Licht auf ein allgemeines menschliches Problem, jenes eines fortdauernden Glücks und Einklangs oder deren Gegenteil in Kameradschaft, Liebe und Heirat.  Bist du selbstsüchtig, grob und untreu in der Liebe, so wirst du nach dem Gesetz von Ursache und Wirkung (Karma) dasselbe ernten. Bist du selbstlos, freundlich und in der Liebe treu, so wird dir in allen künftigen Inkarnationen dasselbe begegnen.

Was nun Elternschaft anbelangt, woher stammen denn die Kinder? Auch sie sind gute alte Bekannte oder Geliebte. Nur ihr Körper ist neu, kindlich und aus materieller Abstammung heraus geboren. Das wahre Selbst hingegen ist göttlicher Natur, unzerstörbar, erfahren, und aus Gott geboren (eure Kinder in diesem Leben waren evtl. einmal eure Eltern, Geschwister oder Lieben in einer vorausgehenden Inkarnation.)

Der Vorgang des Abstiegs in die Inkarnation hinein ist eine sehr interessante Frage. Mittels Theosophie können wir uns dieser Thematik von einem einzigartigen Standpunkt aus  annähern – jenem des Höheren Selbst.

Bei oder kurz vor der Empfängnis wird das physisch-permanente Atom des sich zur Inkarnation anschickenden Egos von einem Deva in der sich zu diesem Zeitpunkt bildenden Doppelzelle verankert. Bei den fünf permanenten oder Samenatomen handelt es sich um einzelne, bedeutungsvolle Atome der Ebenen Wille, Weisheit und Intelligenz, Emotion und physischer Materie. Zu Beginn des Abstiegs des monadischen Strahls in den Bereich der Evolution werden diese Samenatome dem Lebensfaden oder Monadenstrahl hinzugefügt, der sich somit auf dem dritten, vierten, fünften, sechsten und siebten Naturplan von oben gezählt manifestiert. Die Monade selbst befindet sich auf der zweiten Ebene und kommuniziert über ihren Lebensfaden, an dem die fünf Atome verankert sind, mit den Ebenen darunter.

Zu Beginn jedes neuen Inkarnationszyklus steigt die mikrokosmische „Weltkraft“ oder egoische Kraft, das Leben und Bewusstsein entlang dieser Schwingungsbrücke ab, die den Kausalkörper mit dem mentalen, astralen und physischen permanenten oder Samenatomen verbindet. Dieser dreifache Strom schöpferischer Energie schwingt in Frequenzen, die dem betreffenden egoischen Strahl oder dem Strahl der Monade entsprechen – ferner dem Entwicklungsgrad des inkarnierenden Menschen, seinen Charaktereigenschaften und seinem bereits entwickelten Bewusstsein und Karma, das sich in seiner Auswirkung sowohl als glücklich oder unglücklich erweisen kann. All diese Komponenten finden ihren Ausdruck als „Klänge“ im Akkord des egoischen „Wortes“ und modifizieren dabei in hohem Maße die über die mentalen und astralen Bewusstseinsträger, die Eizelle und das Spermium übertragenen Einflüsse der elterlichen Charakteristika. Diese schöpferische Kraft stammt mikrokosmisch gesehen aus der Monade oder dem einen unteilbaren Selbst des Menschen, dem integralen Funken innerhalb der elterlichen Flamme, durch die das „Wort“ hauptsächlich veräußert wird. Dieses monadische „Wort“ wiederum ist ein Akkord im makrokosmischen Verbum.

Den Kausal- oder egoischen Körper, den permanenten Bewusstseinsträger des Höheren Selbst des Menschen, den Augoeides kann man sich als einen mikrokosmischen Archetypus vorstellen. Hierbei handelt es sich um den Bewusstseinsträger für die schöpferische Kraft der Monade und ihren Ausdruck mit – wie bereits erwähnt – einer Färbung, wie sie sich aus den Erfahrungen vergangener Inkarnationen ergibt, und zwar sowohl auf der monadischen Ebene selbst als auch durch aufeinanderfolgende Inkarnationen. So kommt es zur Bildung des „Wortes“, das das Ego im Kausalkörper als Mikrokosmos schöpferisch veräußert, um einen erneuten Abstieg in eine Inkarnation zu veranlassen.

Daraufhin werden die permanente Atome auf sämtlichen involvierten Ebenen, die jetzt aus dem relativ regungslosen Zustand während der Periode zwischen den Inkarnationen erweckt wurden,  zu Brennpunkten für die Kraft des „Wortes“ und wirken als Transmitter auf den entsprechenden Ebenen. So werden sie zu Zentren magnetischer Felder, wobei die permanenten Atome solcherart  Materien anziehen, die bezüglich der veräußerten Wellenlängen resonanzfähig sind. Dies gilt insbesondere für die Dominanz des einen oder anderen der ursprünglichen Grundstrahlen von Monade oder Ego bzw. der drei entsprechenden Gunas (Bewegung, Trägheit und Rhythmus) der Materie. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass sowohl betreffs der Wahl der Substanzen beim Aufbau der Bewusstseinsträger als auch in jeder anderen Hinsicht dem Individuum vollkommene Gerechtigkeit zuteil wird, was seine mentale, emotionale und physische Ausrüstung für die neue Lebensreise anbelangt.

Wie die Körper gebaut werden

Das unmittelbar auf die Empfängnis folgende Stadium lässt sich vielleicht im makrokosmischen Ablauf damit vergleichen, dass das „Wort“ den Archetypus hervorgebracht hat und damit die magnetischen Zentren mit ihren Feldern innerhalb davon sowie rundherum, wo sich später Planeten bilden werden. Die der Materienanordnung beim mentalen, astralen und physischen Körper zugrunde liegenden Prinzipien gelten auf sämtlichen drei Ebenen. Um jedoch eine möglichst klare Zusammenfassung meiner Beobachtungen zu liefern, werde ich den Prozess des Aufbaus des physischen Körpers innerhalb des Uterus im Detail beschrieben.

Wie bereits erwähnt, wird zum Zeitpunkt der Keimung das physisch-permanente Atom von einem Deva in der soeben entstandenen Doppelzelle verankert. Dieses Vorhandensein des permanenten Atoms, das von der absteigenden schöpferischen egoischen Kraft bzw. der mikrokosmischen „Wort-Kraft“ belebt wird, verleiht dem inzwischen aus einer Doppelzelle bestehenden Organismus seinen geordneten, biologischen Impuls und bewirkt, dass er dem „Wort“ entsprechend wächst.

Seitens der schöpferische Energie, die sich nun in und durch das permanente Atom und die Doppelzelle ergießt, werden wenigstens vier Resultate hervorgebracht:

(1.)      Das Entstehen eines Feldes bzw. einer Einflusssphäre, innerhalb derer sich der Aufbau vollzieht. Auf die makrokosmische Schöpfung bezogen entspräche das der Bildung eines nicht überschreitbaren Ringes um das Sonnensystem herum. Die erwähnte Einflusssphäre steht für die Bandbreite der vorherrschenden Strahlen mit dem Ziel, einen bestimmten Bereich gegen das Eindringen von Schwingungen und Substanzen von außerhalb zu isolieren.

(2. )    Die Magnetisierung oder Gestimmtheit der Materie innerhalb dieses Feldes. Das schöpferische Energiespiel bringt die umgebende Materie in schwingungsmäßigen Gleichklang mit dem inkarnationsbereiten Individuum.

(3.)      Das Hervorbringen einer Form. Diese Form, die man sich als ätherisches Modell vorstellen kann, in das die physische Materie eingebaut wird, soll nun etwas detaillierter beschrieben werden, so dass wir erst danach zum vierten Effekt der veräußerten Kraft des „Wortes“ kommen werden. Hellsichtig beobachtet ähnelt das sich sehr bald nach der Empfängnis zeigende vorgeburtliche ätherische Modell einem Säuglingskörper aus ätherischer Materie, der irgendwie selbstleuchtend ist und eine geringfügige Schwingung veräußert, also um ein lebendiges Wesen bzw. die ätherische Projektion des von Karma modifizierten Archetypus.

Innerhalb des ätherischen Modells zeigt sich in Gestalt von fließender Energie oder von Kraftlinien, von denen jede einzelne eine Eigenschwingung besitzt, der Bauplan des gesamten Körpers. Jede Art forthin einzubauender Materie ist hier repräsentiert und unterscheidet sich von allen anderen Materienarten, weil die Energie, deren Endprodukt sie darstellt, selbst in anderer Frequenz schwingt. Durch die auf spezifischen Frequenzen schwingenden Energieströme sind also sowohl die Knochenstrukturen als auch das Muskel- und Gefäßgewebe, die Nerven, das Gehirn und andere Subtanzen im ätherischen Modell repräsentiert.

Der Einfluss des Kräftespiels auf die freie Materie der Umgebung bringt wahrscheinlich die Atome dazu, verschiedene molekulare Kombinationen einzugehen und verschiedene Gewebearten zu erzeugen. Solche Moleküle werden von den erwähnten Kraftlinien angezogen und fügen sich durch Schwingungsverwandtschaft oder wechselseitige Resonanz am vorgesehenen Platz ein. So entspricht wiederum jeder Teil des physischen Körpers hinsichtlich seiner Substanz und Form genau dem inkarnierenden Ego. Karmische Mängel, die sich in Gestalt von Fehl- oder Missbildungen, in Schwäche oder gar Krankheit auswirken müssen, zeigen sich im ätherischen Modell als Dissonanzen oder sogar als Brüche in den betreffenden Kraftlinien, denen entsprechend der Gewebeaufbau erfolgt.

 An dieser Stelle sei eine kurze Anmerkung erlaubt: Sofern diese Verallgemeinerung korrekt ist, besteht der Ausdruck des gesamten Körpers genau wie jener des gesamten Sonnensystems in unterschiedlichen Schwingungsraten, wobei jede Gewebeart und jedes Organ seine eigene Wellenlänge, Note und Farbe besitzt, die wiederum den Gesundheits- oder Krankheitszustand beeinflussen.  Bei vollkommener Gesundheit eines Organismus ist jeder seiner Bestandteile richtig gestimmt, und der Akkord des menschlichen Körpers befindet sich in vollkommener Harmonie. Liegt Krankheit vor, so trifft das Gegenteil zu;  irgendwo ist eine Missstimmung gegeben, der Akkord klingt dissonant. Echte Heilung besteht deshalb darin, den natürlichen Rhythmus wiederherzustellen.

(4.)     Das Herbeirufen der devischen Formenbildner. Welche Klassen von Engeln auf den Plan gerufen werden, ist wiederum eine Frage der Resonanz. So sind nur solche Naturgeister der Umgebung, die zu den kleinen Bauleuten zählen, ansprechbar und einsatzbereit, die sich schwingungsmäßig mit dem Strom der vom reinkarnierenden Ego veräußerten „Wort-Kraft“ im Einklang befinden. Bei ihrem Erscheinen am Ort des Geschehens begeben sie sich in die Einflusssphäre hinein und befinden sich aufgrund ihrer Eigenschwingung damit in einer Atmosphäre, die sie als absolut angenehm empfinden. Deshalb beginnen sie instinktiv damit, freie Materie in sich zu absorbieren und solche Materie damit weiter zu spezialisieren. Danach sind sie beim Einbau dieser schwingungsbedingt ausgewählten Materie in die wachsenden Körperstrukturen des Kindes am vorgesehenen Platz behilflich.

Das Instrument des Bewusstseins und seine Justierung

Neben der Überwachung solcher Abläufe, bei denen die kleinen Bauleute aufgrund des Resonanzgesetzes aktiv werden, kümmern sich die Formenbildner auf den astralen und mentalen Ebenen um die Konstruktion und speziell die empfindliche Justierung des Bewusstseinsinstruments. Dieses besteht physisch gesehen aus dem Körper selbst, dem cerebrospinalen Nervensystem mit den sieben im Sakrum (Kreuzbein), der Milz, dem Solarplexus, dem Herzen, der Kehle, der Hypophyse und Zirbeldrüse befindlichen  Nerven-  und Drüsenzentren. Auf der ätherischen Ebene müssen die ätherischen Gegenstücke dieser Zentren und Drüsen und zusätzlich die ätherischen Chakren perfekt auf die physischen Organe, deren Gesundheit und Wirkungskraft sie steuern, abgestimmt werden. Auf astralem und mentalem Level wiederum müssen in den dort angesiedelten Bewusstseinsträgern die sieben Chakren an die entsprechenden ätherischen und physischen Teile des Gesamtkonstrukts angepasst werden.  So wird dem Individuum durch die Chakren und ihre entsprechenden physischen Zentren ein siebenfältiger Manifestationsmodus im Körper bereitgestellt sowie sieben Kanäle, durch die es Erfahrungen machen kann. Bei diesen sieben menschlichen Chakren handelt es sich um eine Projektion der sieben entsprechenden Kraftwirbel bei den planetarischen und solaren Archetypen und werden davon mit devischer Hilfe durch das Schwingungsspiel der „Wort-Kraft“ durch den menschlichen Kausalkörper hervorgebracht.

Hierbei kommen wiederum zahlreiche Prinzipien zur Anwendung. Jedes einzelne Chakra besitzt seinen eigenen spezifischen Akkord oder eine Gruppe von Schwingungsfrequenzen, Farben und verschiedene Abteilungen/Unterteilungen, wodurch eine Ähnlichkeit zu Blütenblättern gegeben ist. Durch jeden dieser Bestandteile fließt ein bestimmter Typ von Energie, Leben und Bewusstsein, der sich schwingungsmäßig im Einklang mit jenem Akkord befindet.  Begünstigt Karma eine perfekte Funktion, so klingt der Akkord jedes Chakras vollkommen harmonisch, wobei die sieben Chakren aufeinander harmonisch abgestimmt sind und sich im Einklang mit den betreffenden Körperregionen befinden, in denen sie angelegt sind – wie auch mit den betreffenden Zentren in den anderen Körpern. Unter solchen Umständen ist eine perfekte Gesundheit und Funktionswirkung gewährleistet.  Kommt es zu Dissonanzen durch mentale, emotionale oder physische Abweichungen bzw. Verfehlungen und die daraus folgende Fehlfunktion oder Deformation der Chakren, ist eine Funktionsstörung die Folge. Karma in Gestalt von Krankheit scheint sich vor allem durch Störung der schwingungsmäßigen Feinabstimmung auszuwirken. Eine Rhythmusstörung der absteigenden Energien, egal auf welcher Ebene, bewirkt unmittelbar einen schlechten Gesundheitszustand im physischen Körper. Daraus ergibt sich die Tatsache, dass wahre Heilung letztendlich aus dem Kranken selbst heraus bewirkt werden muss, also vom Ego selbst. Denn nur vom Ego – dem menschlichen Archetypus – kann schöpferische und deshalb korrigierende und heilende Energie durch Schwingungsraten bewirkt werden, die für den Idealzustand stehen.

Während der gesamten pränatalen Phase und der anschließenden Lebensspanne wird durch die permanenten Atome, die Chakren und die metaphysischen und physischen Körper die Kraft des „Wortes“ permanent veräußert. Kommt es zu Verletzungen oder Beeinträchtigungen, so können Gewebereparaturen oder –erneuerungen gemäß der ursprünglichen Vorgabe nur durch diese permanent aktive gestaltende Kraft erfolgen. Auch hierbei spielen Engel und Naturgeister eine konstruktive Rolle. Der physische Körper unterliegt also bis zum Moment des Todes, wo sich das Ego zurückzieht, der Einflussnahme des egoischen „Wortes“.  Die als Verwesung bezeichneten ungeordnete Zell- und Bakterienaktivitäten nach dem Tode liegen im  Zurückziehen des Egos und seiner nun fehlenden Direktive begründet. Werden später die astralen und mentalen Bewusstseinsträger abgeworfen, so verstummt das „Wort“ auch auf diesen Ebenen, weil sich das Ego weiter in einen subjektiven Zustand kreativer Ruhe und himmlischer Glückseligkeit zurückgezogen hat. Wenn die Zeit gekommen ist, erwacht es wiederum aus diesem Zustand, und wieder wird die Kraft des „Wortes“ veräußert und eine neue Inkarnation beginnt.

Anhang C

Die embryonale Entwicklung

(1)       Während des ersten Monats menschlichen Lebens vollzieht sich in der menschlichen Eizelle eine wundersame Verwandlung. Aus der Verschmelzung von Spermium und Eizelle entsteht ein neues Individuum, das das Potential für unzählige Menschengenerationen in sich trägt.  Aus dem Unbekannten heraus tritt das menschliche Erscheinungsbild zutage.

Die erste Veränderung besteht in der Teilung der Eizelle in zwei Zellen, die sich wiederum in vier teilen. Dieser Vorgang setzt sich fort, bis die Millionen von Zellen des menschlichen Körpers entstanden sind.

Die nährende Schicht  - Trophoblast – bildet sich außen an der Zellkugel, der Blastozyste, und nistet sich im Uterusgewebe, in das Uterusendometrium, ein. Dort bildet sich eine Plazenta (= Mutterkuchen, von placenta = lat. Kuchen) genannte Schutzwand. Bei der Ernährung des wachsenden Embryos aus dem mütterlichen Blut über die Nabelschnur wirkt diese mit dem Trophoblast zusammen.

Allmählich verwandelt sich der innere Zellhaufen aus einer ehemals massiven Kugel zu einem kleinen Hohlorgan,  das der Zahl acht ähnelt mit zwei in der Mitte durch einen doppelschichtigen als Embryonalscheibe bezeichneten Teller getrennt.

Die untere Hälfte der Zahl 8 wird zu einem kleinen leeren Dottersack genannten Bläschen. Im zweiten Monat wird dieser vom Embryo abgetrennt. Die obere Hälfte bildet den Amnion (Fruchthöhle) genannten Wassersack.  Mit Ausnahme seiner Nabelschnur wird der Embryo davon vollkommen umschlossen; der Wassermantel, in dem der Embryo schwimmt, bildet einen Stoßdämpfer.

Innerhalb der ersten 17 Tage haben sich die ersten speziellen Zellen, die in Gruppen vorkommen und Blutinsel genannt werden, zusammengetan, um einen einzelnen Schlauch in dem Bereich auszubilden, der das Kopfende der Embryonalscheibe darstellt. Nach vielen Verwandlungen bildet sich daraus das menschliche Herz, das mysteriöserweise ziemlich bald zu schlagen beginnt. Zunächst durchläuft den Schlauch eine leichte Zuckung, dann eine weitere und bald zieht sich das embryonale Herz zusammen und dehnt sich rhythmisch wieder aus, wodurch das Blut gezwungen wird, durch die Adern der Embryonalscheibe zu zirkulieren. Bis zum Lebensende muss das Herz weiterschlagen.

Ungefähr zur selben Zeit entsteht das Nervensystem. In der Embryonalscheibe bildet sich eine verdickte, ovale Scheibe mit der Bezeichnung Neuralplatte. Deren Ränder erheben sich von der flachen Oberfläche und bilden zusammengerollt eine Röhre exakt in der Mitte des künftigen embryonalen Rückens. Das andere Ende dieser Röhre entwickelt sich später zum Gehirn, wobei der hintere Teil zum Rückenmark wird.

Dann beginnt sich der Verdauungskanal auszubilden. Die flache Embryonalscheibe beult sich in der Mitte aus und wird zu einer langen Tasche, die zunächst an jedem Ende geschlossen ist, das ist die Darmanlage, der Urdarm = Archenteron. Ziemlich früh bildet das Darmrohr auf der Unterseite des zukünftigen Kopfes  eine Öffnung als primitiven Mund, obwohl der Ausgang am unteren Ende noch eine Zeitlang verschlossen bleibt.

Das Entstehen der Nieren ist ein erstaunliches Beispiel für die embryonale Wiederholung vorausgegangener Evolutionsprozesse. Das ist das von Ernst Haeckel aufgestellte Haeckel-Gesetz, die biogenetische Regel: Während der Ontogenese (der individuellen Entwicklung) werden phylogenetische (Phylogenese= Stammesgeschichte) Entwicklungsstadien durchlaufen. Die ersten Nierenanlagen ähneln denen der Fische, später denen der Frösche und aus diesen Urformen entwickeln sich schließlich die menschlichen Nieren.

Zu Ende des ersten Monats werden Schwanz-, Arm- und Beinansatz sichtbar sowie die Kiemenöffnungen eines Fisches – ein weiteres Beispiel für die evolutionäre Wiederholung. Innerhalb von 30 Tagen verwandelt sich der Mensch von einem einfachen Ei plus Spermium bis hin zur Schwelle des Menschseins.

(2)       Im zweiten Monat versechsfacht sich die Länge des Embryos und sein Gewicht verfünfhundertfacht sich. Knochen und Muskeln bilden die Körperkonturen aus, gewisse Merkmale werden erahnbar und die Glieder beginnen sich zu entwickeln. Der menschliche Schwanz erreicht seine größte Entwicklung während der fünften Woche, wobei die für die Schwanzbewegung bei niederen Tieren zuständigen Muskeln vorhanden sind. Dann jedoch degeneriert der Schwanz und nimmt außer in ungewöhnlichen Fällen  seine gegenwärtige Lage als Steißbein ein.

Im zweiten Monat sind auch die ersten ausgeformten Organe beider Geschlechter vorhanden. Dann jedoch erfährt eine Variante dieser Organe eine Betonung, wobei die jeweils andere degeneriert, d.h. die Natur verwandelt den androgynen Embryo in einen männlichen oder weiblichen. Auch hierbei spulen sich wiederum in rasendem Tempo evolutionäre Schritte ab, und die Geschlechtertrennung, die vor ca. fünf Millionen während der dritten Wurzelrasse stattfand, wiederholt sich.

(3)      Im dritten Monat, der theosophisch betrachtet in Relation zur dritten Rasse und dritten Runde steht, vollzieht sich eine weitere Entwicklung der Geschlechtsmerkmale, die Aushärtung der Kieferknochen sowie Zahnbildung. Die Stimmbänder deuten sich an, obwohl keine Luft  in die Lungen hinein den Kehlkopf durchströmt. Der Fötus lebt in einer Wasserwelt, wo Atmung die Lungen mit Fruchtwasser fluten würde. Die Zeit größten Wachstums liegt im dritten und vierten fetalen Monat, danach geht es immer langsamer voran.

(4)       Im vierten Monat ist der Kopf ziemlich fertig ausgerichtet, der Rücken ziemlich gerade, und der Fötus hat das Aussehen eines normalen Kindes erreicht. Er rührt sich, streckt sich aus und bewegt heftig Arme und Beine.

(5)       Im fünften Monat entwickeln sich Haut und Strukturen zu ihrer endgültigen Form, Schweiß und Talgdrüsen, die an der Basis jeden Haars ölige Sekrete absondern, bilden sich und eine schützende Schmiere bedeckt den ganzen Körper. Nägel und Zähne entstehen und der Körper streckt sich entlang seiner Achse aus und ist nicht mehr zum geschlossenen Kreis gekrümmt wie im zweiten Monat

(6)      Im sechsten Monat öffnen sich die seit dem dritten Monat geschlossenen Augenlider wieder. Die Augen bilden sich vollkommen aus, und im siebten Monat werden sie für Licht empfindlich mit vollständig ausgeformten Wimpern und Augenbrauen. Auf der Oberfläche der Zunge sowie am oberen und unteren Gaumen des Mundes haben sich die Geschmacksknospen ausgebildet.

(7)      Im siebten Monat wird aus Abhängigkeit Unabhängigkeit, und im Falle einer zu frühen Geburt kann der Fötus im Brutkasten überleben. Er kann weinen, atmen und schlucken. In der 28. Schwangerschaftswoche ist der Fötus 37 cm lang und ca. 1.100 Gramm schwer.

Zu gegebener Zeit wird ein bisher der Wissenschaft noch unbekanntes Geschehen den Geburtsablauf sicherstellen und die langsame rhythmische Muskelkontraktion entwickelt sich in kraftvolle, wirksame Muskelbewegungen, die den Fötus aus dem mütterlichen Körper hinauswirft.

Der erste Akt besteht darin, nach Luft zu ringen, die Lungen mit Luft zu füllen und den ersten Schrei zu tun, gewöhnlich durch Stimulation seitens eines anwesenden Arztes. Die Nabelschnur wird durchschnitten, und das unabhängige Leben hat begonnen.

Die neue Grundhaltung:

(a)       Der Körper – stellt nicht den gesamten Menschen dar, wenn er auch von großer Wichtigkeit ist und unverzichtbar als Brennpunkt sämtlicher Kräfte von Mensch und Universum. Ein Tempel. Seine Gesundheit hängt von seinem richtigen Gebrauch und diesbezüglicher Sorgfalt ab, Leben für Leben.  Leben auf höchstmöglichem Level!

(b)       Wahre Liebe, Kameradschaft, Gemeinschaft mit anderen Menschen beziehen sich nicht ausschließlich auf den physischen Körper, sondern die Gesamtheit des Menschen; sie sind nicht besitzergreifend, gewähren dem jeweils anderen grundsätzlich Freiheit. Auf sämtlichen Ebenen menschlichen Daseins ist eine Haltung des Gebens und Dienens vorherrschend.

            Anerkennung des wahren Sinns des Lebens, der in einer Entwicklung bis hin zur Vollkommenheit besteht und das sich daraus ergebende Anliegen, dass es dem geliebten Menschen hinsichtlich seiner Spiritualität und seines Fortschritts wohlergehen möge – damit sind Zufriedenheit und Glück gewährleistet.

            Anerkennung der Verantwortung gegenüber dem jedem Menschen innewohnenden göttlichen Selbst als Charakteristikum jeder menschlichen Beziehung.

            Liebe, Heirat und Kameradschaft schaffen ganz wunderbare, einzigartige Möglichkeiten für einen perfekten, höchsten menschlichen Selbstausdruck, für den Dienst aneinander, für spirituelle und kulturelle Entwicklung. Hierin liegt deren wahrer Sinn begründet.  Schönheit und Wert einer entsprechenden Geisteshaltung tragen immens zur Entfaltung des in der Entwicklung begriffenen Höheren Selbst bei.

            Heirat bedeutet eine wunderbare Schulung. Negiert, ignoriert oder verachtet der Mensch gar das spirituelle Moment jeder menschlichen Beziehung, so fordert er das Unglück heraus. Hierin liegt ein großer Irrtum des Menschen begründet und wird so zur Quelle seines Unglücks.

            Dennoch ist Liebe, egal, welchen Ausdruck sie sucht und findet, bedeutsam, schön und wertvoll.

 

            „Jene, die im Geiste der Liebe wandeln, mögen weit kommen,

            aber es ist Gott, der sie dorthin bringt, wo die Gesegneten wohnen.“       (Henry van Dyke)

Das reine Glück der Liebe führt zu menschlicher Erweiterung, Entfaltung und einem reicheren und freieren Selbstausdruck, es führt zu besserem Kontakt mit dem Höheren Selbst und schafft einen  wahrhaftigen Himmel auf Erden.  Wahre Liebe befreit die Seele, erhebt sie, verleiht ihr mehr Schönheit, insbesondere dann, wenn es sich um wirklich selbstlose, opferbereite Liebe handelt.

            „Es gibt so viele Arten von Liebe

            wie es Arten von Licht gibt,

            und jede Form der Liebe

            verleiht dem Licht noch größere Leuchtkraft.

            Liebe gibt es, die das Herz aufwühlt

            und solche, die ihm Frieden gibt.

            Aber die Liebe, die das Leben zu höheren Höhen führt,

            ist die edelste und beste von allen.“              (Henry van Dyke)

 

(c)       Die schöpferische Kraft. Richtig verstanden und richtig angewendet, ist sie weder böse noch unrein. Als göttliche sich im Menschen manifestierende Kraft ist sie heilig. Die Sexualkraft ist kontrollier- und sublimierbar. Die Ausübung der Sexualkraft ist keine Notwendigkeit für den Menschen. Das Verlangen danach ist nicht gleichzusetzen mit Hunger oder Durst. Sexualität ist eine göttliche Kraft, die den Menschen letztendlich zu einem Genius oder Adepten werden lässt.

(d)       Weiblichkeit –  ihr sollte immer mit Ehrerbietung, Respekt und Ritterlichkeit begegnet werden.           

(e)       Das Kind. Kein Besitz, jung nur in Bezug auf seinen Körper. Das wahre Selbst ist entwickelt und weise. Mit Hilfe der Eltern hinsichtlich seiner Geburt absolviert es eine weitere Etappe auf seiner großen Lebensreise hin zur Vollkommenheit. Bringe dem Kind deshalb Verständnis und ausschließlich Freundlichkeit entgegen und ehre den ihm innewohnenden Gott respektvoll, lenke es weise und sei sanft und liebevoll.  Erkennst und anerkennst du das Höhere Selbst als Bewohner des kindlichen Körpers, so wird Grausamkeit völlig undenkbar.

Das Kind – eine Betrachtung aus theosophischer Sicht

-  Beim Kind handelt es sich wie bei allen menschlichen Wesen zunächst einmal um ein duales Wesen: eine unsterbliche spirituelle Wesenheit bewohnt einen sterblichen materiellen Körper.

-  Die unsterbliche Wesenheit oder das Höhere Selbst befindet sich nicht auf Kinderstufe, sondern ist aufgrund seiner enormen Erfahrungen erwachsen.

-  Die Erfahrungen wurden während aufeinanderfolgenden Inkarnationen in physischen Körpern erworben.

-  Was die Früchte in Gestalt von Fähigkeiten  anbelangt, so handelt es sich bei dem Ertrag sämtlicher Inkarnationen um den Besitz des Höheren Selbst.

-  Bei seiner Geburt in einem neuen Körper bringt das Ego solche Fähigkeiten mit und hofft auf Gelegenheiten, diese zum Ausdruck bringen und sich so weiterentwickeln zu können.

-  Auch das unsterbliche Ego hofft darauf, neue Kräfte und Fähigkeiten zu erlangen.

-  Der Körper des Kindes und seine Persönlichkeit sind deshalb außerordentlich wichtig.

    (G. Hodson: Lecture Notes, Vol. 1, pp. 588-598)

- aus dem Englischen übersetzt von Hannah Huber -

 

 

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G. Hodson, Das Wunder der Geburt.pdf

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