Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation

kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandelt.

Gandhi

 

Human is(s)t vegan!

Würde Spiritualität sich nur in Randbezirken unseres Lebens niederschlagen oder solchen Bereichen, die uns gerade angenehm oder bequem sind, so wären wir in Richtung des Mysteriums des Lebens noch nicht sehr weit vorgedrungen. Aber genau darum geht es auf unserem spirituellen Pfade: um Selbsterkenntnis, Bewusstseinserweiterung und ständige Fortentwicklung durch Arbeit am eigenen Charakter. Spiritualität bedeutet vor allem Bemühung um ein ethisches Leben, das die Ehrfurcht vor allem Leben mit einschließt.

Die Teilstrecke, die wir auf unserem von der Evolution vorgegebenen Wege zur menschlichen Vollkommenheit bisher zurückgelegt haben, entspricht ungefähr der Hälfte unseres Weges. Wie schnell wir uns fortbewegen, bestimmen einzig und allein wir selbst durch unseren Lebenswandel mit all seinen Facetten. Die Beschäftigung mit den Natur- und Lebensgesetzen führt uns als esoterische Schüler unweigerlich zu der Erkenntnis, dass die gesamte Schöpfung Ausdruck der EINEN GÖTTLICHEN QUELLE ist. Ihrer Essenz nach sind sowohl unser Universum als auch jede Lebensform geistiger, unsterblicher Natur.

Vom Tier unterscheiden wir uns nicht nur durch unsere äußere Erscheinungsform, sondern vom Standpunkt der Evolution her betrachtet sind Tiere unserer jüngeren Geschwister. Im Gegensatz zu uns als Individuen gehört eine Anzahl von Tieren derselben Art jeweils zu einer gemeinsamen Gruppenseele, bis sich Lebensquanten durch Ausbildung eines Mentalkörpers individualisieren, also von der tierischen Gruppenseele lösen,  und menschliche Stufe erreichen.

Wir Menschen haben noch tierische Anteile in und an uns. Überlegen wir einmal, welcher Art unser tierisches Erbe ist, so müssen wir eingestehen, dass wir eher die dumpfen und weniger schönen Teile tierischen Daseins repräsentieren, die es im Laufe unserer Fortentwicklung völlig zu überwinden gilt. Die schönen Wesensanteile, die ein Tier ausmachen – seine Unschuld, seinen weiten Blick, die Schärfe seiner Sinne über die herkömmlichen fünf Sinne hinaus, seine Reinheit – haben wir längst verloren und uns stattdessen über das Tierreich erhoben. Wir haben uns gar zur „Krone der Schöpfung“ erklärt und davon das Recht abgeleitet, Tiere nach unserem Belieben zu nutzen und auszubeuten.

Die Bemühung um ein ethisches Leben, das Tieren dasselbe Lebensrecht zubilligt wie uns selbst, ist nichts anderes als die in die Praxis umgesetzte Erkenntnis der großen Lebens- oder Naturgesetze, die für die gesamte Schöpfung gelten. Da die kosmischen Gesetze universelle Gültigkeit haben, so betrifft das Gebot „du sollst nicht töten“ selbstverständlich auch das Tier.

Einer der Grundpfeiler für ein spirituelles Leben und Fortschritte auf dem geistigen Pfade ist die Ernährung unseres physischen Körpers als „Tempel unserer Seele“. Wollen wir die Lebensgesetze nicht verletzen, so ist der Verzicht auf Fleischkonsum unerlässlich, denn abgesehen vom Tierleid verunreinigt er unsere Körper.

Insbesondere in den letzten Jahren ist die flächendeckende Agrarwirtschaft zu einem bedenken- und gedankenlosen Ausbeutungsmolloch verkommen. Neben immensen Umweltbelastungen bedeutet Massenhaltung für die bedauernswerten Geschöpfe in den Tierfabriken von der Geburt bis hin zur Schlachtbank nichts anderes als höchste Qual. Alles, was die glücklichen Lebensumstände eines Tiers ausmacht, wird ihnen vorenthalten oder gnadenlos und auf brutalste Weise genommen. Einzig und allein der Profit zählt!

„Solange es Schlachthäuser gibt, wird es Schlachtfelder geben“, wusste Leo Tolstoi und propagierte die vegetarische Lebensform. Inzwischen sind jedoch auch die milcherzeugende Wirtschaft mit all ihren Nebenprodukten wie Butter, Käse, Joghurt etc. und die Geflügelhaltung zwecks Eierproduktion dermaßen pervertiert, dass aus ethischen Gesichtspunkten ein Konsum solcher Produkte aus solchen Quellen ebenfalls nicht mehr zu vertreten ist. An dieser Stelle wird ausdrücklich darauf verzichtet, die unglaublichen Zustände in solchen Tierfabriken zu schildern.  Gedanken sind Kräfte, und wollen wir zum Beseitigen von Missständen beitragen, so ist es wirksamer, sich auf das positive Gegenteil zu konzentrieren. Wer Belege für das unermessliche Tierleid sucht, kann sich davon z.B. auf einschlägigen Internetseiten überzeugen.

Vegetarismus bedeutet Verzicht auf Produkte vom toten Tier, während Veganismus Verzicht auf sämtliche tierischen Produkte propagiert. Wir heutigen Menschen rümpfen evtl. die Nase darüber, dass es früher Kannibalen gegeben hat, die ihre Mitmenschen bedenkenlos verspeisten. In kommenden Jahrhunderten wird die Welt über den Verzehr unseres Mitgeschöpfes Tier genauso denken.

Ausdruck des Zeitenwandels, den wir gerade erleben, ist auch die Wende hin zu einer lebensfreundlichen, ethischen Ernährung. Gehen wir mit offenen Augen durch die Welt, so erleben wir den Beginn einer friedlichen Revolution hin zum veganen Leben. Wie eine Riesenwelle schwappt die neue Idee um unseren Erdball, die Stufe "Vegetarismus" wird sogar gleich übersprungen und entsprechende Anbieter für vegane Kost einschließlich Rezepten und Webseiten schießen wie Pilze aus dem Boden.  Veganismus ist modern geworden; eine höchst erfreuliche Wende!

Gesetz ist, dass alles nur so weit auf die Spitze getrieben werden kann, bis es schließlich kippt. Gesetz ist gleichfalls, dass jegliches Denken, Fühlen und Handeln eine Rückwirkung auf denjenigen hat, von dem es ausging (Karmagesetz). Schuld, welcher Art auch immer, muss unweigerlich Wiedergutmachung nach sich ziehen, wann auch immer. Selbstverständlich muss jeder Mensch selbst entscheiden, womit er seinen Teller füllt. Und dennoch – die Zeit ist reif, dass wir alle unsere Lebensgrundlagen gründlich überdenken und in eigenem Interesse ständig wandlungsbereit bleiben!


 

 

 

 

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