Eiche am Segelflugplatz, Boberger Dünen, Hamburg

 

 

Der Baum

 

An der Erde Wasserkammern

leg ich durstig meinen Mund;

meine Wurzelfinger klammern

fest sich in Gestein und Grund.

 

Träumend breit ich starke Äste,

Luft und Licht sucht mein Gezweig.

Dank dem Regen, der mich nässte,

wenn ich, schwer, die Zweige neig.

 

Ahnend taste ich nach Sternen:

auf zum Himmel ragt mein Stamm.

Will erfahren, Fühlen lernen,

speichre Wissen wie ein Schwamm.

 

Bin nicht Holz, nicht raue Rinde;

bin, was darin wächst und reift,

dass es  neuen Ausdruck finde,

wenn die Form einst abgestreift.

 

Kommt der Frost, bleib ich zufrieden,

nehm die Jahreszeiten hin.

Ewigkeit ist mir beschieden,

kenne keinen Tod: ich bin!

 

hh                                                                                                                                                                                                          Fotos: hh

 

 

Im Universum existieren horizontal fließende lunare und vertikal fließende solare Kräfte. Die Ausrichtung der Hauptachse eines Lebewesens macht es für die einen oder anderen Kräfte besonders empfänglich. Des Menschen aufrechte Wirbelsäule bedeutet, dass er auf solare Kräfte besonders räsoniert, während Säugetiere durch ihre meistens vertikal ausgerichtete Wirbelsäule vor allem für lunare Kräfte empfänglich sind. Die Hauptachse der Bäume wiederum ist vertikal ausgerichtet, jedoch stecken sie mit dem Kopf im Boden. Beim Übergang von einem Naturreich zum nächst höheren verlagert sich die Hauptachse einer Lebensform jeweils um einen Winkel von 90°.

 

 

 

 

 

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